Christliche Lehre - Aufsätze von Ulrich Brinkmann

Unbefleckte Empfängnis ist eine teuflische Behauptung - so etwas hat es nie gegeben!

Immer wieder trifft man auf Menschen, die sind völlig entsetzt, wenn man den Gedanken der unbefleckten Empfängnis als biblisch unhaltbar und als einen teuflischen Trick ablehnt. Dies liegt aber in der Regel daran, dass sie gar nicht wissen, was denn unbefleckte Empfäng­nis überhaupt bedeutet. Auch bei den anfänglichen Überlegungen zu diesem Artikel bin ich hauptsächlich auf Gläubige getroffen, die meinten ich würde die jungfräuliche Geburt leug­nen. Das liegt mir natürlich absolut fern. Ich glaube an die Geburt unseres Herrn Jesus durch die Jungfrau Maria, so wie ich den anderen Aussagen der Bibel glaube, da die Bibel Gottes Wort ist und Gott nicht lügen kann. (Tit. 1,2)

 

Was ist denn dann unbefleckte Empfängnis?

Es ist eine katholische Lehre, die behauptet Maria sei von Gott auf besondere Art zubereitet worden, so dass sie keine Erbsünde hatte, also ohne Sünde war. Diese Behauptung macht aber das Werk des HERRN JESUS von Golgatha ganz und gar überflüssig. Wenn es in Verbin­dung mit der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes einen Weg gäbe, auf dem ein Mensch sünd­los hätte werden können, ohne dass der Herr Jesus das Werk von Golgatha vollbracht hätte, dann wäre das Werk des HERRN völlig überflüssig und das Gericht Gottes an dem HERRN auf Golgatha wäre absolut willkürlich. Nein, diese Idee, der unbefleckten Empfängnis im ent­springt dem Mutter­gottesgedanken wie wir ihn im Artemis- und Astratekult finden. Prin­zipiell ist es der Gedanke der Selbsterlösung, denn diese Überlegungen bedeuten, dass ein Mensch aus dieser Schöpfung wenigstens etwas zur Errettung beisteuern kann. Die Bibel fragt aber: „Oder was wird ein Mensch als Lösegeld geben für seine Seele?“ Matt. 16,26

Die katholische Mythologie hat die Gedanken der antiken Mythologie einfach übernommen. Nach den Aussagen der Bibel braucht es, zur Erfüllung der biblischen Prophetien eine jung­fräuliche Geburt, nicht mehr und nicht weniger. Jungfräuliche Geburt war das Zeichen dafür, dass der Sohn Gottes Mensch geworden war. Sie war nicht die Voraussetzung für die Menschwerdung des HERRN sondern der Beleg dafür, dass hier der Sohn Gottes Mensch geworden war.

Hatte der HERR JESUS denn eine biologische und genetische Mutter, die durch Sünde ge­kennzeichnet war? Untersuchen wir die Bibel an Hand der Aussagen über den Sohn Gottes, dann entdecken wir zum einen vielleicht überraschende Aspekte seines Mensch­seins, zum anderen aber, dass es keiner sündlosen Jungfrau bedurfte, damit der Sohn Gottes als Mensch in diese Schöpfung eintreten konnte. Aus menschlicher Sicht würde das Problem auch nur um einen Stelle verschoben, aber nicht behoben. Denn es bliebe die Frage, wie denn wohl die Jungfrau die Erbsünde losgeworden wäre.

 

Was ist ein Mensch?

Wenn wir uns mit dieser Frage beschäftigen, dann müssen wir aufs Neue die Bibel befragen und nach biblischen Definitionen suchen. Sonst könnte man bei der Beschäftigung mit dem Gedanken sehr schnell in das Fahrwasser der Logik und der Gnosis geraten. Wir müssen uns dabei immer vergegenwärtigen, dass es schon am Ende des ersten Jahrhunderts Lehren gab, die meinten die Gottheit des Herrn Jesus zu schützen indem sie IHN zu einer Art „Schein­menschen“ oder „Übermenschen“ erklärten. Der Heilige Geist macht durch den Apostel Johannes aber vollkommen deutlich, dass man die Aussagen in den paulinischen Briefen nicht derart interpretieren darf. Die Schriften des Apostel Johannes sind immer wieder da­rauf fokussiert, die wahrhaftige Menschheit des Heilands zu unterstreichen. So ist z.B. Johannes der einzige Evangelist, der uns berichtet, dass das Blut des HERRN am Kreuz ge­flossen ist.

Wer Mensch ist, wie jemand Mensch ist und welches Menschenbild jemand trägt, dass bestimmt Gott. Wir dürfen bei diesen Überlegungen nie von uns persönlich und unserem aktuellen Zustand ausgehen. Gott bildete Adam und er nennt ihn Mensch = Adam in seinem unschuldigen Zustand. Nachdem der Mensch, nämlich Adam in Sünde gefallen war, nennt Gott ihn immer noch Mensch und Adam. Obwohl er nach wie vor Mensch ist, gibt es nach dem Sündenfall ein gewaltigen Unterschied. In seinem unschuldigen Zustand hätte Adam von dem Baum des Lebens essen können, nach dem Sündenfall durfte er das nicht mehr, darum die Vertreibung aus dem Paradies und der Engel mit dem kreisen Schwert davor.

Wir dürfen jetzt aber nicht den Fehler machen, zu meinen, allein der in Sünde gefallene Mensch sei wahrhaftig Mensch. Wir dürfen auch nicht den Fehler machen zu meinen nur ein unschuldiger Mensch sei wahrhaftig Mensch. Nicht nur ein von Gott geschaffener Mensch ist vollkommener Mensch, nein, auch ein von Gott gezeugter Mensch ist vollkommener Mensch. Das ist die eindeutige Lehre der Bibel.

 

Menschen

Gott nahm Staub, bildete den Menschen, hauchte den Odem in ihn und so wurde der Mensch eine lebendige Seele. „Und Gott der HERR bildete den Menschen, Staub vom Erdboden, und hauchte in seine Nase den Odem des Lebens; und der Mensch wurde eine lebendige Seele.“ 1. Mose 2,7

Der Herr Jesus konnte von sich sagen, dass er nicht von dieser [gemachten] Welt war. „Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie ich nicht von der Welt bin.“ Joh. 17,14 „Sie sind nicht von der Welt, wie ich nicht von der Welt bin.“ Joh. 17,16 „Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was oben ist; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.“ Joh. 8,23

Weiter haben wir auch das ausdrückliche Zeugnis der Bibel, dass der HERR JESUS als der Sohn Gottes und als Mensch nicht gemacht ist, der HERR JESUS ist als Mensch von Gott gezeugt. „dass Gott diese uns, ihren Kindern, erfüllt hat, indem er Jesus erweckte, wie auch in dem zweiten Psalm geschrieben steht: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“ Apg. 13,33 „Denn zu welchem der Engel hat er je gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt? Und wiederum: Ich will ihm zum Vater, und er soll mir zum Sohn sein?“ Hebr. 1,5 „So hat auch der Christus sich nicht selbst verherrlicht, um Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“ Hebr. 5,5

In dem Artikel „Nur eine Frau“ habe ich schon auf die Besonderheit hingewiesen, dass Gott als einziges Wesen die Fähigkeit zu zeugen und zu gebären in sich vereinigt. Dieser Punkt ist besonders wichtig, damit wir verstehen, dass Maria weder einen biologischen noch einen genetischen Anteil an der Menschwerdung des Sohnes Gottes haben musste. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang auch Matt. 1. In dem Geschlechtsregister dort finden wir viermal, dass jemand seinen Sohn von einer Frau zeugt. Wir verstehen sehr gut, dass nur diese Einheit Zeugung und Geburt hervorbringen konnte.

Ab Vers 18 haben wir quasi die im Gegensatz zu diesem Vorgang stehende Geburt Jesu. Maria ist schwanger vom Heiligen Geist. Dort steht aber überhaupt nicht, dass der Heilige Geist Jesus von der Maria zeugte. Wir kennen heute den medizinischen Begriff der Leihmutterschaft. Der Anteil Marias an der Menschwerdung des Sohnes Gottes war nicht einmal so groß wie der einer Leihmutter. Maria war nicht notwendig, damit das Leben am Leben bleibt. Maria ist die Jungfrau durch die der ewige Sohn Gottes als wahrhaftiger Mensch, allerdings, da er von Gott gezeugt ist, als Mensch vom Himmel in diese Schöpfung eintritt.

Der Herr Jesus ist der Mensch vom Himmel! Wir dürfen aber jetzt nicht meinen, dass IHM die Tatsache, dass er der Mensch vom Himmel, der letzte Adam ist, die Durchführung des Erlösungswerkes oder das Leben hier auf dieser Erde in irgendeiner Weise erleichtert hätte. Ich glaube sogar, dass er als Mensch vom Himmel hier auf der Erde mehr gelitten hat als jeder andere. Es geziemte Gott den Urheber unserer Errettung durch Leiden vollkommen zu machen (Hebr. 2,10).

Als der Herr Jesus mit der Dornenkrone und dem Purpurkleid hinausgeht, da wird in Johannes 19,5 noch einmal betont „siehe der Mensch“! In Römer 5,12 haben wir die Tatsache, dass „durch einen Menschen“,nämlich den ersten Adam, die Sünde in die Welt gekommen ist und in Römer 5,15 finden wir, dass „durch den einen Menschen“, nämlich den letzten Adam, die Gnade Gottes und die Gabe in Gnade gegen die vielen überströmend geworden ist.

Der erste Mensch, Adam, wurde eine lebendige Seele; der letzte Adam ein lebendig machen­der Geist.“ 1. Kor. 15,45 Wir finden hier einen bemerkenswerte Übereinstimmung und einen bewundernswerten Gegensatz. Sowohl der Mensch vom Staub als auch der Mensch vom Himmel werden Adam genannt! Übereinstimmung, es deute bitte niemand an der Mensch­heit des HERRN JESUS CHRSITUS herum.

Der Gegensatz: Der erste Mensch wurde eine lebendige Seele. Im Bezug auf den letzten Adam hat man fast den Eindruck, als müsse man in die Aussage noch ein Hilfsverb einfügen. Nein, das muss man nicht! Denn es gab keine Veränderung bei dem „lebendig machenden Geist“, ER wurde aber der als der letzte Adam von Gott gezeugt. Auch dies ist wieder Wichtig zu sehen, die Menschwerdung des HERRN JESUS führte zu keinerlei Veränderung bei oder in Gott. Die Dreieinigkeit erfuhr keine Veränderung als Gott Mensch wurde.

Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass Gott selbst mit dem unschuldigen Adam im Paradies keine Gemeinschaft haben konnte, dann ist es einfach undenkbar, dass der gefallene Adam irgendetwas zu der Menschwerdung des letzten Adam beitragen konnte. Wenn das so wäre, dann hätte der gefallene Adam etwas dazu beigetragen, dass der letzte Adam sein Blut vergießen konnte. Dann wären wir fast wieder bei der unbefleckten Empfängnis!

2. Kor. 5,17 macht ganz deutlich, dass wenn jemand in Christus ist, da eine neue Schöpfung ist, dass alte ist vergangen, alles ist völlig neu geworden. Aber bei Christus selbst soll, die alte gefallene unter dem Fluch liegende Schöpfung einen Anteil an seiner Menschwerdung gehabt haben? Dann hätte Christus ebenso, wie die ganze Schöpfung unter dem Fluch gelegen, wie hätte er dann noch ein Fluch für uns werden können, um uns von dem Fluch zu befreien? (Gal. 3,13)

Unser Heiland, der HERR JESUS CHRISTUS, ist in Ewigkeit wahrhaftiger Mensch! Er wurde es durch Zeugung! Er ist nicht von dieser Schöpfung! Er durfte nicht von dieser Schöpfung sein, denn nichts von dieser Schöpfung kann retten! Darum ist Christus mit seinem eigenen Blut gekommen. Er ist die Sühnung geworden für unsere Sünden, nicht allein für die unseren sondern für die ganze Welt!

Gleichzeitig müssen wir festhalten, dass er sich erniedrigte, Knechtsgestalt annahm, Gehorsam lernte, gelitten hat, in allem versucht wurde wie wir, ER hat Gott als Mensch völlig verherrlichte, ein Werk vollbrachte, welches alles übersteigt was es je geben konnte, und uns mit Gott versöhnte.

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Friedefürst.“ Jesaja 9,5

Ewiger Sohn und wahrhaftiger Mensch, wir fügen nichts hinzu und wir nehmen nichts weg, wir staunen und danken anbetend.