| Christliche Lehre - Aufsätze von Ulrich Brinkmann |
Lieber Hans Peter,
herzliche Dank für dein Verständnis. Die besondere Problematik liegt allerdings in der Tatsache, dass die "Problemanalyse" zu keinem hilfreichen Ergebnis führt. Gerade das Problembewusstsein führt nämlich zu einer gehörigen Portion "Unwohlsein". Es kommt der Punkt, da hat man alle bekannten Systeme untersucht, überall findet man erhebliche Abweichungen bis hin zu brutalsten Gegensätzen von/zu biblischen Prinzipien und man fragt sich, was zu tun oder zu lassen ist.
Tatsächlich empfinde ich die Situationen in Offenbarung 2 und 3 sehr hilfreich. Ich denke, wir sind uns darin einig, dass allein die Versammlung in Philadelphia einen guten Zustand hatte. Alle anderen Versammlungen weisen mehr oder weniger offensichtliche Mängel aus.
Ephesus hatte seine erste Liebe verlassen und musste Buße tun. Ich frage mich aber ernsthaft, ob das die anderen Versammlungen bemerkt hatten. Der HERR wusste das, Ephesus wusste das auch, aber ging aus diesem Grund niemand mehr aus Philadelphia nach Ephesus?
In Smyrna liefen sie in Folge der Drangsal Gefahr abzugleiten und jüdische Elemente einzuführen. Die Treue wurde geprüft. Wir haben leider keinen Bericht, wie die anderen Versammlungen sich gegenüber Smyrna verhalten haben. Aber auch wenn sie in Gefahr waren und unter Druck standen, war doch eigentlich bei Ihnen der innerliche Zustand besser als in Ephesus.
Pergamus ist eine harte Nummer. Wohnen wo der Thron Satans ist, Fremdlingscharakter aufgegeben. Solche in der Mitte, die Lehre Bileams brachten und Götzenopfer und Hurerei für ein Mittel zu geistlichen Führung predigten. Dann hatten sie noch solche, die die Lehre der Nikolaiten festhielten. Hier standen Sie im offensichtlichen Gegensatz zu Ephesus, denn dort waren die Werke der Nikolaiten verhasst. Wir finden weder für Ephesus, noch für Smyrna, noch für Philadelphia Verhaltensregeln gegenüber Pergamus. Ich bin mir aber sehr sich, dass die Überwinder aus Pergamus dort aufgenommen wurden, auch wenn vielleicht von den drei Versammlungen niemandem empfohlen wurde nach Pergamus zu gehen.
Wir könnten die Reihe fortsetzen. Selbst bei Laodicäa müssen wir davon ausgehen, dass die Überwinder von dort in den anderen Versammlungen empfangen wurden. Ich stelle mir aber doch noch eine sehr ernste Frage, konnten die anderen Versammlungen die Lauheit, die Tatsache, dass es in Laodicäa viele gab, die gar nicht gerecht waren, die Tatsache, dass der HERR vor der Tür stand bemerken? Wir tun uns sicher leicht einen Zustand wie in Pergamus, Thyatira und Sardes als falsch und unbiblisch zu bezeichnen. Mit einer gewissen Postion Judaismus kommen wir auch noch dazu, dass wir in Smyrna Gericht Gottes vermuten würden, aber würden wir wirklich sehen, dass Ephesus seine erste Liebe verlassen hat und das der HERR gar nicht mehr in Laodicäa ist?
Ich habe mir zu meinem 50ten Geburtstag die Kirchengeschichte von Miller schenken lassen. Nachdem ich sie gelesen habe kenne ich die Gründe für die prophetische Auslegung der Sendschreiben, ich frage mich allerdings mehr und mehr, warum denn kaum jemand versteht, dass diese sieben Versammlungen (die Schrift selbst bezeichnet sie so, ich wäre das zurückhaltender gewesen) parallel auf engem Raum zu Ende des 1. Jahrhundert bestanden haben. Mir fehlen hier die "allfälligen" Gemeinschaftsregeln.
herzliche Grüße
herzliche Dank für dein Verständnis. Die besondere Problematik liegt allerdings in der Tatsache, dass die "Problemanalyse" zu keinem hilfreichen Ergebnis führt. Gerade das Problembewusstsein führt nämlich zu einer gehörigen Portion "Unwohlsein". Es kommt der Punkt, da hat man alle bekannten Systeme untersucht, überall findet man erhebliche Abweichungen bis hin zu brutalsten Gegensätzen von/zu biblischen Prinzipien und man fragt sich, was zu tun oder zu lassen ist.
Tatsächlich empfinde ich die Situationen in Offenbarung 2 und 3 sehr hilfreich. Ich denke, wir sind uns darin einig, dass allein die Versammlung in Philadelphia einen guten Zustand hatte. Alle anderen Versammlungen weisen mehr oder weniger offensichtliche Mängel aus.
Ephesus hatte seine erste Liebe verlassen und musste Buße tun. Ich frage mich aber ernsthaft, ob das die anderen Versammlungen bemerkt hatten. Der HERR wusste das, Ephesus wusste das auch, aber ging aus diesem Grund niemand mehr aus Philadelphia nach Ephesus?
In Smyrna liefen sie in Folge der Drangsal Gefahr abzugleiten und jüdische Elemente einzuführen. Die Treue wurde geprüft. Wir haben leider keinen Bericht, wie die anderen Versammlungen sich gegenüber Smyrna verhalten haben. Aber auch wenn sie in Gefahr waren und unter Druck standen, war doch eigentlich bei Ihnen der innerliche Zustand besser als in Ephesus.
Pergamus ist eine harte Nummer. Wohnen wo der Thron Satans ist, Fremdlingscharakter aufgegeben. Solche in der Mitte, die Lehre Bileams brachten und Götzenopfer und Hurerei für ein Mittel zu geistlichen Führung predigten. Dann hatten sie noch solche, die die Lehre der Nikolaiten festhielten. Hier standen Sie im offensichtlichen Gegensatz zu Ephesus, denn dort waren die Werke der Nikolaiten verhasst. Wir finden weder für Ephesus, noch für Smyrna, noch für Philadelphia Verhaltensregeln gegenüber Pergamus. Ich bin mir aber sehr sich, dass die Überwinder aus Pergamus dort aufgenommen wurden, auch wenn vielleicht von den drei Versammlungen niemandem empfohlen wurde nach Pergamus zu gehen.
Wir könnten die Reihe fortsetzen. Selbst bei Laodicäa müssen wir davon ausgehen, dass die Überwinder von dort in den anderen Versammlungen empfangen wurden. Ich stelle mir aber doch noch eine sehr ernste Frage, konnten die anderen Versammlungen die Lauheit, die Tatsache, dass es in Laodicäa viele gab, die gar nicht gerecht waren, die Tatsache, dass der HERR vor der Tür stand bemerken? Wir tun uns sicher leicht einen Zustand wie in Pergamus, Thyatira und Sardes als falsch und unbiblisch zu bezeichnen. Mit einer gewissen Postion Judaismus kommen wir auch noch dazu, dass wir in Smyrna Gericht Gottes vermuten würden, aber würden wir wirklich sehen, dass Ephesus seine erste Liebe verlassen hat und das der HERR gar nicht mehr in Laodicäa ist?
Ich habe mir zu meinem 50ten Geburtstag die Kirchengeschichte von Miller schenken lassen. Nachdem ich sie gelesen habe kenne ich die Gründe für die prophetische Auslegung der Sendschreiben, ich frage mich allerdings mehr und mehr, warum denn kaum jemand versteht, dass diese sieben Versammlungen (die Schrift selbst bezeichnet sie so, ich wäre das zurückhaltender gewesen) parallel auf engem Raum zu Ende des 1. Jahrhundert bestanden haben. Mir fehlen hier die "allfälligen" Gemeinschaftsregeln.
herzliche Grüße
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Aktualisiert (Dienstag, den 06. Juli 2010 um 17:25 Uhr)

