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UNTERREDUNGEN.CH

MALEACHI 3.16

C.A.C.  - Wortbetrachtungen über das Lukasevangelium

Abschrift: Nicole F. 

Kapitel 16

Die Frage der Verantwortung wird in Kap. 15 nicht aufgeworfen - das, was Gott verloren hat, wird wiederhergestellt, das, was tot ist, lebt wieder, und die eigene Freude Gottes beherrscht dieses Kapitel von Anfang bis zu Ende. Der Herr rechtfertigt vor den Ph

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Prophetie
Ermunterung

Ermunterung

 

 

Was man nicht hat

Pr 6,9 Besser das Anschauen der Augen als das Umherschweifen der Begierde. Auch das ist Eitelkeit und ein Haschen nach Wind.

Besser ist es, das anzuschauen, was vor einem ist, sprich, sich über das zu freuen, was man
besitzt, als dass man ständig seine Gedanken darauf richtet, was man nicht hat. Ich wage zu
behaupten, dass jeder dieses Gefühl kennt: Man will etwas haben und die ganze
Konzentration ist darauf ausgerichtet. Man weiß: ‚Jetzt werde ich es nicht bekommen
können, aber ich will es unbedingt haben.
Der letzte Gedanke vor dem Einschlafen, der Erste beim Aufwachen, ja selbst die Gedanken
während der Arbeit sind erfüllt von Dingen, die man haben möchte, aber nicht besitzt.
Was wäre das für ein Segen, wenn wir uns so mit dem Herrn beschäftigen würden! Aber
stattdessen trachten wir doch lieber nach all dem Zeug, das wir gar nicht unbedingt brauchen
(und das als Kinder des Höchsten). Wir sind Himmelsbürger und Fremdlinge auf dieser Erde,
doch wollen wir es lieber hier gemütlich haben. Haben wir vergessen, dass wir nichts von
alle dem mitnehmen werden? Am Schlimmsten scheint es mir doch, dass wir die Zeit, die wir
mit Eitelkeiten verschwenden, nicht mehr zurückbekommen werden.
Wollen wir wirklich mit dem Wissen, dass wir keine treuen Verwalter waren, vor dem Herrn
Jesus erscheinen? Lieber träumen wir von Dingen, die belanglos sind und die wir gar nicht
so dringend brauchen, wie wir es gerne hätten und sind dabei doch todunglücklich. Unser
Schöpfer weiss am Besten was wir wirklich benötigen und was uns in Wirklichkeit eher
schadet, wollen wir Ihm nicht vertrauen lernen?
Es ist besser, man lernt das zu schätzen was man hat, als auf das zu hoffen, was man nicht
hat, denn genau dasselbe würde passieren, wenn man das bekommt, was man sich so
„sehr“ gewünscht hat. Dann hält man bereits Ausschau nach dem Nächsten.

2. Kor 8,12 Denn wenn die Bereitschaft vorhanden ist, so ist jemand angenehm
nach dem, was er hat, und nicht nach dem, was er nicht hat.

Genauso werde ich nicht nach dem beurteilt, was ich hätte haben können, sondern nach
dem was ich habe. Was tue ich mit dem was Gott mir anvertraut hat? Lasse ich es
verstauben oder danke ich dafür?
Christliche Information
Walter Briem

Meine Wurzeln sind römisch-katholisch. Zeitweilig habe ich gottlos gelebt und schwer gesündigt.

Nach meiner Trennung von meinem Mann 2009 suchte ich intensiv Halt in der katholischen Kirche. Ich zog weit weg von meinem Mann in eine katholische Kleinstadt, in deren Nähe ich aufgewachsen bin. Aber die katholischen Seelsorger hatten keine Zeit für mich. Nach drei Jahren seelischer Einsamkeit war ich so weit, dass ich meine drei Kinder loswerden wollte. Da sah ich im März 2012 im Fernsehen bei bibelTV eine Sendung  von Joyce Meyer. Sie faszinierte mich und weckte mein Interesse für die Bibel.
Aber es fiel mir schwer die Bibel zu lesen. So suchte ich nach Hilfe außerhalb der katholischen Kirche. Die Krabbelgruppe meines damals 2jährigen Sohnes wurde vom CVJM gestaltet. Die Gruppenleiterin nannte mir die evangelische Kirche und eine Freikirche als sehr gut.
Die evangelische Kirche besuchte ich einmal mit meinen Kindern und stellte fest, dass niemand mit kleinen Kindern dorthin geht.
Die Freikirche war sehr schön. Moderne Lieder, ganz nach meinem Geschmack. Aber so oft ich nachfragte, ob es eine Möglichkeit für mich mit drei Kindern gibt eine Bibelgruppe zu bekommen, wurde ich allein gelassen.
Weil ich in unserer christlichen Buchhandlung öfters einkaufte, da ich eine Bibel und Zusatzliteratur brauchte, kam ich mit dem Besitzer Peter ins Gespräch. Im Juni 2012 fragte er mich, ob ich eine Bibelgruppe gefunden hätte. Als ich es verneinte, schlug er vor, dass ich mit ihm und seiner Frau die Bibel lese, meine Kinder könnten dann mit ihren Kindern spielen.
Bis Ende Juli 2012 lasen wir gemeinsam die Bibel, dann wurde ihr viertes Kind geboren.

Ich hatte durch sie so viel gelernt, dass ich mein Leben extrem umgestellt habe.
1. Ausschließlich Röcke für mich und meine Mädchen
2. Kopf bedecken beim Gebet
3. die Haare lang wachsen lassen von mir und meinen Mädchen (darunter litt ich am meisten, weil ich im Februar 2012 meinen Kopf fast kahl rasiert hatte und mich nun schämte)
4. alle Statuen, Bilder und Zubehöre rund um katholische Kirche und FengShui fortgeworfen
5. alles, soweit möglich, rund um Fabelwesen fortgeworfen (Bücher, Decken, Spielsachen, Küchenartikel)
6. Fernseher und DVD-Player abgeschafft
7. alle Computerspiele abgeschafft
8. alle Spielecomputer abgeschafft bis auf einen Lern-Laptop
9. fast meine komplette Musik-CD-Sammlung fortgeworfen

Dann kaufte ich Bücher, CD's, Kassetten und Spielsachen rund um Bibelthemen.

Doch so viel ich auch machte, ich hatte das Gefühl, es ist nicht genug.

Im August bat ich um die Taufe. Auch wenn Peter, der mein Lehrer geworden war, mir gesagt hatte, dass die Gemeinde ein neues Mitglied erst etwa ein Jahr prüft, ehe sie taufen und in die Gemeinde aufnehmen. Doch beim Lesen der Bibel wurde der Wunsch immer stärker in mir, dass ich getauft werden möchte. Ich wollte Teil der christlichen Gemeinde werden. Aber es verging Woche um Woche ohne Nachricht. Meine Stimmung wurde schlechter und schlechter.

Im September gab mir das Ehepaar eine CD von Alexander Berg zum Thema Kindererziehung. Danach erlebte unsere Familie echte Fortschritte. Ich wurde ausgeglichener und die Kinder ruhiger. Endlich murrten sie nicht mehr bei jeder Anweisung von mir. Wir wurden eine liebende.
Aber auch das war nur für kurze Zeit ein Stimmungshoch und bald darauf folgte das nächste Tief.

Dann erfuhr ich, dass meine Taufe in den Hintergrund geschoben worden war, weil etliche Mitglieder der Gemeinde sich lossagen wollten, weil sie mit der strengen Ordnung nicht einverstanden waren (u.a. die Rockpflicht und Kopftuchpflicht für Ehefrauen). Daraufhin ging es mir noch schlechter, weil ich mich abgeschoben fühlte. Mein aufrichtiger Wunsch nach Taufe war weniger wichtig als der Kampf um einige widerwillige Gemeindemitglieder. Da mittlerweile kalter Oktober war, konnte auch gar keine Taufe mehr im Baggersee der Nachbargemeinde stattfinden (dort praktizieren sie einmal jährlich die Taufe).

Bei Joyce Meyer war es mir ähnlich ergangen. Ich hörte eine Predigt von ihr und fühlte mich gut. Tage, manchmal auch nur Stunden später fühlte ich mich wieder schlecht und ich hörte die nächste Predigt oder las eines ihrer Bücher. Dann ging es mir wieder gut und so weiter.
Jetzt bei der mennonitischen Brüdergemeinde dauerte es länger, bis ich mich schlechter fühlte, meistens Wochen. Aber es war dennoch genauso.
Öfters überlegte ich, ob ich sie nicht verlassen soll. Doch dann rief mich entweder das Ehepaar an oder jemand anderes aus der Gemeinde und ich fühlte mich so wohl bei diesen liebenswürdigen, hilfsbereiten Menschen, dass ich ausharrte.

Die liebe Schwester im Herrn, die mir auf meine niedergeschlagenen Worte so oft aufmunternd und warnend antwortete, mir gute Links schickte und Bücher und CD's, gab mir zwei Links zum Thema Gesetz und Gnade, weil ich betonte, dass ich Hans-Jürgen Wölki sehr mag, der auch von den Mennoniten gutgeheißen wird.
http://www.bibelkreis.ch/themen/glauverl.htm
Diesen Text begann ich sofort zu lesen. Während ich las, erinnerte ich mich sehr deutlich an die Worte meines Lehrers Peter, der mir immer wieder sagte, dass Jesus nur für die vergangenen Sünden gestorben ist. Er hatte mir zu Beginn auch Bibelstellen genannt, die ich als unwissendes Kind einfach annahm und nicht hinterfragte. Das konnte ich damals auch noch gar nicht. Allein das Lesen der Bibel und das Behalten der Texte schien mir eine unlösbare Aufgabe.

Als mir die Schwester folgenden Link schickte:
http://www.bbkr.ch/forum/forumdisplay.php/67-Heilssicherheit-Heilsgewissheit
stöberte ich einfach im Forum und schließlich las ich zum Thema Rock. Ich wurde verunsichert. Denn bislang hatte ich alle Lehre von meinem Lehrer übernommen. Wenn ich selbst kritischer als er war, dann schien er mich nie zu verstehen und ich kam zur Auffassung, dass es mir als Frau auch gar nicht zusteht ihm als Prediger der mennonitischen Gemeinde etwas beizubringen.
Allerdings merkte ich, dass auch eine junge Frau, die ich sehr liebgewann, nur auf ihn hörte.
Ich kam zur Auffassung, dass laut Bibel ALLE Frauen beim Gebet ihr Haupt bedecken müssen und nicht nur Ehefrauen, so gab ich ihr zwei entsprechende Bücher. Doch da Peter und die anderen Lehrer der Gemeinde dies nicht lehren, war sie nicht bereit meine Worte anzunehmen. Das enttäuschte mich. Während ich mich immer mehr änderte, erkannte ich, dass niemand in der Gemeinde die Offenheit besaß sich zu verändern und bibeltreuer zu leben.
Auch das Schweigegebot der Frau in der Versammlung war anscheinend nur ein Problem für mich. Sowohl Ehefrauen als auch Ledige lasen Gedichte vor oder trugen lehrreiche Geschichten vor, manchmal auch Erzählungen mit biblischem Inhalt.

Obwohl ich innerlich schon die Bereitschaft hatte, die Gemeinde zu verlassen, ging ich dennoch am 29.11. abends zur Betstunde und meine 7jährige Tochter zur Kinderstunde. Die 5jährige und mein 3jähriger waren eingeschlafen auf dem Weg zum Bethaus.
Ich saß inmitten der Glaubenden und las in meiner Bibel die Gebetsstellen mit oder Zusatzstellen. Als der dritte Prediger vorlas: Epheser 2,1-2 und dazu sagte, das würde auf uns jetzt und heute zutreffen, da stutzte ich. Ich las weiter und bemerkte, dass es an Unbekehrte gerichtet ist und die weiteren Worte an die Bekehrten. Leider hörte ich nicht die Stelle im AT, die er genannt hatte. Sie zeigte die Strafe auf für diese Sünde des Ungehorsams.
Ich war richtiggehend entgeistert!
Ich begriff nicht, dass es niemandem auffiel. Ich begriff nicht, wieso der Bruder sowas predigte.
Dann kam ich mit meinen Kindern nach Hause, las im Forum, las in der Bibel und schrieb schließlich meinem Lehrer Peter eine Email, in der ich ihm mitteilte, dass ich vor der Entscheidung stünde, ob ich die Gemeinde verlasse oder nicht. Ich nannte ihm meine Gründe, die Irrlehre des Predigers und eben Peters Aussage über die Verlierbarkeit des Heils. Ich hoffte so sehr, dass er mir mitteilt, dass ich ihn falsch verstanden habe. Denn ich habe seine Familie und einige aus der Gemeinde lieb gewonnen. Meine Kinder haben keine Spielgefährten mehr, nur noch Kinder aus der Gemeinde, wegen unserer Andersartigkeit (Theater- und Kinoverbot, Schminkverbot, keine Kirmes, immer Röcke).

Aber letzlich war mir dies alles nicht so wichtig. Ich hatte zum ersten Mal in meinem 44jährigen Leben erkannt, was Jesus für mich getan hat! Ich habe erkannt, welch großes Geschenk Gott mir so lange angeboten hatte und ich nie angenommen hab! Mitten in der Nacht, früh am 01.12. übergab ich mich ganz dem HERRN, dankte für die große Liebe und Gnade und WUSSTE, ich bin wiedergeboren und mit dem Geist versiegelt.
Als mich Peter anrief, weil er mit mir sprechen wolle, da erzählte ich ihm von meiner glücklichen Erfahrung und er sagte sofort, ich solle vorsichtig sein, im Internet wäre viel falsch. Ich würde auf die Allversöhnungslehre hereinfallen.
Das Wort kannte ich nicht. Es blieb mir nicht viel Zeit es im Internet nachzulesen, weil ich eigentlich gar nicht den Computer wegen des straffen Zeitplans am Samstag einschalten wollte. Aber im Forum fand ich schnell, was ich suchte. Und noch schneller erkannte ich, dass mein Glaube damit nun gar nichts zu tun hat.
http://www.bbkr.ch/forum/showthread.php/502-Allvers%C3%B6hnungsirrlehre?highlight=allvers%F6hnungslehre

So gingen wir Vier zum Adventssingen im Bethaus und anschließend zu dem Ehepaar. Peters Frau war eher hilflos und konnte mir keine Stelle nennen, die für das Verlieren des Heils spricht. Aber er nannte mir zwei Stellen, die ich nicht erklären konnte mit meiner Unerfahrenheit. Er freute sich und betonte, dass ich meine Sicht nicht mit der Bibel erklären könne. Sie wäre unbiblisch und ähnelt der Allversöhnungslehre.
1. Joh 3,15
Off 3,5
Ich meinte zu den Bibelstellen, ich müsse darüber beten und nachforschen. Wenn sie so wie sie da stehen stimmen, dann würden sie im Widerspruch zu den Stellen sein, die von der Unverlierbarkeit des Heils sprechen. Dass dies nicht sein kann, weil die Bibel sich nicht widerspricht, darin waren und sind wir uns zumindest einig.
Ich ließ ihm noch den Ausdruck da: http://www.bibelkreis.ch/themen/sicgwegen.htm

Sonntag machten wir "Hausputz" für Gott. Wir räumten ein wenig um, damit wir alles weihnachtlich schmücken konnten. Dabei erzählten wir Bibelgeschichten, sangen und dankten immer wieder Gott für den schönen Tag.

Irgendwann packte ich die Taschen meiner Mädchen von der Kinderstunde aus. Da hatte meine Große zwei Bonbons, an die jeweils eine Schnur befestigt war.
Sie erklärte auf meine Frage, dass sie in zwei Gruppen eingeteilt worden wären. Dann wurde die Geschichte von der Tochter des Jairus erzählt. Mal wurde der einen, mal der anderen Gruppe eine Frage gestellt. Wer am schnellsten aufzeigte, durfte antworten. Wer richtig antwortete, der durfte an einem der vielen Bänder ziehen, die aus einem Schuhkarton heraushingen. Entweder bekam man eine Schnur mit einem Bonbon, oder man bekam eine Schnur mit einer leeren Bonbonhülle.
Meine Tochter beschwerte sich und fragte, warum ein Junge, der richtig geantwortet hatte ein Bonbon bekommen habe und sie nicht, obwohl ihre Antwort auch richtig war. Darauf antwortete eine Betreuerin, sie müsse eben genau schauen. An den kurzen Bändern wären Bonbons, an den langen Bändern nur leere Hüllen. Aber die Bänder hingen unterschiedlich lang heraus, dass man danach nicht wählen konnte.
Auch andere Kinder beschwerten sich, weil sie keine Bonbons bekamen und fragten nach. Sie erhielten zur Antwort, ob sie nicht gehört hätten, was man meiner Tochter gesagt hätte.

Diese Ungerechtigkeit hat sich in meiner Tochter festgesetzt. Statt sich über die Bonbons zu freuen, ärgerte sie sich, dass sie sechs Fragen richtig beantwortet hatte und nur zwei Bonbons erhielt. Sie hat zum Schluß noch gefragt, ob sie noch ein Bonbon bekommt (damit sie mit ihren Geschwistern teilen kann), das wurde abgelehnt.

Um ihren Unmut zu verwischen, nahm ich von mir selbst zwei weitere Bänder. An zwei knotete ich eine leere Hülle von einem Schokobon, an die anderen zwei Schokobons. Dann erzählte ich einen Teil der Geschichte von Noah und der Arche. Ich stellte jedem Kind eine Frage und sie durften ziehen. Zwei zogen ein Schokobon, eins und ich bekamen eine leere Hülle. Darauf las ich aus der Bibel die Geschichte des armen Lazarus vor. Dann sagte ich ihnen, der Reiche habe auf Erden ein schönes Leben gehabt, so wie jetzt zwei von ihnen ein leckeres schönes Schokobon haben. Lazarus hatte nichts, so wie wir zwei anderen. Aber als Lazarus in den Himmel kam, da hat Gott ihn belohnt. Wer an Christus glaubt, der kann es auf Erden vielleicht schlecht haben, doch im Himmel hat er es dann schön. Nun gab ich uns beiden auch ein Schokobon.
So hatten wir zum Schluß alle ein Schokobon, niemand war enttäuscht und traurig und sie hatten gelernt, dass es in Christus keine Ungerechtigkeit gibt.

Wir gingen früh ins Bett. Kurz vor Mitternacht wurde ich wach. Ich bat Gott, den Herrn, mir beim Einschlafen zu helfen. Doch statt dessen wurde in mir der Drang aufzustehen und meine Bibel zu holen immer stärker. So holte ich meine Bibeln (NeueLutherBibel, Schlachter2000), meine Konkordanz und von WilliamMacDonald den Kommentar zum NT. Ich las und las und der Geist führte mich durch die Bibelworte, dass es mir eine reine Freude war.

Morgens schrieb ich dann alles nieder, um es meinem früheren Lehrer Peter zu geben. Ich hoffte noch immer, dass er als Christ sich den Bibelstellen des Geistes nicht verschließt.
Als ich ihm den Brief gab, las er ihn, doch die Bibelstellen schlug er nicht nach.
Statt dessen reichte er mir ein Zettelchen, auf dem er Bibelstellen notiert hatte. Ich muss allerdings anführen, dass ich nicht gut reden konnte, weil ich eine Stimmbanderkältung habe. So fiel es mir sehr schwer, mich mit ihm auszutauschen. Und dennoch hatte ich zu jedem Zeitpunkt des Gespräches das Gefühl sicher zu stehen, Halt zu haben in IHM.

Seine Stellen:
1. Timotheus 4,1
Hebräer 3,12
Hebräer 6,4-6
Römer 11,17-24 (insbesondere Vers 22)
Hebräer 10,19-29 (insbesondere Verse 26+29)

Zu Timotheus sagte ich, dass ich dem zustimme, dass einige vom Glauben abfallen werden und können. Aber diese hätten auch nicht das ewige Leben, sie wären nicht Wiedergeborene sondern nur Glaubende. Ich erklärte, dass zwei Menschen das Wort Gottes hören können, sie erfahren alles über Jesus und glauben, dass er Gottes Sohn ist. Der eine nimmt ihn als seinen Erlöser an und ist ein Wiedergeborener. Der andere nicht, er ist ein Glaubender. Der erste kann nicht abfallen vom Glauben, weil er im Lebensbuch des Lammes eingeschrieben ist, der andere fällt aber ab, weil er nie ein Wiedergeborener war und er wird aus dem Lebensbuch ausgelöscht.
Peter schüttelte zu jeder meiner Erklärungen den Kopf und betonte, dass Glauben = Wiedergeboren bedeutet. Also konnten wir hier nicht weiter reden, weil er das Wort einfach anders belegte und somit keine gemeinsame Grundlage da war.

Nun wollte er, dass ich mir Hebräer 10,19-29 anschaue.
Hier erklärte ich ihm, dass es an Judenchristen geschrieben ist. Die Formulierung "wir" bedeutet, dass Paulus nicht an Heidenchristen schreibt sonden an Juden wie er einer ist, die Christen wurden. Vers 28 mit Mose würde dies auch aufzeigen. Dann sagte ich ihm, dass es unter den Juden einige gab, die Jesus Christus für sich annahmen und wiedergeboren wurden. Andere waren so etwas wie Namenschristen. Sie glaubten an Jesus als den Messias, aber sie nahmen ihn nicht für sich an. Bei der ersten schlimmen Prüfung (Todesdrohung) spuckten sie auf Jesus und schworen dem christlichen Glauben ab.

Peter schüttelte dazu den Kopf. Er WOLLTE mir nicht glauben. Ich sagte ihm, ich habe vieles von einer Internetseite, aber es wären 33 Seiten zu drucken, das war mir zuviel. Ich hätte jedoch das Buch bestellt.
http://www.bibelkreis.ch/themen/glauverl.htm#Ja,%20aber%20.%20.%20.

Seine Antwort war, ich solle ihm das Buch geben.
Doch was nützt das?
Er hält fest daran, dass alle meine Aussagen falsch sind. Warum sollte er einem Buch mehr glauben als mir - als der Bibel höchstpersönlich? Er ist der Besitzer der christlichen Buchhandlung. Bei ihm kaufte ich meine Bücher. Er hat bei sich zuhause sogar noch mehr und bessere stehen als ich mir leisten kann. Aber er liest nicht die Worte. Er deutet Worte um.

Als ich ihn auf Off 3,5 ansprach, dass dort vom Lebensbuch steht, warum er mir als Lehrer und Prediger der Gemeinde, denn nicht gesagt hätte, dass es das Buch ist, in dem alle Namen von Anbeginn stehen und nur die ausgelöscht werden, die sich dauerhaft von Gott abwenden? Da tat er überrascht und meinte, er müsse das erst im AT nachlesen, ob das so da steht. Nun schüttelte ich den Kopf und sagte, wie könne er mir eine Bibelstelle als Beweis nennen für seinen Verlierbarkeitsglauben, wenn er nicht den Unterschied zum Lebensbuch und zum Lebensbuch des Lammes kenne? Wenn er selbst nicht weiß, was genau das Lebensbuch ist?

Während ich am Anfang des Gespräches betont hatte, dass ich ein Kind im Glauben bin und sicher nicht gut erklären könne, während er ein Lehrer ist und die Bibel kennt, kam es mir immer mehr so vor, als wenn er seine eigenen Stellen überhaupt nicht mit dem Geist geprüft hat.

Als er fortwährend betonte, er höre jetzt lieber auf, er wolle mich nicht durcheinander bringen, da erwiderte ich, er könne mich nicht verwirren. Ich sagte, dass ich weiß, dass ich im Lebensbuch des Lammes stehe und mit dem Heiligen Geist versiegelt bin. Nichts könne mich von dem Glauben trennen.

Doch er hielt fest daran, dass Jesus Christus nur für seine vergangenen Sünden gestorben ist.
Da fragte ich, ob Jesus jetzt hier vor uns wäre und am Kreuz hinge? Stirbt er genau jetzt und nimmt alle meine Sünden hinweg? Nein, das tat er vor über 2000 Jahren. Meine Sünden waren also immer zukünftige Sünden für Jesus. Weshalb sollte er einen Teil meiner zukünftigen Sünden weglöschen und die anderen nicht?
Peter erwiderte, wenn ich jetzt lüge, dann würde eine Sünde zwischen mir und Gott stehen und deshalb könne ich nicht in den Himmel.
Ich schüttelte den Kopf und erwiderte: Da steht keine Sünde. Die hat Jesus vor über 2000 Jahren schon hinweggenommen und ich habe das Opfer dankbar angenommen.
Darauf Peter, aber die Sünde ist doch da und die musst du bekennen!
Da stimmte ich ihm zu, ich hätte einen Fehler gemacht wofür ich um Vergebung bitten würde. Aber für die Sünde sei Jesus schon gestorben, deshalb würde ich nicht meinen Platz im Himmel verlieren.
Nach Peters Meinung bin ich calvinistisch. Ich würde einer Irrlehre folgen. Ich muss aber noch nachlesen, was calvinistisch ist.

Mit einem Mal sah ich in Peter nicht mehr den Lehrer, der mich ins Bibellesen eingeführt hatte.
Ich sah nicht mehr den Mann, der mir gesagt hatte: Glaube nichts, was man dir sagt, prüfe alles anhand der Schrift!
Ich sah einen Mann, der einen Glauben hat, den er um jeden Preis umkämpft und den er nicht bereit ist zu ändern.
So sagte ich ihm: Peter, du bist nicht geisterfüllt, du liest die Bibel menschlich und interpretierst sie so, wie du es haben möchtest.
Dann teilte ich ihm mit, die gesamte Gemeinde wäre nicht geisterfüllt.
Frauen lehnen sich gegen biblische Lehre auf und weigern sich der Bibel Gehorsam zu leisten und werden dennoch nicht aus der Gemeinde gewiesen.
Prediger dürfen Irrlehren lehren und keiner unterbricht, um die Irrlehre zu korrigieren.
Ich sagte ihm auf den Kopf zu, da er zugegeben hat, dass er die falsche Auslegung gehört hat, dass er den Bruder korrigiert hätte, wenn er - Peter - geisterfüllt gewesen wäre. Ob er sich vorstellen könne, dass Paulus vor der Gemeinde steht und eine Irrlehre verkündet? Wer im Geist predigt, der kann keine Irrlehre lehren. Wer im Geist ist, der wird keine Irrlehre zulassen.
Ich sagte ihm noch deutlicher, dass er Gottes Ruhm schmälert, wenn er weiterhin beteuert, dass Jesus nicht für ALLE Sünden gestorben ist, sondern beteuert, Jesus wäre nur für vergangene Sünden gestorben, denn so steht es nirgends in der Bibel.

Da bekam er einen Anruf auf sein Handy.
Ich wusste, nun war es Zeit zu gehen. Die junge Frau, die ich so lieb gewonnen habe, war während des Gespräches dabei und sie verabschiedete sich von mir auf freundliche Art, aber auch traurig. Sie hörte zwar meine Worte, doch sie glaubt Peters Irrlehren.
Was muss geschehen, damit ein Herz sich bekehrt?

Für mich ist am 01.12.2012 etwas absolut unfassbares, unbegreifliches geschehen!
Gott, der HERR, hat mich so unendlich lieb, dass er mich über manche Wege zur wahren Erkenntnis geführt hat!
Ich kann nicht anders als nur dankbar zu sein und zwar von tiefstem Herzen!
Jetzt, nach meiner Wiedergeburt, ist Dankbarkeit einfach ein Gefühl, das mich durchströmt und mit Freude, Glück, Zufriedenheit, Gelassenheit und gleichzeitig Jubel erfüllt!

Früher hoffte ich ein Kind Gottes zu sein und war immer unsicher.
Jetzt aber weiß ich, dass ich ein Kind Gottes bin und zwar für immer!

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl vom Geist geleitet zu sein, von Gott behütet und es ist so schön!
Lobet den HERRN!

Mit freudigem schwesterlichen Gruß
Ulrike


Und passt euch nicht diesem Weltlauf an
Römer 12,1a

 

 

Q= hat jmd von euch die Zuordnung der Schlachter 2000 Referenzverse / je Vers ?
ich brauche ein File (e.g. *.txt) das ALLE Verse in etwa so gespeichert hat:

Gen 1:1 Neh 9:6, Ps 124:8, Jer 32:17, Joh 1:1-3
Gen 1:2 ...

A=

ist aber sehr selten gebraucht – ob das sonst noch je einen interessiert?
Also: einfach im Menue: 
Tools-Importin/Exportin Information
→  Export Database
→ im Fenster Bibelversion auswählen und Range (von wo bis wo) und wenn man die Randnotizen will:
„Export notes and cross referneces“ anhaken. Dann bekommt man nach „ok“ ein Rtf-File.

Was ich nicht weiß, ist, wie man die anderen Querverweise exportieren kann.
Da gibt es in BW ja einige (rechtes Fenster) unter X-Refs schauen. Wenn das so nicht reicht, schaue ich, ob wie das geht.

Bis dann!

 

 
   

 

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Josua  WJO mp3

Vor meinen Kommentaren habe ich (FG) = Fritz Goerling gesetzt.

 

Moderne Bibelübersetzungen unter der Lupe

Von der „Guten Nachricht“ bis zur „Volxbibel“

 

Rudolf Ebertshäuser

 

 

Einleitung

Bibelübersetzungen „in heutigem Deutsch“ –eine Hilfe zum Verständnis von Gottes Wort?

 

In den letzten Jahren gewinnen die modernen Bibelübersetzungen in heutiger Sprache immer mehr an Einfluss auf dem christlichen Buchmarkt, aber auch im Leben christlicher Gemeinden. Zuerst war es die „Gute Nachricht“ (abgekürzt GN), später kam die „Hoffnung für alle“ (HFA) hinzu; inzwischen sind mit „Neues Leben“(NL), „Neue Genfer Übersetzung“ (NGÜ) und „Neue Evangelistische Übertragung“ (NEÜ) drei weitere solche Übersetzungen herausgekommen, dazu kommt noch die „Volxbibel“ im gotteslästerlichen Jugendslang sowie die feministische „Bibel in gerechter Sprache“, die ebenfalls zu den modernen freien Übertragungen gerechnet werden müssen.

 

(FG)

 

    Diese Übersetzungen/Übertragungen sollte Rudolf Ebertshäuser (fortan mit E. abgekürzt) nicht alle

    über einen Kamm scheren.

 

Diese Bibelausgaben werden zumeist mit dem Argument empfohlen, dass sie auch für jüngere Leser und allgemein für den „Menschen von heute“ besser verständlich seien als die herkömmlichen Übersetzungen wie Luther, Elberfelder oder Schlachter. Sie werden als „urtextnah“ bezeichnet, als zuverlässige Wiedergaben des biblischen Textes in den Ursprachen. Ja, sie treten sogar mit dem Anspruch auf, den Inhalt der Bibelbesser wiederzugeben als die klassischen wortgetreuen Übersetzungen.

 

(FG)

 

   Die Übersetzungen, die sinngemäß/sinngetreu übersetzen geben halt den Inhalt der Bibel

   genauer wider.

 

Die modernen Bibelübersetzungen haben vor allem bei jüngeren Christen Anklang gefunden. Sie werden manchmal ergänzend zu den wortgetreuen Übersetzungen gelesen,

 

(FG)

 

    Das ist eine gute Praxis.

 

 aber es gibt immer mehr Gläubige, die fast nur noch solche Bibeln lesen.

 

(FG)

 

    Das ist nicht zu empfehlen.

 

Auch in Gottesdiensten und Wortverkündigungen evangelikaler Gemeinden, in christlichen Zeitschriften oder Traktaten werden solche Übersetzungen zunehmend verwendet.

 

Ist diese Entwicklung positiv und gesund? Können solche Bibeln für gläubige Christen empfohlen werden,

oder üben sie einen unguten Einfluß auf das Glaubensleben aus? Eignen sie sich tatsächlich ideal für Kinder-

und Jugendarbeit und Evangelisation, wie es oft behauptet wird? Sind sie zumindest eine empfehlenswerte

Ergänzung zu den herkömmlichen Bibeln?

 

 

In dieser Schrift möchte der Verfasser eine geistliche Beurteilung dieser modernen Bibelübersetzungen aus

biblischer Sicht geben, d.h. ausgehend von dem, was die Bibel über sich selbst und über den Umgang mit

ihr sagt. Wenn geschrieben steht: „Prüft alles, das Gute behaltet“ (1Th 5,21), dann muß das gerade auch

für die Bibelübersetzungen gelten, die ein gläubiger Christ benutzt.

 

 

Der Verfasser selbst hat über sieben Jahre an der Bearbeitung der Schlachter-Bibelübersetzung mitgewirkt,

die inzwischen als Schlachter-Bibel Version 2000 erschienen ist, und hatte in dieser Zeit Gelegenheit, sich

ausgiebig mit der Frage zu beschäftigen, wie die Heilige Schrift unter geistlichen Gesichtspunkten übersetzt

werden sollte.

 

(FG)

 

    Dann wissen wir wenigstens aus welcher Richtung er kommt und welche Meinungen er vertritt.

 

In seinem Universitätsstudium der Germanistik und Anglistik wie auch in seiner Arbeit als

Verlagslektor hatte er sich zuvor schon mit dem Thema „Übersetzung von Texten“ auseinandergesetzt und

auch praktische Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt. Eine ausführlichere Darstellung dieses Themas

mit Quellennachweisen findet der Leser in dem Buch Gottes Wort oder Menschenwort? Moderne Bibelübersetzungen unter der Lupe. Augustdorf (Betanien Verlag) 2006, vom selben Verfasser.

 

 

 

A. Die Heilige Schrift – vom Urtext zu den Bibelübersetzungen

 

  1. Die Bedeutung der Heiligen Schrift für uns Gläubige

 

Wenn wir das Thema „Bibelübersetzungen“ behandeln, dann sollten wir uns als erstes noch einmal vor Augen führen, wie entscheidend wichtig die Bibel, die Heilige Schrift, eigentlich für uns gläubige Christen ist. Heutzutage sind viele Gläubige in Gefahr, die Heiligkeit und Herrlichkeit des Wortes Gottes gering zuschätzen und menschlich-oberflächlich von der Bibel zu denken. Wir sind uns viel zu wenig dessen bewusst, welch ein Wunder die Bibel in Wahrheit ist und was für einen kostbaren Schatz sie für jedes Kind Gottes darstellt.

 

Wir sollten mit Ehrfurcht und großer Hochachtung von der Heiligen Schrift denken und reden. Wir sollten sie ganz besonders lieben, denn sie ist die Botschaft unseres Gottes an uns Menschen, ohne die wir keine Rettung, kein Leben empfangen könnten und unser Leben als Gläubige auch nicht richtig führen könnten. Das wird uns in den wunderbaren Aussagen des 19. und des 119. Psalms ganz besonders nahe gebracht. Wenn dort vom „Gesetz“ oder der Weisung (hebr. thorah) des HERRN die Rede ist, so gilt das sinngemäß für die ganze Heilige Schrift, die für uns göttliches Gesetz, Weisung und Lehre des Herrn, unseres Gottes ist:

 

 

„8 Das Gesetz des HERRN ist vollkommen, es erquickt die Seele; das Zeugnis des HERRN ist zuverlässig, es macht die Unverständigen weise.

9 Die Befehle des HERRN sind richtig, sie erfreuen das Herz; das Gebot des HERRN ist lauter, es erleuchtet die Augen.

10 Die Furcht des HERRN ist rein, sie bleibt in Ewigkeit; die Bestimmungen des HERRN sind Wahrheit, sie sind allesamt gerecht.

11 Sie sind begehrenswerter als Gold und viel Feingold, süßer als Honig und Honigseim.

12 Auch dein Knecht wird durch sie belehrt, und wer sie befolgt, empfängt reichen Lohn.“ (Psalm 19)

„18 Öffne mir die Augen, damit ich sehe die Wunder in deinem Gesetz! (…)

89 Auf ewig, o HERR, steht dein Wort fest in den Himmeln; (…)

97 Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Ich sinne darüber nach den ganzen Tag. (…)

111 Deine Zeugnisse sind mein ewiges Erbe, denn sie sind die Wonne meines Herzens. (…)

120 Mein Fleisch schaudert aus Furcht vor dir, und ich habe Ehrfurcht vor deinen Bestimmungen! (…)

129 Wunderbar sind deine Zeugnisse; darum bewahrt sie meine Seele. (…)

140 Dein Wort ist wohl geläutert, und dein Knecht hat es lieb.“ (Psalm 119)

 

a)     Die Bibel ist Gottes inspiriertes Offenbarungswort

 

Ohne Gottes Wort wären wir Menschen ganz in der Finsternis und wüssten nichts Zuverlässiges über den lebendigen Gott und Sein Heil. Die Bibel ist so herrlich und kostbar, so wunderbar und vollkommen, weil sie die Selbstoffenbarung des unsichtbaren, ewigen, heiligen Gottes ist, der Himmel und Erde geschaffen hat. Durch die Heilige Schrift redet der lebendige Gott zu sterblichen Menschengeschöpfen; die Bibel ist Gottes Wort, nicht Menschenwort.

 

 

Gott gebrauchte zwar Menschen, um Sein Wort für uns niederschreiben zu lassen, aber was sie schrieben, war dennoch kein normales Menschenwort, sondern es waren die von Gottes Geist gegebenen Worte Gottes selbst. So bezeugt es uns die Heilige Schrift selbst in 2Pt 1,19-21:

 

 

„Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, daß keine Weissagung der Schrift von eigenmächtiger

Deutung ist. Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht,

sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet.“

 

 

In 2Tim 3,16 heißt es: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben“ (gr. theopneustos = „gottgehaucht“, von Gott durch Seinen Geist gewirkt, „inspiriert“). So bezeugt es David, der Prophet und Schreiber der meisten Psalmen:

„Der Geist des HERRN hat durch mich geredet, und sein Wort war auf meiner Zunge“ (2Sam

23,2). So bezeugt es auch Paulus: „und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind“ (1Kor 2,13). So ist es ein Kennzeichen für alle wahren Gläubigen, was Paulus über die Thessalonicher schreibt: „daß ihr, als ihr das von uns verkündigte Wort Gottes empfangen habt, es nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das auch wirkt in euch, die ihr gläubig seid“ (1Th 2,13).

 

 

Glauben wir das wirklich von Herzen? Unser aufrichtiger und uneingeschränkter Glaube an die Inspiration der Schrift gehört zum innersten Kern unseres Glaubenslebens. Ob wir wirklich die Bibel als das irrtumslose, vollkommene Offenbarungswort Gottes anerkennen oder nicht, ob wir uns ehrfürchtig vor diesem Wort beugen oder es kritisch-überheblich und eigenwillig in Frage stellen – daran entscheidet sich unser ganzes geistliches Leben. Das hat Konsequenzen bis in die Ewigkeit!

 

b) Die Bibel ist das Wort des Lebens

 

Das Wort Gottes ist nichts Totes, Lebloses, Antiquiertes, kein „toter Buchstabe“, sondern es ist „lebendig  und kräftig“ (Hebr 4,12 - Luther); es ist „Geist und Leben“ (Joh 6,63); was wir in der Bibel lesen dürfen, sind „Worte des ewigen Lebens“ (Joh 6,68-69). Das von Gott selbst eingegebene Wort ist nach Gottes Ratschluss das entscheidende Mittel, um sündige, verfinsterte, verlorene Menschen zu erretten und zur Wiedergeburt, zum ewigen Leben zu führen: „Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort“ (Röm 10,17).

 

Petrus bezeugt auch uns: „Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt“ (1Pt 1,23-25; vgl. Jak1,18). Das in der Bibel geoffenbarte Wort von Christus ist „Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt“ (Röm 1,16; vgl. 1Kor 1,18). Nur das Wort Gottes in der von Gott gegebenen Form, in den Worten, die vom Geist Gottes eingegeben wurden, hat diese lebensschaffende Kraft. Diese Eigenschaft ist bloßen Menschenworten nicht eigen. Wenn Menschen in ihren eigenen Worten über Gott reden, dann ist das ein relatives, begrenztes, fehlbares Reden. Wenn Gott sich selbst in Seinem Wort offenbart, dann hat dieses Wort göttliche Kraft, und allein dieses kraftvolle Gotteswort schafft neues Leben.

 

 

Ist die Bibel auch für uns persönlich das Wort des Lebens? Lieben wir das Wort Gottes? Nehmen wir uns täglich Zeit, darüber nachzusinnen, darin zu forschen?

 

c) Die Bibel ist die verbindliche Leitlinie für Leben und Dienst der Gläubigen

 

Die Bibel als das geoffenbarte Wort Gottes ist auch die oberste, einzig und völlig verbindliche Leitlinie für das Denken und Handeln jedes wahren Gläubigen. Auch das verleiht ihr ein ganz besonderes Gewicht, eine überragende Bedeutung.

 

Die Bibel ist das vollkommene Lehrbuch für den Gläubigen, durch das der lebendige Gott und der Herr Jesus Christus, unser großer Meister, uns unterweist und belehrt, wie wir als Kinder Gottes leben sollen.

 

„Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet

sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet“ (2Tim 3,16-17; vgl. Röm 15,4; 1Tim 4,6; Tit 1,9)

 

Bei einem Lehrbuch kommt es auf jedes Wort an, auf jede Feinheit der Bedeutung, auf die genaue Wiedergabe der Gedanken, auf den exakten Sinn, den der göttliche Lehrer für uns Menschen in die Worte hineingelegt hat, die Er niederschreiben ließ.

 

Gott hat uns Sein Wort geoffenbart, damit wir es im Glauben annehmen und im Gehorsam ausleben! (Vgl. auch Röm 1,5.) „Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer“, sagt uns Jakobus (Jak 1,22). Hier dürfen wir uns an die Worte unseres Herrn Jesus Christus erinnern: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“ (Joh 8,31-32). „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer mich nicht liebt, der befolgt meine Worte nicht.“ (Joh 14,23-24; vgl. Mt 7,24-25; Joh 14,21).

 

Das Wort Gottes ist die Richtschnur für jeden geistlichen Dienst für den Herrn, für alle Bereiche des Lebens einer neutestamentlichen Gemeinde. Dies ersehen wir u.a. aus dem Vorbild der Jerusalemer Gemeinde, die beständig in der Lehre der Apostel blieb (Apg 2,42). Der Apostel Paulus zeigt uns das in seinem 1. Brief an die Korinther, wo er schreibt: „Ich lobe euch, Brüder, dass ihr in allem an mich gedenkt und an den Überlieferungen festhaltet, so wie ich sie euch übergeben habe“ (1Kor 11,2). Später betont er: „Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe“ (1Kor 11,23) und zeigt die Verbindlichkeit seiner Anweisungen für alle Gemeinden in 1Kor 14,37: „Wenn jemand glaubt, ein Prophet zu sein oder geistlich, der erkenne, dass die Dinge, die ich euch schreibe, Gebote des Herrn sind.“

 

Auch hier gilt wieder: Wenn es Gottes Wille ist, dass wir die Lehre und die Gebote der Apostelbriefe genau und verbindlich einhalten und in unserem Dienst und Gemeindeleben umsetzen, dann ist es dazu unerlässlich, dass wir eine zuverlässige, genaue Übersetzung dieser inspirierten Anweisungen in Händen haben, eine Übersetzung, die uns den genauen Sinn und auch feine Einzelheiten des göttlichen Gebotes erkennen lässt.

 

Ist das so in unserem Leben? Lassen wir uns von dem Wort Gottes leiten, bestimmen, auch korrigieren? Oder schieben wir es beiseite, wenn es uns Dinge sagt, die uns nicht gefallen? Leben wir im Glaubensgehorsam? Streben wir – bei allem Versagen und allem Mangel – aufrichtig danach, die Gebote unseres Herrn und Meisters zu befolgen? Nehmen wir es genau mit Gottes Anweisungen, oder genügt es uns, sie nur so obenhin und ungefähr zu befolgen?

 

d) Gottes Auftrag an uns, das Wort der Schrift zu bewahren

 

Das Wort Gottes ist uns Gläubigen als ein überaus kostbarer Schatz anvertraut worden, damit wir es bewahren. Davon schreibt der gefangene Apostel Paulus an Timotheus:

 

„Denn ich weiß, an wen ich glaube, und ich bin überzeugt, dass er mächtig ist, das mir anvertraute Gut zu bewahren bis zu jenem Tag. Halte dich an das Muster der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus ist! Dieses edle, anvertraute Gut bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt!“ (2Tim 1,12-14)

 

Die Worte Gottes, die der Apostel Paulus an Timotheus und die anderen Gläubigen weitergab, waren ihm von Gott anvertraut worden, und der Apostel äußert hier die von Gott selbst eingegebene Gewissheit, dass Gott auch über den Tod des Paulus hinaus Sein Wort bewahren würde. Zugleich wendet Paulus sich an Timotheus und die Gläubigen der nachfolgenden Generationen und beauftragt sie von Gott, dieses anvertraute, kostbare Wort Gottes weiter zu bewahren in der Kraft des Heiligen Geistes.

 

Dieses Gebot, Gottes Wort zu bewahren, finden wir im AT wie im NT ausgesprochen, z.B. in 5Mo 13,1: „Das ganze Wort, das ich euch gebiete, das sollt ihr bewahren, um es zu tun; du sollst nichts zu ihm hinzufügen und nichts von ihm wegnehmen!“ (vgl. auch 5Mo 26,16; 29,8; Ps 119,34.106.129), und: „Ich gebiete dir vor Gott, der alles lebendig macht, und vor Christus Jesus, (...) dass du das Gebot unbefleckt und untadelig bewahrst bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus (...)“ (1Tim 6, 13-14; vgl. 1Tim 6, 20; Offb 3,8; 22,7). Wir finden dasselbe Wort auch in Mt 28,20: „und lehrt sie alles halten [od. bewahren], was ich euch befohlen habe“.

 

„Bewahren“ bedeutet:

 

** Wir sollen über dem Wort Gottes wachen und jeden Angriff gegen dieses Wort zurückweisen, jede Verfälschung, jedes Hinzufügen zum inspirierten Wort oder Wegtun davon.

 

** Wir sollen das Wort Gottes uns selbst einprägen, mit ihm ständig Umgang haben und es reichlich in uns wohnen lassen.

 

** Wir sollen das Wort Gottes befolgen, an ihm festhalten und es im Gehorsam in die Tat umsetzen.

 

** Wir sollen das Wort Gottes durch Lehre und Verkündigung weitergeben, an die Ungläubigen wie auch an die Gläubigen, besonders an die jüngere Generation.

 

 

Hierin sollte uns das Wort des erhöhten Herrn an die Gemeinde von Philadelphia leiten und ermutigen: ... du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet“

(Offb 3,8).

 

Gott hat in gewissem Sinn Sein Wort uns, Seiner Gemeinde, anvertraut, damit wir es bewahren. Haben wir uns über diese herausfordernde Aufgabe schon einmal Gedanken gemacht? Wie wichtig ist uns unsere Bibel? Bewahren wir Sein Wort?

 

  1. Zur Geschichte und Bedeutung der Bibelübersetzungen

 

Gott hat Sein Wort ursprünglich in den Sprachen Hebräisch (wenige Abschnitte auch Aramäisch) für das AT und Griechisch für das NT niederschreiben lassen. Das Hebräische war die Sprache des Volkes Israel, des Volkes des Alten Bundes. Das Griechische war die Weltsprache des damaligen Römischen Reiches. Aber Gott wollte, dass Sein Wort in allen Sprachen der Welt verbreitet wird. Die Aufgabe, das Wort Gottes in die Sprachen der Völker zu übersetzen, ergibt sich folgerichtig aus dem Auftrag des Herrn, das Evangelium in aller Welt zu verkündigen, und gehört eigentlich auch mit in den Auftrag, das Wort zu bewahren.

 

Spätestens im 2. Jh. entstanden erste Übersetzungen der Bibel in andere Sprachen. Zu den frühesten uns bekannten Übersetzungen zählt die syrisch-aramäische und die altlateinische. Überall, wo das Evangelium zu den Völkern außerhalb des griechischen Sprachraums hingetragen wurde, entstand auch eine Bibelübersetzung. Wir kennen u.a. alte Übersetzungen ins Koptische, Äthiopische, Armenische, Georgische, Persische, Gotische und Arabische.

 

Die Entartung der nachapostolischen Gemeinde zur katholischen Kirche behinderte die Übersetzung der Bibel für einige Zeit beträchtlich, denn nach der verdorbenen Lehre der Kirche sollte das einfache Volk die Bibel nicht lesen. Nur die lateinische „Vulgata“ galt als rechte Bibel; Übersetzungen in die Volkssprache waren z. T. verboten. Doch überall, wo der Geist Gottes Bekehrungen und Erweckung schenken konnte, wie z.B. bei den Waldensern, Hussiten und Lollarden (Wycliff), da gab es auch Bibelübersetzungen in die Volkssprachen.

 

Mit der Reformation gab es einen bedeutenden neuen Durchbruch des Evangeliums, und ganz folgerichtig kam es zu einem großen Aufschwung für die Übersetzung der Bibel. Den Anfang der reformatorischen Bibelübersetzungen durfte Martin Luther machen. Sein Neues Testament in Deutsch erschien 1522. In den folgenden Jahren erschienen Bibelübersetzungen wie die Zürcher Bibel, die französische Olivetan-Bibel, die englische Tyndale-Übersetzung, aus der die King-James-Bibel entstand, die niederländische Statenvertaling, die italienische Diodati-Bibel, die spanische Reina-Valera-Übersetzung und viele andere mehr. Auch unsere heutigen deutschsprachigen Bibeln sind Übersetzungen aus den Ursprachen in unsere Sprache, die letztlich auf die bahnbrechende Übersetzung Martin Luthers in der Reformationszeit zurückgehen.


 

3.     Welche Eigenschaften sollte eine gute Bibelübersetzung für die gläubige Gemeinde haben?

 

Viele von uns wissen sicherlich, dass eine Übersetzung aus einer Sprache in eine andere nicht immer ganz einfach ist, weil die Sprachen z.T. recht unterschiedlich aufgebaut sind. Manche haben in der Schule diese Erfahrung bei Übersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche und umgekehrt gemacht; das gilt aber noch mehr für Sprachen, die weiter auseinander liegen. Es gibt Übersetzungen, die Inhalt und Sinn des Originals sehr treffend und genau wiedergeben; andere dagegen entfernen sich weit vom Original oder geben das Original sogar falsch wieder.

 

Aus diesem Grund ist es für die gläubige Gemeinde nicht gleichgültig, welche Bibelübersetzungen in der Verkündigung und im privaten Bibellesen benutzt werden. Vielmehr gehört es zu dem Auftrag des Herrn, Sein Wort zu bewahren, dass die Gemeinde, vor allem die Hirten und Lehrer in der Gemeinde, die Bibelausgaben, die den Gläubigen angeboten werden, auf ihre Qualität hin prüfen. Eine geistlich mangelhafte Bibelübersetzung wirkt sich schädigend auf unser ganzes geistliches Leben aus, so wie ein falsches, ungenaues Metermaß, das wir beim Hausbau verwenden, dazu führt, dass alle Maße des Hauses durcheinander kommen und Schäden entstehen.

 

Deshalb wollen wir uns jetzt mit der Frage beschäftigen: Welche Eigenschaften sollte eine zuverlässige, für die gläubige Gemeinde brauchbare Bibelübersetzung aufweisen? Dabei wollen wir uns an den Aussagen der Bibel selbst orientieren und nicht an menschlichen Gedanken. Die Bibel ist solch ein Wunderwerk, dass sie uns auch grundlegende Maßstäbe zur Prüfung einer Bibelübersetzung an die Hand gibt.

 

a) Eine zuverlässige Übersetzung muss auf dem von Gott bewahrten und bestätigten Grundtext des AT und NT beruhen

 

Die erste und grundlegende Anforderung an eine zuverlässige Bibelübersetzung wird heute nur von wenigen Gläubigen beachtet. Jede Übersetzung fußt ja auf einer Textvorlage, und die Übersetzung kann nur so gut und zuverlässig sein wie der ihr zugrunde liegende Originaltext (auch Grundtext genannt). Der Grundtext der Bibel ist der hebräische Text des Alten Testaments (AT) und der griechische Text des Neuen Testaments (NT).

 

Es ist sehr wichtig, dass einer zuverlässigen Bibel auch der durch Gottes Vorsehung bewahrte und zuverlässig überlieferte Text des AT und NT zugrunde liegt (vgl. Ps 12,8), und nicht irgendwelche Texte, die unter dem Einfluss ungläubiger Textforscher und Theologen eigenmächtig abgeändert und verstümmelt wurden (5Mo 13,1!).

 

Seit der Reformation wurde in allen bibeltreuen Bibeln der von den jüdischen Priestern und Gelehrten zuverlässig überlieferte Masoretische Text (MT) des AT zur Grundlage gemacht (vgl. Röm 3,2). Unter dem Einfluss von Aufklärung und Bibelkritik begannen jedoch Theologen und Gelehrte im 19. und 20. Jh., diesen Text in Frage zu stellen und an vielen Stellen durch den Wortlaut alter Übersetzungen (Septuaginta, Vulgata) bzw. anderer Quellen zu ersetzen (Samaritanischer Pentateuch, Targume, Qumran-Handschriften). Ja, sie schreckten nicht davor zurück, an einigen Stellen völlig willkürlich den Text nach eigenen Vermutungen abzuändern, ohne Rückhalt in der Textüberlieferung.

 

Heute geben viele moderne Bibelübersetzungen an zahlreichen Stellen nicht den bewährten Masoretischen Text wieder, sondern unzuverlässige alte Übersetzungen oder sogar eigene Textvermutungen. Dazu gehören GN und HFA, aber auch die „Ökumenische Einheitsübersetzung“, die „Zürcher Bibel“ von 1931, die „revidierte Elberfelder“ u.a. In der „revidierten Elberfelder Übersetzung“ wurden die meisten solchen Eingriffe durch Fußnoten dokumentiert; dort hat der Verfasser 885 eigenmächtige Abweichungen vom Masoretischen Text im ganzen AT gezählt.

 

Im NT ist seit der Reformation die überlieferte und von Gott bestätigte Textgrundlage der Textus Receptus gewesen, der im wesentlichen auf dem Zeugnis der großen Mehrheit aller griechischen Handschriften (dem „byzantinischen Mehrheitstext“) beruht. Der Textus Receptus liegt allen großen und gesegneten Bibelübersetzungen seit dem 16. Jahrhundert zugrunde, z.B. der Luther- und der Zürcher Bibel, der King-James-Bibel, der italienischen Diodati, der französischen Bibel von Ostervald und vielen anderen.

 

(FG)

 

    Den wenigen Übersetzungen, die E. als „gesegnet“ anführt – und das waren sie auch, da hat er

    recht – stehen die weit überwiegende Anzahl von Übersetzungen ins Deutsche und in andere  

    Sprachen gegenüber, die auch gesegnet waren und sind. Viele werden von E. abgetan, wie es

    weiter unten in diesem Schriftstück zu sehen ist.

 

Auch im griechischen NT wurde unter dem Einfluss von Aufklärung und Bibelkritik der überlieferte Wortlaut in Frage gestellt und an zahlreichen Stellen verkürzt und verändert. Das Endergebnis ist der heutige „Nestle- Aland“-Text des NT, der von einem ökumenischen Gremium bibelkritischer Wissenschaftler (unter ihnen ein Vertreter des Vatikan) per Mehrheitsbeschluss festgelegt wird. 

 

(FG)

 

   Nu mal halb lang. E. verteidigt ja den Textus Receptus agressiv mit unhaltbaren Rundumschlägen

   gegen den wissenschaftlichen Text des Neuen Testaments von Nestlé-Aland. Dieser ist übrigens die

   Textgrundlage, von der aus alle großen Bibelübersetzungsgesellschaften weltweit übersetzen.

 

   Einen Link mit der Gegenüberstellung von Textus Receptus und Nestlé-Aland habe ich Euch

   soeben geschickt. Da sieht man, wie und wo E. schiefliegt.

 

Zu den bekanntesten abgeänderten Stellen gehören 1Tim 3,16, 2Kor 5,17, Röm 1,16, Joh 6,69, Joh 7,8, Joh 9,35 und 1Kor 7,3. Die Streichung von überlieferten Gottesworten ergäbe eine sehr lange Liste; es seien nur kurz einige wichtige Stellen genannt: Eph 3,9; Phil 4,13, Gal 4,7; Mt 6,13; Mt 18,11; Mk 2,17; Mk 10,21; Mk 15,28; Lk 4,18; Lk 9,56; Joh 6,47; Apg 8,37; 1Kor 5,7; Kol 1,14; 1Tim 6,5; 1Joh 4,19. All das läßt sich nachprüfen, wenn man eine nach dem Textus Receptus übersetzte Bibel wie etwa Schlachter 2000 oder Luther 1912/1545 mit einer auf textkritischer Grundlage beruhenden Bibel wie etwa der Luther 1984 oder der Revidierten Elberfelder vergleicht.

 

Die „ältesten“ und angeblich zuverlässigsten Textzeugen, auf die sich die moderne Textkritik bei diesen Änderungen beruft, sind einige wenige Handschriften aus Oberägypten, die von der dort herrschenden Irrlehre der Gnosis beeinflusst wurden und deshalb besonders solche Stellen veränderten, wo es um die Gottheit, die Sohnschaft und Herrlichkeit Jesus Christi ging.

 

(FG)

 

    Das muß E. erstmal bewiesen.

 

Alle diese Zusammenhänge können in dieser Broschüre nur kurz gestreift werden; zur weiteren Orientierung werden die Schriften Dreihundert wichtige Veränderungen im Text des NT. Ein Vergleich zwischen Textus-Receptus-Bibeln und textkritischen Bibeln sowie Der zuverlässige Text des Neuen Testaments. Der Textus Receptus und die Veränderungen in den modernen Bibeln vom selben Verfasserempfohlen (siehe Umschlaginnenseite hinten).

 

b) Eine zuverlässige Übersetzung muss die von Gott inspirierten Grundtextworte getreu wiedergeben

 

Das ist die allerwichtigste Eigenschaft, die wir brauchen: Eine Bibelübersetzung für die gläubige Gemeinde muss grundsätzlich wortgetreu sein. Sie muss die von Gott gegebenen Worte des Hebräischen und Griechischen genau und zuverlässig wiedergeben. Sie darf vom Originaltext nichts wegnehmen und nichts hinzufügen.

 

Das ergibt sich aus der Lehre der Verbalinspiration (= wörtlichen Eingebung der Schrift durch Gott), wie sie uns die Bibel selbst offenbart: Gott hat einzelne Worte gegeben, Worte von unendlicher Bedeutung, von unschätzbarem Gewicht. Gottes Botschaft beruht auf konkreten, bestimmten, überlieferten Worten in Hebräisch und Griechisch. Gott hat nicht nur Gedanken hinterlassen, die beliebig umformuliert werden könnten, sondern klare, konkrete, einzeln bedachte und gewichtete Worte, „Worte des ewigen Lebens“ (Joh 6,68).

 

Ein Bibelstudium zu dem Begriff „Wort / Worte“ zeigt, dass es Gott in der Schrift auf den genauen Wortlaut Seiner Botschaft ankam, den die Propheten exakt weitergeben sollten und von denen sie weder etwas wegtun durften, noch etwas hinzufügen (vgl. u.a. 2Mo 34,27; 5Mo 4,2; Jos 8,35; Ps 12,7-8; Jer 26,2; Jer 36,1- 19; Mt 4,4). Diese Grundhaltung der Ehrfurcht vor dem gegebenen Wort des lebendigen Gottes muss auch alles geistlich verantwortliche Bibelübersetzen bestimmen.

 

Die geistliche Forderung an eine gute Übersetzung muss also sein, dass die Worte des Originals so genau und getreu wie möglich wiedergegeben werden, dass jedes inspirierte Grundtextwort angemessen wiedergegeben wird, ohne Sinnverfälschung und eigenmächtige Hinzufügungen oder Weglassungen. Ein sinngemäßes Übersetzen darf nur dort gewählt werden, wo die wörtliche Übersetzung das Verständnis wirklich stark erschweren oder unmöglich machen würde, und auch das sinngemäße Übersetzen muss so nahe wie möglich am Urtext und den vorgegebenen Worten bleiben. Nötigenfalls sollten zusätzliche Informationen über den Originaltext in Anmerkungen bereitgestellt werden.

 

Nur so kann eine Bibelübersetzung wirklich zur Belehrung, Erbauung und Anleitung der Gläubigen dienen. Nur so kann sich die göttliche Kraft und der Segen des inspirierten Wortes der Heiligen Schrift wirklich entfalten. Ohne Wortgebundenheit und Worttreue bringt uns eine Bibelübersetzung keinen geistlichen Nutzen und richtet im Gegenteil Schaden an.

 

c) Eine gute wortgetreue Übersetzung sollte möglichst klar verständlich und in einem angemessenen Deutsch geschrieben sein

 

Das Wort Gottes kann nur dann seine belebende, erbauende Kraft entfalten, wenn es das Verständnis des Lesers auch erreicht und ihm nicht völlig unverständlich bleibt. Es ist daher auch von Bedeutung, dass der geistliche Gehalt und die göttlichen Wahrheiten der Heiligen Schrift dem deutschen Leser in einer Sprache weiter gegeben werden, die er verstehen kann und die keine unnötigen Missverständnisse und Verständnisschwierigkeiten bietet.

 

Dazu ist es keinesfalls nötig, dass die Übersetzung in der so genannten „Gegenwartssprache“ abgefasst wird. Im Gegenteil sehen wir schon am griechischen Sprachgebrauch des Neuen Testaments, dass es zwar im „Koine“- Griechisch, der damals üblichen Umgangssprache der griechisch sprechenden Welt abgefasst ist, aber es ist durchsetzt mit geistlich bedeutungsvollen Sonderwörtern (z.T. in Anlehnung ans Hebräische), die überhaupt nicht dem populären Sprachgebrauch folgen und auch dem Durchschnittsgriechen der damaligen Zeit nicht ohne weiteres verständlich waren.

 

Es ist auch wichtig, dass eine geistliche, bibeltreue Übersetzung bewusst an den von der Reformationszeit her vorgegebenen geistlichen Wortschatz der traditionellen Bibelübersetzungen anknüpft und sich nicht anmaßt, eine völlig neue Bibelsprache zu entwerfen.

 

(FG)

 

    Welche neuere deutsche Bibelübersetzung entwirft eine völlig neue Bibelsprache ?

 

Bestimmte Grundbegriffe wie „Glaube“, „Rechtfertigung“, „Heiligung“ gehören zum geistlichen Verständnis der gläubigen Christenheit deutscher Sprache dazu, und sie sollten bewusst respektiert werden.

 

(FG)

 

     Das werden sie ja in den meisten modernen Bibelübersetzungen ins Deutsche.

     Wenn E. damit die Volx-Bibel und die „Bibel in gerechter Sprache“ meint, hat er natürlich

     recht.Aber E. hat die Neigung, alle modernen deutschen Bibelübersetzungen, die nicht

     der Schlachter-Bibel entsprechen, an der er mitgearbeitet hat, in einen Topf zu werfen und

     zu verunglimpfen.

 

Sie sind Grundelemente der bibelgegründeten Lehre, die die gläubige Gemeinde gerade heute dringend braucht. Auch manche Begriffe, die erklärungsbedürftig sind, wie das Wort „Buße“, sollte man lieber in der Fußnote erklären und im Text beibehalten.

 

Anders sieht es z.B. mit bestimmten althergebrachten Begriffen aus, die irreführend sind und geistlichen Missverständnissen Vorschub leisten. Das kann man z.B. dort sagen, wo in der alten Luther-Bibel an bestimmten Stellen für „gerettet werden“ „selig werden“ und für „Rettung“ „Seligkeit“ steht. Diese Übersetzung verdunkelt, worum es wirklich geht. Ähnliches gilt für den Begriff „Gottseligkeit“, der eine vage Vorstellung von glückseligen Gefühlen in der Gemeinschaft mit Gott vermittelt, während das griechische eu-sebeia die Bedeutung „rechte Gottesverehrung / Gottesfurcht“ hat.

 

Das Trachten nach Verständlichkeit einer Bibelübersetzung muss immer den Grundsatz der Wortgetreue beachten und sich ihm unterordnen.

 

(FG)

 

    Wie kann er das behaupten ? Damit gibt er ja zu erkennen, daß er wörtliche konkordante

    Übersetzung vorzieht.

 

Es muss auch klar sein, dass das wahre Verstehen des Wortes Gottes ein geistlicher Vorgang ist und durch den Geist Gottes bewirkt wird, der das getreu übersetzte Wort dem Lesenden aufschließt und ihn erleuchtet. Die Beschäftigung mit der Bibel erfordert immer das Wirken des Geistes Gottes. Dieses Geisteswirken darf nicht, wie es heute geschieht, durch die ausdeutenden und vereinfachenden Vermittlungsbemühungen menschlicher Übersetzer ersetzt werden.

 

d) Eine zuverlässige Übersetzung sollte allen geistlichen Bedürfnissen des Gläubigen genügen und nicht nur bestimmten Spezialbedürfnissen

 

 

** Sie sollte für die Lehre (2Tim 1,13; 2,15; 1Tim 4,13-16) und das systematische Studium der Schrift (Apg 17,11 – Beröa!) geeignet sein. Das bedeutet: Wortgetreue Übersetzung; ausreichende Einheitlichkeit [Konkordanz] und Genauigkeit in der Wiedergabe der Schlüsselbegriffe und Formulierungen.

 

(FG)

 

    Ich frage mich, wie gut E. die Ursprachen kennt. Z.B. das griechische Wort charis hat

    7 bis 8 Bedeutungen im Griechischen. Das kann man nicht immer konkordant (d.h. auf

    dieselbe Weise) übersetzen. Man muß seinen Sinn im Kontext erfassen und dementsprechend

    übersetzen. Das erfordert saubere Exegese ! Ich bezweifle, ob E. das in seiner Übersetzung

    geleistet hat, wenn er wichtige Schlüsselbegriffe immer einheitlich übersetzt. Das ist eben

    nicht mehr eine genaue Übersetzung, wie er behauptet !

 

** Sie sollte aber auch für die Wortverkündigung (1Tim 4,13; 2Tim 4,1-2), das tägliche Bibellesen und die persönliche Andacht einsetzbar sein; dazu ist eine verständliche, klare, einprägsame Sprache nötig, die auch zum Herzen redet.

 

** Schließlich sollte sie auch für die Evangelisation unter Ungläubigen einsetzbar sein. Hierbei ist es von Vorteil (wenn auch nicht unbedingt nötig), dass die Übersetzung frei von heute un- oder missverständlichen Redewendungen ist und bestimmte Begriffe in Fußnoten erklärt werden.

 

Es ist geistlich falsch und gefährlich, wenn man die verschiedenen Einsatzbereiche einer Bibel im Gemeindeleben auseinander reißt und meint, man müsse für die Evangelisation, die Kinder- und Jugendarbeit und womöglich die persönliche Andacht moderne Übertragungen einsetzen, für die Verkündigung und Lehre aber (noch?) eine wortgetreue Übersetzung. Eine gute Übersetzung sollte, wie dies besonders bei der Lutherbibel auch der Fall war, für alle Bereiche einsetzbar sein.

 

(FG)

 

     Falsch. Was hat er z.B. gegen eine Kinderbibel ? Für verschiedene Empfänger und Zielgruppen

     gibt es doch richtigerweise unterschiedliche Übersetzungen (z.B. eine Bibel für Kinder oder eine

     interlineare Übersetzung für Theologen und Akademiker, die die Ursprachen kennen).

 

e) Eine zuverlässige Übersetzung sollte nur von wiedergeborenen, in der Lehre gesunden Gläubigen verfasst sein

 

Dieser Gesichtspunkt ist leider von den Gläubigen viel zu wenig beachtet worden. Die Mitwirkung ungläubiger, liberal-theologischer „Fachleute“ (Theologen, Übersetzungsexperten

 

  (FG)

 

   Welches Problem hat er mit Theologen ?

     Welches Problem hat er mit (Bibel)Übersetzungsexperten ? Wenn er so ein „Experte“

     in der Bibelübersetzung ist, mit welchem Recht qualifiziert er andere Übersetzungs-

     philosophien und –methoden ab ?

 

) bringt einen geistlich verderblichen Einfluss mit sich, wie 1Kor 2,14 klar zeigt (vgl. auch 2Kor 6,14-15).

 

Die meisten heutigen Revisionen (Überarbeitungen) von einstmals geistlich wertvollen Bibelübersetzungen sind leider unter der Leitung bzw. dem Einfluss ungläubiger moderner Theologen gemacht worden: Dies gilt besonders für die Lutherbibel (Revisionen 1956 und 1984) und die Zürcher Bibel (Revision 1931), aber auch in gewissem Ausmaß für die Revidierte Elberfelder Bibel (1985), wo die liberaltheologischen Tendenzen des Brockhaus-Verlages Spuren hinterlassen haben. Ein einfacher Prüfstein für solche liberal theologischen Verfälschungen der Schrift ist Jesaja 7,14, wo die liberalen Übersetzungen in der Regel „junge Frau“ statt „Jungfrau“ haben (Zürcher, Gute Nachricht im Text, Ökumenische Einheitsübersetzung und Revidierte Elberfelder in der Fußnote).

 

Eine bibeltreue Übersetzung muss auch auf der Grundlage der gesunden Lehre der Schrift erarbeitet werden. Bibelübersetzungen, die von Irrlehrern verfasst wurden bzw. von Irrlehren geprägt sind, müssen wir ablehnen und sollten sie nicht benutzen. Beispiele sind etwa die „Ökumenische Einheitsübersetzung“ und die „Jerusalemer Bibel“ (katholisch); „Gute Nachricht“ (liberaltheologisch-ökumenisch); „Dabhar“/Baader und „Konkordante“ (Allversöhnung); „Mülheimer NT“ (Pfingstbewegung); Albrecht (katholisch-apostolisch); „Neue Welt“ (Zeugen Jehovas).

 

(FG)

 

    Bei einigen dieser Übersetzungen/Übertragungen hat E. recht, bei anderen sollte er

    mit seinen pauschalen negativen Urteilen vorsichtig sein.

 

 

 

B. Die modernen „kommunikativen“ Bibelübertragungen aus bibeltreuer Sicht

 

  1. Die wachsende Zahl der modernen Übertragungen ins Deutsche

 

In den letzten Jahrzehnten hat die gläubige Gemeinde erlebt, wie immer mehr moderne, in der Gegenwartssprache gehaltene Übersetzungen auf den Markt kamen, die den Anspruch erheben, leicht verständlich und doch genau zu sein. Sie werden beworben als die „Bibeln für den Menschen von heute“. Diese Entwicklung ging (wie so vieles) von der englischsprachigen Christenheit, besonders von Amerika, aus. In Deutschland waren Vorläufer dieser modernen Wiedergaben die und die stark verfremdeten und verkürzten Texte des Liberaltheologen Jörg Zink (ab 1965).

 

** 1968 erschien „Das Neue Testament in heutigem Deutsch“ zum ersten Mal, angelehnt an das Vorbild der „Today’s English Version“; 1982 kam die überarbeitete Vollfassung „Die Bibel im heutigen Deutsch – Gute Nachricht“ heraus (abgekürzt: GN; Verlag: Deutsche Bibelgesellschaft, Katholisches Bibelwerk u.a.). Diese Bibel hatte eine deutlich liberaltheologische Prägung und war von vornherein ökumenisch ausgelegt (Mitarbeit katholischer Übersetzer; Abdruck der Apokryphen). Sie stieß bei gläubigen Christen zunächst auf ziemlichen Widerspruch, worauf einige der offenkundigen Anstöße geglättet wurden. Die GN wurde überarbeitet und etwas mehr an den Bibelwortlaut angepasst – offensichtlich war es den ökumenischen Herausgebern wichtig, auch evangelikale Leser für diese Übertragung zu gewinnen. 1997 erschien die Revision als „Gute Nachricht Bibel“. Die GN ist aufgrund ihrer offiziellen Zulassung für den Gebrauch in den evangelischen Kirchen die einflussreichste und wahrscheinlich auch am weitesten verbreitete moderne Übersetzung.

 

(FG)

 

    Die GN hat große Stärken in punkto Verständlichkeit in modernem Deutsch (z.B. die paulinischen

    Briefe wie Römer und Epheser). Der inzwischen verstorbene Rudolf Kassühlke hat die Psalmen

    hervorragend übersetzt. Diese Übersetzung ist auch international höchst anerkannt.

    Natürlich hat sie ihre Schwächen, wie z.B. die Übersetzung des Begriffes „Reich Gottes“je

    nachdem, wie Kassühlke diesen zentralen Begriff der Predigt Jesus nach seiner Interpretation

    unterschiedlich übersetzt.

    Aber welche Übersetzung ist perfekt ? Dafür sind Revisionen da. Luther wird seit 500 Jahren

    revidiert!

 

    ** 1983 erschien in enger Anlehnung an die amerikanische „Living Bible“ von Kenneth Taylor das NT der „Hoffnung für alle“ (abgekürzt HFA; Verlag: Brunnen Verlag Gießen), einer evangelikal-modernen Bibelübertragung. 1996 erschien die Vollausgabe mit AT. Diese Übertragung wurde laut Verlag aus dem Hebräischen und Griechischen übersetzt, allerdings wie beim amerikanischen Vorbild mit sehr starken Abweichungen vom Originalwortlaut, den massivsten von allen modernen deutschen Übersetzungen. Auch diese Übersetzung wurde revidiert, nachdem von gläubigen Lesern Anstoß an manchen Auslassungen, Umdeutungen und geistlich bedenklichen Stellen genommen wurde. (Eine Stelle, in der der verderbliche liberaltheologische Einfluss in der ersten Fassung deutlich wurde, war z.B. die Weglassung des Blutes in Eph 1,7, wo statt des biblischen „in ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut“ übersetzt wurde: „Denn durch das Sterben Jesu am Kreuz sind wir erlöst“).

 

(FG)

 

     Die HfA geht in Richtung Übertragung/Paraphrase zu weit. Aber man findet in ihr immer wieder   

     gelungene Übersetzungen/Umschreibungen, die einem die Augen öffnnen, so daß man die

     traditionellen Übersetzungen zum ersten Mal richtig versteht.

 

Die HFA wurde von einem Übersetzerteam unter Leitung einer Theologin übersetzt – für die modernen „Evangelikalen“ ist das selbstverständlich, trotz 1Tim 2,12. Für bibeltreue Christen sollte es aber klar sein, dass eine solch höchst verantwortungsvolle Aufgabe in den Händen bewährter Brüder und Diener des Wortes liegen muss.

 

(FG)

 

     Warum nicht eine Frau ?

 

** 1985 wurden die Arbeiten an der „Neuen Genfer Übersetzung“ (abgekürzt NGÜ; Verlag: Genfer Bibelgesellschaft) begonnen, einer „kommunikativen“ Übersetzung aus dem evangelikalen Lager, die aufwendig erarbeitet wurde und etwas näher am Grundtext bleibt wie die vorhergehenden Ausgaben, aber ebenfalls auf der Grundlage der „dynamisch-äquivalenten“ Übersetzungsmethode beruht und viele Umformulierungen und ausdeutende Zusätze enthält. Im Jahr 2000 bzw. 2003 erschienen Teilausgaben des NT. Im Vergleich zu den anderen „kommunikativen“ Übersetzungen wird hier der Text von deutlich mehr Fußnoten begleitet, die vielfach Hinweise auf die wörtliche Bedeutung bzw. Übersetzungsalternativen enthalten. Die Übersetzung hat den griechischen Grundtext zur Grundlage und folgt keiner englischen Vorlage. Auch hier hat im Team eine Theologin mitgearbeitet.

 

(FG)

 

     Na und ?

 

** 2002 erschien das NT mit Psalmen der „Neues Leben“-Übersetzung (abgekürzt NL; Verlag: Hänssler); die Vollbibel ist für den Herbst 2005 geplant. Laut Verlag wurde die Übersetzung aus dem hebräischen und griechischen Grundtext gemacht, wobei man sich stark an das Vorbild der „New Living Translation“ angelehnt hat. Für die Übersetzung war ein Team zuständig, das mehrheitlich aus Frauen bestand und von einer Frau geleitet wurde. In der Rekordzeit von zwei Jahren wurde das NT auf den Markt geworfen. NL beruht auf der Methode der „dynamischen Äquivalenz“, aber mit etwas mehr Bezug zum Grundtext als in der HFA. Es ist bezeichnend, dass der Verlag inzwischen auch „Studienbibeln“ mit diesem viel zu freien Text

 

(FG)

 

     „viel zu frei“ ? Was maßt sich E. hier an ?

 

anbietet; das entspricht allerdings auch der oberflächlichen Art von „Bibelstudium“, das heute in evangelikalen Kreisen üblich wird.

 

(FG)

 

     Wie kommt E. zu dem Schluß, daß in evangelikalen Kreisen die Bibel oberflächlich studiert wird ?

     Ein ungeheuerlicher Rundumschlag !

 

** 2003 erschien das NT der „Neuen evangelistischen Übertragung“ (abgekürzt NEÜ; Übersetzer: Karl- Heinz Vanheiden, Verlag: Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg). Sie ist insgesamt weniger abweichend vom Originalwortlaut als GN oder HFA, aber folgt denselben „kommunikativen“ Grundsätzen. Sie wurde nicht direkt aus dem Grundtext übersetzt, sondern unter Einbeziehung anderer Übertragungen u.a. Vorlagen zusammengestellt – eine fragwürdige Vorgehensweise. Im Prospekt 2003/2004 des Verlages erklärt der Übersetzer Karl-Heinz Vanheiden, dass er ursprünglich diese Übertragung aus ganz pragmatischen Gründen unternommen hat, nämlich um für andere Werke einen verständlichen und nicht mit Lizenzkosten belegten Bibeltext zu haben. Über seine Vorgehensweise schreibt er: „Diese Übertragung entstand unter Zuhilfenahme deutsch- und englischsprachiger Übersetzungen und Kommentare und unter Beachtung des Grundtextes. Sie versucht, Sinn und Struktur des Textes zu erfassen und diese auch für einen Leser aus nicht christlichem Umfeld verständlich wiederzugeben.“ D.h. es wurden Formulierungen aus verschiedenen anderen modernen Übersetzungen (bei der Durchsicht fallen besonders GN und NGÜ auf), übernommen und leicht angepasst. Die NEÜ entspricht den „dynamisch-äquivalenten“ Übersetzungsgrundsätzen. Der Verlag empfiehlt die NEÜ auch christlichen Jugendlichen zur Lektüre. Mit dieser Ausgabe öffnen sich auch einflussreiche Kreise der früher konsequent bibeltreuen „freien Brüderversammlungen“, die so viel auf die wortgetreue Elberfelder Bibel hielten, dem modernen Trend zu freien Übertragungen. Es ist zu befürchten, dass diese Ausgabe trotz der vordergründig „evangelistischen“ Zweckbeschränkung auch von Gläubigen als „Bibel“ benutzt wird und so die wortgetreuen Bibeln auch in diesen Kreisen allmählich verdrängt.

 

(FG)

 

     Diese Befürchtung braucht man nicht zu haben. Man kann ja eine sog. „wortgetreue“ Bibel

     und eine „kommunikative“ (wie die gut übersetzte NeÜ) nebeneinander studieren.

 

** Im Dezember 2005 erschien die sogenannte „Volxbibel“, verfasst von dem Begründer der „Jesus-Freaks“, Martin Dreyer, u.a. Mitarbeitern. Sie führt die Grundsätze der „dynamisch-äquivalenten“ Übersetzung bis in ein schrecken erregendes Extrem weiter. Diese vor allem auf die „Jugendszene“ zugeschnittene Übertragung des NT (von „Übersetzung“ kann man hier überhaupt nicht mehr sprechen) verwendet bewusst den entstellten, verdorbenen und schmutzigen Jargon heutiger gottloser Jugendlicher. Dabei werden die heiligen Worte der Bibel so übel verfremdet und verdreht und dem Herrn solche bösartigen Wortentgleisungen in dem Mund gelegt, dass das Ergebnis als letztlich antichristliche Gotteslästerung bewertet werden muss. Unwillkürlich kommen dem Leser Bibelstellen wie 2. Petrus 2 und Judas 4-19 in den Sinn.

 

(FG)

 

     Diese Übersetzung ist natürlich abzulehnen.

 

Nur einige wenige Beispiele seien angeführt. In Mt 26,17-30 wird von einer „Passaparty“ gesprochen. In Mt 5,3-12 heißt es u.a.: „Gut drauf kommen die Leute, die kapiert haben, dass sie Gott mit nichts beeindrucken können. Sie werden mit Gott in dem Land leben, wo er das Sagen hat. … Gut drauf kommen die Leute, die abgehen, wenn Gott sein Ding durchzieht, weil Gott genau das tun wird. … Wenn ihr vera…t oder gelinkt werdet oder man Gerüchte über euch verbreitet wegen mir, dann könnt ihr darüber froh sein. Feiert und habt keine Angst, denn nach dem Leben werdet ihr dafür ganz fett absahnen.“ Das „Vaterunser“ wird auf eine greuliche Weise verdreht: „… Du allein sollst auf dieser Welt ganz groß rauskommen! Du sollst hier das Sagen haben, auf der Erde genauso, wie es ja schon da oben im Himmel der Fall ist. … Und verzeih uns die Sachen, wo wir mal wieder Mist gebaut haben. … Denn dir ist doch nichts unmöglich, du hast die ganze Power und du sollst für immer unser Held sein.“ Einige bibeltreue Brüder erklärten am 6. 4. 2006 dazu in einer Erklärung mit dem Titel „Gott lässt sich nicht spotten“: „Wir sind der Überzeugung, dass die ‚Volxbibel’ das Werk eines irreführenden Geistes aus dem Abgrund ist, und dass diese lästerliche gefälschte Bibel einen anderen Jesus bezeugt als den, der sich in der echten Bibel offenbart hat (2Kor 11,4). Durch ein solches verfälschtes Werk kann nach unserer Überzeugung niemand zum wahren Glauben an den Herrn Jesus Christus geführt werden. Der wahre Heilige Geist, der den Herrn Jesus Christus verherrlicht, wird sich niemals mit solchen unheiligen, schmutzigen Abartigkeiten verbinden. Es ist für uns undenkbar, dass jemand, der den Heiligen Geist in sich hat, solche Perversitäten verfassen könnte.“ Ursprünglich wollte der Brockhaus- Verlag dieses Werk veröffentlichen und hatte alles schon dafür vorbereitet, aber aufgrund von zahlreichen Protesten wurde beschlossen, dieses geschäftlich viel versprechende Projekt unter einem anderen Verlagsnamen („Volxbibel-Verlag“) herauszubringen. Der „Volxbibel-Verlag“ ist ein Tochterverlag der „Stiftung Christliche Medien“, der u.a. Brockhaus, Hänssler und Bundes-Verlag gehören. In der Brockhaus- Herbstvorschau 2005 wird die „Volxbibel“ mit einer Empfehlung von Roland Werner und dem Slogan anpriesen: „Atemberaubende, mutige und provozierende Sprache – Hoher Aufmerksamkeitswert in den Medien“.

 

** Schließlich sollte noch kurz die von „christlichen“ Feministinnen und modernen Theolog(inn)en verfasste „Bibel in gerechter Sprache“ erwähnt werden, die 2006 herauskommen soll und z.T. massive feministische Verfälschungen enthält, bis hin zu gotteslästerlichen weiblichen Umbenennungen der Gottesnamen.

 

(FG)

 

    Auch diese Übersetzung ist abzulehnen.

 

In den vergangenen Jahrzehnten war zu beobachten, wie die modernen Übertragungen immer mehr Einfluss verbreitet, in der irrigen Annahme, dass sie für diese Zielgruppe besonders geeignet wären. Aber inzwischen lesen auch viele erwachsene Gläubige solche Übertragungen lieber als wortgetreue Bibeln. In der Evangelisation wird besonders die „Hoffnung für alle“ als „Bibel für Fernstehende“ häufig eingesetzt.

Es ist daher angebracht, diese Bibelübersetzungen einer genaueren Prüfung zu unterziehen. Sind sie wirklich die geeigneten „Bibeln für die Menschen von heute“, besonders für die Gläubigen des 21. Jahrhunderts?

 

 

2. Was aus dem Wort Gottes gemacht wird – Beispiele aus den modernen Übertragungen

 

Zunächst einmal wollen wir miteinander an einigen Beispielen sehen, wie die modernen Übertragungen die

von Gott eingegebenen Worte des Originaltextes wiedergeben. Sind diese Übertragungen wirklich dem Urtext

getreu, wie sie alle miteinander versprechen? Geben sie ein besseres Verständnis dessen, was Gott

uns in Seinem Wort sagt – oder verdunkeln sie das geistliche Verständnis der Schrift? Wir können das nur

beurteilen, wenn wir bewußt und aufmerksam größere Passagen aus diesen Übertragungen mit einer wortgetreuen

Bibel vergleichen (wir haben hier die revidierte Schlachter-Bibel 2000 gewählt). Liest man die modernen

Texte für sich allein, fallen viele Veränderungen des Wortlauts und des Sinnes gar nicht ohne weiteres

auf. Aber der Vergleich bringt ernste und schwerwiegende Abweichungen vom inspirierten Originalwortlaut

der Bibel ans Licht.

 

Wir haben im folgenden einige beispielhafte Fälle von solchen Veränderungen festgehalten. Die Zahl der

Beispiele ließe sich sehr vermehren. Die hauptsächlich betroffenen Stellen wurden unterstrichen; ein kurzer

Kommentar soll die Art der Veränderungen deutlich machen. Wir haben in erster Linie Beispiele aus den am

weitesten verbreiteten modernen Übersetzungen gewählt, der „Guten Nachricht“ und der „Hoffnung für alle“.

Die anderen Übertragungen enthalten vielfach weniger drastische Abweichungen vom Grundtext, sind aber

ebenfalls viel zu weit vom inspirierten Grundtext entfernt, um als wirkliche Bibelübersetzung gelten zu können.

 

Für diesen Vergleich wurden folgende Ausgaben zugrundegelegt:

·         Schlachter 2000 – Standardausgabe 2003

·         Hoffnung für alle: 1. Auflage d. rev. Fassung 2002

·         Gute Nachricht: rev. Fassung 1997

·         Neues Leben: 1. Auflage 2002

·         Neue Genfer Übersetzung: Teilausgabe 2003

·         Neue evangelistische Übertragung: 1. Auflage 2003

3.     Die Methode hinter den modernen Übertragungen:

 

Was bedeutet „kommunikative Gleichwertigkeit“?

 

Wir haben in den Beispielen gesehen, dass die modernen Übertragungen teilweise sehr stark von den von Gott gegebenen Worten des Originaltextes abweichen. Diese Texte lesen sich recht flüssig, und der Leser meint auch, er könne sie gut verstehen. Aber was die Übertragung vermittelt, ist keineswegs deckungsgleich mit dem, was der Originaltext aussagt. Wir werden uns weiter unten noch mit der geistlichen Bewertung dieser teilweise sehr schwerwiegenden Unterschiede beschäftigen. Hier wollen wir nur in aller Kürze darstellen, wie es zu diesen Abweichungen kommen kann.

 

Der Anspruch der modernen Übertragungen ist ja ein sehr hoher. Sie behaupten, dass sie leicht verständlich seien und die ideale Bibel für den modernen Menschen von heute darstellten. Sie werben damit, dass man in ihnen die Botschaft Gottes in lebendiger, zeitgemäßer Sprache finden könne. Andererseits betonen sie alle, dass sie auch „zuverlässig“ und „urtextnah“ seien. Sie beanspruchen, „auf dem neuesten Stand der Übersetzungswissenschaft“ zu sein, während die wortgetreuen Übersetzungen das ihrer Meinung nach nicht sein können.

 

Wir lesen im Nachwort zur „Guten Nachricht Bibel“ von 1997 die Aussage:

 

„Eine Übersetzung, die nach diesem Grundsatz verfährt, vereint die selbstverständliche (!) Treue

zum Original mit dem Bemühen um größtmögliche Verständlichkeit. Sie kann genauer als eine ‚wörtliche’ Übersetzung angeben, was die Aussage des Textes an einer bestimmten Stelle ist.“

 

Und die „Hoffnung für alle“ empfiehlt sich selbst mit den Worten:

 

„Eine gelungene Übersetzung (…) soll auf ihre Leser möglichst die gleiche Wirkung haben, wie sie das Original auf die damaligen Leser hatte! ‚Hoffnung für alle’ will genau dies erreichen und folgt dabei modernen sprachwissenschaftlichen Erkenntnissen und Übersetzungsmethoden“ (Vorwort 2002).

 

Über all die Jahrhunderte, so muss der Bibelleser den Eindruck gewinnen, plagten die Übersetzer ihre Leser mit einer verkehrten, unangemessenen Methode, so dass eigentlich niemand die Bibel richtig verstehen konnte. Jetzt aber sei der wissenschaftliche Fortschritt endlich so weit, dass man die Bibel richtig übersetzen und verstehen könne.

 

Hinter diesen Bibeln steht in der Tat eine neue Methode der Übersetzung, die man bis vor einiger Zeit als „dynamische Äquivalenz“bezeichnete; heute spricht man eher von „kommunikativer Gleichwertigkeit“. Sie wurde maßgeblich entwickelt von Eugene A. Nida, einem Sprachwissenschaftler und Experten der United Bible Societies.

 

Diese Methode verwirft den „klassischen“ Ansatz früherer Bibelübersetzer, dass die Übersetzung die vorgegebenen Worte der Heiligen Schrift in den Ursprachen so getreu wie möglich in die Zielsprache (in unserem Fall das Deutsche) zu übertragen habe. Das wird als „formal-gleichwertige“ Übersetzung abgelehnt. Der „kommunikative“ Übersetzer hat demgegenüber eine ganz andere Vorgehensweise:

 

Entscheidend ist für ihn nicht die „Form“ der biblischen Botschaft (die Worte, die im Originaltext gebraucht werden), sondern deren vermutete Inhalte (die Gedanken, die Botschaft), die aus der hebräischen Form herausgelöst werden müssen, um sie dann in modernem Alltagsdeutsch so wiederzugeben, dass der Leser dieselbe Information bekommt, die der israelitische Leser von damals auch bekommen hat.

 

 

Dabei soll der Leser der Zielsprache möglichst wenig Vorwissen benötigen, um die Information zu verstehen. Der Übersetzer soll deshalb zusätzliche Informationen, die im hebräischen oder griechischen Original nicht stehen, mit einfließen lassen; er soll die geprägten Begriffe der Bibelsprache beiseitelassen und mit in der Alltagssprache gebräuchlichen Worten umschreiben. Der Bibeltext soll also den Bedürfnissen und dem Verständnis des Lesers nahe gebracht und angepasst werden und nicht umgekehrt.

 

 

Vereinfacht gesagt, sieht Nidas Übersetzungsmethode in der Bibel eine Botschaft, die vor 2-3 000 Jahren in einer damals bedeutungsvollen und verständlichen („kulturell relevanten“) Form ausgedrückt wurde. Diese Form, d.h. der Originalwortlaut, ist letztlich unwichtig und kann beiseite gelassen werden; die Inhalte und Gedanken sollen vom Übersetzer in einer heute bedeutungsvollen und verständlichen Weise wiedergegeben werden.

 

Deshalb gibt diese Methode dem Übersetzer auch drei Arbeitsschritte vor: 1. Analyse: er muss den Ausgangstext analysieren, herausfinden, was er bedeutet. Hierbei fließen auch Informationen aus der Geschichtswissenschaft, der Auslegung und Bibelforschung (bzw. Bibelkritik) mit ein. 2. Übertragung: er muss die herausgefilterte Botschaft jetzt auf den Bewusstseins stand des modernen Menschen übertragen und überlegen, wie er die Inhalte samt damit verbundenem Vorwissen, gefühlsmäßigen Reaktionen usw. dem heutigen Menschen „herüberbringt“. 3. Neuaufbau: daraus folgt die völlige Neuformulierung der Inhalte im Blick auf den heutigen Leser. Dabei soll sich der Übersetzer bewußt von der vorgegebenen Struktur des Originals lösen und solche Worte und Sätze benutzen, von denen er meint, dass sie beim heutigen Leser eine gleichwertige Reaktion auf die Botschaft auslösen würden wie damals das Original.

 

(FG)

 

     Es wäre gut gewesen, wenn sich E. besser über den Ansatz der „dynamischen Äquivalenz“,

     die inzwischen von der Bibelgesellschaft zu „literarisch-funktionale Äquivalenz“ umbenannt wurde,

     besser informiert hätte.

 

     Ich empfehle zu dem Thema verschiedener Bibelübersetzungen und Philosophien, Prinzipen und Methoden  der Übersetzung:

 

Eberhard Werner, 2011. Bibelübersetzung in Theorie und Praxis ((Hamburg: Verlag Dr. Kovac)

 

http://wiklif.de/shop/product_info.php?info=p33_eberhard-werner--bibeluebersetzung-in-theorie-und-praxis.html

 

Dieses Buch, von einem Wycliff-Kollegen verfasst, wenngleich für Spezialisten geschrieben, entspringt aus der Praxis und mündet in die Praxis der Bibelübersetzung.

 

Leichter zu lesen ist das informative ausgewogene „Handbuch für Bibelübersetzungen“ von Rainer und Monika Kuschmierz:

http://wiklif.de/shop/product_info.php?info=p9_rainer-und-monika-kuschmierz--handbuch-bibeluebersetzungen.html

 

Das alles klingt für manchen Leser durchaus einleuchtend. Dass eine solche Vorgehensweise jedoch viele völlig subjektive und willkürliche Einflüsse in das Übersetzen hineinbringt und die Wiedergabe stark von den Werturteilen und Ansichten der Übersetzer abhängig macht, sollen einige Textbeispiele verdeutlichen:

 

 

In Römer 4,3 findet der Übersetzer die griechischen Worte: ti gar hè graphè legei; episteusen de Abraam tò theò, kai elogisthè autò eis dikaiosynèn. In der wortgetreuen Übersetzung liest sich das so: „Denn was sagtdie Schrift? ‚Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet’“. Damit ist jedes Wort präzise wiedergegeben; aber – nach Auffassung des Übersetzers kann der heutige Mensch diesen Satz nicht verstehen. Für ihn ist „glauben“ ein veraltetes, heute nicht mehr kulturell relevantes Wort. Es muss angemessen umschrieben werden. Das geschieht am besten durch „vertrauen“ oder verwandte Begriffe. „Gerechtigkeit“ ist noch viel schwieriger und dem heutigen Menschen unverständlich. Der Übersetzer schließt aus modernen Kommentaren, daß dieser Begriff am ehesten dadurch wiedergegeben werden kann, daß jemand Gottes Anerkennung findet. „Anerkennung“ ist ein kulturell relevanter Begriff; der moderne Mensch wünscht sich Anerkennung, und so kann man am besten ausdrücken, was Paulus damals wohl gemeint hat.

 

 

Das Wörtchen „denn“ am Anfang des Satzes, das die Aussage mit dem Vorhergehenden verknüpft und den Satz als Begründung ausweist, kann man ruhig weglassen; es stört den modernen Leser nur, der keine komplexen Aussagen mehr begreifen kann; dasselbe gilt für die Frageform, die nur den Textfluß hindert. Zu „Schrift“ sollte man „Heilige“ dazusetzen, damit der heutige Leser versteht, daß hier ein Zitat aus dem AT folgt. So kommt man zu der Übersetzung: „In der Heiligen Schrift heißt es: ‚Abraham setzte sein ganzes Vertrauen auf Gott, und so fand er Gottes Anerkennung.’“ (HFA)

 

In Joh 17,17 heißt es wörtlich: „Heilige sie in deiner Wahrheit!“. Hier schließt der moderne Übersetzer, daß „heiligen“ keinen Platz im Denken des modernen Lesers hat und ihm nicht zugemutet werden kann. Die angemessene Entsprechung dafür scheint ihm darin zu liegen, daß der Gläubige engere Gemeinschaft mit Gott haben soll. Andere Bedeutungen, die dabei auch noch eine Rolle spielen können, kann man dem heutigen Bibelleser schlecht vermitteln. Der Satz ist in der Urform viel zu verdichtet; er verlangt nach einer ausführlichen Umschreibung. Also übersetzt er: „Lass ihnen deine Wahrheit leuchten, damit sie in immer engerer Gemeinschaft mit dir leben!“ (HFA).

 

Anders dagegen in Phil 2,5. Hier heißt es wörtlich: „Diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus war“. Hier hat sich Paulus nach Auffassung des Übersetzers offensichtlich unnötig umständlich ausgedrückt.Der Begriff „Gesinnung“ ist dem modernen Menschen in seinen Augen fremd; daß wir dieselbe Gesinnung haben sollten wie Jesus Christus, kann der Leser ohnehin nicht nachvollziehen; offensichtlichgebrauchte Paulus hier umständliche Bilder, die nur damals kulturell relevant waren. Der Kern der Botschaft des Satzes für den modernen Leser lässt sich aber gut zusammenfassen: „Seht auf Jesus Christus:“ (HFA).

 

Wir sehen an diesen Textbeispielen: Der von der „kommunikativ-gleichwertigen“ Methode angestrebte Umformungsprozess verlangt eine Fülle von Eingriffen und Vorentscheidungen der Übersetzer, die zwangsweise willkürlich sind und vom geistlichen (oder ungeistlichen) Verständnishorizont, der theologischen Prägung und der Absicht des Übersetzers abhängen. Diese Methode beruht auf Grundannahmen, die keinesfalls „objektiv“ oder geistlich gesund sind.

 

 

Es wird stillschweigend vorausgesetzt, daß sich in der Bibel Form und Inhalt überhaupt voneinander trennen lassen, daß es z.B. nichts ausmacht, wenn ich ein Hauptwort wie „Gerechtigkeit“ durch ein Tätigkeitswort wie „anerkennen“ umschreibe oder durch mehrere andere Hauptwörter. Es wird unterstellt, daß Gott zwar bestimmte Gedanken gegeben hätte, aber die Wortwahl der Heiligen Schriften beliebig und kulturbedingt war. Es wird unterstellt, daß der Übersetzer in der Lage sei, mit „wissenschaftlichen Methoden“ den Sinn und die ganze Bedeutungsbreite des Originaltextes zuverlässig zu erschließen und damit dem Leser den geistlichen Erkenntnisvorgang sozusagen abnehmen könne.

 

 

Diese ganze neue Übersetzungsmethode ist also geistlich keinesfalls neutral oder unbedenklich. Sie kann nicht einmal als wirklich „wissenschaftlich abgesichert“ ausgegeben werden. Weil ihr Einfluss auf die Wiedergabe des Originaltextes so schwerwiegend ist, ist es dringend nötig, diese Methode und die nach ihren Grundsätzen übersetzten Bibeln geistlich zu prüfen und zu beurteilen. Das wollen wir im Folgenden in aller notwendigen Kürze tun.

 

 

C. Zur geistlichen Beurteilung der modernen Übertragungen

 

  1. Das unterschiedliche Echo unter den Gläubigen

 

(FG)

 

Ich gehe nicht weiter auf E.‘s tendenziöse Darstellungen weiter unten ein.

 

 

Die modernen Bibeln haben unter „evangelikalen“, sich zur Bibeltreue bekennenden Christen ein ganz unterschiedliches Echo ausgelöst. Nachdem zu Beginn die offen liberaltheologische „Gute Nachricht“ („Die Bibel in heutigem Deutsch“) von vielen abgelehnt wurde, stießen die späteren Ausgaben auf weniger Widerstand. Die unter evangelikalem Vorzeichen erschienene „Hoffnung für alle“ fand eine immer weitere Verbreitung auch unter Gläubigen. Heute sehen wir, wie zahlreiche bekannte Theologen und „Experten“ offen für bestimmte moderne Übertragungen werben. Ich

 

 

So empfiehlt etwa der Rektor der FTA Gießen, Helge Stadelmann, ein bekanntes Mitglied des „Bibelbundes“, die NGÜ mit den Worten: „Wir brauchen einen Bibeltext, den man versteht, wenn er im Gottesdienst vorgelesen wird. Wir brauchen einen Bibeltext, anhand dessen die Bibel in der Predigt nachvollziehbar ausgelegt werden kann. Die NGÜ ist auf dem neuesten Stand der Übersetzungswissenschaft. So stelle ich mir eine Top-Übersetzung für das 21. Jahrhundert vor!“

 

 

Der als „Bibelexperte“ immer wieder befragte Heinrich von Siebenthal, Dozent an der FTA Gießen, verfasste für idea Spektrum 21/2002 einen Artikel „Gottes Wort in deutscher Sprache“. Darin verglich und benotete er die wichtigeren deutschsprachigen Bibelübersetzungen. Während er der wortgetreuen unrevidierten „Elberfelder Bibel“ die niedrigste vergebene Punktzahl (6 Punkte) gibt, empfiehlt er die „Gute Nachricht Bibel“ (7 Punkte) so: „in Sachen Verstehbarkeit Spitzenreiter, exegetische Sorgfalt, zumeist hervorragende Anmerkungen, liest sich außerordentlich flüssig“.

 

Der „Hoffnung für alle“ (6 Punkte) wird bescheinigt: „besonders gut verständliche Sprache, theologisch unbedenklich“, wenn auch kritisch angemerkt wird: „Das NT ist unnötig frei (aber nicht irreführend) gestaltet“. Die Bestnote (8 Punkte) geht (neben der Menge-Bibel) an die NGÜ: „verbindet in vorbildlicher Weise Originaltreue (hervorragende Anmerkungen) mit aktueller, stilistisch einwandfreier verständlicher Sprache; konsequent bibeltreu“.

 

Auf der anderen Seite mehren sich von ganz verschiedenen Seiten die Stimmen, die vor diesen Übertragungen warnen und darauf hinweisen, daß sie das Wort der Bibel eben nicht getreu wiedergeben, sondern z.T. direkt verfälschen und verwässern. Einiges Aufsehen erregten die Vorträge einiger gläubiger Pfarrer in Basel im Mai/Juni 2003, die nachwiesen, welche Verdrehungen der biblischen Botschaft bei GN und HFA vorkommen. Sie erklärten offen, daß sie „die modernen Bibelübersetzungen für ein gefährlich irreführendes Unternehmen halten.“

 

 

In ihren Schlussfolgerungen heißt es u.a.: „In diesen modernen Bibelausgaben finden sich aber schwerwiegende Umdeutungen, in denen natürliche Gedanken das Bibelwort überlagern. … An vielen Stellen, wo Gott die handelnde Person ist, nimmt der Mensch diese Stellung ein. … Wichtige Dimensionen des Bibelwortes wurden verdrängt, wie die Heiligkeit und die Herrschaft Gottes und die Knechtschaft seiner Erwählten … Die Sorgfalt und Treue im Umgang mit dem Wort wird zersetzt. … Die Behauptung ist falsch und irreführend, mit dieser Methode könne genauer als in herkömmlichen Übersetzungen angegeben werden, was der originale Sinn des ursprünglichen Textes ist. Im besten Fall kann ein Sinnelement stark herausgearbeitet werden.

 

 

Dies geht aber in der Regel auf Kosten vieler anderer Sinnelemente. Zu Wort kommt, was die Übersetzer verstanden haben. … Wer im Glauben wachsen und reifen will, muss sich einer klassischen Bibelübersetzung anvertrauen und darf dies vertrauensvoll tun …“ (Stefan Felber u.a., 15 Thesen zu den modernen Bibelübersetzungen, die den Anspruch größerer Verständlichkeit erheben). Die betroffenen Verlage veröffentlichten sofort Stellungnahmen und verwahrten sich gegen solche Vorwürfe. Aber die Fakten bleiben.

 

 

Die gläubige Gemeinde hat die Pflicht, unabhängig von irgendwelchen „Theologen“ und „Experten“ die Bibelausgaben, die in ihren Reihen verbreitet werden, geistlich zu prüfen und zu beurteilen, aus welcher Quelle die neue Übersetzungsmethode kommt und welche Frucht die modernen Bibeln bringen. Dazu wollen wir im folgenden einige Hinweise geben.

 

 

  1. Die „kommunikative“ Übersetzungsmethode aus biblischer Sicht

 

Wir wollen jetzt das umwälzende neue Übersetzungskonzept etwas genauer unter die Lupe nehmen, das hinter all diesen „modernen Bibeln“ steht. Es würde zu weit führen, Nidas Theorie der Übersetzung im einzelnen darzustellen. Nur einige Grundzüge sollen hier genannt werden:

 

1. Im Mittelpunkt dieser Übersetzungsmethode steht der Mensch, der moderne Leser und sein Verständnis, nicht der göttliche Autor und der inspirierte Wortlaut der Heiligen Schrift. Alles kommt darauf an, daß der Leser die Botschaft der Bibel möglichst leicht und eindeutig verstehen kann. Übersetzen bedeutet nach dieser Methode, die Botschaft so umzuformen, daß sie dem Verständnis des Lesers, seinem kulturellen Hintergrund und seinem Bildungsniveau entspricht. Als das vordergründige Ziel wird genannt, die Botschaft so zu vermitteln, daß der heutige Leser gleich darauf reagiert, wie der hebräisch- bzw. griechisch sprechende Erstleser vor vielen Jahrhunderten.

 

2. Die Theorie geht stillschweigend oder offen davon aus, daß die inspirierten Worte der Heiligen Schrift so, wie sie von Gott gegeben wurden, für den heutigen Leser nicht verständlich seien. Wörtliche (die modernen Übersetzer sagen: „formal-genaue“) Übersetzungen könnten angeblich den Sinn der Bibel nicht oder nicht mehr vermitteln, weshalb man den vorgegebenen Wortlaut und die Begriffe, Wendungen und Sprachformen des Urtextes völlig oder weitgehend verlassen müsse, um den Sinn noch zu vermitteln.

 

3.Der Übersetzer spielt in diesem Konzept eine zentrale Rolle. Er ist der kundige Mittler, der aus dem Rohmaterial des Ausgangstextes die wesentlichen Gedanken herausnehmen muss, um sie dann in die Gegenwartssprache des Lesers umzuformen. Er soll mit angemessenen anderen Bildern, Sprachfiguren und Stilmitteln das im Ausgangstext Gesagte mit eigenen Worten wiedergeben. Er darf und soll dabei Unwichtiges bzw. nur im kulturellen Zusammenhang der biblischen Völker Verständliches weglassen oder umdeuten, er kann eigene Erklärungen zum Bibeltext hinzufügen, um ihn verständlicher zu machen. Er schafft damit den Bibeltext neu, formuliert ihn mit seinen eigenen Worten um, gibt die zugrunde liegenden Gedanken mithilfe von modernen, der Kultur des heutigen Lesers angemessenen Sprachmitteln wieder.

 

Das alles klingt für den modernen Menschen durchaus überzeugend. Es wird so dargestellt, als ob diese Übersetzungsweise den modernsten Erkenntnissen der Sprach- und Übersetzungswissenschaft entspreche, während die wortgetreue Übersetzungsmethode als veraltet und „unwissenschaftlich“, ungenau und unverständlich abgewertet wird. Bevor wir diese Übersetzungsmethode aus geistlich-biblischer Sicht beurteilen, soll zunächst einmal etwas zu diesem Argument der „Wissenschaftlichkeit“ gesagt werden, das ja leider bei vielen heutigen Gläubigen eine geradezu magische, bezwingende Wirkung zeigt (Gal 3,1!). Wenn etwas „nicht wissenschaftlich“ ist, dann muss es ja von einem modernen Christen verworfen werden und kann nichts taugen.

 

Nun sollte für gläubige Christen die weltliche „Wissenschaft“ grundsätzlich kein Maßstab sein. Darüber hinaus aber muss der Verfasser dieser Schrift als jemand, der selbst Literatur- und Sprachwissenschaft studiert hat, dazu sagen, daß die Behauptungen der Befürworter der „dynamischen Äquivalenz“ so nicht zutreffen. In der Sprach-, Literatur- und Übersetzungswissenschaft gibt es viele Schulen und Lehrmeinungen, so daß man ohnehin nicht von den „als gesichert geltenden Ergebnissen der Übersetzungswissenschaft“ (R. Kassühlke 1998) reden kann.

 

 

Im Bereich der Literaturwissenschaft wie auch der Geschichte würden jedenfalls Übersetzungen, die nach solchen willkürlichen, vom Urtext weit abgehenden Grundsätzen vorgehen, nicht akzeptiert!Wenn ein Student einem Geschichtsprofessor eine „dynamisch-äquivalente“ Übersetzung eines antiken Vertrages oder Geschichtsberichtes vorlegen würde, bekäme er wahrscheinlich eine „5“ dafür. Eine „kommunikative“ Übersetzung von Plato, Homer oder Äschylos würde unter ernsthaften Wissenschaftlern nicht akzeptiert. Selbst ungläubige Literaturwissenschaftler haben sich ausdrücklich gegen die modernen Bibelübertragungen ausgesprochen und die sprachliche Qualität der reformatorischen Bibelübersetzungen mit wohl begründeten Argumenten verteidigt.

 

Aber für uns Gläubige gilt ohnehin ein anderer Maßstab: Wir müssen die Dinge geistlich beurteilen (1Kor 2,14), und zwar anhand der Schrift selbst. Was bedeutet eine „kommunikative“ Übersetzung des Wortes Gottes geistlich gesehen?

 

a)    Die stillschweigende Grundvoraussetzung dieser Übersetzungsmethode ist falsch und unannehmbar:
Das ewige Wort Gottes wird nämlich als zeitlich und kulturell begrenzt und relativ abgewertet.

Es wird letztlich geleugnet, daß Gott in Seiner Allmacht und Weisheit alle Umstände und Besonderheiten seines Wortes so geordnet hat, daß es zu allen Zeiten und für alle Menschen gleich welcher Kultur Gültigkeit und Aussagekraft hat. „Das Gesetz des HERRN ist vollkommen; es erquickt die Seele; das Zeugnis des HERRN ist zuverlässig; es macht den Unverständigen weise.“ (Ps 19,8). „Auf ewig, o HERR, steht dein Wort fest in den Himmeln“ (Ps 119,89); „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet“ (2Tim 3,16-17) – wer gibt uns dann das Recht, dieses Wort eigenmächtig durch ausdeutende Menschenworte umzumodeln?

 

Gott wusste genau, weshalb Er die Schriften des AT im Umfeld des alten Israel gab und die Schriften des NT in ihrem Rahmen und Umfeld. Wie Jesaja sagt und Petrus noch einmal bestätigt: „Alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie die Blume des Grases. Das Gras ist verdorrt und seine Blume abgefallen, aber das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit.“ (Jes 40,6-8; 1Pt 1,24). Wenn der Herr Jesus klar sagt: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen!“ (Mt 24,35) und dann den Jüngern und uns allen den Auftrag gibt, Sein Wort zu verkündigen bis zum Ende dieser Weltzeit (Mt 28,18-20; Apg 1,8; 2Tim 4,1-2) – wer sind wir, wenn wir uns anmaßen, zu behaupten, daß diese inspirierten Worte voll Geist und Leben heute „nicht mehr kulturell relevant“ und „nicht mehr verständlich“ seien und durch menschliche Umformulierungen ersetzt werden müssten?

 

Im Grunde hätten dann die wortgetreuen Übersetzungen ja gar nicht die millionenfache Frucht bringen können, die sie bestätigt haben: Ungezählte Menschen, die durch diese Bibeln den Ruf Gottes zur Umkehr und zum Glauben gehört haben und gerettet wurden, um dann geistlich zu wachsen und mit dem Herrn zu leben. Es steht ja geschrieben: „Alle Reden meines Mundes sind gerecht, es ist nichts Verkehrtes noch Verdrehtes darin. Den Verständigen sind sie alle klar, und wer Erkenntnis sucht, findet sie richtig.“ (Spr8,8-9). Aber die Schriften zu verdrehen und umzufrisieren, damit sie unbußfertigen Ungläubigen „verständlich“ und „akzeptabel“ werden, ist mit dem Wesen des Wortes Gottes unvereinbar. Der Mensch Mus sich Gottes Wort anpassen,
aber Gottes Wort darf nicht dem Menschen angepasst werden!

 

b)    Der Umgang der „kommunikativen“ Übersetzer mit dem inspirierten Wort Gottes
entspringt einem letztlich bibelkritischen Ansatz.


Im Grunde leugnet diese Übersetzungsmethode die biblische Verbalinspiration(= göttliche Eingebung jedes einzelnen Wortes der Schrift) und beruht auf der unbiblischen Auffassungder Gedankeninspiration (= nur die Gedanken der Schriftautoren sind von Gott eingegeben, aber die Wortesind relative, zeitgebundene Menschenworte), die wir aus der Bibelkritik kennen. Sie geht von der bibelkritischenIrrlehre aus, daß die Worte des Bibeltextes fehlbare, kulturell bedingte Menschenworte seien, die mannach Belieben durch andere Menschenworte ersetzen könne, und daß sie dennoch dem Leser zu „Gottes Wort“ werden könnten.

 

Dazu Zitate führender moderner Übersetzer: „Wir nehmen den ursprünglichen Gedanken und formen ihn um (convert) in die Sprache von heute. ... Ich empfand solch eine Begeisterung bei dem Gedanken an mein eigenes Vorrecht, etwas von der Ausdrucksweise / der überflüssigen Wortfülle [verbiage] abzustreifen ... und in dieser Hinsicht ein Mitarbeiter Gottes zu sein ... “ (Kenneth Taylor; Zitate nach David Cloud, Dynamic Equivalency – Death Knell of Pure Scripture). Eugene Nida: „Selbst wenn eine Wahrheit nur in Worten gegeben ist, hat sie keinen wirklichen Wert, wenn sie nicht in das Leben übersetzt wurde. Nur dann wird das Wort des Lebens lebendig im Empfänger. Die Worte sind in gewissem Sinn nichts in sich selbst und für sich selbst genommen [The words are in a sense nothing in and of themselves].“ Wir müssen dazu wissen, daß Nida bibelkritische und liberaltheologische Ansichten vertritt und sein Konzept aus weltlichen Philosophien und Theorien ableitet.

 

Nur weil sie letztlich keine Ehrfurcht vor dem von Gott gegebenen Wort haben, können diese Übersetzer meinen, die Formulierung „Annahme bei Gott“ sei tatsächlich eine angemessene Übersetzung für „Rechtfertigung“, oder „heilig“ könne man mit „zu Gott gehörig“ wiedergeben. Wenn Gott in einer Passage sich mit seinem Namen „HERR“ offenbart – welche Berechtigung hat der Übersetzer, stattdessen „Gott“ zu schreiben?

 

c)     Der Übersetzer maßt sich an, besser zu wissen, wie Gottes Gedanken ausgedrückt werden, als Gott selbst, und nimmt eine völlig falsche Mittlerrolle an, ja macht sich zum „Neuschöpfer“ der von ihm verfassten Bibel.


Letztlich ist es eine Geringschätzung der vollkommenen Weisheit Gottes, wenn derÜbersetzer bestimmte inspirierte Urtextworte mit anderen Begriffen wiedergibt, obgleich doch die Ursprache auch solche Begriffe zur Verfügung gehabt hätte, um die Sache so auszudrücken, wenn Gott es gewollt hätte. Wenn etwa „die Erlösung durch sein Blut“ eigentlich den Gedanken ausdrücken sollte: „Erlösung durch seinen Tod am Kreuz“, dann hätte das Griechische ja die entsprechenden Worte zur Verfügung gehabt, es so auszudrücken. Gott hat sich doch etwas dabei gedacht, wenn Er Seine ewige Botschaft in gerade diesen Worten ausdrückte und nicht in anderen!

 

Die schreckliche Anmaßung der modernen Übersetzer besteht darin, daß sie das Werk zu tun beanspruchen, das allein Gott und Seinem Heiligen Geist zusteht: nämlich das Schriftwort dem Menschen aufzuschließen und klar zu machen. Dazu muss Gott ein Werk an dem verfinsterten, verstockten Herzen des Menschen tun. Das kann kein schlauer Übersetzer übernehmen, der sich damit an Gottes Statt setzt und meint, er müsse Gottes Offenbarungswort verbessern und umdeuten.

 

Wie bei der Bibelkritik macht sich der Mensch mit seinem armseligen Verstand zum Richter und Herren über Gottes Wort. So geht die dynamisch-äquivalente Übersetzung zwangsweise immer wieder über eine bloße Wiedergabe des Grundtextes hinaus und wird vermischt mit eigenwilligen, willkürlichen und oft sinnverfälschenden Auslassungen, Ausdeutungen und Zusätzen der Übersetzer. Wir werden erinnert an die Mahnung aus
Spr 30,5-6: „Alle Reden Gottes sind geläutert; er ist ein Schild denen, die ihm vertrauen.
Tue nichts zu seinen Worten hinzu, damit er dich nicht bestraft und du als Lügner dastehst!“

 

Schlimmer noch: In den eigenmächtigen Umformungen biblischer Begriffe fließen immer wieder letztlich bibelkritische Ansätze und falsche Lehren hinein. So hängt das Verschwinden des Blutes aus vielen dynamisch-äquivalenten Übersetzungen etwa in Eph 1,7 mit der liberaltheologischen Weltanschauung Nidas zusammen, der empfiehlt, „Blut“ durch „Tod“ wiederzugeben: „’Blut’ wird in diesem Abschnitt in derselben Weise gebraucht wie an einer Anzahl weiterer Stellen im Neuen Testament, nämlich um einen gewaltsamen Tod anzudeuten.“ (Cloud aaO S. 25).

 

Und die landläufige Behauptung, die biblischen Urschriften seien ja auch in der Umgangssprache der damaligen Zeit geschrieben, deshalb müsse man die heutigen Bibeln in der Umgangssprache der heutigen Zeitumschreiben, ist ebenfalls nicht stichhaltig. Weder die hebräischen Schriften des AT noch die griechischen Schriften des NT waren für die damaligen Leser einfach verständlich und in bloßer Umgangssprache abgefasst. In beiden Testamenten gibt es sehr anspruchsvolle Abschnitte, schwierige Wendungen und auf den ersten Blick schwer verständliche Passagen. Petrus erwähnt das ausdrücklich von den Briefen des Paulus (2Pt 3,16). All dies ist kein „Mangel“ der Schrift, dem eilfertige Übersetzer nun abhelfen müssten, sondern es ist Bestandteil des göttlichen Plans für Sein Offenbarungswort.

 

d)    Die dynamisch-äquivalente Übersetzung verbessert das Verständnis der Schrift nicht wirklich,
sondern verdunkelt und entstellt die Aussage der Schrift in vielen Aspekten.


Viele Aussagen derSchrift sind nur dann voll verständlich und erschließen ihren Sinn, wenn sie sehr wörtlich und genau wiedergegeben werden. Unzählige Feinheiten, die dem Gläubigen zur Unterweisung und Belehrung niedergeschrieben wurden, gehen bei der „kommunikativen“ Neuformulierung der Bibel verloren.

 

Die Bibel ist ein Wunder göttlicher Offenbarung. Die Worte der Heiligen Schrift sind erlesene, siebenmal geläuterte Worte (Ps 12,7). Niemand kann den Reichtum, die volle Bedeutung, die Nuancen und tiefen Facetten dieser ewigen, himmlischen Worte je voll ausschöpfen. Deshalb gebührt uns Menschen Demut und Ehrfurcht angesichts des Wortes Gottes. Wir tun gut daran, zu diesem Thema einmal den Psalm 119 in einer wortgetreuen Übersetzung zu betrachten und darüber nachzusinnen.

 

Der Psalmist betet: „Öffne mir die Augen, damit ich sehe / die Wunder in deinem Gesetz!“ (V. 18). „Gib mir Verständnis, so will ich dein Gesetz bewahren / und es befolgen von ganzem Herzen.“ (V. 34). „Wie habe ich dein Gesetz so lieb! / Ich sinne darüber nach den ganzen Tag.“ (V. 97). „Mein Fleisch schaudert aus Furcht vor dir, / und ich habe Ehrfurcht vor deinen Bestimmungen!“ (V. 120). „Wunderbar sind deine Zeugnisse; / darum bewahrt sie meine Seele. / Die Eröffnung deiner Worte erleuchtet / und gibt den Unverständigen Einsicht“ (V. 129-130).

 

Die modernen ausdeutenden Wiedergaben zerstören das wunderbare Flechtwerk von Bedeutungen und Bezügen, von Nuancen und geistlichen Einsichten in Gottes Wort. Sie ersetzen es durch die beschränkten, oft irregeleiteten Einsichten von sterblichen Menschen. Sie berauben den Bibelleser, anstatt ihn zu bereichern.

 

Viele geistlich wichtige Zusammenhänge und Wortbedeutungen werden in den modernen Übersetzungen wegplaniert und zubetoniert, damit der gedachte „ideale Leser“ auf einer modernen Betonpiste den Text bequem entlangfahren kann, anstatt zu Fuß auf einem uralten, aber herrlichen Pfad zu wandern, der mühsam ist, auf dem wir aber wunderbare Reichtümer und geistliche Nahrung finden, um schließlich sicher ans geistliche Ziel zu kommen!

 

Viele klug erdachte „Ersatzbegriffe“ der modernen Übersetzungen sind zwar vielleicht leichter eingängig als das biblische Original, aber sie tragen nicht dieselbe Bedeutung in sich! Manchmal sind sie nur in der Lage, einen Aspekt des Originalwortes aufzuzeigen, oft aber liegen sie völlig daneben und führen sogar direkt in die Irre, indem sie menschlich-theologische Ausdeutungen in den Text einfließen lassen.

 

So erkauft sich der Leser das vorgeblich leichtere Verständnis einiger Gedanken und Abschnitte der Bibel mit einer Erschwerung bzw. Verhinderung geistlichen Verständnisses in vielen anderen Aspekten. Das geistliche Leben eines Gläubigen, der sich von solchem „Weißmehl-Fastfood“ ernährt statt vom biblischen Schwarzbrot des WORTES, wird über das Unmündigenstadium kaum hinausgehen können (vgl. Hebr 5,11- 14) und von vielen Krankheiten gezeichnet sein.

 

e)    Die Bibel selbst zeigt uns, daß eine wortgetreue Übersetzung die von Gott gewollte Methode ist.

 

Wir sehen das zum einen im AT am Vorbild Esras und der Leviten, die vor dem Volk das Buch des Gesetzes vorlasen, und zwar vor allen Männern, Frauen und verständigen Kindern: „Und sie lasen aus dem Buch des Gesetzes Gottes deutlich vor und erklärten den Sinn, so daß man das Gelesene verstand.“ (Neh 8,8).
Also nicht „Paraphrase“, eingängige Umformulierung des Wortes Gottes, sondern das Wort Gottes getreu verkündigt und dann die Erklärung des Sinnes!

 

Dasselbe Muster sehen wir im NT bei Philippus und dem Kämmerer: Der Kämmerer las im Buch Jesaja, aber er verstand es nicht. Das war kein Hindernis für seine Evangelisierung, im Gegenteil! Gott sandte ihm den Philippus, der ihm die Schriftstelle erklärte und ihm das Evangelium verkündigte (Apg 8,26-35).

 

Auch die alttestamentlichen Zitate, die wir im NT finden, können uns einen Hinweis geben. Wir finden hier zwar einige Male eine Verquickung von Wiedergabe und Ausdeutung, wie sie nur ein inspirierter Prophet bzw. Apostel im Auftrag Gottes vornehmen durfte, ansonsten sehen wir aber eine z.T. sehr weitgehende wörtliche Wiedergabe hebräischer Konstruktionen und allgemein eine große Wortgetreue.

 

f)      Die dynamisch-äquivalente Übersetzung ist nicht mehr Gottes Wort in einer anderen Sprache,
sondern Menschenwort.


Das ist der vielleicht schwerwiegendste Einwand gegen die modernen Übertragungen: Das kraftvolle, von Gottes Geist eingegebene, ewig unveränderliche Wort Gottes wird eingetauscht gegen bloße Menschenworte, die keinesfalls dieselbe geistliche Wirkung haben können wie Gottes Wort. Wir sehen den grundlegenden Unterschied zwischen Gottes Wort und eigenmächtigen Menschenworten sehr eindrucksvoll aufgezeigt in der Zurechtweisung des HERRN gegenüber den falschen Propheten Israels in Jeremia 23,16-36, die wir hier auszugsweise anführen wollen:

 

 

„So spricht der HERR der Heerscharen: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie täuschen euch; die Offenbarung ihres eigenen Herzens verkünden sie und nicht [was] aus dem Mund des HERRN [kommt]. ... 18 Denn wer hat im Rat des HERRN gestanden und hat sein Wort gesehen und gehört? Wer hat auf mein Wort geachtet und gehört? ... 22 Hätten sie in meinem Rat gestanden, so würden sie meinem Volk meine Worte verkündigen und sie abbringen von ihrem bösen Weg ... 28 Der Prophet, der einen Traum hat, der erzähle den Traum; wer aber mein Wort hat, der verkündige mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Weizen gemeinsam? spricht der HERR. 29 Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert? 30 Darum siehe, ich komme über die Propheten, spricht der HERR, die meine Worte stehlen, einer von dem anderen; 31 siehe, ich komme über die Propheten, die ihre eigenen Zungen nehmen, um einen Gottesspruch zu sprechen !... 36 ... denn jedem einzelnen wird sein eigenes Wort zur Last werden, denn ihr verdreht die Worte des lebendigen Gottes, des HERRN der Heerscharen, unseres Gottes!“

 

 

Bei den „kommunikativen“ Übersetzungen geschieht eine qualitative Veränderung von höchster Bedeutung. Sobald eine Übersetzung davon abgeht, den ursprünglichen Wortlaut der Worte Gottes so getreu wie möglich wiederzugeben, ist das Ergebnis nicht mehr eine Bibel, die den unvergänglichen Samen, das lebendige Wort Gottes (1Pt 1,23) enthält, sondern vergängliches Stroh, relative, kraft- und leblose Menschenworte, die zwar gelehrt und gut gemeint sein mögen wie die Predigten mancher liberaler Pfarrer – aber sie können kein neues Leben zeugen!

 

 

3. Geistlich schädliche Auswirkungen der modernen Wiedergaben

 

a)    Die modernen Bibeln machen Gottes Wort menschenzentriert und relativ

 

Der Grundansatz der modernen Bibelwiedergaben besteht darin, daß der Mensch, und zwar der ungläubige Sünder, das Maß und die Richtschnur für die Wiedergabe des Bibeltextes ist. Alles richtet sich darauf aus, daß der moderne, kirchenferne Leser den Text bequem versteht und flüssig, ohne Probleme durchlesen kann. Diese Bibeln fügen sich damit nahtlos in die menschenzentrierte Strömung der „Willow-Creek- Bewegung“ ein, wo es ebenfalls darum geht, alle Verkündigung und Gemeindeaktivität auf den unbekehrten Sünder auszurichten, damit er sich wohl fühlt und sich überreden lässt, Christ zu werden.

 

Die Bibel ist aber ein durch und durch auf GOTT zentriertes Buch, in dem der Mensch auf Gott hin ausgerichtet werden soll. Sie demütigt den Menschen und fordert ihn heraus, indem sie ihn als verdorbenen Sünder ins Licht stellt. Sie zeigt ihm, daß Gott souverän, allmächtig und allein weise ist, und daß Seine Gedanken so viel höher sind als unsere Gedanken.

 

Mit den menschenzentrierten modernen Übertragungen geschieht eine folgenschwere Umwandlung, die dem heutigen humanistischen Zeitgeist entspricht, der ja immer mehr auch in die Gemeinden eindringt. Gottes ewiges, ein für allemal gegebenes Wort wird heimlich und geschickt aus dem Herzen der Christen und aus dem Leben der Gemeinden verdrängt durch klug formulierte menschliche Nacherzählungen und Umdeutungen.

 

Wo in der Schrift Gott der Handelnde ist, wird in den Übertragungen oft der Mensch der Erlebende oder Handelnde, das Subjekt. Gottes Offenbarung wird zur menschlichen Erfahrung, das objektive Wort wird zur „Botschaft“ – alles, was dem natürlichen Menschen als Torheit erscheint, wird umgedeutet und auf eine menschliche Ebene gebracht, so daß der Leser meint, er verstehe etwas – doch was er versteht, ist nicht mehr das souveräne WORT GOTTES, sondern eine von Menschen erdachte Aus- und Umdeutung.

 

Noch etwas anderes, Hochgefährliches und Verderbliches wird durch die modernen Übertragungen bewirkt:
Das feststehende, ein für allemal geoffenbarte Wort Gottes wird plötzlich relativ und beliebig.Wenn wir uns an die Gegenüberstellung von „Hoffnung für alle“, „Gute Nachricht“ und „Neues Leben“ erinnern, dann weichen die frei ausgedachten Ausdeutungen der Übersetzungen z.T. sehr weit voneinander ab.

 

So bekommt der Leser solcher Übertragungen den Eindruck, es gebe gar kein feststehendes, letztlich autoritatives Bibelwort mehr: „Wenn mir 1. Korinther 14 in meiner Übertragung nicht gefällt, dann schau ich mal in die andere hinein. Vielleicht komme ich mit der Deutung besser zurecht...“ Dagegen finden wir, daß alle wortgetreuen Bibelübersetzungen mit untergeordneten Formulierungsunterschieden doch erkennbar denselben Text und Wortlaut bezeugen.

 

 

Bei den modernen Übertragungen gerät der Text der Bibel außerdem auch in einen gefährlichen Fluß.
Diese Übertragungen werden ständig verändert und den „Bedürfnissen des Lesers“ weiter angepaßt; die Formulierungen aus der 1. Auflage von GN oder HFA sind z.T. meilenweit von denen aus der neuesten Auflage entfernt.

Nicht nur können sich die Worte dieser Übertragungen dem Leser nicht mehr einprägen wie das bei

den wortgetreuen Übersetzungen der Fall ist; wir müssen uns auch fragen: Wo führt diese fließende, beliebige

Bibelwiedergabe mit ständigen Textänderungen hin? Wann kommen die ersten Auflagen mit feministischer

Sprache, wo Gott als weiblich angeredet wird, wie wir es in den USA schon haben? Wann werden die

anstößigen Lehraussagen des Paulus zur Frauenfrage so umformuliert, daß die modernen, emanzipierten

Christinnen wieder gerne und guten Gewissens den 1. Korintherbrief lesen können, weil sie dort nichts Störendes

mehr finden?

 

b)    Die modernen Bibeln helfen mit, die gesunde Lehre in der Gemeinde aufzulösen
und bahnen den Weg für Irrlehren und die Ökumene

 

Eine äußerst schwerwiegende Folge der ausdeutenden Wiedergaben ist es, daß die Grundbegriffe der gesunden Lehre der Schrift aufgelöst werden in nichts sagende Allgemeinplätze, so daß präzise, unterscheidende, geistlich gesunde Lehre auf solche Übertragungen nicht mehr aufgebaut werden kann. Begriffe wie „Gnade“, „Rechtfertigung“, „Erlösung durch das Blut“, „Heiligung“ werden, wie wir gesehen haben, vielfach getilgt und verfälscht.

 

Damit wird auch das präzise lehrmäßige Verständnis der Bibelleser aufgelöst. Dem Leser moderner Bibeln müssen auch die seit der Reformation formulierten biblischen Lehrgrundlagen des evangelischen Glaubens fremd und unverständlich erscheinen, weil er die meisten darin vorkommenden biblischen Begriffe in seiner modernen Bibel nicht mehr findet.

 

Diese schwammigen, z.T. weit voneinander abweichenden und verfälschenden Textwiedergaben rüsten den Menschen Gottes nicht mehr zu, daß er sich gegen Irrlehren und falsche Tendenzen in der Gemeinde wehren kann. Es ist kein Zufall, daß sie gerade in einer Zeit massenhaft verbreitet werden, wo durch die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ abgefallene protestantische Führer versuchen, jeden Lehrunterschied zwischen dem reformatorischen Glauben und der römisch-katholischen Kirche zu verwischen.

 

Mit „Bibeln“, in denen der Begriff „Rechtfertigung“ gar nicht mehr vorkommt, sondern nur noch eine verschwommene „Annahme bei Gott“, sind die Lehrunterschiede wie von selbst weggeschafft, und kein Leser solcher Bibeln kann sich wirksam gegen die ökumenische Vermischung und Verführung wehren.

 

So bereiten diese unklaren, vom echten inspirierten Wort Gottes abgelösten falschen Bibeln die Christenheit auf die Einvernahme in die große Weltökumene vor. Mit solchen Bibeln kann man wirklich alle stehen lassen – ob ungläubige Liberaltheologen, Radikalcharismatiker, Adventisten oder Zeugen Jehovas. Sie passen damit in die endzeitliche Entwicklung der großen Verführung der Christenheit und tragen objektiv mit dazu bei, diese Verführung voranzutreiben, indem sie die Gläubigen ganz raffiniert und unmerklich ihres Fundaments berauben – des inspirierten Wortes Gottes.

 

Allein dieses Wort ist ja das untrügliche Licht, in dem wir unseren von Gott gewiesenen Weg erkennen und von Abwegen unterscheiden können. Allein dieses Wort ist das „Wort der Wahrheit“, das uns alle Lüge erkennen lässt, es sind die „gesunden Worte“, die zu einer „gesunden Lehre“ führen und die Irrlehren bloßstellen. Allein dieses Wort ist auch das „Schwert des Geistes“, mit dem wir die Angriffe des Feindes zurückschlagen können.

 

Nun will der Feind uns dieses Schwert aus der Hand nehmen, indem er uns stattdessen ein brillant aussehendes, attraktives ... Plastikschwert dafür anbietet, das uns im geistlichen Kampf nichts nützt! Mit diesem verfälschten, untauglichen Schwert könnten wir die geistlichen Kämpfe in der letzten Zeit niemals gewinnen, sondern wären zum Scheitern verurteilt!

 

Das ist auch der Grund, weshalb ich im Gegensatz zu manchen bibeltreuen Brüdern nicht dazu rate, eine solche Bibelübertragung als „Verständnishilfe“ nebenher zu lesen. Wir brauchen sicherlich Verständnishilfen – aber diese sollten in guten Kommentaren und Bibellexika bestehen. Dort ist Gottes eigentliches, geoffenbartes Wort sauber und klar getrennt von der menschlichen Ausdeutung und Zusatzinformation. So können wir das tun, was die Bibel uns in diesem Zusammenhang gebietet: „Prüft alles, das Gute behaltet!“ (1Th 5,21).

 

In den modernen Übertragungen ist die Ausdeutung aber schon in der Übersetzung versteckt, und der Leser wird durch sie vielfach verwirrt oder sogar in die Irre geführt! Wir sollten solche Übertragungen aus unserem Bibelregal aussortieren und gar nicht mehr gebrauchen.

 

c) Die modernen Bibeln behindern echte biblische Evangelisation und echte Bekehrungen

 

Es ist tragisch, daß viele biblisch denkende Christen, die selbst noch wortgetreue Bibeln bevorzugen, sich dazu verleiten ließen, die modernen Übertragungen ausgerechnet für Kinder und Jugendliche in der Gemeinde sowie im Einsatz unter Ungläubigen zu benutzen.

 

Es ist ungemein wichtig, daß schon die Kinder in ihrer ersten Begegnung mit der Bibel eine gute, wortgetreue Übersetzung bekommen und keine verfälschende Übertragung. Gerade der erste Eindruck prägt doch und legt Grundlagen für später! Genauso ist es ausgesprochen schädlich für Jugendliche und junge Christen, wenn sie zuerst eine moderne Übertragung in die Hand bekommen. Es ist zu fürchten, daß sie viele später kaum noch bereit sein werden, auf eine wortgetreue Bibel umzusteigen.

 

Auch wenn Gott in Seiner Souveränität sicherlich in Ausnahmefällen auch solche Übertragungen mit dazu gebrauchen mag, um Menschen zur Bekehrung zu führen, so muss doch festgehalten werden, daß den nacherzählenden, ausdeutenden Menschenworten dieser Übertragungen eben nicht diese wunderbare Gotteskraft eigen ist, die das inspirierte Gotteswort und die wortgetreuen Übersetzungen auszeichnet!

 

Deshalb ist es gerade in der Evangelisation sowie der Kinder- und Jugendarbeit einer Gemeinde lebenswichtig, eine gute wortgetreue Bibelübersetzung einzusetzen, damit Gottes Geist Sein Wort gebrauchen kann, um die Menschen zu überführen und zu einer klaren Wiedergeburt und einem geistlichen Glaubensleben zu führen. Nur so können wir auch unseren Auftrag erfüllen, Gottes Wort zu bewahren, indem wir es an die kommende Generation getreu und unverfälscht weitergeben.

 

***

Wir möchten hier deutlich machen, daß diese Bewertung ganz besonders auf die führenden modernen

Übersetzungen, die „Gute Nachricht“ und die „Hoffnung für alle“ zutrifft. In der offenen Verfälschung der biblischen Botschaft gehen diese Übersetzungen am weitesten. Aber auch in der „Neues Leben -“ Übersetzung sowie in der „NGÜ“, die sich mehr am Grundtext orientieren, finden sich noch zahllose menschliche Ausdeutungen und Verwässerungen der biblischen Botschaft, auch wenn diese nicht so krass sind wie dort und manche massive Verfälschung in ihnen vermieden wird.

 

 

Für alle diese Übertragungen gilt, daß sie die Gläubigen wegführen von dem von Gott inspirierten Wortlaut der Schrift und damit die biblische Lehre und Zurüstung der Gläubigen gerade in der Endzeit hindern und beeinträchtigen. Wir wollen hier kein Urteil über die subjektiven Absichten der Übersetzer fällen. Diese mögen, vor allem bei NL, NGÜ und NEÜ, durchaus ehrbar und wohlmeinend sein. Aber der geistliche Schaden bleibt bestehen.

 

Jede Übersetzung, die den von Gottes Geist vorgegebenen Wortlaut der Heiligen Schrift durch eigenmächtige Umschreibungen, Zusätze und Weglassungen verändert, trägt objektiv zur Untergrabung der Autorität und Wirkung des Bibelwortes bei, und wir sollten grundsätzlich solche verwässerten und verfälschten „Bibeln“ meiden.

 

 

4. Der Kampf um das Wort Gottes in der Endzeit

 

Zum Abschluss dieser kurzen Aufklärungsschrift wollen wir uns noch einmal vor Augen halten, in welcher Zeit wir leben, in welchem geistlichen Zusammenhang diese modernen Bibeln auftreten. Wir leben in der Endzeit, den Tagen kurz vor der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus. Wir leben genau in der Zeit, von der uns das Wort Gottes sagt:

 

„Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden“ (2Tim 4,3).

 

Und genau in diese Zeit hinein mahnt uns der Herr durch Seinen Apostel: „Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen …!“ (2Tim 4,2).

 

In der letzten Zeit tobt ein gewaltiger geistlicher Kampf um das Wort Gottes, und es kann ja nicht anders sein. Der Satan kann sein Programm, die Christenheit auf den Weg der Ökumene und Welteinheitskirche und zum großen Abfall zu verführen, nur erreichen, wenn er die Autorität des ewigen, herrlichen Wortes Gottes untergräbt und aufweicht.

 

Dabei macht er vor den echten Gläubigen nicht halt. Auch unter ihnen sucht er die Autorität des Wortes Gottes, der Heiligen Schrift auf vielerlei Weise zu untergraben und die wahren Gläubigen, die ja mutige Zeugen für die Wahrheit der Schrift sein sollten, zu schwächen und zu verunsichern. Die Bibelkritik, das „Sollte Gott wirklich gesagt haben?“ dringt heute in weite Kreise der „Evangelikalen“ ein. Eine traurige Verwässerung und Aufweichung der bibelgegründeten Lehre und des Lebens im Glaubengehorsam gegen das Wort macht sich in vielen früher klar bibeltreuen Gemeinden und Kreisen bemerkbar.

 

Von daher dürfen wir nicht überrascht sein, daß auch die Bibel selbst, das göttliche Wort der Wahrheit, die Richtschnur der wahren Gläubigen, Gegenstand der endzeitlichen Zersetzungs- und Aufweichungstendenzen ist. Wir sollten angesichts dieser Entwicklungen nicht verzagen, nicht in ohnmächtiges Jammern verfallen. Auch wenn diese Entwicklungen in manchem unheimlich und bedrückend sind, kann doch das ewige Wort Gottes und die herrliche Wahrheit des Herrn dadurch nicht zunichte gemacht werden. Gott kommt zu Seinem Ziel; Er lässt Seine Wahrheit und Sein Wort nicht untergehen!

 

„Wenn die Grundfesten eingerissen werden, was soll der Gerechte tun?“ (Ps 11,3) Das Wort Gottes ermuntert uns dazu, auch in dieser Zeit und gerade jetzt das ewige, unverfälschte Gotteswort zu verkündigen und für es einzutreten. Es genügt nicht, daß wir die modernen „Bibeln“ zurückweisen. Wir sollten in liebevoller und sachlicher Weise noch viele Geschwister im Glauben auf die mit ihnen verbundenen Gefahren und Verfälschungen hinweisen. Und wir sollten alles tun, damit gute, geistlich gesunde wortgetreue Übersetzungen verbreitet werden – sowohl unter den Gläubigen als auch unter den Ungläubigen. Das gilt vor allem auch für die jungen Christen und die Jugendarbeit in den Gemeinden. Dieses Anliegen sollten wir auch in ernstem Gebet vor den Herrn bringen, damit Er sich erbarmt und noch vielen Gläubigen die Augen öffnet für die endzeitlichen Verführungen.

 

Wir sollten in der heutigen Zeit ganz besonders darauf bedacht sein, das Wort Gottes zu erforschen und zu studieren, tiefer in seine kostbaren Wahrheiten und Zusammenhänge einzudringen und diese auch in Konferenzen, in der Wortverkündigung, Gemeindebibelstunden, Hauskreisen, durch gemeinsames Bibellesen usw. weiterzugeben. Wir sollten für die Verbreitung bibeltreuer Kommentare sorgen, die den Gläubigen ein ehrfürchtiges und gesundes Verständnis der Heiligen Schrift geben können, so daß sie gar nicht nach irgendwelchen fragwürdigen Übertragungen greifen müssen.

 

In dem allem darf uns das prophetische Wort unseres Herrn Jesus Christus an die Gemeinde in Philadelphia ermutigen. In ihr zeigt die Schrift prophetisch, daß es bis zur Wiederkunft des Herrn einen treuen Überrest von wahren Gläubigen geben wird, die am Herrn und Seinem Wort unbeirrt festhalten, auch wenn der Abfall vom Wort Gottes und vom biblischen Glauben immer schlimmer wird. Diesen Überrest ermuntert der Herr mit den Worten: „Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe dir eine geöffnete Tür gegeben, und niemand kann sie schließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet“ (Offb 3,8).

 

 

So lasst uns bestrebt sein, zu diesem treuen Überrest zu gehören und das Wort unseres geliebten Herrn zu bewahren, bis Er wiederkommt! Auch in dieser Sache gilt uns die Ermutigung aus 1Kor 15,58:

 

„Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich,

nehmt immer zu in dem Werk des Herrn,

weil ihr wisst, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn!“

 

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Welche Alternativen gibt es?

 

Wenn die modernen Bibelübersetzungen in dieser Schrift wegen ihrer Verwässerung und Verfälschung des inspirierten Wortes Gottes abgelehnt worden sind, dann stellt sich zwangsläufig die Frage nach Alternativen. Immer wieder wurde der Verfasser von Gläubigen gefragt, welche Bibeln man denn heute noch empfehlen könne. Auch wenn dies letztlich jeder Bibelleser selbst prüfen und entscheiden muss, möchte der Verfasser hier einige Empfehlungen aussprechen.

 

Schlachter 2000

Diese Bibel ist nach den in dieser Broschüre dargestellten Maßstäben (vgl. oben S. 7-12) sehr gut für die verschiedenartigen Bedürfnisse bibeltreuer Gläubiger geeignet. Sie steht in der Wortgenauigkeit zwischen Luther 1912 und Alter Elberfelder, hat diesen beiden aber voraus, daß sie auch für jüngere Leser und Ungläubige sehr gut verständlich ist. Sie kann dem Bibelstudium ebenso dienen wie der persönlichen Andacht und Wortverkündigung. Sie beruht auf dem bewährten reformatorischen Grundtext und ist frei von irgendwelchen text- oder bibelkritischen Einflüssen. Ihre Einleitungen und Anmerkungen sind erbaulich und gesund in der Lehre. Gerade auch für Evangelisation und Jugendarbeit kann diese Übersetzung eine wertvolle Alternative zu den modernen Übertragungen

sein.

Luther 1545/1912

Die Luther-Bibel ist die klassische Bibel der deutschen evangelischen Christen, und jeder Gläubige in unserem Land sollte sie kennen. Luthers Übersetzung ist nicht immer so wortgetreu, wie es wünschenswert wäre, und sie hat gewisse Schwachpunkte, auch was die Verständlichkeit für den heutigen Leser anbetrifft. Aber im Ganzen ist sie als der „Klassiker“ der reformatorischen, wortgetreuen Übersetzungen immer noch von großem Wert. Alle, die die Lutherbibel lieben und schätzen, sollten die Ausgaben von 1912 oder 1545 der Revision von 1956/1984 vorziehen – und zwar aufgrund der Beteiligung liberaler Theologen an der Revisionsarbeit und aufgrund der textkritischen Veränderungen im AT und NT.

 

Elberfelder Übersetzung (nichtrevidiert)

Diese Bibel ist diejenige bibeltreue Übersetzung, die dem Wortlaut der Originalsprachen am nächsten steht. Das schwächt gelegentlich ihre sprachliche Kraft und Verständlichkeit, aber für Bibelstudienzwecke ist sie dennoch wertvoll. Im NT hat sie leider einige textkritische Einflüsse und Veränderungen aufzuweisen. Besonders für das AT kann sie jedoch wertvollen Einblick in Feinheiten der wörtlichen Bedeutung geben, die in der Luther- oder Schlachterbibel nicht wiedergegeben werden.

 

Bibelübersetzungen im Überblick

 

 

Übersetzungs-                              Textgrundlage                             Bibelübersetzungen                   

Grundsatz                                                 

 

 

                                                      Überlieferter Text                            Schlachter 2000

                                                      der Reformation                              Luther 1545-1912                                                                                                        

Wortgetreu                                   (Masoretischer Text                        Zürcher 1536-

                                                      im AT                                              Jantzen-NT (Teilausg.) 1999

                                                      und Textus Receptus

                                                     im NT)

 

 

 

                                                     Großteils überlieferter Text                Alte Elberfelder 1905

Wortgetreu                                  der Reformation                                Schlachter 1951

                                                     im AT und NT                                     Bengel-NT 1752

 

 

                                                     Weitgehend                                        Luther 1956/1984 *

                                                     oder vollständig                                  Zürcher 1931

Wortgetreu                                  kritischer „Nestle-Aland“-                   Revidierte Elberfelder 1985 *

                                                     Text im NT;                                        Neue Elberfelder Revision

                                                     z.T. Abweichungen vom                     (CSV 2002)

                                                     MT im AT                                           

 

                                                     Weitgehend

                                                     oder vollständig                                  Menge-Bibel

                                                     kritischer „Nestle-Aland“-                    Albrecht-NT

Nicht mehr                                  Text im NT;                                         Luther 1975 *

wortgetreu;                                 z.T. Abweichungen vom                    Ökumen. Einheits-

zu frei übersetzt                         MT im AT                                            übersetzung

                                                                                                                   #**

 

 

Moderne                                      Weitgehend                                        Gute Nachricht #**

„kommunikative“                       oder vollständig                                   Hoffnung für alle (HFA)

Übertragung                               kritischer „Nestle-Aland“-                     Bruns *

(„dynamische                            Text im NT;                                           Neues Leben (NL)

Äquivalenz“                                z.T. Abweichungen vom                      Neue Genfer -

                                                    MT im AT                                              Übersetzung (NGÜ)

                                                                                                                  Neue Evangelist.

                                                                                                                  Übertragung(NEÜ) 2003

 

 

* / ** = bibelkritische bzw. starke bibelkritische Einflüsse in der Übersetzung

# = ökumenisch

 

 

Im Betanien Verlag ist 2006

ein wesentlich ausführlicheres Buch

des Verfassers erschienen,

das auf der vorliegenden Broschüre beruht

und viele zusätzliche Informationen

zum Thema „Bibelübersetzungen“ enthält.

Dieses Buch ist nicht beim ESRA-Schriftendienst,

sondern nur beim Verlag und im christlichen Buchhandel erhältlich.

 

Rudolf Ebertshäuser

Gottes Wort oder Menschenwort?

Moderne Bibelübersetzungen unter der Lupe.

 

Betanien Verlag, 1. Auflage 2006, 192 S. ISBN 3-935558-72-4

Bestelladresse: Betanien Verlag, Imkerweg 38, 32832 Augustdorf

Tel.: 05237 / 89 90 90; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Anhang

Textbeispiele für irreführende Übersetzungen (Massstab „Schlachter 2000“)

 

TEXTE DES ALTEN TESTAMENTS

 

1. Mose 2,9

 

Schlachter 2000

9 Und Gott der HERR ließ allerlei Bäume aus der Erde hervorsprießen, lieblich anzusehen und gut zur Nahrung, und auch den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. (…)

 

Hoffnung für alle

9 Viele verschiedene Bäume ließ er im Garten wachsen. Sie sahen prachtvoll aus und trugen köstliche Früchte. In der Mitte des Gartens standen zwei Bäume: der Baum, dessen Frucht Leben schenkt, und der Baum, der Gut und Böse erkennen lässt. (…)

 

Gute Nachricht

9 Er ließ aus der Erde alle Arten von Bäumen wachsen. Es waren prächtige Bäume, und ihre Früchte schmeckten gut. [Dorthin brachte Gott den Menschen, den er gemacht hatte.] In der Mitte des Gartens wuchsen zwei besondere Bäume: ein Baum, dessen Früchte unvergängliches Leben schenken, und ein Baum, dessen Früchte Wissen geben. (…)

 

 

Hier finden wir eine Verkehrung des Inhalts durch zu freie ausdeutende Wiedergabe. Mit den Namen des heiligen Gottes gehen manche freien Übertragungen recht achtlos und willkürlich um; z.T. lassen sie sie nach Belieben weg, vertauschen oder verkürzen sie, obwohl doch jeder seine besondere Bedeutung hat. So wird hier „Gott der HERR“ (hebr. Jahweh Elohim) zu „er“. „Gut zur Nahrung“ meint etwas anderes und mehr als „ihre Früchte schmeckten gut“ („Früchte“ wurde einfach eingefügt). Der Satz in eckigen Klammern wurde bei GN einfach von V. 8 in V. 9 herübergezogen. Massiver noch sind die Verdrehungen des Sinns bei der Kennzeichnung der zwei Bäume: „Der Baum des Lebens“ – so hat Gott in Seiner Weisheit diesen Baum genannt. Aber die Übersetzer meinen hier „verbessern“ zu müssen. Was sie daraus machen, kann man von der Auslegung her durchaus ableiten; aber der Bibelübersetzer darf nicht die Auslegung in den Text selbst hineinbringen und ihn damit verflachen. „Der Baum des Lebens“ kann durchaus noch mehr bedeuten als die Umschreibung von HFA und GN. Vollends schlimm ist, was GN mit dem „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ macht. Es ist durch nichts zu rechtfertigen, dass hier nur übersetzt wird: „Der Baum, dessen Früchte Wissen geben“.

 

 

1. Mose 2,23-24

 

Schlachter 2000

23 Da sprach der Mensch: Das ist endlich Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch! Die soll „Männin“ heißen, denn vom Mann ist sie genommen!

24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.

 

 Hoffnung für all

23 Da rief dieser: „Endlich gibt es jemanden wie mich! Sie wurde aus einem Teil von mir gemacht – wir gehören zusammen!“ 24 Darum verlässt ein Mann seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.

 

Gute Nachricht

23 Der freute sich und rief: „Endlich! Sie ist’s! Eine wie ich! Sie gehört zu mir, denn von mir ist sie genommen. 

24 Deshalb verlässt ein Mann Vater und Mutter, um mit seiner Frau zu leben. Die zwei sind dann eins, mit Leib und Seele.

 

 

Ein Kennzeichen moderner Übertragungen ist die humanistische Verflachung und Einebnung aller besonderen, z.T. bildhaften Wendungen und Ausdrücke, mit denen der Heilige Geist Gottes Wahrheit offenbarte. Es wird Wesentliches verkürzt, wenn „Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch“ mit dem salopp-modernen Spruch wiedergegeben wird: „Endlich! Sie ist’s! Eine wie ich!“ „Der freute sich“ (GN) ist eine eigenmächtige Ausdeutung ohne Anhalt im Original. Dass auch die würdige Bibelsprache hier in schlechtes Alltagsdeutsch herabgezogen wird, wird an Wendungen wie „Sie wurde aus einem Teil von mir gemacht“ deutlich. Von ernsterer geistlicher Bedeutung ist, dass der Name „Männin“ und die Aussage „denn vom Mann ist sie genommen“ von GN und HFA unterschlagen wird. Hier geht es ja um eine wichtige Offenbarung von Gottes Schöpfungsabsicht, die Auswirkungen hat auf die geistliche Sicht der Stellung der Frau im NT, wie 1Kor 11,8-9 und 1Tim 2,13 zeigen. „Wir gehören zusammen“ ist die Restsubstanz, die der Weltgeist (und der evangelikale Zeitgeist) von der Hauptesstellung des Mannes und der Gehilfenschaft der Frau noch übrig lässt. In V. 24 stutzt die „Übersetzung“ von GN Gottes Wahrheit auf eine dem modernen Sündenleben angepasste Allerweltsaussage zurecht. In der Tat, heute lebt der Mann nur noch „mit seiner Frau zusammen“,  anstatt ihr ein Leben lang in Treue anzuhängen!

 

 

1. Mose 3,4-5

 

Schlachter 2000

4 Da sprach die Schlange zu

Keineswegs werdet ihr sterben! 5 Sondern Gott weiß: An dem Tag, da ihr davon eßt, werden euch die Augen geöffnet, und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was gut und böse ist!

 

Hoffnung für alle

4 „Unsinn! Ihr werdet nicht sterben“, widersprach die Schlange, 5 aber Gott weiß: Wenn ihr davon esst, werden euch die Augen geöffnet – ihr werdet sein wie Gott und wissen, was Gut und Böse ist.

 

Gute Nachricht

4 „Nein, nein“, sagte die Schlange, „ihr werdet bestimmt nicht sterben! 5 Aber Gott weiß, Sobald ihr davon eßt, werden euch die Augen aufgehen, und ihr werdet alles wissen, genau wie Gott. Dann werdet ihr euer Leben selbst in die Hand nehmen können.

 

 

Bei HFA finden wir hier primitiv-moderne Verflachung des Gotteswortes durch ein frei erfundenes „Unsinn!“ und eine sinnentstellende Ausdeutung des Redens der Schlange, das kein einfaches „Widersprechen“ war, sondern eine raffinierte, verführerische Gegenverheißung zu Gottes Gerichtsankündigung. „Zu der Frau“ wird einfach weggelassen. Schlimmer ist aber, was die Übersetzer der GN aus dem Gotteswort gemacht haben. Dass jemand die Dreistigkeit haben kann, das klare und so eindringliche „Ihr werdet sein wie Gott“ mit dem oberlehrerhaft-ausdeutenden „Ihr werdet alles wissen, genau wie Gott“ zu ersetzen, lässt sich nur mit der Missachtung des inspirierten Gotteswortes erklären. Auch hier wieder wie in 1Mo 2,9 lässt GN „Gut und Böse“ weg – passen diese „moralischen“ Begriffe nicht mehr zum heutigen Zeitgeist? – und ersetzt es völlig willkürlich durch „alles“. Dann wird eine moderntheologische Ausdeutung nachgeschoben, von der keine Andeutung in der Schrift selbst steht – elf Wörter, die zu Gottes Wort hinzugefügt wurden: „Dann werdet ihr euer Leben selbst in die Hand nehmen können“.

 

 

1. Mose 15,1

 

Schlachter 2000

1 Nach diesen Begebenheiten erging das Wort des HERRN an Abram in einer Offenbarung: Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn! (…)

 

Hoffnung für alle

1 Danach redete der Herr zu Abram in einer Vision: „Hab keine Angst, Abram, ich selbst beschütze dich, ich werde dich auch reich belohnen!“

 

Gute Nachricht

1 Einige Zeit danach erging das Wort des HERRN an Abram, und er empfing eine Offenbarung. Der HERR sagte zu ihm: „Hab keine Angst, Abram, ich bin dein Schutz! Du sollst reich belohnt werden. (…)

 

 

Am Anfang von V. 1 begeht HFA eine der unzähligen Verkürzungen, die für die „dynamisch-äquivalenten“ Übertragungen so kennzeichnend sind. Gottes Wort sagt: das Wort des HERRN erging an Abram. Bei HFA „redet“ der Herr nur noch. Wenn der Heilige Geist betont von dem „Wort des HERRN“ spricht, so ist damit mehr ausgedrückt als nur „reden“; dieser feststehende Begriff findet sich immer wieder im AT, auch in den Propheten. Letztlich klingt darin auch an, dass hier der Sohn Gottes beteiligt ist, dessen Name ja „Das Wort“ ist. Kein Übersetzer hat das Recht, diesen Unterschied zu verwischen! Deutlicher noch wird der große geistliche Verlust durch die Umdeutung des göttlichen Wortes am Ende von V. 1. Dort heißt es wörtlich übersetzt: „Ich bin dein sehr großer Lohn“. Daraus machen die modernen Hineindeuter: „Ich werde dich auch reich belohnen“. Merken wir, was hier verloren geht? Es ist ein großer Unterschied, ob Gott Abram reichen Lohn gibt, oder ob Er selbst in Seiner ganzen Fülle Abrams Lohn ist! Wir werden daran erinnert, dass Gott den zwölf Stämmen ein Erbteil im Land Israel gab, aber von den Leviten sagte Er, dass Er selbst ihr Erbteil sein wollte. Das war unendlich viel mehr!

 

 

1. Mose 15,6

 

Schlachter 2000

6 Und [Abram] glaubte dem HERRN, und das rechnete Er ihm als Gerechtigkeit an.

 

Hoffnung für alle

6 Abram nahm dieses Versprechen ernst. Er setzte sein ganzes Vertrauen auf den Herrn, und so fand er Gottes Anerkennung.

 

Gute Nachricht

6 Abram glaubte der Zusage des HERRN, und der HERR rechnete ihm das als Beweis der Treue an.

 

 

Hier stoßen wir auf eine ganz wesentliche gefährliche Tendenz der modernen Bibelübertragungen: sie verwischen und verfälschen gerade jene Grundaussagen, die das biblische Evangelium von der Errettung und Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnade durch den Glauben betreffen. Das zeigt sich in dieser Kernstelle, die ja in Röm 4,3 und Gal 3,6 wieder aufgegriffen wird. Bei HFA wird der so entscheidende Fakt, dass Abram dem HERRN glaubte, durch zwei weitschweifige Umschreibungen ersetzt. Dabei wird das Schlüsselwort „glauben“ aber gelöscht, das die Brücke zu den Lehren der Briefe über die Errettung aus Glauben bildet. Dadurch wird nicht das Verständnis von Gottes Wahrheit gefördert, sondern deren Verdunkelung! Das gilt auch für GN, die den Glauben nicht mehr an die Person des HERRN bindet, sondern mit einer unberechtigten Hinzufügung an seine Zusage. Schlimmer noch wirkt sich die direkt verfälschende Wiedergabe der zentralen Aussage aus, dass der HERR Abrams Glauben ihm als Gerechtigkeit anrechnete. „Gerechtigkeit“ ist ein Begriff aus der Gerichtssprache, und das ist nicht zufällig so, sondern weil die Schrift lehrt und bezeugt, dass der Sünder unter Verdammnis, unter Gottes Gerichtsurteil steht und Gerechtigkeit (bzw. Rechtfertigung) braucht, um gerettet zu werden. Dagegen ist die „Übersetzung“ von HFA auf der psychologischen Ebene angesiedelt. Das Bedürfnis nach „Anerkennung“ wird von den Verfechtern moderner Psychologie als ein „Grundbedürfnis“ des Menschen ausgemacht. Wer will nicht „Anerkennung“ oder „Annahme bei Gott“? Aber hier findet eine schwerwiegende Verfälschung zentraler Aussagen der Heiligen Schrift im Sinne eines zeitgeistigen Humanismus statt. Nicht besser ist die „Übersetzung“ von GN, die ebenfalls völlig am Sinn des biblischen Zentralbegriffs „Gerechtigkeit“ vorbeigeht. Die Gerechtigkeit ist nach dem Wortlaut der Schrift eine Gabe Gottes; nach GN beruht sie auf Abrams Werken, weil er „Treue erwiesen“ habe. Diese Verfälschung kann nicht als „Übersetzung“ des hebräischen Wortlauts bezeichnet werden. Das Hebräische hat ein eigenes Wort für Treue (wie auch für „Anerkennung“), und wenn Gott das hätte sagen wollen, was in  GN und HFA steht, hätte Er ganz andere hebräische Worte gewählt.

 

 

1. Mose 22,18

 

Schlachter 2000

18 und in deinem Samen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorsam warst!

 

Hoffnung für alle

18 Alle Völker der Erde werden mich bitten, sie so zu segnen, wie ich dich segnen werde. Das alles werde ich dir geben, weil du bereit warst, meinen Willen zu tun.

 

Gute Nachricht

18 Bei allen Völkern der Erde werden die Leute zueinander sagen: ‚Gott segne dich wie die Nachkommen Abrahams!’ Das ist die Belohnung dafür, dass du meinem Befehl gehorcht hast.

 

 

Hier haben wir eine wichtige heilsgeschichtliche Aussage, eine Verheißung, die im NT wieder aufgegriffen wird, besonders in Röm 4,16 und in Gal 3,14.16.29, und die nach Gal 3,16 eindeutig auf Christus, den Messias, verweist. Diese bis in die Einzelheiten bedeutungsvolle Aussage (vgl. „in deinem Samen“ = neutestamentlich „in Christus“ – Eph 1,3!) wird nun durch die Umformulierung in „heutiges Deutsch“ völlig verfälscht. Eine menschliche Ausdeutung ersetzt die getreue Übersetzung, und so verschwindet hier wie an vielen anderen Stellen jeder Bezug auf Christus und die messianischen Weissagungen! Bei HFA wird der biblische Schlüsselbegriff des „Samens“ ganz unterschlagen und wird nicht einmal mit „Nachkommen“ übersetzt. Die menschliche Ausdeutung fügt den inspirierten Worten Gottes 17 eigenmächtige Worte hinzu, das ist die doppelte Anzahl der deutschen Worte! Bei GN ist es nicht der souveräne Gott, der segnet, sondern Menschen sprechen einen selbst formulierten Segen, der mit dem Urtext kaum noch etwas zu tun hat. Auch hier werden 16 selbst gewählte, willkürlich ausdeutende Worte zu der wortgetreuen Wiedergabe hinzugefügt.

 

 

2. Mose 3,14

 

Schlachter 2000

14 Gott sprach zu Mose: „Ich bin, der ich bin!“ Und er sprach: So sollst du zu den Kindern Israels sagen: „Ich bin“, der hat mich zu euch gesandt.


 

 

Hoffnung für alle

14 Gott antwortete: „Ich bin euer Gott, der für euch da ist. Darum sag den Israeliten: ‚Ich bin für euch da’ hat mich zu euch gesandt.

 

Gute Nachricht

14 Gott antwortete: „Ich bin da“, und er fügte hinzu: „Sag zum Volk Israel: ‚Der Ich-bin-da hat mich zu euch geschickt:

 

Hier gibt uns die Schrift eine erhabene Selbstoffenbarung Gottes, der Mose auf die Frage nach Seinem Namen den bedeutungsvollen Namen mitteilt: „Ich bin, der ich bin“. Hiermit offenbart sich Gott als der ewig Seiende, als der Gott, der schon immer war, der aus sich selbst existiert und niemanden nötig hat. Diese göttliche Selbstoffenbarung wird von den selbsternannten „Verständlichmachern“ bei HFA in einer erschreckenden Weise verfälscht und auf die moderne menschenzentrierte Verständnisebene heruntergezogen: „Gott ist für mich da“. Das hat mit „Übersetzen“ nichts zu tun, denn Gott hätte das, was HFA schreibt, auf Hebräisch durchaus ausdrücken können – wenn Er das gemeint hätte. Die Aussage des inspirierten Urtextes ist genau das Gegenteil von dem, was HFA hineindeutet! Hier haben wir eine moderntheologisch gefärbte Verdrehung der Worte des lebendigen Gottes (vgl. Jer 23,36). Diese Verkehrung zeigt den weltlichen Geist des Humanismus in den modernen Übertragungen. Gott wird an den Menschen angepasst. Die Formulierung der GN grenzt in ihrer Flapsigkeit und fehlenden Ehrfurcht an Gotteslästerung.

 

 

Richter 19,2

 

Schlachter 2000

2 Diese Nebenfrau aber beging Hurerei gegen ihn und lief von ihm fort in das Haus ihres Vaters, nach Bethlehem-Juda(…)

 

Hoffnung für alle

2 Doch eines Tages war die Frau wütend über ihren Mann und lief ihm weg, sie kehrte zurück zu ihrem Vater nach Bethlehem. (…)

 

Gute Nachricht

2 Weil sie sich über ihren Mann ärgerte, lief sie ihm weg und kehrte zu ihrem Vater nach Bethlehem zurück. (…)

 

 

Hier steht im inspirierten hebräischen Text ein Wort, das eindeutig „Hurerei begehen“ bedeutet. Die modernen Übertragungen sagen aber etwas ganz anderes aus. Stillschweigend und ohne irgendeinen berechtigten Grund haben sie den hebräischen Text hier nach der griechischen Übersetzung (der „Septuaginta“) geändert. Damit wird natürlich auch der geistliche Sinn der ganzen Geschichte verfälscht. Es ist doch von einiger Bedeutung für diese schreckliche Begebenheit, dass die Frau eine Sünde gegen Gott und ihren Mann begangen hatte, die nach dem Gesetz ihren Tod zur Folge gehabt hätte. Hier wird die Bibel nach den Gedanken des Zeitgeistes „frisiert“ und die Frau zum mehr oder weniger unschuldigen Opfer gemacht (dieselbe Verfälschung finden wir auch bei der revidierten Elberfelder). Auch an zahlreichen anderen Stellen weichen die modernen Übertragungen vom Masoretischen Text der heiligen Schriften ab und übersetzen nach alten Übersetzungen – aus bibeltreuer Sicht ein unzulässiger Eingriff in Gottes überliefertes Wort.

 

 

Sacharja 13,6

 

Schlachter 2000

6 Und er wird zu ihm sagen: „Was sind das für Wunden in deinen Händen?“ – Und er wird antworten: „Die hat man mir geschlagen im Haus meiner Lieben!“

 

Hoffnung für alle

6 Wenn jemand ihn fragt: ‚Woher kommen dann die Striemen auf deiner Brust?’, dann wird er antworten: ‚Ich habe mich mit meinen Freunden geprügelt.’“

 

Gute Nachricht

6 Und wenn man ihn auf die Striemen an seinem Leib hinweist, wird er sagen: ‚Das ist von einer Schlägerei mit meinen Zechbrüdern!’“

 

 

Sach 13,6 ist ein gewichtiges prophetisches Wort, das unterschiedliche Auslegungen zulässt und auch von bibeltreuen Kommentatoren unterschiedlich ausgelegt wurde. Es steht zwischen den Aussagen in V. 3-5 über die falschen Propheten in Israel in den Tagen vor der Wiederkunft des Messias einerseits und den unzweifelhaft auf den Messias selbst bezogenen Aussagen in V. 7 (vgl. Mt 26,31; Mk 14,27). Nach den wortgetreuen Übersetzungen ist es zumindest möglich, den Bezug auf den durchbohrten Messias zu erkennen (vgl. Sach 12,10), der zumindest in der Wortwahl dieses Verses mit angelegt ist. Dagegen ist die „Übersetzung“ von HFA und GN so willkürlich und verfälschend, dass kein messianischer Bezug mehr möglich ist; man kann hier durchaus von einer unterschwelligen Lästerung sprechen. Diese Stelle zeigt in besonders abschreckender Weise, wie zerstörerisch die modernen Übersetzer in das heilige Gefüge der inspirierten Worte Gottes eingreifen.

 

 

Maleachi 3,20

 

Schlachter 2000

20 Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung [wird] unter ihren Flügeln [sein]; (…)

 

Hoffnung für alle

20 Für euch aber, die ihr mir die Treue gehalten habt, wird an jenem Tag die Rettung kommen, wie am Morgen die Sonne aufgeht.

 

Gute Nachricht

20 Für euch aber, die ihr mir treu gewesen seid, wird an diesem Tag die Sonne aufgehen. Sie wird euer Recht an den Tag bringen und alle Wunden heilen.

 

 

In der letzten alttestamentlichen Stelle, die wir untersuchen wollen, sehen wir zum einen, wie der biblische Begriff der Furcht des Herrn in den modernen Übertragungen systematisch ausgelöscht wurde und durch wechselnde, z.T. völlig willkürliche Wörter mit anderer Bedeutung ersetzt wurde. Dazu gehören „die ihr Gott gehorcht“; „die ihr Gott ernst nehmt“; „die ihr Gott ehrt“, „die ihr Gott treu seid“ sowie gelegentlich das noch einigermaßen verwandte „die ihr Gott Ehrfurcht entgegenbringt“. Gottesfurcht – nach der Schrift selbst „der Anfang der Erkenntnis“ (Spr 1,7) –, ist für die moderne, verflachte und verfälschte Lehre der heutigen Christenheit nicht mehr akzeptabel. Hier geschieht eine humanistische Verfälschung der biblischen Botschaft! Mit der „verständlichen Wiedergabe“ des eigentlich doch völlig klaren Begriffs „Sonne der Gerechtigkeit“ wird ein weiterer alttestamentlicher Bezug zu Christus, dem Messias, zerstört. Auch hier wird der Leser durch die modernen Übersetzungen geistlich beraubt und sein Verständnis des Textes verdunkelt.

 

 

TEXTE DES NEUEN TESTAMENTS

 

Matthäus 3,2

 

Schlachter 2000

2 und spricht: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen!

 

Hoffnung für alle

2 Er rief: „Kehrt um zu Gott! Denn jetzt beginnt seine neue Welt.“

 

Gute Nachricht

2 „Ändert euer Leben! Gott wird jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden!

 

 

„Tut Buße“ ist klassisches Bibeldeutsch und sollte erklärt werden, anstatt es anders zu übersetzen. „Ändert euer Leben“ (GN) ist keine angemessene Übersetzung; es ist flach und beliebig, ganz gemäß dem modernen falschen Evangelium. Noch schwerwiegender ist die Umdeutung des Begriffes „Reich der Himmel“ bei HFA: „Gottes neue Welt“ ist ebenso unbiblisch wie die Verfälschung des „ist nahe herbeigekommen“  beginnt“. „Neue Welt“ enthält nicht mehr den Gedanken der Königsherrschaft Gottes, der sich alles zu unterwerfen hat; es ist ein weltlicher Begriff (Huxley, „Schöne neue Welt“). GN verfälscht das heilsgeschichtlich so präzise „ist nahe herbeigekommen“ zu dem biblisch nicht haltbaren „Gott wird jetzt seine Herrschaft aufrichten“ und bringt einen ebenfalls biblisch falschen ausdeutenden Zusatz „und sein Werk vollenden“. Damit bekommt der Leser mehr Unklarheit und falsche Theologie vermittelt statt mehr Klarheit gegenüber den wortgetreuen Übersetzungen!

 

 

Matthäus 5,20

 

Schlachter 2000

20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen!

 


 

Hoffnung für alle

20 Ich warne euch: Wenn ihr das Gesetz Gottes nicht besser erfüllt als die Pharisäer und Schriftgelehrten, kommt ihr nicht in Gottes neue Welt.

 

Gute Nachricht

20 Ich sage euch: Ihr werdet niemals in Gottes neue Welt kommen, wenn ihr seinen Willen nicht besser erfüllt als die Gesetzeslehrer und Pharisäer.

 

 

In dem Bemühen, den Begriff „eure Gerechtigkeit“ mundgerecht zu übertragen, verfallen GN und HFA in

Formulierungen, die eine Errettung aus Werken hineindeuten. Dasselbe findet sich auch bei NL: „Aber ich warne euch: nur wenn ihr Gott gehorsamer seid als es die Schriftgelehrten und Pharisäer sind, dürft ihr in das Himmelreich hinein.“ Die NGÜ bietet: „Wenn euer Leben der Gerechtigkeit Gottes nicht besser entspricht als das der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr mit Sicherheit nicht ins Himmelreich kommen.“ Auch bei der NEÜ findet sich diese falsche Deutung: „Ich sage euch: Wenn ihr Gottes Willen nicht besser erfüllt als die Gesetzeslehrer und Pharisäer, werdet ihr mit Sicherheit nicht ins Himmelreich kommen.“ Dagegen ist das weise gewählte Wort des Herrn dazu angetan, die Jünger darauf hinzuleiten, dass sie statt irgendeiner eigenen Gesetzeserfüllung eine vollkommene Gerechtigkeit von Gott brauchen, wie sie im Römerbriefgelehrt wird: die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben. Mit der Auflösung von Begriffen wie „Gerechtigkeit“ wird ein falsches Verständnis des biblischen Evangeliums gefördert und das echte Verständnis verhindert. Solche „Bibeln“ sind gerade als Mittel zur Evangelisation von Ungläubigen völlig untauglich!

 

 

Matthäus 16,24-26

 

Schlachter 2000

24 (…) Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!  25 Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. 26 Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben?

 

Hoffnung für alle

24 (…) „Wer mir nachfolgen will, darf nicht mehr sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern muß sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen. 25 Wer sich an sein Leben klammert, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben für mich einsetzt, der wird es für immer gewinnen. 26 Denn was gewinnt ein Mensch, wenn ihm die ganze Welt zufällt, er selbst aber dabei Schaden nimmt? Er kann sein Leben ja nicht wieder zurückkaufen!

 

Gute Nachricht

24 (…) „Wer mir folgen will, muss sich und seine Wünsche aufgeben, sein Kreuz auf sich nehmen und auf meinem Weg hinter mir hergehen. 25 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Aber wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. 26 Was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber zuletzt sein Leben verliert? Womit will er es dann zurückkaufen?

 

 

Hier erkennen wir, wie die klaren, einprägsamen und herausfordernden Worte unseres Herrn umgedeutet

und modern verwässert werden. „Sich selbst verleugnen“ ist etwas anderes als „sich selbst nicht mehr in den

Mittelpunkt stellen“! Andererseits geht das „muss sich aufgeben“ von GN in eine heidnisch-mystische Richtung, die der Schrift auch fremd ist. „Sein Leben verlieren“ um des Christus willen ist etwas völlig anderes als „sein Leben für Christus einsetzen“! Diese Verfälschung entspricht genau der modernen „Frömmigkeit“ des Ichlebens, das dem Herrn dienen will, statt mit Christus gekreuzigt zu sein. Und die tiefschürfende Frage unseres Herrn in V. 26b, was der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben kann, wird in ihrem Bezug zu dem Lösegeld, das Er selbst gestellt hat, völlig verwischt und verfälscht. Ähnlich auch NGÜ: „Was kann ein Mensch als Gegenwert für sein Leben geben?“ NEÜ lehnt sich daran an: „Was könnte er schon als Gegenwert für sein Leben geben?“ NL dichtet frei: „Gibt es etwas Kostbareres als die Seele?“ Die scheinbare Verständlichkeit wird hier wie an ungezählten anderen Stellen erkauft mit geistlicher Verflachung, Vermenschlichung und Verfälschung der ursprünglichen Aussage.

 

 

Johannes 1,16-17

 

Schlachter 2000

16 Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade. 17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.

 

Hoffnung für alle

16 Aus seinem göttlichen Reichtum hat er uns immer und immer wieder mit seiner grenzenlosen Liebe beschenkt. 

17 Durch Mose gab uns Gott das Gesetz mit seinen Forderungen. Aber durch Jesus Christus schenkte er uns seine vergebende Liebe und Treue.

 

Gute Nachricht

16 Aus seinem Reichtum hat er uns beschenkt, uns alle mit grenzenloser Güte überschüttet. 17 Durch Mose gab Gott uns das Gesetz, in Jesus Christus aber ist uns seine Güte und Treue begegnet.

 

 

Auch hier wieder finden wir eine schwerwiegende Verkehrung wichtiger Schlüsselbegriffe: Die Gnade wird in den meisten modernen Übertragungen an verschiedenen Stellen durch blumige andere Begriffe ersetzt: „grenzenlose Liebe“ (HFA) oder „Güte“ (NL: „den Reichtum seines Segens“). Damit wird aber ein Fundament des biblischen Evangeliums heimlich, still und leise untergraben. Wenn die Schrift sagt: Wir haben alle empfangen Gnade um Gnade, dann zielt die Formulierung auf unsere Haltung, auch auf die Aktivität des Glaubens, der die Gnade annimmt. Dieser Aspekt geht bei GN und HFA verloren, aber auch bei NEÜ, wo es heißt: „Aus seinem unendlichen Reichtum hat er uns mit aller erdenklichen Gnade überschüttet“. Hier geht auch das geistliche Verständnis der Formulierung „Gnade um Gnade“ verloren, die zumindest andeutet, dass das Empfangen der Gnade immer wieder neu geschehen muss und geschieht und etwas Wachstümliches ist. Wenn bei GN und HFA „Wahrheit“ durch „Treue“ ersetzt wird, entsteht ebenfalls eine Verfälschung und Verdunkelung. Im biblischen Wortlaut klingt dieser Satz an viele andere an (z.B. „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben…“) Diese Bezüge werden verwischt; offensichtlich ist die Wahrheit in der modernen Frömmigkeit nicht mehr so wichtig …

 

 

Johannes 17,17

 

Schlachter 2000

Heilige sie in deiner Wahrheit! dein Wort ist Wahrheit.

 

Hoffnung für alle

Lass ihnen deine Wahrheit leuchten, damit sie in immer engerer Gemeinschaft mit dir leben. Dein Wort ist die Wahrheit!

 

Gute Nachricht

Lass sie in deiner göttlichen Wirklichkeit leben und weihe sie dadurch zum Dienst. Dein Wort erschließt diese Wirklichkeit.

 

 

HFA zeigt, wie die modernen Übersetzer mit Zentralbegriffen der biblischen Offenbarung umgehen, zu denen auch „heiligen“ gehört: sie werden umschrieben mit menschlich-flachen Ausdeutungen, die wichtige Bedeutungsbereiche des biblischen Begriffes auslassen oder sogar verdunkeln. Die Formulierung bei GN geht noch weiter und bringt eine üble moderntheologisch gefärbte Umdeutung, die den Namen „Übersetzung“ in keiner Weise verdient. „Wahrheit“ ist etwas anderes als „Wirklichkeit“! Aber die Auflösung aller absoluten Wahrheit gehört genauso zum Programm der liberalen Theologie wie auch die Trennung der Wahrheit vom Wort Gottes. „Dein Wort ist Wahrheit“ – darauf kann der Glaube ruhen; so klar und einfach hat der Sohn Gottes es gesagt und gemeint. „Dein Wort erschließt diese Wirklichkeit“ – das ist die verdrehte Sprache der Philosophie, das Geschwätz der Schlange, das den Glauben zerstört. Auch bei NL wird die klare Aussage des Originals verwässert: „Reinige sie und heilige sie, indem du sie deine Worte der Wahrheit lehrst.“ Die klare Aussage „Dein Wort ist Wahrheit“ verschwindet einfach hinter der Umformulierung von GN, HFA und NL! In der NEÜ wird der biblische Begriff „heiligen“ ebenfalls verflachend umschrieben: „Führe sie durch die Wahrheit ganz auf deine Seite!“ In V. 19 wird das wichtige „geheiligt seien in Wahrheit“ von HFA einfach ausgelassen, von GN moderntheologisch umgedeutet. In der NEÜ wird der objektive Zustand des Geheiligt seins vertauscht mit einer persönlichen Haltung: „damit auch sie durch die Wahrheit dir hingegeben sind“

 

 

Römer 1,16-17

 

Schlachter 2000

16 Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen; 17 denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: „Der Gerechte wird aus Glauben leben“.

 

Hoffnung für alle

16 Ich schäme mich nicht für die rettende Botschaft. Sie ist eine Kraft Gottes, die alle befreit, die darauf vertrauen; zuerst die Juden, dann aber auch alle anderen Menschen. 17 Durch sie zeigt Gott, wie er ist: Er sorgt dafür, dass unsere Schuld gesühnt wird und wir mit ihm Gemeinschaft haben können. Dies geschieht, wenn wir uns allein auf das verlassen, was Gott für uns getan hat. So heißt es schon in der Heiligen Schrift: „Nur der wird Gottes Anerkennung finden und leben, der ihm vertraut.“

 

Gute Nachricht

16 Zur Guten Nachricht bekenne ich mich offen und ohne Scheu. In ihr ist die Kraft Gottes am Werk und rettet alle, die der Botschaft glauben und sie im Vertrauen annehmen (…). 17 In der Guten Nachricht macht Gott seine Gerechtigkeit offenbar: seine rettende Treue, die selbst für das aufkommt, was er vom Menschen fordert. Nur auf den vertrauenden Glauben kommt es an, und alle sind zu solchem Glauben aufgerufen. So steht es ja in den Heiligen Schriften: „Wer durch vertrauenden Glauben vor Gott als gerecht gilt, wird leben.“

 

 

Die Lehraussagen der Briefe sind besonders stark von den Umdeutungen, eigenmächtigen Zusätzen und theologischen Verwässerungen der modernen Übertragungen betroffen. Es sei dem Leser empfohlen, hierselbst einmal den ganzen Römerbrief, den Galater-, Epheser- und Kolosserbrief daraufhin durchzusehen. Hier können nur einige wenige Beispiele angeführt werden. An dieser Stelle fallen die menschlich theologisch gefärbten Umschreibungen auf, die statt der präzisen Schlüsselworte des Originals gesetzt werden und die für Nebel in der Lehre sorgen. Nur kurz angedeutet: „befreit“ (HFA) ist nicht gleich „zur Errettung“; bei GN ist nicht das Evangelium Gottes Kraft, sondern in ihm ist nur Gottes Kraft am Werk – ein bedeutsamer Unterschied! Menschenworte ersetzen Gottes ewiges Wort; „Gerecht sein“ ist etwas anderes als„Gottes Anerkennung finden“!

 

Epheser 2,14

 

Schlachter 2000

Denn Er ist unser Friede, …

 

Hoffnung für alle

Durch Christus haben wir Frieden.

 

Gute Nachricht

Christus ist es, der uns allen den Frieden gebracht … hat.

 

 

Hier sehen wir ein Beispiel dafür, wie tiefe geistliche Wahrheiten und Offenbarungen durch die vermenschlichende Umdeutung verfälscht werden. Das inspirierte WORT sagt: „Er, Christus ist unser Friede“; d.h. unser Friede ist in Ihm begründet, an Seine Person gebunden, von Ihm jederzeit abhängig. Bei HFA wird der Mensch das Subjekt; wir haben Frieden; er gehört sozusagen uns, und Christus wird zum Instrument gemacht. Im Grunde findet dieselbe Verdrehung bei GN statt, nur dass die Formulierung vorsichtiger ist. Ähnlich NL: „Denn Christus selbst brachte Frieden …“

 

 

1Tim 2,10-12

 

Schlachter 2000

10 sondern durch gute Werke, wie es sich für Frauen geziemt, die sich zur Gottesfurcht bekennen. 11 Eine Frau soll in der Stille lernen, in aller Unterordnung. 12 Aber ich gestatte einer Frau nicht zu lehren, auch nicht, dass sie über den Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten.

 

Hoffnung für alle

10 Der wahre Schmuck der Frauen ist es, Gutes zu tun. Damit zeigen sie, dass sie Gott lieben und ehren. 11 Die Frau soll lernen, sich in der Gemeinde unterzuordnen und still zuzuhören. 12 Einer Frau erlaube ich nicht, öffentlich zu lehren oder sich über den Mann zu erheben. Sie soll vielmehr still und zurückhaltend sein.

 

Neue Genfer Übersetzung

10 sondern sich dadurch auszeichnen, dass sie Gutes tun; das ist der wahre Schmuck von Frauen, die sich zu Gott bekennen und ihn ehren. 11 Eine Frau soll still und mit ganzer Bereitschaft zur Unterordnung auf das hören, was im Gottesdienst gelehrt wird. 12 Ich gestatte es einer Frau nicht, vor versammelter Gemeinde zu lehren und sich damit über den Mann zu stellen; sie soll sich vielmehr still verhalten.

 

 

Hier fällt auf, wie der biblische Grundbegriff der „Gottesfurcht“ elegant und dem Zeitgeist entsprechend umgangen und ausgelöscht wird. „Gott ehren“ (so auch „Neues Leben“) ist nicht dasselbe wie „Gott fürchten“! Die „erklärenden Zusätze“ „in der Gemeinde“, „öffentlich“ usw. sind genau betrachtet unzulässige Einschränkungen der Aussagen des Paulus, die das inspirierte Wort nicht macht und die nicht in eine zuverlässige Übersetzung gehören. Nach HFA und NGÜ könnten Frauen in Hauskreisen und bei anderen Gelegenheiten durchaus lehren; das Verbot bei Paulus dagegen ist in keiner Weise auf die Gemeindeversammlung beschränkt. Das Verbot, über den Mann zu herrschen bzw. Autorität auszuüben, bedeutet z.B., dass einer Frau die Teilnahme an der Gemeindeleitung oder auch die Leitung eines Hauskreises von Männern und Frauen nicht gestattet ist. Die bewusst „frisierte“ Übersetzung bei HFA lässt das offen, weil es danach angeblich nur um eine innere Haltung geht („sich über den Mann erheben“). Noch weiter geht die NGÜ: Sie deutet das eigenständig neben das Lehrverbot gestellte Verbot, Autorität auszuüben, als einen erklärenden Zusatz um und raubt so der Aussage ihren Grundsatzcharakter. Das ist Verfälschung der Schrift im Sinne modernevangelikaler Abweichungen von Gottes Ordnungen. Ähnliches findet man übrigens auch bei 1. Korinther 14, wo GN z.B. „übersetzt“: „Wie es bei allen christlichen Gemeinden üblich ist [also angeblich nur Sitte], sollen die Frauen in euren Gemeinden schweigen. Sie dürfen nicht lehren [Original: reden], sondern sollen sich unterordnen (…)“. Es steht zu erwarten, dass solche Umdeutungen und Verfälschungen im Sinne des Welt- und Zeitgeistes in künftigen Ausgaben der freien Übertragungen noch zunehmen werden. Dort wo die Bindung an die inspirierten Worte Gottes aufgegeben wurde, wird sich der unheilige Menschengeist mehr und mehr hineindrängen und die Bibel nach seinem Gutdünken umdeuten.

 

1Tim 4,1

 

Schlachter 2000

Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden

 

Hoffnung für alle

Gottes Geist sagt uns ausdrücklich, dass sich in Zukunft manche von Gott abwenden werden, weil sie falschen Propheten hinterherlaufen und teuflischen Lehren glauben.

 

Gute Nachricht

Der Geist Gottes sagt durch den Mund von Propheten klar und deutlich voraus, dass in den letzten Tagen dieser Welt manche den Glauben preisgeben werden. Sie werden sich Leuten anschließen, die sie mit ihren Eingebungen betrügen, und werden den Lehren dunkler Mächte folgen.

 

 

Hier bringt die „kommunikative“ Wiedergabe einen wesentlichen Verlust, ja, eine Verfälschung der Aussage mit sich, die die Leser dieser „Bibeln“ im Unklaren lässt über die wahren Quellen der endzeitlichen Verführung. Dort wo Gottes Wort zweimal betont, dass diese verführerischen Impulse zum Abfall vom Glauben von irreführenden Geistern bzw. Dämonen ausgehen, vernebeln viele modernen Übertragungen das Bild und reden von Menschen statt von Geistern. Auch „teuflische Lehren“ bzw. Lehren dunkler Mächte“ (so auch NEÜ) ist nicht eindeutig identifizierbar wie Lehren von Dämonen. Es fällt auch auf, dass das ernste Wort vom „Abfallen“ abgeschwächt wird zu „abwenden“ (wobei die HFA noch nicht einmal den Glauben erwähnt!) bzw. „preisgeben“. Auch NL ist hier nicht klar: „Nun sagt uns der Heilige Geist ausdrücklich, dass manche sich am Ende der Zeit von dem abwenden werden, was wir glauben; sie werden auf Lügen hören und Lehren folgen, die von Dämonen stammen.“

 

 

Hebr 10,38

 

Schlachter 2000

»Der Gerechte aber wird aus Glauben leben«; doch: »Wenn er feige zurückweicht, so wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben«.

 

Gute Nachricht

Wer mir im Glauben vertraut und das Rechte tut, wird durch sein Vertrauen am Leben bleiben. Wer aber mutlos aufgibt, mit dem will ich nichts zu tun haben.

 

NGÜ

Und weiter sagt Gott: Der, der sich auf mich verlässt und im Glauben festbleibt, wird leben. Wenn er sich aber von mir abwendet, werde auch ich nicht zu ihm halten.

 

 

Das Wort aus Habakuk 2,4 wird im NT dreimal in verschiedenen Zusammenhängen angeführt: Röm 1,17; Gal 3,11 und Hebr 10,38. Im Grundtext und den wortgetreuen Übersetzungen wird es auch dreimal identisch wiedergegeben. Doch bei „kommunikativen“ Übersetzungen erlauben sich die Übersetzer die „Freiheit“, es jeweils ihrem Empfinden für den „Sinn“ gemäß umzuformulieren. So lautet das Zitat in Röm 1,17 bei GN: „Wer durch vertrauenden Glauben vor Gott als gerecht gilt, wird leben“. Fast gleich lautet es in Gal 3,11 – aber in Hebr wird es noch weiter entstellt und verkehrt, so daß die liberaltheologisch-ökumenische Werksgerechtigkeit voll durchschlägt: „Wer vertraut und das Rechte tut, wird am Leben bleiben“. Wird hier der „Gerechte“ völlig ins Gegenteil verkehrt, wird er bei NGÜ völlig unterschlagen. Dort lautet das Zitat im Römerbrief: „Der Gerechte wird leben, weil er glaubt“ (Galater fehlt). Bei der NEÜ lautet das Zitat in Röm wie NGÜ, in Gal 3,11 „denn der Gerechte wird aus Glauben leben“ und in Hebr 10,38: „Durch seinen Glauben wird der Gerechte leben“. Das alles mag zwar „dynamisch“ sein, aber „äquivalent“ ist es nicht. Bei NGÜ bringt die künstliche Umformulierung auch noch eine theologische Ausdeutung und Verengung durch das „im Glauben festbleibt“. Auch der angefochtene, manchmal schwankende Glaube erbt das Leben, wenn er echt ist!

 


 

1Pt 5,5-6

 

Schlachter 2000

5 Ebenso ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter; ihr alle sollt euch gegenseitig unterordnen und mit Demut bekleiden! Denn „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade“. 6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit!

 

Hoffnung für alle

5 Den jungen Leuten unter euch sage ich: Ordnet euch den Leitern eurer Gemeinden unter! Und für euch alle gilt: Hütet euch vor Hochmut! Denn „die Hochmütigen weist Gott von sich; aber er hilft denen, die wissen, dass sie ihn brauchen“. 6 Deshalb beugt euch unter Gottes mächtige Hand. Gott wird euch aufrichten, wenn seine Zeit da ist.

 

Gute Nachricht

5 Euch Jüngeren aber sage ich: Ordnet euch den Ältesten unter! Überhaupt müsst ihr – das sage ich allen – im Umgang miteinander jede Überheblichkeit ablegen. Ihr wisst doch: „Gott widersetzt sich den Überheblichen, aber denen, die gering von sich denken, wendet er seine Liebe zu.“ 6 Beugt euch also unter Gottes starke Hand, damit er euch erhöhen kann, wenn die Zeit gekommen ist.

 

 

Hier sehen wir wieder die Zerstörung wichtiger biblischer Begriffe. Eine so wichtige christliche Tugend wie die Demut passt nicht mehr in das „heutige Deutsch“ (oder den heutigen Zeitgeist?). Also wird sie völlig willkürlich durch das Gegenteil umschrieben. Damit wird die Aussage des Wortes Gottes abgeändert. Genauso fällt die „Gnade“ wieder den Umformulierern zum Opfer; HFA lässt sie zu einem Tätigkeitswort verkümmern („hilft“), GN ersetzt sie durch „Liebe“. NEÜ ersetzt in V. 5 „Demut“ durch „Bescheidenheit“ und zerstört damit den Bezug zu dem Zitat aus Spr. 3,34, wo bei NEÜ der „Demütige“ noch vorkommt.

 

 

Offenbarung 2,4-5

 

Schlachter 2000

4 Aber ich habe gegen dich, daß du deine erste Liebe verlassen hast. 5 Bedenke nun, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! (…)

 

Hoffnung für alle

4 Aber das eine habe ich gegen dich: Deine Liebe ist nicht mehr so stark wie früher. 5 Erinnere dich daran, mit welcher Hingabe du einmal begonnen hast. Was ist davon geblieben? Kehre um, und handle wieder so wie zu Beginn. (…)

 

Neues Leben

4 Aber ich habe gegen dich einzuwenden, dass ihr mich und euch einander nicht mehr so liebt wie am Anfang!

5 Erkenne doch, wie weit du dich von deiner ersten Liebe entfernt hast! Kehre wieder zu mir zurück und bemühe dich (!) so, wie du es am Anfang getan hast.(…)

 

 

Wie einprägsam und durchbohrend für das Gewissen sind doch die berühmten Worte unseres Herrn in Offb 2,4! Was machen die „Bibeln in heutigem Deutsch“ daraus? Elegant abgefederte Vorhaltungen, verwässert durch überflüssige Hinzufügungen. Die ernsten und auch harten Worte „verlassen“ und „gefallen“ werden so aufgeweicht, dass die Gewissen nicht mehr ernstlich getroffen werden können. Dasselbe sehen wir bei GN („Eure Liebe ist nicht mehr so wie am Anfang“) und bei NGÜ („du liebst mich nicht mehr so wie am Anfang“). NEÜ bietet: „Du hast deine Anfangsliebe verlassen. Denk einmal darüber nach, wie weit du davon abgekommen bist! Ändere deine Einstellung …“ Der „modern sprachliche“ Ersatz für die „erste Liebe“ ist gewiss nicht besseres Deutsch oder besser verständlich, und „abgekommen“ ist wie die Übersetzung der NGÜ eine Abschwächung zu „gefallen“.

 

 

WEITERE ZITATE

 

  1. Die Verfälschung der biblischen Lehre von der Taufe

 

Schlachter 2000

 

1Kor 12,13

Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, …

Gal 3,27

Denn ihr alle, die ihr in Christus hinein getauft seid, ihr habt Christus angezogen.

Eph 5,26

… damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort,

Kol 2,12

… da ihr mit ihm begraben seid in der Taufe. In ihm seid ihr auch mit auferweckt

Worden durch den Glauben an die Kraftwirkung Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat.

1Pt 3,20-21

20 … in der wenige, nämlich acht Seelen, hindurchgerettet wurden durch das Wasser,

21 welches jetzt auch uns in einem bildlichen Sinn rettet durch die Taufe, die nicht ein Abtun der Unreinheit des Fleisches ist, sondern das Zeugnis eines guten Gewissens vor Gott durch die Auferstehung Jesu Christi.

 

 

Hoffnung für alle

 

1Kor 12,13

Wir haben alle denselben Geist empfangen und gehören durch die Taufe zu dem einen Leib Christi,…

Gal 3,27

Ihr gehört zu Christus, weil ihr auf seinen Namen getauft seid.

Eph 5,26

… damit sie ihm ganz gehört. Durch sein Wort und durch das Wasser der Taufe hat er sie von aller Schuld gereinigt.

Kol 2,12

Denn durch die Taufe ist euer altes Leben beendet; ihr wurdet mit Christus begraben. Aber ihr seid auch mit ihm zu einem neuen Leben auferweckt worden…

1Pt 3,20-21

20 Aber nur acht Menschen wurden in der Arche vor der Wasserflut gerettet.

21 So wie diese acht Menschen damals erfahrt ihr heute eure Rettung in der Taufe….

 

 

Gute Nachricht

 

1Kor 12,13

Denn wir alle, Juden wie Griechen, Menschen im Sklavenstand wie Freie, sind in der Taufe durch denselben Geist in den einen Leib, in Christus, eingegliedert …

Gal 3,27

Denn als ihr in der Taufe Christus übereignet wurdet, habt ihr Christus angezogen wie ein Gewand

Eph 5,26

… um sie rein und heilig zu machen im Wasser der Taufe und durch das dabei gesprochene Wort.

Kol 2,12

Dies geschah in der Christus-Beschneidung, 12 der Taufe. Als ihr getauft wurdet, seid ihr mit Christus begraben worden, und durch die Taufe seid ihr auch mit ihm zusammen auferweckt worden.

1Pt 3,20-21

20 … Nur wenige Menschen, nämlich acht, wurden damals in die Arche aufgenommen und durch das Wasser gerettet, das die Arche trug.

21 Das ist ein Hinweis auf das Wasser der Taufe, die euch jetzt rettet.

 

 

Neues Leben

 

1Kor 12,13

Aber wir haben alle denselben Geist empfangen und gehören durch die Taufe zum Leib Christi.

Gal 3,27

Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft worden seid, gehört nun zu Christus

Eph 5,26

… damit sie befreit von Schuld ganz ihm gehört, rein gewaschen durch die Taufe und Gottes Wort..

Kol 2,12

Denn als ihr getauft wurdet, wurdet ihr mit Christus begraben. Und ihr wurdet mit ihm zu neuem Leben auferweckt

1Pt 3,20-21

20 … Nur acht Menschen wurden vor dem Ertrinken in jener Flut gerettet.

21 Das ist ein Bild für die Taufe, die euch jetzt rettet.

 

 

Die biblische Lehre von der Taufe steht in klarem, unversöhnlichen Gegensatz zu der katholischen Irrlehre der Taufwiedergeburt und des Sakramentalismus, d.h. der Behauptung, ordinierte Diener der Kirche könnten mit gewissen Handlungen (besonders der Wassertaufe) Heil vermitteln, und Gott gebe den Empfängern dieser Handlungen Heil unabhängig vom persönlichen Glauben an Christus. Diese Irrlehre wird ja bekanntlich auch in den protestantischen „Volkskirchen“ festgehalten und ist die Grundlage für diese unbiblischen Gebilde – und die Ursache für die Verdammnis ungezählter Seelen, die ihr Heil von der angeblich rettenden Wirkung ihrer Säuglingstaufe erwartet haben. Die Wassertaufe ist in der Schrift nichts anderes als ein äußeres Zeichen und Bekenntnis zu Christus nach erfolgter Umkehr und Wiedergeburt. Es ist eine sehr ernste Sache, dass die Mehrzahl der neuen Übertragungen (außer der NEÜ; von der NGÜ liegt erst eine der Stellen vor) systematisch alle Stellen, die in den Briefen des NT von der Taufe reden, im Sinne einer rettenden Wirkung der Wassertaufe und damit des Sakramentalismus verfälschen. Das kann eigentlich kein „Zufall“ sein. Können wir solche „Bibeln“ zur Evangelisation von „Fernstehenden“ verwenden? Können wir sie guten Gewissens Jugendlichen in unseren Gemeinden in die Hand geben?

 

 

2. Die Verwässerung des Begriffs „Buße“

 

Mt 3,1-2.8

 

Schlachter 2000

1 In jenen Tagen aber erscheint Johannes der Täufer und verkündigt in der Wüste von Judäa 2 und spricht: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen! (…) 8 So bringt nun Früchte, die der Buße würdig sind!

 

Gute Nachricht

1 Damals trat der Täufer Johannes in der Wüste von Judäa auf und verkündete: 2 „Ändert euer Leben! Gott wird jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden! (…) 8 Zeigt durch euer Leben, daß ihr euch wirklich ändern wollt!

 

Hoffnung für alle

1 In dieser Zeit fing Johannes der Täufer an, in der judäischen Wüste zu predigen. 2 Er rief: „Kehrt um zu Gott! denn jetzt beginnt seine neue Welt.“ (…) 8 Zeigt erst einmal durch Taten, dass ihr wirklich zu Gott umkehren wollt!

 

NEÜ

1 Damals trat Johannes der Täufer in der Wüste von Judäa auf und predigte 2 „Ändert eure Einstellung, denn die Herrschaft des Himmels ist nahe!“ (…) 8 Bringt die Früchte hervor, die beweisen, dass ihr eure Einstellung geändert habt!

 

 

„Tut Buße“ ist klassisches Bibeldeutsch und sollte erklärt werden, anstatt es anders zu übersetzen. „Ändert euer Leben“ (GN) ist keine angemessene Übersetzung des biblischen Begriffes metanoia, der auf die Herzenshaltung und Gesinnung zielt; es ist flach und beliebig, betrifft das äußere Verhalten – ganz gemäß dem modernen falschen Evangelium. Noch schwerwiegender ist die Umdeutung des Begriffes „Reich der Himmel“ bei HFA: „Gottes neue Welt“ ist ebenso unbiblisch wie die Verfälschung des „ist nahe herbeigekommen“ zu „jetzt beginnt“. „Neue Welt“ enthält nicht mehr den Gedanken der Königsherrschaft Gottes, der sich alles zu unterwerfen hat; es ist ein weltlicher Begriff (Huxley, „Schöne neue Welt“; vgl. die „Zeugen Jehovas“). GN verfälscht das heilsgeschichtlich so präzise „ist nahe herbeigekommen“ zu dem biblisch nicht haltbaren „Gott wird jetzt seine Herrschaft aufrichten“ und bringt einen ebenfalls biblisch falschen ausdeutenden Zusatz „und sein Werk vollenden“. Damit bekommt der Leser Unklarheit und falsche Theologie vermittelt statt mehr Klarheit gegenüber den wortgetreuen Übersetzungen! Auch das „Ändert eure Einstellung“ der NEÜ ist verwässert und bringt den Gedanken der Herzensumkehr zu Gott und den Ernst des Aufrufs nicht wirklich zum Ausdruck. Im Vers 8 zeigen die freien Übersetzungen von GN und HFA die moderntheologisch werksgerechte Missdeutung des Evangeliums: erst muss der Mensch durch Taten beweisen, dass er umkehren

will. Die wortgetreue Formulierung bringt dagegen zum Ausdruck, dass die Menschen die Echtheit ihrer schon vollzogenen Buße durch entsprechende Früchte unter Beweis stellen sollten.

 

 

3. Die Verwässerung des Begriffs „Wort Gottes“

 

2. Korinther 2,17

 

Schlachter 2000

Denn wir sind nicht wie so viele, die das Wort Gottes verfälschen, sondern aus Lauterkeit, von Gott aus reden wir vor dem Angesicht Gottes in Christus.

 

Gute Nachricht

Viele verbreiten die Botschaft Gottes, wie man ein Geschäft betreibt. Ich dagegen verkünde sie völlig uneigennützig. Ich rede als einer, der Christus dient. Was ich sage, kommt von Gott, dem ich mich verantwortlich weiß.

 

Hoffnung für alle

Nun, wir machen jedenfalls mit Gottes Botschaft keine Geschäfte wie so manche andere. Wir reden in aller Aufrichtigkeit und in Gottes Auftrag, weil wir mit Christus eng verbunden sind und uns Gott verantwortlich wissen.

 

NEÜ

Denn viele verbreiten die Botschaft von Gott wie solche, die Handel treiben. Wir jedoch predigen völlig aufrichtig.

Wir reden – als ob unsere Worte von Gott selbst kämen – in der Verantwortung vor Gott und in der Kraft von Christus.

 

 

An zahlreichen Stellen wird der fest geprägte Begriff „das Wort Gottes“ / „das Wort des Herrn“ von den modernen Übersetzungen aufgelöst und mit anderen Begriffen oder Formulierungen ersetzt. So ersetzt HFA z.B. in 1Th 2,13 „das von uns verkündigte Wort Gottes“ durch „unsere Predigt“. In 1Th 4,15 heißt es: „Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn“; HFA macht daraus: „Denn das hat uns der Herr ganz gewiss zugesagt“. In Röm 10,17 lesen wir: „Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.“ Daraus macht HFA: „Doch es bleibt dabei: Der Glaube kommt aus dem Hören der Botschaft; und diese gründet sich auf das, was Christus gesagt hat.“ Der klare Begriff „Wort Gottes“ wird aufgelöst und durch eine Handlungsbeschreibung ersetzt (Die Ersetzung von „Gott“ durch „Christus“ in 2Kor 2,17 folgt dem Nestle-Aland-Text). – Am Ende von 2Kor 2,17 verschwindet das wichtige „in Christus“ hinter verschwommenen und unzulänglichen Umschreibungen. „Vor dem Angesicht Gottes“ sagt mehr aus (z.B.: in Seiner Gegenwart, vor Seinen prüfenden Augen) als der menschengemachte Ersatz. Auch in der wichtigen Stelle 1Kor 1,17-24 ersetzen fast alle modernen Übersetzungen „das WORT vom Kreuz“ durch die verschwommene „Botschaft“. Dem folgt auch NEÜ („Die Botschaft vom Kreuz ist nämlich für die, die verloren gehen, eine Dummheit“) und NL („Ich weiß, wie unsinnig die Botschaft vom Kreuz in den Ohren derer klingt, die verloren gehen“). Bei GN und HFA zeigt sich darüber hinaus die bibelkritische Relativierung von Gottes Wort und seiner Kraft durch die Verfälschung der Aussage von einem objektiven Tatbestand zu einem subjektiven Erlebnis. Nicht mehr „Das Wort vom Kreuz ist uns eine Gotteskraft“, sondern: „wir erfahren darin Gottes Kraft“ – ganz im Sinn der modernen Theologie. Dasselbe gilt für V. 24: Nicht mehr „Christus ist Gottes Kraft und Gottes Weisheit“, sondern „wir erfahren in … Christus Gottes Kraft“. Abgeschwächt findet sich das auch bei der NGÜ, die die schlichten biblischen Aussagen auch nicht so stehen läßt, wie sie von Gott gegeben wurden, sondern noch „der Inbegriff von“ dazusetzen muß, bzw. das subjektive „erweist sich“.

 

 

4.     Weitere Zitate aus den modernen Übertragungen

 

Aus dem NT von „Neues Leben“ (NL):

 

Mt 24,4: Jesus antwortete ihnen: „Lasst euch von niemandem etwas weismachen.

[Schl.: Habt acht, dass euch niemand verführt!]

 

Mt 24,8: Doch all das wird erst der Anfang der Schrecken sein, die auf euch zukommen.

[Schl.: Dies alles ist der Anfang der Wehen.]

 

Mt 26,74: Wieder sagte Petrus: „Ich schwöre bei Gott, ich kenne diesen Mann nicht.“

[Schl.: Da fing er an, [sich] zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht!]

 

Mk 1,31: Da verschwand das Fieber, und sie stand auf und machte ihnen etwas zu essen.

[Schl.: und das Fieber verließ sie sogleich, und sie diente ihnen]

 

Mk 9,8: „Als sie sich umschauten, waren Mose und Elia verschwunden, und nur Jesus war noch bei ihnen.“

[Schl.: Und plötzlich, als sie umherblickten, sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein.]

 

Röm 1,11: „Denn ich sehne mich danach, euch zu besuchen und den Segen des Heiligen Geistes mit euch zu teilen, (…)“

 

1Kor 13,10: „Doch wenn am Ende das Vollkommene erscheint, wird das wenige aufhören“

 

2Kor 4,18: So sind wir nicht auf das Schwere fixiert, das wir jetzt sehen, sondern blicken nach vorn auf das, was wir noch nicht gesehen haben.

[Schl.: da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare]

 

Phil 2,5: Geht so miteinander um, wie Christus es euch vorgelebt hat.

[Schl.: Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war]

 

Phil 3,15: Ich hoffe, ihr, die ihr glaubt, stimmt darin mit mir überein.

[Schl.: Laßt uns alle, die wir gereift sind, so gesinnt sein]

 

Kol 3,2: Denkt nicht an weltliche Angelegenheiten, sondern konzentriert eure Gedanken auf ihn!

[Schl.: Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist]

 

Kol 3,5: Deshalb sollt ihr die Schwächen der Welt in euch abtöten:

[Schl.: Tötet daher eure Glieder, die auf Erden sind]

 

 


 

Aus dem NT-Auswahlband der „Neuen Genfer Übersetzung“ (NGÜ) 2000

 

Mt 19,8: „’Nur’ wegen eurer Uneinsichtigkeit  hat Mose euch erlaubt, euch von euren Frauen zu scheiden.

[Schl.: wegen der Härtigkeit eures Herzens]

 

Mt 26,40: Der Geist ist willig, aber die menschliche Natur

[Schl.: das Fleisch] ist schwach.

 

Mt 26,74: Petrus begann, Verwünschungen auszustoßen

[Schl.: Da fing er an [sich] zu verfluchen], und schwor: „Ich kenne den Menschen nicht.“

 

Joh 2,4: Jesus erwiderte, „Ist es deine Sache, liebe Frau, mir zu sagen, was ich zu tun habe?“

[Schl.: Frau, was habe ich mit dir zu tun?]

 

Joh 4,23: Aber die Zeit kommt, ja sie ist schon da, wo Menschen Gott als den Vater anbeten werden, Menschen, die vom Geist erfüllt sind und die Wahrheit erkannt haben. Das sind die wahren Anbeter; so möchte der Vater die haben, die ihn anbeten.

[Schl.: …wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter]

 

Apg 2,29: Liebe Geschwister, ihr erlaubt mir sicher, es offen auszusprechen:

[Schl.: Ihr Männer und Brüder]

 

Apg 9,35: Da wandten sie sich dem Herrn zu und glaubten an ihn.

[Schl.: und sie bekehrten sich zu dem Herrn – „Bekehrung“ kommt nicht mehr vor!]

 

Röm 3,27: Folgt das etwa aus dem Gesetz? Sofern das Gesetz zu bestimmten Leistungen auffordert: nein; sofern das Gesetz jedoch zum Glauben auffordert: ja.

[Schl.: Durch welches Gesetz? Das der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens!]

 

1Th 5,14: Ermutigt die, denen es an Selbstvertrauen fehlt!

[Schl.: Tröstet die Kleinmütigen]

 

Hebr 2,4: und wurde von Gott bestätigt durch Wunder und außergewöhnliche Geschehnisse und viele andere Zeichen seiner Macht sowie dadurch, dass er uns nach seinem freien Ermessen Anteil am heiligen Geist und seinen Gaben gegeben hat.

[Schl.: wobei Gott sein Zeugnis dazu gab mit Zeichen und Wundern und mancherlei Kraftwirkungen und Austeilungen des Heiligen Geistes nach seinem Willen.]

 

Offb 1,10: Hier auf Patmos wurde ich an einem Sonntag, dem Tag des Herrn, vom Geist Gottes ergriffen.

[Schl.: Ich war im Geist am Tag des Herrn…]

 

Offb 3,10: Weil du dich an meine Aufforderung gehalten hast, standhaft zu bleiben, werde ich auch zu dir halten und dich bewahren, wenn die große Versuchung über die Welt hereinbricht, jene Zeit, in der die ganze Menschheit den Mächten der Verführung ausgesetzt sein wird.

[Schl.: Weil du das Wort vom standhaften Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, damit die versucht werden, die auf der Erde wohnen.]

 

 

Aus dem NT der „Guten Nachricht Bibel“ (GN):

 

Mt 5,2: Dann begann er zu reden und lehrte sie, was Gott jetzt von seinem Volk verlangt.

[irreführender Zusatz;  menschliche Ausdeutung]

 

Mt 5,3-5: „Freuen dürfen sich alle, die nur noch von Gott etwas erwarten – mit Gott werden sie leben in seiner neuen Welt. Freuen dürfen sich alle, die unter dieser heillosen Welt leiden – Gott wird ihrem Leid für immer ein Ende machen. Freuen dürfen sich alle, die auf Gewalt verzichten – Gott wird ihnen die Erde zum Besitz geben.

 

Mt 6,9: Unser Vater in dem Himmel! Mach deinen Namen groß in der Welt.

[Schl.: Dein Name werde geheiligt!]

 

Mt 9,22: „Nur Mut, meine Tochter! Dein Vertrauen hat dir geholfen.“

[Schl.: Sei getrost, meine Tochter! Dein Glaube hat dich gerettet!]

 

Mt 18,15: Wenn dein Bruder – und das gilt entsprechend für die Schwester – ein Unrecht begangen hat, … [eigenmächtiger Zusatz]

 

Mt 26,37-38: Angst und tiefe Traurigkeit befielen ihn, und er sagte zu ihnen: „Ich bin so bedrückt, ich bin mit meiner Kraft am Ende.

[Schl.: und er fing an, betrübt zu werden, und ihm graute sehr. Da spricht er zu ihnen: Meine Seele ist tief betrübt bis zum Tod.]

 

Joh 2,17: „Die Liebe zu deinem Haus wird mich noch umbringen.“

[Schl.: „Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt.“]

 

Joh 3,16: Gott hat die Menschen so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hergab. Nun werden alle, die sich auf den Sohn Gottes verlassen, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben.

 

Joh 3,30: Sein Einfluss muss wachsen, meiner muss abnehmen.

 

Joh 6,47: Amen, ich versichere euch: Wer sich an mich hält, hat das ewige Leben.

 

Joh 9,38: „Herr, ich will dir allein gehören!“ sagte der Mann und warf sich vor Jesus nieder.

[Schl.: Er aber sprach: Ich glaube, Herr, und fiel anbetend vor ihm nieder.]

 

Joh 14,6: Ich bin der Weg, denn ich bin die Wahrheit und das Leben. Einen anderen Weg zum Vater gibt es nicht. [Schl.: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!]

 

1Kor 1,18: Die Botschaft, dass für alle Menschen am Kreuz die Rettung vollbracht ist, muss denen, die verloren gehen, als barer Unsinn erscheinen. Wir aber, die gerettet werden, erfahren darin Gottes Kraft.

[Schl.: Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren gehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft.]

 

Eph 1,3: Denn durch Christus hat er uns Anteil gegeben an der Fülle der Gaben seines Geistes in der himmlischen Welt.

[Schl.: der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen [Regionen] in Christus.]

 

2Tim 3,8: So wie die ägyptischen Zauberer Jannes und Jambres sich Mose widersetzten …

[eigenmächtige Hinzufügung aus der jüdischen Tradition]

 

Hebr 11,1: Glauben heißt Vertrauen, und im Vertrauen bezeugt sich die Wirklichkeit dessen, worauf wir hoffen. Das was wir jetzt noch nicht sehen: im Vertrauen beweist es sich selbst.

[Keine Übersetzung, sondern eine vom Geist der Moderntheologie verseuchte Verdrehung!

Schl.: Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.]

 

 

Aus dem NT der „Hoffnung für alle“ (HFA):

 

Mt 4,3-4: Da kam der Teufel und stellte ihn auf die Probe. Er forderte ihn heraus: Wenn du Gottes Sohn bist, dann mach aus diesen Steinen Brot!“ Aber Jesus wehrte ab: „Nein, denn es steht in der Heiligen Schrift: ‚Der Mensch lebt nicht allein vom Brot, sondern von allem, was Gott ihm zusagt!’“

[Schl.: Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine Brot werden! Er aber antwortete  Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!“]

 

Mt 10,14: … so geht fort und schüttelt den Staub von euren Füßen als Zeichen dafür, dass ihr die Stadt dem Urteil Gottes überlasst.

[eigenmächtiger ausdeutender Zusatz.]

 

Mt 16,16: Da antwortete Petrus: Du bist Christus, der von Gott gesandte Retter, der Sohn des lebendigen Gottes! [eigenmächtiger ausdeutender Zusatz, nicht gekennzeichnet.]

 

Mt 24,4: Jesus antwortete: „Lasst euch von keinem Menschen täuschen und verführen! [ausgelassen: Habt acht! ] Denn viele werden [ausgelassen: unter meinem Namen] auftreten und von sich behaupten: ‚Ich bin Christus!’

 

Mt 28,20: Lehrt sie, so zu leben, wie ich es euch aufgetragen habe.

[Schl.: und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe.]

 

Mk 4,9: Hört genau auf das, was ich euch sage!

[Schl.: Wer Ohren hat, zu hören, der höre!]

 

Mk 4,23: Denkt genau darüber nach, was ich euch gesagt habe, und richtet euch danach!

[Schl.: Wer Ohren hat, zu hören, der höre!]

 

Mk 9,8: Als sich die Jünger umsahen, waren sie plötzlich mit Jesus allein.

[Schl.: Und plötzlich, als sie umherblickten, sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein.]

 

Lk 1,30: „Hab keine Angst, Maria“, redete der Engel weiter. „Gott hat dich zu etwas Besonderem auserwählt.

[Schl.: Fürchte dich nicht, Maria! denn du hast Gnade bei Gott gefunden.]

 

Joh 1,1: Das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott selbst.

 

Joh 3,15-16: Jeder, der ihm vertraut, wird das ewige Leben haben. Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.

[Schl.: … damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.]

 

Apg 26,18: Du sollst ihnen die Augen öffnen, damit sie sich von der Finsternis dem Licht zuwenden und aus der Herrschaft des Satans zu Gott kommen.

[Schl.: damit sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Herrschaft des Satans zu Gott]

 

1Kor 1,16: Dass Jesus Christus am Kreuz für uns starb, muss freilich all denen, die verloren gehen, unsinnig erscheinen. Wir aber, die gerettet werden, erfahren gerade durch diese Botschaft vom Kreuz die ganze Macht Gottes. [Schl.: Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren gehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft.]

 

1Kor 2,14: Der Mensch kann mit seinen natürlichen Fähigkeiten nicht erfassen, was Gottes Geist sagt. Für ihn ist das alles Unsinn, denn Gottes Geheimnisse erschließen sich nur durch Gottes Geist.

[Schl.: Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss.]

 

2Kor 11,2-4: Ich werbe geradezu eifersüchtig um euch, so wie Gott um euch wirbt. Wie ein Vater seine Tochter einem einzigen Mann anvertraut, so möchte ich euch mit Christus verloben, damit ihr ihm allein gehört. Zur Zeit aber fürchte ich, dass mir dies nicht gelingt. Denn wie schon am Anfang die Schlange Eva mit ihrer List verführte, so könntet auch ihr davon abgebracht werden, einzig und allein Christus zu lieben und an ihn zu glauben. Ihr lasst euch leicht verführen. Wenn jemand daherkommt und etwas anderes über Jesus sagt, als wir euch gelehrt haben, dann schenkt ihr ihm bereitwillig Glauben.

[Schl.: Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau Christus zuzuführen. Ich fürchte aber, es könnte womöglich, so wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, auch eure Gesinnung verdorben [und abgewandt] werden von der Einfalt gegenüber Christus. Denn wenn der, welcher [zu euch] kommt, einen anderen Jesus verkündigt, den wir nicht verkündigt haben …]

 

Gal 3,11: Dass aber niemand durch das Gesetz Anerkennung bei Gott finden kann, ist ebenfalls klar. Denn schon der Prophet Habakuk sagt: „Nur wer Gott vertraut, wird leben.“

[Schl.: Dass aber durch das Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar; denn „der Gerechte wird aus Glauben leben“.]

 

Eph 1,3: Lob und Dank sei Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns mit seinem Geist reich beschenkt, und durch Christus haben wir Zugang zu Gottes himmlischer Welt erhalten.

[Schl.: … der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen [Regionen] in Christus.]

 

Phil 2,5: Seht auf Jesus Christus:

[Schl.: Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war]

 

Phil 3,15: Wir alle, die wir auf dem Weg zum Ziel sind, wollen uns so verhalten.

[Schl.: Laßt uns alle, die wir gereift sind, so gesinnt sein]

 

Hebr 4,15: Jesus Christus musste mit denselben Versuchungen kämpfen wie wir, doch im Gegensatz zu uns hat er nie gesündigt.

[Schl.: … der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise [wie wir], doch ohne Sünde. –

Hier wird bei HFA die falsche Lehre begünstigt, Christus habe selbst sündige Begierden gehabt und ihnen nur nicht nachgegeben.]

 


 

Aus dem NT der „Neuen evangelistischen Übertragung“ (NEÜ):

 

Mt 26,41: Der Geist ist willig, aber der Körper ist schwach.

[Schl.: das Fleisch ist schwach – einseitige Ausdeutung]

 

Mt 28,20: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Zeit.

[Schl.: der Weltzeit – Aussage verändert]

 

Lk 10,9: Jetzt beginnt Gottes Herrschaft bei euch!

[Schl.: Das Reich Gottes ist nahe zu euch herbeigekommen!]

 

Lk 14,26: Wenn jemand zu mir kommen will, muss ich ihm wichtiger sein als sein eigener Vater …

[Schl.: Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter, …]

 

Joh 1,10: Er war schon immer in der Welt, doch die Welt …

[Schl.: Verfälschender Zusatz; christologisch irreführend]

 

Joh 3,6: Menschliches Leben wird von Menschen geboren, doch geistliches Leben von Gottes Geist.

[Schl.: Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.]

 

Joh 3,14-18: Und wie Mose damals in der Wüste die Schlange für alle sichtbar aufgerichtet hat, so muss auch der Menschensohn sichtbar aufgerichtet werden, damit jeder, der ihm vertraut, ewiges Leben hat. Denn so hat Gott der Welt seine Liebe gezeigt: Er gab seinen einzigen Sohn dafür, dass jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern ewiges Leben hat. (…) Wer ihm vertraut, wird nicht verurteilt, wer aber nicht glaubt, ist schon verurteilt.

[Schl.: die Schlange erhöhte … jeder, der an ihn glaubt … nicht verloren geht … wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet … ]

 

Joh 5,24: Amen, ich versichere euch: Wer auf meine Botschaft hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben. Auf ihn kommt keine Verurteilung mehr zu; er hat den Schritt vom Tod ins Leben schon hinter sich. [Schl.: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurch gedrungen.]

 

Joh 6,26: Jesus erwiderte: „Ich kann euch mit Sicherheit sagen, warum ihr mich sucht. Ihr sucht mich nur, weil ihr von den Broten gegessen [!] und satt geworden seid. Was Gott euch mit diesem Wunder sagen wollte, interessiert euch nicht.

[Schl.: Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht deshalb, weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.]

 

Joh 6,29: Gottes Wille wird dadurch erfüllt, dass ihr den anerkennt, den er gesandt hat.

[Schl.: Das ist das Werk Gottes, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat.]

 

Joh 6,47: Amen, ich versichere euch: Wer mir vertraut, hat das ewige Leben.

[Schl.: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat ewiges Leben.]

 

Joh 6,63: Der Geist macht lebendig; ihr selber könnt das nicht. Aber die Worte, die ich euch gesagt habe,sind von diesem Geist erfüllt und bringen das Leben.

[Schl.: Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben.]

 

Joh 8,31: Wenn ihr bei dem bleibt, was ich euch gesagt habe, seid ihr wirklich meine Jünger.

[Schl.: Wenn  ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger]

 

Joh 8,58: Ich war schon da, bevor Abraham überhaupt geboren wurde.

[Schl.: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich! Christologische Abschwächung]

 

Joh 19,28: Weil Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er: „Ich habe Durst!“ Denn er wollte auch in diesem Punkt die Voraussagen der Schrift erfüllen.

[Schl.: Nach diesem, da Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet! – Fragwürdige Umdeutung]

 

Apg 4,33: und ein grosser Segen lag auf ihnen allen.

[Schl.: und große Gnade war auf ihnen allen.]

 

Apg 20,31: … dass ich mich drei Jahre lang Tag und Nacht um jeden Einzelnen in der Gemeinde bemüht habe, manchmal sogar unter Tränen.

[Schl.: Darum wacht und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, jeden einzelnen unter Tränen zu ermahnen.]

 

Röm 5,11: Aber es ist nicht nur diese Hoffnung, die uns mit Stolz und Freude erfüllt, sondern auch die Beziehung zu Gott, die uns durch Jesus Christus geschenkt ist.

[Schl.: Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus …]

 

Röm 13,13: Lasst uns ein Leben führen, wie es zum hellen Tag passt, ein Leben ohne Fress- und Saufgelage, ohne Bettgeschichten und Sexorgien …

[Schl.: Lasst uns anständig wandeln wie am Tag, nicht in Schlemmereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Streit und Neid]

 

Gal 5,16: Ich will damit nur sagen: Der Geist Gottes soll euer Leben bestimmen, dann werdet ihr den eigensüchtigen Begierden widerstehen können.

[Schl.: Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.]

 

Eph 1,3: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet hat – durch unsere Beziehung zu Christus im Himmel.

[Schl.: Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen [Regionen] in Christus]

 

Kol 2,9: Denn in Christus allein wohnt die ganze Fülle des göttlichen Lebens …

[Schl.: Denn in ihm wohnt

die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; - das ist weit mehr als „die Fülle des göttlichen Lebens“; christologische Abschwächung; „leibhaftig“ wird unterschlagen]

 

2Tim 2,15: … und das Wort der Wahrheit klar und unverkürzt vertritt.

[Schl.: Strebe eifrig danach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt.]

 

2Tim 2,20-21: … Die einen sind für besondere Anlässe bestimmt, die anderen dienen als Behälter für den Abfall. Wer sich nun von Menschen fernhält, die Abfallbehältern gleichen …

[Schl.: In einem großen Haus gibt es aber nicht nur goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene, und zwar die einen  zur Ehre, die anderen aber zur Unehre. Wenn nun jemand sich von solchen reinigt, wird er ein Gefäß zur Ehre sein …]

 

2Tim 3,8: So wie die ägyptischen Zauberer Jannes und Jambres sich einst …

[nicht gekennzeichneter Zusatz aus nicht inspirierten Quellen der jüd. Tradition]

 

1Joh 1,5: Folgende Botschaft haben wir von ihm gehört und geben sie hiermit an euch weiter

[Schl.: verkündigen]

 

1Joh 4,1-2: Ihr Lieben, glaubt nicht jedem, der behauptet, er sei mit Gottes Geist erfüllt, sondern prüft, was er sagt, ob es wirklich von Gott kommt. … Wer bekennt, dass Jesus Christus als wirklicher Mensch zu uns kam, hat den Geist Gottes.

[Schl.: Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen. Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist aus Gott …]

 

Offb 19,10: Bete Gott an! Denn die prophetische Botschaft ist die Botschaft von Jesus.

[Schl.: Denn das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung]

 

 

Aus dem NT der „Volxbibel“

 

Wenn wir hier schweren Herzens einige weitere Zitate aus der perversen „Volxbibel“ veröffentlichen, dann nur, um die bösartigen Lästerungen in diesem Machwerk bloßzustellen. Dazu zitieren wir aus der „Erklärung zur ‚Volxbibel’“ vom 6. 4. 2006: „An ungezählten Stellen wird der heilige Gott entheiligt und jede Gottesfurcht zerstört und mit Füßen getreten. Die Worte, die dem Herrn in den Mund gelegt werden, sind flapsig, unrein, verdreht. Es ist ein anderer Jesus, der in der ‚Volxbibel’ unheimliche und perverse Aussprüche tut, die mit der heiligen, reinen Sprache der Bibel und des echten Herrn Jesus Christus nichts mehr zu tun haben.“

 

Mt 6,5-15: Wenn ihr mit Gott redet, könnt ihr schön locker bleiben. (…) Wenn du aber mit Gott reden willst, dann hock dich in deine Bude, mach die Tür hinter dir zu und quatsch dich mit ihm aus. Gott ist wie ein richtig guter Papa, der weiß genau, was in dir abgeht, er wird dir helfen können.

 

Mt 11,25: Und Jesus fing an vor allen mit Gott zu reden: „Hey Papa, du regierst über das ganze Universum. (…) Yes, Daddy, du hast Bock, dass es so passiert und nicht anders. Mein Papa hat mir den Joystick für diese Welt in die Hand gegeben. (…) Lasst mich der Boss in eurem Leben sein und lasst euch von mir zeigen, wie man richtig lebt!

 

Mt 16,23: Jesus war plötzlich super genervt und schrie in Richtung Petrus: „Satan hau ab! Du willst mich nur austricksen!“

 

Mt 18,14: Genauso ist mein Papa drauf, er will nicht, dass ihm irgend jemand durch die Lappen geht, er liebt sie alle!

 

Röm 5,2: Durch ihn haben wir den PIN-Code für das Türschloss zum Himmel, auf diesen abgefahrenen Augenblick können wir uns jetzt schon tierisch freuen!

 

Röm 8,1: Wer nun zu Jesus Christus gehört, wird von Gott nie fertig gemacht werden.

 

Röm 8,14: Alle, die nach dem neuen Programm laufen, haben das Ticket in der Tasche, um in Gottes Familie dabei zu sein.

 

Röm 8,30: Und wen Gott dazu ausgecheckt hat, den hat er auch dazu gerufen, mit ihm ewig abzuhängen. (…) Und wen er von seinem Dreck befreit hat, der weiß schon jetzt sicher, daß er mal ganz groß rauskommen wird.

 

Eph 1,7: Seine Liebe zu uns ist so riesengroß, dass er bereit war, unsere Freiheit mit dem Tod seines Sohnes zu bezahlen, damit wir unseren Dreck los sind.

 

Eph 5,5: Hey, eins muss euch doch echt klar sein: In Gottes Land hat keiner Platz, der nur auf Partyleben aus ist, der ständig feiern geht, ohne eine Grenze einzuhalten. Auch für Pornofans oder Geizkragen ist da nichts zu holen …

 

Eph 6,12: Wir kämpfen ja nicht gegen Menschen (…) sondern gegen übernatürliche Mächte, gegen böse Geister, linke Bazillen aus einer parallelen Dimension, gegen die dunkle Seite der Macht, die diese Welt beherrscht.

 

-----------------------------------------------------Anhang Ende----------------------------------------------------

 

 

Vor meinen Kommentaren habe ich (FG) gesetzt.

 

Moderne Bibelübersetzungen unter der Lupe

Von der „Guten Nachricht“ bis zur „Volxbibel“

 

Rudolf Ebertshäuser

 

 

Einleitung

Bibelübersetzungen „in heutigem Deutsch“ –eine Hilfe zum Verständnis von Gottes Wort?

 

In den letzten Jahren gewinnen die modernen Bibelübersetzungen in heutiger Sprache immer mehr an Einfluss auf dem christlichen Buchmarkt, aber auch im Leben christlicher Gemeinden. Zuerst war es die „Gute Nachricht“ (abgekürzt GN), später kam die „Hoffnung für alle“ (HFA) hinzu; inzwischen sind mit „Neues Leben“(NL), „Neue Genfer Übersetzung“ (NGÜ) und „Neue Evangelistische Übertragung“ (NEÜ) drei weitere solche Übersetzungen herausgekommen, dazu kommt noch die „Volxbibel“ im gotteslästerlichen Jugendslang sowie die feministische „Bibel in gerechter Sprache“, die ebenfalls zu den modernen freien Übertragungen gerechnet werden müssen.

 

(FG)

 

    Diese Übersetzungen/Übertragungen sollte Rudolf Ebertshäuser (fortan mit E. abgekürzt) nicht alle

    über einen Kamm scheren.

 

Diese Bibelausgaben werden zumeist mit dem Argument empfohlen, dass sie auch für jüngere Leser und allgemein für den „Menschen von heute“ besser verständlich seien als die herkömmlichen Übersetzungen wie Luther, Elberfelder oder Schlachter. Sie werden als „urtextnah“ bezeichnet, als zuverlässige Wiedergaben des biblischen Textes in den Ursprachen. Ja, sie treten sogar mit dem Anspruch auf, den Inhalt der Bibelbesser wiederzugeben als die klassischen wortgetreuen Übersetzungen.

 

(FG)

 

   Die Übersetzungen, die sinngemäß/sinngetreu übersetzen geben halt den Inhalt der Bibel

   genauer wider.

 

Die modernen Bibelübersetzungen haben vor allem bei jüngeren Christen Anklang gefunden. Sie werden manchmal ergänzend zu den wortgetreuen Übersetzungen gelesen,

 

(FG)

 

    Das ist eine gute Praxis.

 

 aber es gibt immer mehr Gläubige, die fast nur noch solche Bibeln lesen.

 

(FG)

 

    Das ist nicht zu empfehlen.

 

Auch in Gottesdiensten und Wortverkündigungen evangelikaler Gemeinden, in christlichen Zeitschriften oder Traktaten werden solche Übersetzungen zunehmend verwendet.

 

Ist diese Entwicklung positiv und gesund? Können solche Bibeln für gläubige Christen empfohlen werden,

oder üben sie einen unguten Einfluß auf das Glaubensleben aus? Eignen sie sich tatsächlich ideal für Kinder-

und Jugendarbeit und Evangelisation, wie es oft behauptet wird? Sind sie zumindest eine empfehlenswerte

Ergänzung zu den herkömmlichen Bibeln?

 

 

In dieser Schrift möchte der Verfasser eine geistliche Beurteilung dieser modernen Bibelübersetzungen aus

biblischer Sicht geben, d.h. ausgehend von dem, was die Bibel über sich selbst und über den Umgang mit

ihr sagt. Wenn geschrieben steht: „Prüft alles, das Gute behaltet“ (1Th 5,21), dann muß das gerade auch

für die Bibelübersetzungen gelten, die ein gläubiger Christ benutzt.

 

 

Der Verfasser selbst hat über sieben Jahre an der Bearbeitung der Schlachter-Bibelübersetzung mitgewirkt,

die inzwischen als Schlachter-Bibel Version 2000 erschienen ist, und hatte in dieser Zeit Gelegenheit, sich

ausgiebig mit der Frage zu beschäftigen, wie die Heilige Schrift unter geistlichen Gesichtspunkten übersetzt

werden sollte.

 

(FG)

 

    Dann wissen wir wenigstens aus welcher Richtung er kommt und welche Meinungen er vertritt.

 

In seinem Universitätsstudium der Germanistik und Anglistik wie auch in seiner Arbeit als

Verlagslektor hatte er sich zuvor schon mit dem Thema „Übersetzung von Texten“ auseinandergesetzt und

auch praktische Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt. Eine ausführlichere Darstellung dieses Themas

mit Quellennachweisen findet der Leser in dem Buch Gottes Wort oder Menschenwort? Moderne Bibelübersetzungen unter der Lupe. Augustdorf (Betanien Verlag) 2006, vom selben Verfasser.

 

 

 

A. Die Heilige Schrift – vom Urtext zu den Bibelübersetzungen

 

  1. Die Bedeutung der Heiligen Schrift für uns Gläubige

 

Wenn wir das Thema „Bibelübersetzungen“ behandeln, dann sollten wir uns als erstes noch einmal vor Augen führen, wie entscheidend wichtig die Bibel, die Heilige Schrift, eigentlich für uns gläubige Christen ist. Heutzutage sind viele Gläubige in Gefahr, die Heiligkeit und Herrlichkeit des Wortes Gottes gering zuschätzen und menschlich-oberflächlich von der Bibel zu denken. Wir sind uns viel zu wenig dessen bewusst, welch ein Wunder die Bibel in Wahrheit ist und was für einen kostbaren Schatz sie für jedes Kind Gottes darstellt.

 

Wir sollten mit Ehrfurcht und großer Hochachtung von der Heiligen Schrift denken und reden. Wir sollten sie ganz besonders lieben, denn sie ist die Botschaft unseres Gottes an uns Menschen, ohne die wir keine Rettung, kein Leben empfangen könnten und unser Leben als Gläubige auch nicht richtig führen könnten. Das wird uns in den wunderbaren Aussagen des 19. und des 119. Psalms ganz besonders nahe gebracht. Wenn dort vom „Gesetz“ oder der Weisung (hebr. thorah) des HERRN die Rede ist, so gilt das sinngemäß für die ganze Heilige Schrift, die für uns göttliches Gesetz, Weisung und Lehre des Herrn, unseres Gottes ist:

 

 

„8 Das Gesetz des HERRN ist vollkommen, es erquickt die Seele; das Zeugnis des HERRN ist zuverlässig, es macht die Unverständigen weise.

9 Die Befehle des HERRN sind richtig, sie erfreuen das Herz; das Gebot des HERRN ist lauter, es erleuchtet die Augen.

10 Die Furcht des HERRN ist rein, sie bleibt in Ewigkeit; die Bestimmungen des HERRN sind Wahrheit, sie sind allesamt gerecht.

11 Sie sind begehrenswerter als Gold und viel Feingold, süßer als Honig und Honigseim.

12 Auch dein Knecht wird durch sie belehrt, und wer sie befolgt, empfängt reichen Lohn.“ (Psalm 19)

„18 Öffne mir die Augen, damit ich sehe die Wunder in deinem Gesetz! (…)

89 Auf ewig, o HERR, steht dein Wort fest in den Himmeln; (…)

97 Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Ich sinne darüber nach den ganzen Tag. (…)

111 Deine Zeugnisse sind mein ewiges Erbe, denn sie sind die Wonne meines Herzens. (…)

120 Mein Fleisch schaudert aus Furcht vor dir, und ich habe Ehrfurcht vor deinen Bestimmungen! (…)

129 Wunderbar sind deine Zeugnisse; darum bewahrt sie meine Seele. (…)

140 Dein Wort ist wohl geläutert, und dein Knecht hat es lieb.“ (Psalm 119)

 

a)     Die Bibel ist Gottes inspiriertes Offenbarungswort

 

Ohne Gottes Wort wären wir Menschen ganz in der Finsternis und wüssten nichts Zuverlässiges über den lebendigen Gott und Sein Heil. Die Bibel ist so herrlich und kostbar, so wunderbar und vollkommen, weil sie die Selbstoffenbarung des unsichtbaren, ewigen, heiligen Gottes ist, der Himmel und Erde geschaffen hat. Durch die Heilige Schrift redet der lebendige Gott zu sterblichen Menschengeschöpfen; die Bibel ist Gottes Wort, nicht Menschenwort.

 

 

Gott gebrauchte zwar Menschen, um Sein Wort für uns niederschreiben zu lassen, aber was sie schrieben, war dennoch kein normales Menschenwort, sondern es waren die von Gottes Geist gegebenen Worte Gottes selbst. So bezeugt es uns die Heilige Schrift selbst in 2Pt 1,19-21:

 

 

„Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, daß keine Weissagung der Schrift von eigenmächtiger

Deutung ist. Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht,

sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet.“

 

 

In 2Tim 3,16 heißt es: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben“ (gr. theopneustos = „gottgehaucht“, von Gott durch Seinen Geist gewirkt, „inspiriert“). So bezeugt es David, der Prophet und Schreiber der meisten Psalmen:

„Der Geist des HERRN hat durch mich geredet, und sein Wort war auf meiner Zunge“ (2Sam

23,2). So bezeugt es auch Paulus: „und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind“ (1Kor 2,13). So ist es ein Kennzeichen für alle wahren Gläubigen, was Paulus über die Thessalonicher schreibt: „daß ihr, als ihr das von uns verkündigte Wort Gottes empfangen habt, es nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das auch wirkt in euch, die ihr gläubig seid“ (1Th 2,13).

 

 

Glauben wir das wirklich von Herzen? Unser aufrichtiger und uneingeschränkter Glaube an die Inspiration der Schrift gehört zum innersten Kern unseres Glaubenslebens. Ob wir wirklich die Bibel als das irrtumslose, vollkommene Offenbarungswort Gottes anerkennen oder nicht, ob wir uns ehrfürchtig vor diesem Wort beugen oder es kritisch-überheblich und eigenwillig in Frage stellen – daran entscheidet sich unser ganzes geistliches Leben. Das hat Konsequenzen bis in die Ewigkeit!

 

b) Die Bibel ist das Wort des Lebens

 

Das Wort Gottes ist nichts Totes, Lebloses, Antiquiertes, kein „toter Buchstabe“, sondern es ist „lebendig  und kräftig“ (Hebr 4,12 - Luther); es ist „Geist und Leben“ (Joh 6,63); was wir in der Bibel lesen dürfen, sind „Worte des ewigen Lebens“ (Joh 6,68-69). Das von Gott selbst eingegebene Wort ist nach Gottes Ratschluss das entscheidende Mittel, um sündige, verfinsterte, verlorene Menschen zu erretten und zur Wiedergeburt, zum ewigen Leben zu führen: „Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort“ (Röm 10,17).

 

Petrus bezeugt auch uns: „Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt“ (1Pt 1,23-25; vgl. Jak1,18). Das in der Bibel geoffenbarte Wort von Christus ist „Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt“ (Röm 1,16; vgl. 1Kor 1,18). Nur das Wort Gottes in der von Gott gegebenen Form, in den Worten, die vom Geist Gottes eingegeben wurden, hat diese lebensschaffende Kraft. Diese Eigenschaft ist bloßen Menschenworten nicht eigen. Wenn Menschen in ihren eigenen Worten über Gott reden, dann ist das ein relatives, begrenztes, fehlbares Reden. Wenn Gott sich selbst in Seinem Wort offenbart, dann hat dieses Wort göttliche Kraft, und allein dieses kraftvolle Gotteswort schafft neues Leben.

 

 

Ist die Bibel auch für uns persönlich das Wort des Lebens? Lieben wir das Wort Gottes? Nehmen wir uns täglich Zeit, darüber nachzusinnen, darin zu forschen?

 

c) Die Bibel ist die verbindliche Leitlinie für Leben und Dienst der Gläubigen

 

Die Bibel als das geoffenbarte Wort Gottes ist auch die oberste, einzig und völlig verbindliche Leitlinie für das Denken und Handeln jedes wahren Gläubigen. Auch das verleiht ihr ein ganz besonderes Gewicht, eine überragende Bedeutung.

 

Die Bibel ist das vollkommene Lehrbuch für den Gläubigen, durch das der lebendige Gott und der Herr Jesus Christus, unser großer Meister, uns unterweist und belehrt, wie wir als Kinder Gottes leben sollen.

 

„Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet

sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet“ (2Tim 3,16-17; vgl. Röm 15,4; 1Tim 4,6; Tit 1,9)

 

Bei einem Lehrbuch kommt es auf jedes Wort an, auf jede Feinheit der Bedeutung, auf die genaue Wiedergabe der Gedanken, auf den exakten Sinn, den der göttliche Lehrer für uns Menschen in die Worte hineingelegt hat, die Er niederschreiben ließ.

 

Gott hat uns Sein Wort geoffenbart, damit wir es im Glauben annehmen und im Gehorsam ausleben! (Vgl. auch Röm 1,5.) „Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer“, sagt uns Jakobus (Jak 1,22). Hier dürfen wir uns an die Worte unseres Herrn Jesus Christus erinnern: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“ (Joh 8,31-32). „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer mich nicht liebt, der befolgt meine Worte nicht.“ (Joh 14,23-24; vgl. Mt 7,24-25; Joh 14,21).

 

Das Wort Gottes ist die Richtschnur für jeden geistlichen Dienst für den Herrn, für alle Bereiche des Lebens einer neutestamentlichen Gemeinde. Dies ersehen wir u.a. aus dem Vorbild der Jerusalemer Gemeinde, die beständig in der Lehre der Apostel blieb (Apg 2,42). Der Apostel Paulus zeigt uns das in seinem 1. Brief an die Korinther, wo er schreibt: „Ich lobe euch, Brüder, dass ihr in allem an mich gedenkt und an den Überlieferungen festhaltet, so wie ich sie euch übergeben habe“ (1Kor 11,2). Später betont er: „Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe“ (1Kor 11,23) und zeigt die Verbindlichkeit seiner Anweisungen für alle Gemeinden in 1Kor 14,37: „Wenn jemand glaubt, ein Prophet zu sein oder geistlich, der erkenne, dass die Dinge, die ich euch schreibe, Gebote des Herrn sind.“

 

Auch hier gilt wieder: Wenn es Gottes Wille ist, dass wir die Lehre und die Gebote der Apostelbriefe genau und verbindlich einhalten und in unserem Dienst und Gemeindeleben umsetzen, dann ist es dazu unerlässlich, dass wir eine zuverlässige, genaue Übersetzung dieser inspirierten Anweisungen in Händen haben, eine Übersetzung, die uns den genauen Sinn und auch feine Einzelheiten des göttlichen Gebotes erkennen lässt.

 

Ist das so in unserem Leben? Lassen wir uns von dem Wort Gottes leiten, bestimmen, auch korrigieren? Oder schieben wir es beiseite, wenn es uns Dinge sagt, die uns nicht gefallen? Leben wir im Glaubensgehorsam? Streben wir – bei allem Versagen und allem Mangel – aufrichtig danach, die Gebote unseres Herrn und Meisters zu befolgen? Nehmen wir es genau mit Gottes Anweisungen, oder genügt es uns, sie nur so obenhin und ungefähr zu befolgen?

 

d) Gottes Auftrag an uns, das Wort der Schrift zu bewahren

 

Das Wort Gottes ist uns Gläubigen als ein überaus kostbarer Schatz anvertraut worden, damit wir es bewahren. Davon schreibt der gefangene Apostel Paulus an Timotheus:

 

„Denn ich weiß, an wen ich glaube, und ich bin überzeugt, dass er mächtig ist, das mir anvertraute Gut zu bewahren bis zu jenem Tag. Halte dich an das Muster der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus ist! Dieses edle, anvertraute Gut bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt!“ (2Tim 1,12-14)

 

Die Worte Gottes, die der Apostel Paulus an Timotheus und die anderen Gläubigen weitergab, waren ihm von Gott anvertraut worden, und der Apostel äußert hier die von Gott selbst eingegebene Gewissheit, dass Gott auch über den Tod des Paulus hinaus Sein Wort bewahren würde. Zugleich wendet Paulus sich an Timotheus und die Gläubigen der nachfolgenden Generationen und beauftragt sie von Gott, dieses anvertraute, kostbare Wort Gottes weiter zu bewahren in der Kraft des Heiligen Geistes.

 

Dieses Gebot, Gottes Wort zu bewahren, finden wir im AT wie im NT ausgesprochen, z.B. in 5Mo 13,1: „Das ganze Wort, das ich euch gebiete, das sollt ihr bewahren, um es zu tun; du sollst nichts zu ihm hinzufügen und nichts von ihm wegnehmen!“ (vgl. auch 5Mo 26,16; 29,8; Ps 119,34.106.129), und: „Ich gebiete dir vor Gott, der alles lebendig macht, und vor Christus Jesus, (...) dass du das Gebot unbefleckt und untadelig bewahrst bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus (...)“ (1Tim 6, 13-14; vgl. 1Tim 6, 20; Offb 3,8; 22,7). Wir finden dasselbe Wort auch in Mt 28,20: „und lehrt sie alles halten [od. bewahren], was ich euch befohlen habe“.

 

„Bewahren“ bedeutet:

 

** Wir sollen über dem Wort Gottes wachen und jeden Angriff gegen dieses Wort zurückweisen, jede Verfälschung, jedes Hinzufügen zum inspirierten Wort oder Wegtun davon.

 

** Wir sollen das Wort Gottes uns selbst einprägen, mit ihm ständig Umgang haben und es reichlich in uns wohnen lassen.

 

** Wir sollen das Wort Gottes befolgen, an ihm festhalten und es im Gehorsam in die Tat umsetzen.

 

** Wir sollen das Wort Gottes durch Lehre und Verkündigung weitergeben, an die Ungläubigen wie auch an die Gläubigen, besonders an die jüngere Generation.

 

 

Hierin sollte uns das Wort des erhöhten Herrn an die Gemeinde von Philadelphia leiten und ermutigen: ... du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet“

(Offb 3,8).

 

Gott hat in gewissem Sinn Sein Wort uns, Seiner Gemeinde, anvertraut, damit wir es bewahren. Haben wir uns über diese herausfordernde Aufgabe schon einmal Gedanken gemacht? Wie wichtig ist uns unsere Bibel? Bewahren wir Sein Wort?

 

  1. Zur Geschichte und Bedeutung der Bibelübersetzungen

 

Gott hat Sein Wort ursprünglich in den Sprachen Hebräisch (wenige Abschnitte auch Aramäisch) für das AT und Griechisch für das NT niederschreiben lassen. Das Hebräische war die Sprache des Volkes Israel, des Volkes des Alten Bundes. Das Griechische war die Weltsprache des damaligen Römischen Reiches. Aber Gott wollte, dass Sein Wort in allen Sprachen der Welt verbreitet wird. Die Aufgabe, das Wort Gottes in die Sprachen der Völker zu übersetzen, ergibt sich folgerichtig aus dem Auftrag des Herrn, das Evangelium in aller Welt zu verkündigen, und gehört eigentlich auch mit in den Auftrag, das Wort zu bewahren.

 

Spätestens im 2. Jh. entstanden erste Übersetzungen der Bibel in andere Sprachen. Zu den frühesten uns bekannten Übersetzungen zählt die syrisch-aramäische und die altlateinische. Überall, wo das Evangelium zu den Völkern außerhalb des griechischen Sprachraums hingetragen wurde, entstand auch eine Bibelübersetzung. Wir kennen u.a. alte Übersetzungen ins Koptische, Äthiopische, Armenische, Georgische, Persische, Gotische und Arabische.

 

Die Entartung der nachapostolischen Gemeinde zur katholischen Kirche behinderte die Übersetzung der Bibel für einige Zeit beträchtlich, denn nach der verdorbenen Lehre der Kirche sollte das einfache Volk die Bibel nicht lesen. Nur die lateinische „Vulgata“ galt als rechte Bibel; Übersetzungen in die Volkssprache waren z. T. verboten. Doch überall, wo der Geist Gottes Bekehrungen und Erweckung schenken konnte, wie z.B. bei den Waldensern, Hussiten und Lollarden (Wycliff), da gab es auch Bibelübersetzungen in die Volkssprachen.

 

Mit der Reformation gab es einen bedeutenden neuen Durchbruch des Evangeliums, und ganz folgerichtig kam es zu einem großen Aufschwung für die Übersetzung der Bibel. Den Anfang der reformatorischen Bibelübersetzungen durfte Martin Luther machen. Sein Neues Testament in Deutsch erschien 1522. In den folgenden Jahren erschienen Bibelübersetzungen wie die Zürcher Bibel, die französische Olivetan-Bibel, die englische Tyndale-Übersetzung, aus der die King-James-Bibel entstand, die niederländische Statenvertaling, die italienische Diodati-Bibel, die spanische Reina-Valera-Übersetzung und viele andere mehr. Auch unsere heutigen deutschsprachigen Bibeln sind Übersetzungen aus den Ursprachen in unsere Sprache, die letztlich auf die bahnbrechende Übersetzung Martin Luthers in der Reformationszeit zurückgehen.


 

3.     Welche Eigenschaften sollte eine gute Bibelübersetzung für die gläubige Gemeinde haben?

 

Viele von uns wissen sicherlich, dass eine Übersetzung aus einer Sprache in eine andere nicht immer ganz einfach ist, weil die Sprachen z.T. recht unterschiedlich aufgebaut sind. Manche haben in der Schule diese Erfahrung bei Übersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche und umgekehrt gemacht; das gilt aber noch mehr für Sprachen, die weiter auseinander liegen. Es gibt Übersetzungen, die Inhalt und Sinn des Originals sehr treffend und genau wiedergeben; andere dagegen entfernen sich weit vom Original oder geben das Original sogar falsch wieder.

 

Aus diesem Grund ist es für die gläubige Gemeinde nicht gleichgültig, welche Bibelübersetzungen in der Verkündigung und im privaten Bibellesen benutzt werden. Vielmehr gehört es zu dem Auftrag des Herrn, Sein Wort zu bewahren, dass die Gemeinde, vor allem die Hirten und Lehrer in der Gemeinde, die Bibelausgaben, die den Gläubigen angeboten werden, auf ihre Qualität hin prüfen. Eine geistlich mangelhafte Bibelübersetzung wirkt sich schädigend auf unser ganzes geistliches Leben aus, so wie ein falsches, ungenaues Metermaß, das wir beim Hausbau verwenden, dazu führt, dass alle Maße des Hauses durcheinander kommen und Schäden entstehen.

 

Deshalb wollen wir uns jetzt mit der Frage beschäftigen: Welche Eigenschaften sollte eine zuverlässige, für die gläubige Gemeinde brauchbare Bibelübersetzung aufweisen? Dabei wollen wir uns an den Aussagen der Bibel selbst orientieren und nicht an menschlichen Gedanken. Die Bibel ist solch ein Wunderwerk, dass sie uns auch grundlegende Maßstäbe zur Prüfung einer Bibelübersetzung an die Hand gibt.

 

a) Eine zuverlässige Übersetzung muss auf dem von Gott bewahrten und bestätigten Grundtext des AT und NT beruhen

 

Die erste und grundlegende Anforderung an eine zuverlässige Bibelübersetzung wird heute nur von wenigen Gläubigen beachtet. Jede Übersetzung fußt ja auf einer Textvorlage, und die Übersetzung kann nur so gut und zuverlässig sein wie der ihr zugrunde liegende Originaltext (auch Grundtext genannt). Der Grundtext der Bibel ist der hebräische Text des Alten Testaments (AT) und der griechische Text des Neuen Testaments (NT).

 

Es ist sehr wichtig, dass einer zuverlässigen Bibel auch der durch Gottes Vorsehung bewahrte und zuverlässig überlieferte Text des AT und NT zugrunde liegt (vgl. Ps 12,8), und nicht irgendwelche Texte, die unter dem Einfluss ungläubiger Textforscher und Theologen eigenmächtig abgeändert und verstümmelt wurden (5Mo 13,1!).

 

Seit der Reformation wurde in allen bibeltreuen Bibeln der von den jüdischen Priestern und Gelehrten zuverlässig überlieferte Masoretische Text (MT) des AT zur Grundlage gemacht (vgl. Röm 3,2). Unter dem Einfluss von Aufklärung und Bibelkritik begannen jedoch Theologen und Gelehrte im 19. und 20. Jh., diesen Text in Frage zu stellen und an vielen Stellen durch den Wortlaut alter Übersetzungen (Septuaginta, Vulgata) bzw. anderer Quellen zu ersetzen (Samaritanischer Pentateuch, Targume, Qumran-Handschriften). Ja, sie schreckten nicht davor zurück, an einigen Stellen völlig willkürlich den Text nach eigenen Vermutungen abzuändern, ohne Rückhalt in der Textüberlieferung.

 

Heute geben viele moderne Bibelübersetzungen an zahlreichen Stellen nicht den bewährten Masoretischen Text wieder, sondern unzuverlässige alte Übersetzungen oder sogar eigene Textvermutungen. Dazu gehören GN und HFA, aber auch die „Ökumenische Einheitsübersetzung“, die „Zürcher Bibel“ von 1931, die „revidierte Elberfelder“ u.a. In der „revidierten Elberfelder Übersetzung“ wurden die meisten solchen Eingriffe durch Fußnoten dokumentiert; dort hat der Verfasser 885 eigenmächtige Abweichungen vom Masoretischen Text im ganzen AT gezählt.

 

Im NT ist seit der Reformation die überlieferte und von Gott bestätigte Textgrundlage der Textus Receptus gewesen, der im wesentlichen auf dem Zeugnis der großen Mehrheit aller griechischen Handschriften (dem „byzantinischen Mehrheitstext“) beruht. Der Textus Receptus liegt allen großen und gesegneten Bibelübersetzungen seit dem 16. Jahrhundert zugrunde, z.B. der Luther- und der Zürcher Bibel, der King-James-Bibel, der italienischen Diodati, der französischen Bibel von Ostervald und vielen anderen.

 

(FG)

 

    Den wenigen Übersetzungen, die E. als „gesegnet“ anführt – und das waren sie auch, da hat er

    recht – stehen die weit überwiegende Anzahl von Übersetzungen ins Deutsche und in andere  

    Sprachen gegenüber, die auch gesegnet waren und sind. Viele werden von E. abgetan, wie es

    weiter unten in diesem Schriftstück zu sehen ist.

 

Auch im griechischen NT wurde unter dem Einfluss von Aufklärung und Bibelkritik der überlieferte Wortlaut in Frage gestellt und an zahlreichen Stellen verkürzt und verändert. Das Endergebnis ist der heutige „Nestle- Aland“-Text des NT, der von einem ökumenischen Gremium bibelkritischer Wissenschaftler (unter ihnen ein Vertreter des Vatikan) per Mehrheitsbeschluss festgelegt wird. 

 

(FG)

 

   Nu mal halb lang. E. verteidigt ja den Textus Receptus agressiv mit unhaltbaren Rundumschlägen

   gegen den wissenschaftlichen Text des Neuen Testaments von Nestlé-Aland. Dieser ist übrigens die

   Textgrundlage, von der aus alle großen Bibelübersetzungsgesellschaften weltweit übersetzen.

 

   Einen Link mit der Gegenüberstellung von Textus Receptus und Nestlé-Aland habe ich Euch

   soeben geschickt. Da sieht man, wie und wo E. schiefliegt.

 

Zu den bekanntesten abgeänderten Stellen gehören 1Tim 3,16, 2Kor 5,17, Röm 1,16, Joh 6,69, Joh 7,8, Joh 9,35 und 1Kor 7,3. Die Streichung von überlieferten Gottesworten ergäbe eine sehr lange Liste; es seien nur kurz einige wichtige Stellen genannt: Eph 3,9; Phil 4,13, Gal 4,7; Mt 6,13; Mt 18,11; Mk 2,17; Mk 10,21; Mk 15,28; Lk 4,18; Lk 9,56; Joh 6,47; Apg 8,37; 1Kor 5,7; Kol 1,14; 1Tim 6,5; 1Joh 4,19. All das läßt sich nachprüfen, wenn man eine nach dem Textus Receptus übersetzte Bibel wie etwa Schlachter 2000 oder Luther 1912/1545 mit einer auf textkritischer Grundlage beruhenden Bibel wie etwa der Luther 1984 oder der Revidierten Elberfelder vergleicht.

 

Die „ältesten“ und angeblich zuverlässigsten Textzeugen, auf die sich die moderne Textkritik bei diesen Änderungen beruft, sind einige wenige Handschriften aus Oberägypten, die von der dort herrschenden Irrlehre der Gnosis beeinflusst wurden und deshalb besonders solche Stellen veränderten, wo es um die Gottheit, die Sohnschaft und Herrlichkeit Jesus Christi ging.

 

(FG)

 

    Das muß E. erstmal bewiesen.

 

Alle diese Zusammenhänge können in dieser Broschüre nur kurz gestreift werden; zur weiteren Orientierung werden die Schriften Dreihundert wichtige Veränderungen im Text des NT. Ein Vergleich zwischen Textus-Receptus-Bibeln und textkritischen Bibeln sowie Der zuverlässige Text des Neuen Testaments. Der Textus Receptus und die Veränderungen in den modernen Bibeln vom selben Verfasserempfohlen (siehe Umschlaginnenseite hinten).

 

b) Eine zuverlässige Übersetzung muss die von Gott inspirierten Grundtextworte getreu wiedergeben

 

Das ist die allerwichtigste Eigenschaft, die wir brauchen: Eine Bibelübersetzung für die gläubige Gemeinde muss grundsätzlich wortgetreu sein. Sie muss die von Gott gegebenen Worte des Hebräischen und Griechischen genau und zuverlässig wiedergeben. Sie darf vom Originaltext nichts wegnehmen und nichts hinzufügen.

 

Das ergibt sich aus der Lehre der Verbalinspiration (= wörtlichen Eingebung der Schrift durch Gott), wie sie uns die Bibel selbst offenbart: Gott hat einzelne Worte gegeben, Worte von unendlicher Bedeutung, von unschätzbarem Gewicht. Gottes Botschaft beruht auf konkreten, bestimmten, überlieferten Worten in Hebräisch und Griechisch. Gott hat nicht nur Gedanken hinterlassen, die beliebig umformuliert werden könnten, sondern klare, konkrete, einzeln bedachte und gewichtete Worte, „Worte des ewigen Lebens“ (Joh 6,68).

 

Ein Bibelstudium zu dem Begriff „Wort / Worte“ zeigt, dass es Gott in der Schrift auf den genauen Wortlaut Seiner Botschaft ankam, den die Propheten exakt weitergeben sollten und von denen sie weder etwas wegtun durften, noch etwas hinzufügen (vgl. u.a. 2Mo 34,27; 5Mo 4,2; Jos 8,35; Ps 12,7-8; Jer 26,2; Jer 36,1- 19; Mt 4,4). Diese Grundhaltung der Ehrfurcht vor dem gegebenen Wort des lebendigen Gottes muss auch alles geistlich verantwortliche Bibelübersetzen bestimmen.

 

Die geistliche Forderung an eine gute Übersetzung muss also sein, dass die Worte des Originals so genau und getreu wie möglich wiedergegeben werden, dass jedes inspirierte Grundtextwort angemessen wiedergegeben wird, ohne Sinnverfälschung und eigenmächtige Hinzufügungen oder Weglassungen. Ein sinngemäßes Übersetzen darf nur dort gewählt werden, wo die wörtliche Übersetzung das Verständnis wirklich stark erschweren oder unmöglich machen würde, und auch das sinngemäße Übersetzen muss so nahe wie möglich am Urtext und den vorgegebenen Worten bleiben. Nötigenfalls sollten zusätzliche Informationen über den Originaltext in Anmerkungen bereitgestellt werden.

 

Nur so kann eine Bibelübersetzung wirklich zur Belehrung, Erbauung und Anleitung der Gläubigen dienen. Nur so kann sich die göttliche Kraft und der Segen des inspirierten Wortes der Heiligen Schrift wirklich entfalten. Ohne Wortgebundenheit und Worttreue bringt uns eine Bibelübersetzung keinen geistlichen Nutzen und richtet im Gegenteil Schaden an.

 

c) Eine gute wortgetreue Übersetzung sollte möglichst klar verständlich und in einem angemessenen Deutsch geschrieben sein

 

Das Wort Gottes kann nur dann seine belebende, erbauende Kraft entfalten, wenn es das Verständnis des Lesers auch erreicht und ihm nicht völlig unverständlich bleibt. Es ist daher auch von Bedeutung, dass der geistliche Gehalt und die göttlichen Wahrheiten der Heiligen Schrift dem deutschen Leser in einer Sprache weiter gegeben werden, die er verstehen kann und die keine unnötigen Missverständnisse und Verständnisschwierigkeiten bietet.

 

Dazu ist es keinesfalls nötig, dass die Übersetzung in der so genannten „Gegenwartssprache“ abgefasst wird. Im Gegenteil sehen wir schon am griechischen Sprachgebrauch des Neuen Testaments, dass es zwar im „Koine“- Griechisch, der damals üblichen Umgangssprache der griechisch sprechenden Welt abgefasst ist, aber es ist durchsetzt mit geistlich bedeutungsvollen Sonderwörtern (z.T. in Anlehnung ans Hebräische), die überhaupt nicht dem populären Sprachgebrauch folgen und auch dem Durchschnittsgriechen der damaligen Zeit nicht ohne weiteres verständlich waren.

 

Es ist auch wichtig, dass eine geistliche, bibeltreue Übersetzung bewusst an den von der Reformationszeit her vorgegebenen geistlichen Wortschatz der traditionellen Bibelübersetzungen anknüpft und sich nicht anmaßt, eine völlig neue Bibelsprache zu entwerfen.

 

(FG)

 

    Welche neuere deutsche Bibelübersetzung entwirft eine völlig neue Bibelsprache ?

 

Bestimmte Grundbegriffe wie „Glaube“, „Rechtfertigung“, „Heiligung“ gehören zum geistlichen Verständnis der gläubigen Christenheit deutscher Sprache dazu, und sie sollten bewusst respektiert werden.

 

(FG)

 

     Das werden sie ja in den meisten modernen Bibelübersetzungen ins Deutsche.

     Wenn E. damit die Volx-Bibel und die „Bibel in gerechter Sprache“ meint, hat er natürlich

     recht.Aber E. hat die Neigung, alle modernen deutschen Bibelübersetzungen, die nicht

     der Schlachter-Bibel entsprechen, an der er mitgearbeitet hat, in einen Topf zu werfen und

     zu verunglimpfen.

 

Sie sind Grundelemente der bibelgegründeten Lehre, die die gläubige Gemeinde gerade heute dringend braucht. Auch manche Begriffe, die erklärungsbedürftig sind, wie das Wort „Buße“, sollte man lieber in der Fußnote erklären und im Text beibehalten.

 

Anders sieht es z.B. mit bestimmten althergebrachten Begriffen aus, die irreführend sind und geistlichen Missverständnissen Vorschub leisten. Das kann man z.B. dort sagen, wo in der alten Luther-Bibel an bestimmten Stellen für „gerettet werden“ „selig werden“ und für „Rettung“ „Seligkeit“ steht. Diese Übersetzung verdunkelt, worum es wirklich geht. Ähnliches gilt für den Begriff „Gottseligkeit“, der eine vage Vorstellung von glückseligen Gefühlen in der Gemeinschaft mit Gott vermittelt, während das griechische eu-sebeia die Bedeutung „rechte Gottesverehrung / Gottesfurcht“ hat.

 

Das Trachten nach Verständlichkeit einer Bibelübersetzung muss immer den Grundsatz der Wortgetreue beachten und sich ihm unterordnen.

 

(FG)

 

    Wie kann er das behaupten ? Damit gibt er ja zu erkennen, daß er wörtliche konkordante

    Übersetzung vorzieht.

 

Es muss auch klar sein, dass das wahre Verstehen des Wortes Gottes ein geistlicher Vorgang ist und durch den Geist Gottes bewirkt wird, der das getreu übersetzte Wort dem Lesenden aufschließt und ihn erleuchtet. Die Beschäftigung mit der Bibel erfordert immer das Wirken des Geistes Gottes. Dieses Geisteswirken darf nicht, wie es heute geschieht, durch die ausdeutenden und vereinfachenden Vermittlungsbemühungen menschlicher Übersetzer ersetzt werden.

 

d) Eine zuverlässige Übersetzung sollte allen geistlichen Bedürfnissen des Gläubigen genügen und nicht nur bestimmten Spezialbedürfnissen

 

 

** Sie sollte für die Lehre (2Tim 1,13; 2,15; 1Tim 4,13-16) und das systematische Studium der Schrift (Apg 17,11 – Beröa!) geeignet sein. Das bedeutet: Wortgetreue Übersetzung; ausreichende Einheitlichkeit [Konkordanz] und Genauigkeit in der Wiedergabe der Schlüsselbegriffe und Formulierungen.

 

(FG)

 

    Ich frage mich, wie gut E. die Ursprachen kennt. Z.B. das griechische Wort charis hat

    7 bis 8 Bedeutungen im Griechischen. Das kann man nicht immer konkordant (d.h. auf

    dieselbe Weise) übersetzen. Man muß seinen Sinn im Kontext erfassen und dementsprechend

    übersetzen. Das erfordert saubere Exegese ! Ich bezweifle, ob E. das in seiner Übersetzung

    geleistet hat, wenn er wichtige Schlüsselbegriffe immer einheitlich übersetzt. Das ist eben

    nicht mehr eine genaue Übersetzung, wie er behauptet !

 

** Sie sollte aber auch für die Wortverkündigung (1Tim 4,13; 2Tim 4,1-2), das tägliche Bibellesen und die persönliche Andacht einsetzbar sein; dazu ist eine verständliche, klare, einprägsame Sprache nötig, die auch zum Herzen redet.

 

** Schließlich sollte sie auch für die Evangelisation unter Ungläubigen einsetzbar sein. Hierbei ist es von Vorteil (wenn auch nicht unbedingt nötig), dass die Übersetzung frei von heute un- oder missverständlichen Redewendungen ist und bestimmte Begriffe in Fußnoten erklärt werden.

 

Es ist geistlich falsch und gefährlich, wenn man die verschiedenen Einsatzbereiche einer Bibel im Gemeindeleben auseinander reißt und meint, man müsse für die Evangelisation, die Kinder- und Jugendarbeit und womöglich die persönliche Andacht moderne Übertragungen einsetzen, für die Verkündigung und Lehre aber (noch?) eine wortgetreue Übersetzung. Eine gute Übersetzung sollte, wie dies besonders bei der Lutherbibel auch der Fall war, für alle Bereiche einsetzbar sein.

 

(FG)

 

     Falsch. Was hat er z.B. gegen eine Kinderbibel ? Für verschiedene Empfänger und Zielgruppen

     gibt es doch richtigerweise unterschiedliche Übersetzungen (z.B. eine Bibel für Kinder oder eine

     interlineare Übersetzung für Theologen und Akademiker, die die Ursprachen kennen).

 

e) Eine zuverlässige Übersetzung sollte nur von wiedergeborenen, in der Lehre gesunden Gläubigen verfasst sein

 

Dieser Gesichtspunkt ist leider von den Gläubigen viel zu wenig beachtet worden. Die Mitwirkung ungläubiger, liberal-theologischer „Fachleute“ (Theologen, Übersetzungsexperten

 

  (FG)

 

   Welches Problem hat er mit Theologen ?

     Welches Problem hat er mit (Bibel)Übersetzungsexperten ? Wenn er so ein „Experte“

     in der Bibelübersetzung ist, mit welchem Recht qualifiziert er andere Übersetzungs-

     philosophien und –methoden ab ?

 

) bringt einen geistlich verderblichen Einfluss mit sich, wie 1Kor 2,14 klar zeigt (vgl. auch 2Kor 6,14-15).

 

Die meisten heutigen Revisionen (Überarbeitungen) von einstmals geistlich wertvollen Bibelübersetzungen sind leider unter der Leitung bzw. dem Einfluss ungläubiger moderner Theologen gemacht worden: Dies gilt besonders für die Lutherbibel (Revisionen 1956 und 1984) und die Zürcher Bibel (Revision 1931), aber auch in gewissem Ausmaß für die Revidierte Elberfelder Bibel (1985), wo die liberaltheologischen Tendenzen des Brockhaus-Verlages Spuren hinterlassen haben. Ein einfacher Prüfstein für solche liberal theologischen Verfälschungen der Schrift ist Jesaja 7,14, wo die liberalen Übersetzungen in der Regel „junge Frau“ statt „Jungfrau“ haben (Zürcher, Gute Nachricht im Text, Ökumenische Einheitsübersetzung und Revidierte Elberfelder in der Fußnote).

 

Eine bibeltreue Übersetzung muss auch auf der Grundlage der gesunden Lehre der Schrift erarbeitet werden. Bibelübersetzungen, die von Irrlehrern verfasst wurden bzw. von Irrlehren geprägt sind, müssen wir ablehnen und sollten sie nicht benutzen. Beispiele sind etwa die „Ökumenische Einheitsübersetzung“ und die „Jerusalemer Bibel“ (katholisch); „Gute Nachricht“ (liberaltheologisch-ökumenisch); „Dabhar“/Baader und „Konkordante“ (Allversöhnung); „Mülheimer NT“ (Pfingstbewegung); Albrecht (katholisch-apostolisch); „Neue Welt“ (Zeugen Jehovas).

 

(FG)

 

    Bei einigen dieser Übersetzungen/Übertragungen hat E. recht, bei anderen sollte er

    mit seinen pauschalen negativen Urteilen vorsichtig sein.

 

 

 

B. Die modernen „kommunikativen“ Bibelübertragungen aus bibeltreuer Sicht

 

  1. Die wachsende Zahl der modernen Übertragungen ins Deutsche

 

In den letzten Jahrzehnten hat die gläubige Gemeinde erlebt, wie immer mehr moderne, in der Gegenwartssprache gehaltene Übersetzungen auf den Markt kamen, die den Anspruch erheben, leicht verständlich und doch genau zu sein. Sie werden beworben als die „Bibeln für den Menschen von heute“. Diese Entwicklung ging (wie so vieles) von der englischsprachigen Christenheit, besonders von Amerika, aus. In Deutschland waren Vorläufer dieser modernen Wiedergaben die und die stark verfremdeten und verkürzten Texte des Liberaltheologen Jörg Zink (ab 1965).

 

** 1968 erschien „Das Neue Testament in heutigem Deutsch“ zum ersten Mal, angelehnt an das Vorbild der „Today’s English Version“; 1982 kam die überarbeitete Vollfassung „Die Bibel im heutigen Deutsch – Gute Nachricht“ heraus (abgekürzt: GN; Verlag: Deutsche Bibelgesellschaft, Katholisches Bibelwerk u.a.). Diese Bibel hatte eine deutlich liberaltheologische Prägung und war von vornherein ökumenisch ausgelegt (Mitarbeit katholischer Übersetzer; Abdruck der Apokryphen). Sie stieß bei gläubigen Christen zunächst auf ziemlichen Widerspruch, worauf einige der offenkundigen Anstöße geglättet wurden. Die GN wurde überarbeitet und etwas mehr an den Bibelwortlaut angepasst – offensichtlich war es den ökumenischen Herausgebern wichtig, auch evangelikale Leser für diese Übertragung zu gewinnen. 1997 erschien die Revision als „Gute Nachricht Bibel“. Die GN ist aufgrund ihrer offiziellen Zulassung für den Gebrauch in den evangelischen Kirchen die einflussreichste und wahrscheinlich auch am weitesten verbreitete moderne Übersetzung.

 

(FG)

 

    Die GN hat große Stärken in punkto Verständlichkeit in modernem Deutsch (z.B. die paulinischen

    Briefe wie Römer und Epheser). Der inzwischen verstorbene Rudolf Kassühlke hat die Psalmen

    hervorragend übersetzt. Diese Übersetzung ist auch international höchst anerkannt.

    Natürlich hat sie ihre Schwächen, wie z.B. die Übersetzung des Begriffes „Reich Gottes“je

    nachdem, wie Kassühlke diesen zentralen Begriff der Predigt Jesus nach seiner Interpretation

    unterschiedlich übersetzt.

    Aber welche Übersetzung ist perfekt ? Dafür sind Revisionen da. Luther wird seit 500 Jahren

    revidiert!

 

    ** 1983 erschien in enger Anlehnung an die amerikanische „Living Bible“ von Kenneth Taylor das NT der „Hoffnung für alle“ (abgekürzt HFA; Verlag: Brunnen Verlag Gießen), einer evangelikal-modernen Bibelübertragung. 1996 erschien die Vollausgabe mit AT. Diese Übertragung wurde laut Verlag aus dem Hebräischen und Griechischen übersetzt, allerdings wie beim amerikanischen Vorbild mit sehr starken Abweichungen vom Originalwortlaut, den massivsten von allen modernen deutschen Übersetzungen. Auch diese Übersetzung wurde revidiert, nachdem von gläubigen Lesern Anstoß an manchen Auslassungen, Umdeutungen und geistlich bedenklichen Stellen genommen wurde. (Eine Stelle, in der der verderbliche liberaltheologische Einfluss in der ersten Fassung deutlich wurde, war z.B. die Weglassung des Blutes in Eph 1,7, wo statt des biblischen „in ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut“ übersetzt wurde: „Denn durch das Sterben Jesu am Kreuz sind wir erlöst“).

 

(FG)

 

     Die HfA geht in Richtung Übertragung/Paraphrase zu weit. Aber man findet in ihr immer wieder   

     gelungene Übersetzungen/Umschreibungen, die einem die Augen öffnnen, so daß man die

     traditionellen Übersetzungen zum ersten Mal richtig versteht.

 

Die HFA wurde von einem Übersetzerteam unter Leitung einer Theologin übersetzt – für die modernen „Evangelikalen“ ist das selbstverständlich, trotz 1Tim 2,12. Für bibeltreue Christen sollte es aber klar sein, dass eine solch höchst verantwortungsvolle Aufgabe in den Händen bewährter Brüder und Diener des Wortes liegen muss.

 

(FG)

 

     Warum nicht eine Frau ?

 

** 1985 wurden die Arbeiten an der „Neuen Genfer Übersetzung“ (abgekürzt NGÜ; Verlag: Genfer Bibelgesellschaft) begonnen, einer „kommunikativen“ Übersetzung aus dem evangelikalen Lager, die aufwendig erarbeitet wurde und etwas näher am Grundtext bleibt wie die vorhergehenden Ausgaben, aber ebenfalls auf der Grundlage der „dynamisch-äquivalenten“ Übersetzungsmethode beruht und viele Umformulierungen und ausdeutende Zusätze enthält. Im Jahr 2000 bzw. 2003 erschienen Teilausgaben des NT. Im Vergleich zu den anderen „kommunikativen“ Übersetzungen wird hier der Text von deutlich mehr Fußnoten begleitet, die vielfach Hinweise auf die wörtliche Bedeutung bzw. Übersetzungsalternativen enthalten. Die Übersetzung hat den griechischen Grundtext zur Grundlage und folgt keiner englischen Vorlage. Auch hier hat im Team eine Theologin mitgearbeitet.

 

(FG)

 

     Na und ?

 

** 2002 erschien das NT mit Psalmen der „Neues Leben“-Übersetzung (abgekürzt NL; Verlag: Hänssler); die Vollbibel ist für den Herbst 2005 geplant. Laut Verlag wurde die Übersetzung aus dem hebräischen und griechischen Grundtext gemacht, wobei man sich stark an das Vorbild der „New Living Translation“ angelehnt hat. Für die Übersetzung war ein Team zuständig, das mehrheitlich aus Frauen bestand und von einer Frau geleitet wurde. In der Rekordzeit von zwei Jahren wurde das NT auf den Markt geworfen. NL beruht auf der Methode der „dynamischen Äquivalenz“, aber mit etwas mehr Bezug zum Grundtext als in der HFA. Es ist bezeichnend, dass der Verlag inzwischen auch „Studienbibeln“ mit diesem viel zu freien Text

 

(FG)

 

     „viel zu frei“ ? Was maßt sich E. hier an ?

 

anbietet; das entspricht allerdings auch der oberflächlichen Art von „Bibelstudium“, das heute in evangelikalen Kreisen üblich wird.

 

(FG)

 

     Wie kommt E. zu dem Schluß, daß in evangelikalen Kreisen die Bibel oberflächlich studiert wird ?

     Ein ungeheuerlicher Rundumschlag !

 

** 2003 erschien das NT der „Neuen evangelistischen Übertragung“ (abgekürzt NEÜ; Übersetzer: Karl- Heinz Vanheiden, Verlag: Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg). Sie ist insgesamt weniger abweichend vom Originalwortlaut als GN oder HFA, aber folgt denselben „kommunikativen“ Grundsätzen. Sie wurde nicht direkt aus dem Grundtext übersetzt, sondern unter Einbeziehung anderer Übertragungen u.a. Vorlagen zusammengestellt – eine fragwürdige Vorgehensweise. Im Prospekt 2003/2004 des Verlages erklärt der Übersetzer Karl-Heinz Vanheiden, dass er ursprünglich diese Übertragung aus ganz pragmatischen Gründen unternommen hat, nämlich um für andere Werke einen verständlichen und nicht mit Lizenzkosten belegten Bibeltext zu haben. Über seine Vorgehensweise schreibt er: „Diese Übertragung entstand unter Zuhilfenahme deutsch- und englischsprachiger Übersetzungen und Kommentare und unter Beachtung des Grundtextes. Sie versucht, Sinn und Struktur des Textes zu erfassen und diese auch für einen Leser aus nicht christlichem Umfeld verständlich wiederzugeben.“ D.h. es wurden Formulierungen aus verschiedenen anderen modernen Übersetzungen (bei der Durchsicht fallen besonders GN und NGÜ auf), übernommen und leicht angepasst. Die NEÜ entspricht den „dynamisch-äquivalenten“ Übersetzungsgrundsätzen. Der Verlag empfiehlt die NEÜ auch christlichen Jugendlichen zur Lektüre. Mit dieser Ausgabe öffnen sich auch einflussreiche Kreise der früher konsequent bibeltreuen „freien Brüderversammlungen“, die so viel auf die wortgetreue Elberfelder Bibel hielten, dem modernen Trend zu freien Übertragungen. Es ist zu befürchten, dass diese Ausgabe trotz der vordergründig „evangelistischen“ Zweckbeschränkung auch von Gläubigen als „Bibel“ benutzt wird und so die wortgetreuen Bibeln auch in diesen Kreisen allmählich verdrängt.

 

(FG)

 

     Diese Befürchtung braucht man nicht zu haben. Man kann ja eine sog. „wortgetreue“ Bibel

     und eine „kommunikative“ (wie die gut übersetzte NeÜ) nebeneinander studieren.

 

** Im Dezember 2005 erschien die sogenannte „Volxbibel“, verfasst von dem Begründer der „Jesus-Freaks“, Martin Dreyer, u.a. Mitarbeitern. Sie führt die Grundsätze der „dynamisch-äquivalenten“ Übersetzung bis in ein schrecken erregendes Extrem weiter. Diese vor allem auf die „Jugendszene“ zugeschnittene Übertragung des NT (von „Übersetzung“ kann man hier überhaupt nicht mehr sprechen) verwendet bewusst den entstellten, verdorbenen und schmutzigen Jargon heutiger gottloser Jugendlicher. Dabei werden die heiligen Worte der Bibel so übel verfremdet und verdreht und dem Herrn solche bösartigen Wortentgleisungen in dem Mund gelegt, dass das Ergebnis als letztlich antichristliche Gotteslästerung bewertet werden muss. Unwillkürlich kommen dem Leser Bibelstellen wie 2. Petrus 2 und Judas 4-19 in den Sinn.

 

(FG)

 

     Diese Übersetzung ist natürlich abzulehnen.

 

Nur einige wenige Beispiele seien angeführt. In Mt 26,17-30 wird von einer „Passaparty“ gesprochen. In Mt 5,3-12 heißt es u.a.: „Gut drauf kommen die Leute, die kapiert haben, dass sie Gott mit nichts beeindrucken können. Sie werden mit Gott in dem Land leben, wo er das Sagen hat. … Gut drauf kommen die Leute, die abgehen, wenn Gott sein Ding durchzieht, weil Gott genau das tun wird. … Wenn ihr vera…t oder gelinkt werdet oder man Gerüchte über euch verbreitet wegen mir, dann könnt ihr darüber froh sein. Feiert und habt keine Angst, denn nach dem Leben werdet ihr dafür ganz fett absahnen.“ Das „Vaterunser“ wird auf eine greuliche Weise verdreht: „… Du allein sollst auf dieser Welt ganz groß rauskommen! Du sollst hier das Sagen haben, auf der Erde genauso, wie es ja schon da oben im Himmel der Fall ist. … Und verzeih uns die Sachen, wo wir mal wieder Mist gebaut haben. … Denn dir ist doch nichts unmöglich, du hast die ganze Power und du sollst für immer unser Held sein.“ Einige bibeltreue Brüder erklärten am 6. 4. 2006 dazu in einer Erklärung mit dem Titel „Gott lässt sich nicht spotten“: „Wir sind der Überzeugung, dass die ‚Volxbibel’ das Werk eines irreführenden Geistes aus dem Abgrund ist, und dass diese lästerliche gefälschte Bibel einen anderen Jesus bezeugt als den, der sich in der echten Bibel offenbart hat (2Kor 11,4). Durch ein solches verfälschtes Werk kann nach unserer Überzeugung niemand zum wahren Glauben an den Herrn Jesus Christus geführt werden. Der wahre Heilige Geist, der den Herrn Jesus Christus verherrlicht, wird sich niemals mit solchen unheiligen, schmutzigen Abartigkeiten verbinden. Es ist für uns undenkbar, dass jemand, der den Heiligen Geist in sich hat, solche Perversitäten verfassen könnte.“ Ursprünglich wollte der Brockhaus- Verlag dieses Werk veröffentlichen und hatte alles schon dafür vorbereitet, aber aufgrund von zahlreichen Protesten wurde beschlossen, dieses geschäftlich viel versprechende Projekt unter einem anderen Verlagsnamen („Volxbibel-Verlag“) herauszubringen. Der „Volxbibel-Verlag“ ist ein Tochterverlag der „Stiftung Christliche Medien“, der u.a. Brockhaus, Hänssler und Bundes-Verlag gehören. In der Brockhaus- Herbstvorschau 2005 wird die „Volxbibel“ mit einer Empfehlung von Roland Werner und dem Slogan anpriesen: „Atemberaubende, mutige und provozierende Sprache – Hoher Aufmerksamkeitswert in den Medien“.

 

** Schließlich sollte noch kurz die von „christlichen“ Feministinnen und modernen Theolog(inn)en verfasste „Bibel in gerechter Sprache“ erwähnt werden, die 2006 herauskommen soll und z.T. massive feministische Verfälschungen enthält, bis hin zu gotteslästerlichen weiblichen Umbenennungen der Gottesnamen.

 

(FG)

 

    Auch diese Übersetzung ist abzulehnen.

 

In den vergangenen Jahrzehnten war zu beobachten, wie die modernen Übertragungen immer mehr Einfluss verbreitet, in der irrigen Annahme, dass sie für diese Zielgruppe besonders geeignet wären. Aber inzwischen lesen auch viele erwachsene Gläubige solche Übertragungen lieber als wortgetreue Bibeln. In der Evangelisation wird besonders die „Hoffnung für alle“ als „Bibel für Fernstehende“ häufig eingesetzt.

Es ist daher angebracht, diese Bibelübersetzungen einer genaueren Prüfung zu unterziehen. Sind sie wirklich die geeigneten „Bibeln für die Menschen von heute“, besonders für die Gläubigen des 21. Jahrhunderts?

 

 

2. Was aus dem Wort Gottes gemacht wird – Beispiele aus den modernen Übertragungen

 

Zunächst einmal wollen wir miteinander an einigen Beispielen sehen, wie die modernen Übertragungen die

von Gott eingegebenen Worte des Originaltextes wiedergeben. Sind diese Übertragungen wirklich dem Urtext

getreu, wie sie alle miteinander versprechen? Geben sie ein besseres Verständnis dessen, was Gott

uns in Seinem Wort sagt – oder verdunkeln sie das geistliche Verständnis der Schrift? Wir können das nur

beurteilen, wenn wir bewußt und aufmerksam größere Passagen aus diesen Übertragungen mit einer wortgetreuen

Bibel vergleichen (wir haben hier die revidierte Schlachter-Bibel 2000 gewählt). Liest man die modernen

Texte für sich allein, fallen viele Veränderungen des Wortlauts und des Sinnes gar nicht ohne weiteres

auf. Aber der Vergleich bringt ernste und schwerwiegende Abweichungen vom inspirierten Originalwortlaut

der Bibel ans Licht.

 

Wir haben im folgenden einige beispielhafte Fälle von solchen Veränderungen festgehalten. Die Zahl der

Beispiele ließe sich sehr vermehren. Die hauptsächlich betroffenen Stellen wurden unterstrichen; ein kurzer

Kommentar soll die Art der Veränderungen deutlich machen. Wir haben in erster Linie Beispiele aus den am

weitesten verbreiteten modernen Übersetzungen gewählt, der „Guten Nachricht“ und der „Hoffnung für alle“.

Die anderen Übertragungen enthalten vielfach weniger drastische Abweichungen vom Grundtext, sind aber

ebenfalls viel zu weit vom inspirierten Grundtext entfernt, um als wirkliche Bibelübersetzung gelten zu können.

 

Für diesen Vergleich wurden folgende Ausgaben zugrundegelegt:

·         Schlachter 2000 – Standardausgabe 2003

·         Hoffnung für alle: 1. Auflage d. rev. Fassung 2002

·         Gute Nachricht: rev. Fassung 1997

·         Neues Leben: 1. Auflage 2002

·         Neue Genfer Übersetzung: Teilausgabe 2003

·         Neue evangelistische Übertragung: 1. Auflage 2003

3.     Die Methode hinter den modernen Übertragungen:

 

Was bedeutet „kommunikative Gleichwertigkeit“?

 

Wir haben in den Beispielen gesehen, dass die modernen Übertragungen teilweise sehr stark von den von Gott gegebenen Worten des Originaltextes abweichen. Diese Texte lesen sich recht flüssig, und der Leser meint auch, er könne sie gut verstehen. Aber was die Übertragung vermittelt, ist keineswegs deckungsgleich mit dem, was der Originaltext aussagt. Wir werden uns weiter unten noch mit der geistlichen Bewertung dieser teilweise sehr schwerwiegenden Unterschiede beschäftigen. Hier wollen wir nur in aller Kürze darstellen, wie es zu diesen Abweichungen kommen kann.

 

Der Anspruch der modernen Übertragungen ist ja ein sehr hoher. Sie behaupten, dass sie leicht verständlich seien und die ideale Bibel für den modernen Menschen von heute darstellten. Sie werben damit, dass man in ihnen die Botschaft Gottes in lebendiger, zeitgemäßer Sprache finden könne. Andererseits betonen sie alle, dass sie auch „zuverlässig“ und „urtextnah“ seien. Sie beanspruchen, „auf dem neuesten Stand der Übersetzungswissenschaft“ zu sein, während die wortgetreuen Übersetzungen das ihrer Meinung nach nicht sein können.

 

Wir lesen im Nachwort zur „Guten Nachricht Bibel“ von 1997 die Aussage:

 

„Eine Übersetzung, die nach diesem Grundsatz verfährt, vereint die selbstverständliche (!) Treue

zum Original mit dem Bemühen um größtmögliche Verständlichkeit. Sie kann genauer als eine ‚wörtliche’ Übersetzung angeben, was die Aussage des Textes an einer bestimmten Stelle ist.“

 

Und die „Hoffnung für alle“ empfiehlt sich selbst mit den Worten:

 

„Eine gelungene Übersetzung (…) soll auf ihre Leser möglichst die gleiche Wirkung haben, wie sie das Original auf die damaligen Leser hatte! ‚Hoffnung für alle’ will genau dies erreichen und folgt dabei modernen sprachwissenschaftlichen Erkenntnissen und Übersetzungsmethoden“ (Vorwort 2002).

 

Über all die Jahrhunderte, so muss der Bibelleser den Eindruck gewinnen, plagten die Übersetzer ihre Leser mit einer verkehrten, unangemessenen Methode, so dass eigentlich niemand die Bibel richtig verstehen konnte. Jetzt aber sei der wissenschaftliche Fortschritt endlich so weit, dass man die Bibel richtig übersetzen und verstehen könne.

 

Hinter diesen Bibeln steht in der Tat eine neue Methode der Übersetzung, die man bis vor einiger Zeit als „dynamische Äquivalenz“bezeichnete; heute spricht man eher von „kommunikativer Gleichwertigkeit“. Sie wurde maßgeblich entwickelt von Eugene A. Nida, einem Sprachwissenschaftler und Experten der United Bible Societies.

 

Diese Methode verwirft den „klassischen“ Ansatz früherer Bibelübersetzer, dass die Übersetzung die vorgegebenen Worte der Heiligen Schrift in den Ursprachen so getreu wie möglich in die Zielsprache (in unserem Fall das Deutsche) zu übertragen habe. Das wird als „formal-gleichwertige“ Übersetzung abgelehnt. Der „kommunikative“ Übersetzer hat demgegenüber eine ganz andere Vorgehensweise:

 

Entscheidend ist für ihn nicht die „Form“ der biblischen Botschaft (die Worte, die im Originaltext gebraucht werden), sondern deren vermutete Inhalte (die Gedanken, die Botschaft), die aus der hebräischen Form herausgelöst werden müssen, um sie dann in modernem Alltagsdeutsch so wiederzugeben, dass der Leser dieselbe Information bekommt, die der israelitische Leser von damals auch bekommen hat.

 

 

Dabei soll der Leser der Zielsprache möglichst wenig Vorwissen benötigen, um die Information zu verstehen. Der Übersetzer soll deshalb zusätzliche Informationen, die im hebräischen oder griechischen Original nicht stehen, mit einfließen lassen; er soll die geprägten Begriffe der Bibelsprache beiseitelassen und mit in der Alltagssprache gebräuchlichen Worten umschreiben. Der Bibeltext soll also den Bedürfnissen und dem Verständnis des Lesers nahe gebracht und angepasst werden und nicht umgekehrt.

 

 

Vereinfacht gesagt, sieht Nidas Übersetzungsmethode in der Bibel eine Botschaft, die vor 2-3 000 Jahren in einer damals bedeutungsvollen und verständlichen („kulturell relevanten“) Form ausgedrückt wurde. Diese Form, d.h. der Originalwortlaut, ist letztlich unwichtig und kann beiseite gelassen werden; die Inhalte und Gedanken sollen vom Übersetzer in einer heute bedeutungsvollen und verständlichen Weise wiedergegeben werden.

 

Deshalb gibt diese Methode dem Übersetzer auch drei Arbeitsschritte vor: 1. Analyse: er muss den Ausgangstext analysieren, herausfinden, was er bedeutet. Hierbei fließen auch Informationen aus der Geschichtswissenschaft, der Auslegung und Bibelforschung (bzw. Bibelkritik) mit ein. 2. Übertragung: er muss die herausgefilterte Botschaft jetzt auf den Bewusstseins stand des modernen Menschen übertragen und überlegen, wie er die Inhalte samt damit verbundenem Vorwissen, gefühlsmäßigen Reaktionen usw. dem heutigen Menschen „herüberbringt“. 3. Neuaufbau: daraus folgt die völlige Neuformulierung der Inhalte im Blick auf den heutigen Leser. Dabei soll sich der Übersetzer bewußt von der vorgegebenen Struktur des Originals lösen und solche Worte und Sätze benutzen, von denen er meint, dass sie beim heutigen Leser eine gleichwertige Reaktion auf die Botschaft auslösen würden wie damals das Original.

 

(FG)

 

     Es wäre gut gewesen, wenn sich E. besser über den Ansatz der „dynamischen Äquivalenz“,

     die inzwischen von der Bibelgesellschaft zu „literarisch-funktionale Äquivalenz“ umbenannt wurde,

     besser informiert hätte.

 

     Ich empfehle zu dem Thema verschiedener Bibelübersetzungen und Philosophien, Prinzipen und Methoden  der Übersetzung:

 

Eberhard Werner, 2011. Bibelübersetzung in Theorie und Praxis ((Hamburg: Verlag Dr. Kovac)

 

http://wiklif.de/shop/product_info.php?info=p33_eberhard-werner--bibeluebersetzung-in-theorie-und-praxis.html

 

Dieses Buch, von einem Wycliff-Kollegen verfasst, wenngleich für Spezialisten geschrieben, entspringt aus der Praxis und mündet in die Praxis der Bibelübersetzung.

 

Leichter zu lesen ist das informative ausgewogene „Handbuch für Bibelübersetzungen“ von Rainer und Monika Kuschmierz:

http://wiklif.de/shop/product_info.php?info=p9_rainer-und-monika-kuschmierz--handbuch-bibeluebersetzungen.html

 

Das alles klingt für manchen Leser durchaus einleuchtend. Dass eine solche Vorgehensweise jedoch viele völlig subjektive und willkürliche Einflüsse in das Übersetzen hineinbringt und die Wiedergabe stark von den Werturteilen und Ansichten der Übersetzer abhängig macht, sollen einige Textbeispiele verdeutlichen:

 

 

In Römer 4,3 findet der Übersetzer die griechischen Worte: ti gar hè graphè legei; episteusen de Abraam tò theò, kai elogisthè autò eis dikaiosynèn. In der wortgetreuen Übersetzung liest sich das so: „Denn was sagtdie Schrift? ‚Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet’“. Damit ist jedes Wort präzise wiedergegeben; aber – nach Auffassung des Übersetzers kann der heutige Mensch diesen Satz nicht verstehen. Für ihn ist „glauben“ ein veraltetes, heute nicht mehr kulturell relevantes Wort. Es muss angemessen umschrieben werden. Das geschieht am besten durch „vertrauen“ oder verwandte Begriffe. „Gerechtigkeit“ ist noch viel schwieriger und dem heutigen Menschen unverständlich. Der Übersetzer schließt aus modernen Kommentaren, daß dieser Begriff am ehesten dadurch wiedergegeben werden kann, daß jemand Gottes Anerkennung findet. „Anerkennung“ ist ein kulturell relevanter Begriff; der moderne Mensch wünscht sich Anerkennung, und so kann man am besten ausdrücken, was Paulus damals wohl gemeint hat.

 

 

Das Wörtchen „denn“ am Anfang des Satzes, das die Aussage mit dem Vorhergehenden verknüpft und den Satz als Begründung ausweist, kann man ruhig weglassen; es stört den modernen Leser nur, der keine komplexen Aussagen mehr begreifen kann; dasselbe gilt für die Frageform, die nur den Textfluß hindert. Zu „Schrift“ sollte man „Heilige“ dazusetzen, damit der heutige Leser versteht, daß hier ein Zitat aus dem AT folgt. So kommt man zu der Übersetzung: „In der Heiligen Schrift heißt es: ‚Abraham setzte sein ganzes Vertrauen auf Gott, und so fand er Gottes Anerkennung.’“ (HFA)

 

In Joh 17,17 heißt es wörtlich: „Heilige sie in deiner Wahrheit!“. Hier schließt der moderne Übersetzer, daß „heiligen“ keinen Platz im Denken des modernen Lesers hat und ihm nicht zugemutet werden kann. Die angemessene Entsprechung dafür scheint ihm darin zu liegen, daß der Gläubige engere Gemeinschaft mit Gott haben soll. Andere Bedeutungen, die dabei auch noch eine Rolle spielen können, kann man dem heutigen Bibelleser schlecht vermitteln. Der Satz ist in der Urform viel zu verdichtet; er verlangt nach einer ausführlichen Umschreibung. Also übersetzt er: „Lass ihnen deine Wahrheit leuchten, damit sie in immer engerer Gemeinschaft mit dir leben!“ (HFA).

 

Anders dagegen in Phil 2,5. Hier heißt es wörtlich: „Diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus war“. Hier hat sich Paulus nach Auffassung des Übersetzers offensichtlich unnötig umständlich ausgedrückt.Der Begriff „Gesinnung“ ist dem modernen Menschen in seinen Augen fremd; daß wir dieselbe Gesinnung haben sollten wie Jesus Christus, kann der Leser ohnehin nicht nachvollziehen; offensichtlichgebrauchte Paulus hier umständliche Bilder, die nur damals kulturell relevant waren. Der Kern der Botschaft des Satzes für den modernen Leser lässt sich aber gut zusammenfassen: „Seht auf Jesus Christus:“ (HFA).

 

Wir sehen an diesen Textbeispielen: Der von der „kommunikativ-gleichwertigen“ Methode angestrebte Umformungsprozess verlangt eine Fülle von Eingriffen und Vorentscheidungen der Übersetzer, die zwangsweise willkürlich sind und vom geistlichen (oder ungeistlichen) Verständnishorizont, der theologischen Prägung und der Absicht des Übersetzers abhängen. Diese Methode beruht auf Grundannahmen, die keinesfalls „objektiv“ oder geistlich gesund sind.

 

 

Es wird stillschweigend vorausgesetzt, daß sich in der Bibel Form und Inhalt überhaupt voneinander trennen lassen, daß es z.B. nichts ausmacht, wenn ich ein Hauptwort wie „Gerechtigkeit“ durch ein Tätigkeitswort wie „anerkennen“ umschreibe oder durch mehrere andere Hauptwörter. Es wird unterstellt, daß Gott zwar bestimmte Gedanken gegeben hätte, aber die Wortwahl der Heiligen Schriften beliebig und kulturbedingt war. Es wird unterstellt, daß der Übersetzer in der Lage sei, mit „wissenschaftlichen Methoden“ den Sinn und die ganze Bedeutungsbreite des Originaltextes zuverlässig zu erschließen und damit dem Leser den geistlichen Erkenntnisvorgang sozusagen abnehmen könne.

 

 

Diese ganze neue Übersetzungsmethode ist also geistlich keinesfalls neutral oder unbedenklich. Sie kann nicht einmal als wirklich „wissenschaftlich abgesichert“ ausgegeben werden. Weil ihr Einfluss auf die Wiedergabe des Originaltextes so schwerwiegend ist, ist es dringend nötig, diese Methode und die nach ihren Grundsätzen übersetzten Bibeln geistlich zu prüfen und zu beurteilen. Das wollen wir im Folgenden in aller notwendigen Kürze tun.

 

 

C. Zur geistlichen Beurteilung der modernen Übertragungen

 

  1. Das unterschiedliche Echo unter den Gläubigen

 

(FG)

 

Ich gehe nicht weiter auf E.‘s tendenziöse Darstellungen weiter unten ein.

 

 

Die modernen Bibeln haben unter „evangelikalen“, sich zur Bibeltreue bekennenden Christen ein ganz unterschiedliches Echo ausgelöst. Nachdem zu Beginn die offen liberaltheologische „Gute Nachricht“ („Die Bibel in heutigem Deutsch“) von vielen abgelehnt wurde, stießen die späteren Ausgaben auf weniger Widerstand. Die unter evangelikalem Vorzeichen erschienene „Hoffnung für alle“ fand eine immer weitere Verbreitung auch unter Gläubigen. Heute sehen wir, wie zahlreiche bekannte Theologen und „Experten“ offen für bestimmte moderne Übertragungen werben. Ich

 

 

So empfiehlt etwa der Rektor der FTA Gießen, Helge Stadelmann, ein bekanntes Mitglied des „Bibelbundes“, die NGÜ mit den Worten: „Wir brauchen einen Bibeltext, den man versteht, wenn er im Gottesdienst vorgelesen wird. Wir brauchen einen Bibeltext, anhand dessen die Bibel in der Predigt nachvollziehbar ausgelegt werden kann. Die NGÜ ist auf dem neuesten Stand der Übersetzungswissenschaft. So stelle ich mir eine Top-Übersetzung für das 21. Jahrhundert vor!“

 

 

Der als „Bibelexperte“ immer wieder befragte Heinrich von Siebenthal, Dozent an der FTA Gießen, verfasste für idea Spektrum 21/2002 einen Artikel „Gottes Wort in deutscher Sprache“. Darin verglich und benotete er die wichtigeren deutschsprachigen Bibelübersetzungen. Während er der wortgetreuen unrevidierten „Elberfelder Bibel“ die niedrigste vergebene Punktzahl (6 Punkte) gibt, empfiehlt er die „Gute Nachricht Bibel“ (7 Punkte) so: „in Sachen Verstehbarkeit Spitzenreiter, exegetische Sorgfalt, zumeist hervorragende Anmerkungen, liest sich außerordentlich flüssig“.

 

Der „Hoffnung für alle“ (6 Punkte) wird bescheinigt: „besonders gut verständliche Sprache, theologisch unbedenklich“, wenn auch kritisch angemerkt wird: „Das NT ist unnötig frei (aber nicht irreführend) gestaltet“. Die Bestnote (8 Punkte) geht (neben der Menge-Bibel) an die NGÜ: „verbindet in vorbildlicher Weise Originaltreue (hervorragende Anmerkungen) mit aktueller, stilistisch einwandfreier verständlicher Sprache; konsequent bibeltreu“.

 

Auf der anderen Seite mehren sich von ganz verschiedenen Seiten die Stimmen, die vor diesen Übertragungen warnen und darauf hinweisen, daß sie das Wort der Bibel eben nicht getreu wiedergeben, sondern z.T. direkt verfälschen und verwässern. Einiges Aufsehen erregten die Vorträge einiger gläubiger Pfarrer in Basel im Mai/Juni 2003, die nachwiesen, welche Verdrehungen der biblischen Botschaft bei GN und HFA vorkommen. Sie erklärten offen, daß sie „die modernen Bibelübersetzungen für ein gefährlich irreführendes Unternehmen halten.“

 

 

In ihren Schlussfolgerungen heißt es u.a.: „In diesen modernen Bibelausgaben finden sich aber schwerwiegende Umdeutungen, in denen natürliche Gedanken das Bibelwort überlagern. … An vielen Stellen, wo Gott die handelnde Person ist, nimmt der Mensch diese Stellung ein. … Wichtige Dimensionen des Bibelwortes wurden verdrängt, wie die Heiligkeit und die Herrschaft Gottes und die Knechtschaft seiner Erwählten … Die Sorgfalt und Treue im Umgang mit dem Wort wird zersetzt. … Die Behauptung ist falsch und irreführend, mit dieser Methode könne genauer als in herkömmlichen Übersetzungen angegeben werden, was der originale Sinn des ursprünglichen Textes ist. Im besten Fall kann ein Sinnelement stark herausgearbeitet werden.

 

 

Dies geht aber in der Regel auf Kosten vieler anderer Sinnelemente. Zu Wort kommt, was die Übersetzer verstanden haben. … Wer im Glauben wachsen und reifen will, muss sich einer klassischen Bibelübersetzung anvertrauen und darf dies vertrauensvoll tun …“ (Stefan Felber u.a., 15 Thesen zu den modernen Bibelübersetzungen, die den Anspruch größerer Verständlichkeit erheben). Die betroffenen Verlage veröffentlichten sofort Stellungnahmen und verwahrten sich gegen solche Vorwürfe. Aber die Fakten bleiben.

 

 

Die gläubige Gemeinde hat die Pflicht, unabhängig von irgendwelchen „Theologen“ und „Experten“ die Bibelausgaben, die in ihren Reihen verbreitet werden, geistlich zu prüfen und zu beurteilen, aus welcher Quelle die neue Übersetzungsmethode kommt und welche Frucht die modernen Bibeln bringen. Dazu wollen wir im folgenden einige Hinweise geben.

 

 

  1. Die „kommunikative“ Übersetzungsmethode aus biblischer Sicht

 

Wir wollen jetzt das umwälzende neue Übersetzungskonzept etwas genauer unter die Lupe nehmen, das hinter all diesen „modernen Bibeln“ steht. Es würde zu weit führen, Nidas Theorie der Übersetzung im einzelnen darzustellen. Nur einige Grundzüge sollen hier genannt werden:

 

1. Im Mittelpunkt dieser Übersetzungsmethode steht der Mensch, der moderne Leser und sein Verständnis, nicht der göttliche Autor und der inspirierte Wortlaut der Heiligen Schrift. Alles kommt darauf an, daß der Leser die Botschaft der Bibel möglichst leicht und eindeutig verstehen kann. Übersetzen bedeutet nach dieser Methode, die Botschaft so umzuformen, daß sie dem Verständnis des Lesers, seinem kulturellen Hintergrund und seinem Bildungsniveau entspricht. Als das vordergründige Ziel wird genannt, die Botschaft so zu vermitteln, daß der heutige Leser gleich darauf reagiert, wie der hebräisch- bzw. griechisch sprechende Erstleser vor vielen Jahrhunderten.

 

2. Die Theorie geht stillschweigend oder offen davon aus, daß die inspirierten Worte der Heiligen Schrift so, wie sie von Gott gegeben wurden, für den heutigen Leser nicht verständlich seien. Wörtliche (die modernen Übersetzer sagen: „formal-genaue“) Übersetzungen könnten angeblich den Sinn der Bibel nicht oder nicht mehr vermitteln, weshalb man den vorgegebenen Wortlaut und die Begriffe, Wendungen und Sprachformen des Urtextes völlig oder weitgehend verlassen müsse, um den Sinn noch zu vermitteln.

 

3.Der Übersetzer spielt in diesem Konzept eine zentrale Rolle. Er ist der kundige Mittler, der aus dem Rohmaterial des Ausgangstextes die wesentlichen Gedanken herausnehmen muss, um sie dann in die Gegenwartssprache des Lesers umzuformen. Er soll mit angemessenen anderen Bildern, Sprachfiguren und Stilmitteln das im Ausgangstext Gesagte mit eigenen Worten wiedergeben. Er darf und soll dabei Unwichtiges bzw. nur im kulturellen Zusammenhang der biblischen Völker Verständliches weglassen oder umdeuten, er kann eigene Erklärungen zum Bibeltext hinzufügen, um ihn verständlicher zu machen. Er schafft damit den Bibeltext neu, formuliert ihn mit seinen eigenen Worten um, gibt die zugrunde liegenden Gedanken mithilfe von modernen, der Kultur des heutigen Lesers angemessenen Sprachmitteln wieder.

 

Das alles klingt für den modernen Menschen durchaus überzeugend. Es wird so dargestellt, als ob diese Übersetzungsweise den modernsten Erkenntnissen der Sprach- und Übersetzungswissenschaft entspreche, während die wortgetreue Übersetzungsmethode als veraltet und „unwissenschaftlich“, ungenau und unverständlich abgewertet wird. Bevor wir diese Übersetzungsmethode aus geistlich-biblischer Sicht beurteilen, soll zunächst einmal etwas zu diesem Argument der „Wissenschaftlichkeit“ gesagt werden, das ja leider bei vielen heutigen Gläubigen eine geradezu magische, bezwingende Wirkung zeigt (Gal 3,1!). Wenn etwas „nicht wissenschaftlich“ ist, dann muss es ja von einem modernen Christen verworfen werden und kann nichts taugen.

 

Nun sollte für gläubige Christen die weltliche „Wissenschaft“ grundsätzlich kein Maßstab sein. Darüber hinaus aber muss der Verfasser dieser Schrift als jemand, der selbst Literatur- und Sprachwissenschaft studiert hat, dazu sagen, daß die Behauptungen der Befürworter der „dynamischen Äquivalenz“ so nicht zutreffen. In der Sprach-, Literatur- und Übersetzungswissenschaft gibt es viele Schulen und Lehrmeinungen, so daß man ohnehin nicht von den „als gesichert geltenden Ergebnissen der Übersetzungswissenschaft“ (R. Kassühlke 1998) reden kann.

 

 

Im Bereich der Literaturwissenschaft wie auch der Geschichte würden jedenfalls Übersetzungen, die nach solchen willkürlichen, vom Urtext weit abgehenden Grundsätzen vorgehen, nicht akzeptiert!Wenn ein Student einem Geschichtsprofessor eine „dynamisch-äquivalente“ Übersetzung eines antiken Vertrages oder Geschichtsberichtes vorlegen würde, bekäme er wahrscheinlich eine „5“ dafür. Eine „kommunikative“ Übersetzung von Plato, Homer oder Äschylos würde unter ernsthaften Wissenschaftlern nicht akzeptiert. Selbst ungläubige Literaturwissenschaftler haben sich ausdrücklich gegen die modernen Bibelübertragungen ausgesprochen und die sprachliche Qualität der reformatorischen Bibelübersetzungen mit wohl begründeten Argumenten verteidigt.

 

Aber für uns Gläubige gilt ohnehin ein anderer Maßstab: Wir müssen die Dinge geistlich beurteilen (1Kor 2,14), und zwar anhand der Schrift selbst. Was bedeutet eine „kommunikative“ Übersetzung des Wortes Gottes geistlich gesehen?

 

a)    Die stillschweigende Grundvoraussetzung dieser Übersetzungsmethode ist falsch und unannehmbar:
Das ewige Wort Gottes wird nämlich als zeitlich und kulturell begrenzt und relativ abgewertet.

Es wird letztlich geleugnet, daß Gott in Seiner Allmacht und Weisheit alle Umstände und Besonderheiten seines Wortes so geordnet hat, daß es zu allen Zeiten und für alle Menschen gleich welcher Kultur Gültigkeit und Aussagekraft hat. „Das Gesetz des HERRN ist vollkommen; es erquickt die Seele; das Zeugnis des HERRN ist zuverlässig; es macht den Unverständigen weise.“ (Ps 19,8). „Auf ewig, o HERR, steht dein Wort fest in den Himmeln“ (Ps 119,89); „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet“ (2Tim 3,16-17) – wer gibt uns dann das Recht, dieses Wort eigenmächtig durch ausdeutende Menschenworte umzumodeln?

 

Gott wusste genau, weshalb Er die Schriften des AT im Umfeld des alten Israel gab und die Schriften des NT in ihrem Rahmen und Umfeld. Wie Jesaja sagt und Petrus noch einmal bestätigt: „Alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie die Blume des Grases. Das Gras ist verdorrt und seine Blume abgefallen, aber das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit.“ (Jes 40,6-8; 1Pt 1,24). Wenn der Herr Jesus klar sagt: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen!“ (Mt 24,35) und dann den Jüngern und uns allen den Auftrag gibt, Sein Wort zu verkündigen bis zum Ende dieser Weltzeit (Mt 28,18-20; Apg 1,8; 2Tim 4,1-2) – wer sind wir, wenn wir uns anmaßen, zu behaupten, daß diese inspirierten Worte voll Geist und Leben heute „nicht mehr kulturell relevant“ und „nicht mehr verständlich“ seien und durch menschliche Umformulierungen ersetzt werden müssten?

 

Im Grunde hätten dann die wortgetreuen Übersetzungen ja gar nicht die millionenfache Frucht bringen können, die sie bestätigt haben: Ungezählte Menschen, die durch diese Bibeln den Ruf Gottes zur Umkehr und zum Glauben gehört haben und gerettet wurden, um dann geistlich zu wachsen und mit dem Herrn zu leben. Es steht ja geschrieben: „Alle Reden meines Mundes sind gerecht, es ist nichts Verkehrtes noch Verdrehtes darin. Den Verständigen sind sie alle klar, und wer Erkenntnis sucht, findet sie richtig.“ (Spr8,8-9). Aber die Schriften zu verdrehen und umzufrisieren, damit sie unbußfertigen Ungläubigen „verständlich“ und „akzeptabel“ werden, ist mit dem Wesen des Wortes Gottes unvereinbar. Der Mensch Mus sich Gottes Wort anpassen,
aber Gottes Wort darf nicht dem Menschen angepasst werden!

 

b)    Der Umgang der „kommunikativen“ Übersetzer mit dem inspirierten Wort Gottes
entspringt einem letztlich bibelkritischen Ansatz.


Im Grunde leugnet diese Übersetzungsmethode die biblische Verbalinspiration(= göttliche Eingebung jedes einzelnen Wortes der Schrift) und beruht auf der unbiblischen Auffassungder Gedankeninspiration (= nur die Gedanken der Schriftautoren sind von Gott eingegeben, aber die Wortesind relative, zeitgebundene Menschenworte), die wir aus der Bibelkritik kennen. Sie geht von der bibelkritischenIrrlehre aus, daß die Worte des Bibeltextes fehlbare, kulturell bedingte Menschenworte seien, die mannach Belieben durch andere Menschenworte ersetzen könne, und daß sie dennoch dem Leser zu „Gottes Wort“ werden könnten.

 

Dazu Zitate führender moderner Übersetzer: „Wir nehmen den ursprünglichen Gedanken und formen ihn um (convert) in die Sprache von heute. ... Ich empfand solch eine Begeisterung bei dem Gedanken an mein eigenes Vorrecht, etwas von der Ausdrucksweise / der überflüssigen Wortfülle [verbiage] abzustreifen ... und in dieser Hinsicht ein Mitarbeiter Gottes zu sein ... “ (Kenneth Taylor; Zitate nach David Cloud, Dynamic Equivalency – Death Knell of Pure Scripture). Eugene Nida: „Selbst wenn eine Wahrheit nur in Worten gegeben ist, hat sie keinen wirklichen Wert, wenn sie nicht in das Leben übersetzt wurde. Nur dann wird das Wort des Lebens lebendig im Empfänger. Die Worte sind in gewissem Sinn nichts in sich selbst und für sich selbst genommen [The words are in a sense nothing in and of themselves].“ Wir müssen dazu wissen, daß Nida bibelkritische und liberaltheologische Ansichten vertritt und sein Konzept aus weltlichen Philosophien und Theorien ableitet.

 

Nur weil sie letztlich keine Ehrfurcht vor dem von Gott gegebenen Wort haben, können diese Übersetzer meinen, die Formulierung „Annahme bei Gott“ sei tatsächlich eine angemessene Übersetzung für „Rechtfertigung“, oder „heilig“ könne man mit „zu Gott gehörig“ wiedergeben. Wenn Gott in einer Passage sich mit seinem Namen „HERR“ offenbart – welche Berechtigung hat der Übersetzer, stattdessen „Gott“ zu schreiben?

 

c)     Der Übersetzer maßt sich an, besser zu wissen, wie Gottes Gedanken ausgedrückt werden, als Gott selbst, und nimmt eine völlig falsche Mittlerrolle an, ja macht sich zum „Neuschöpfer“ der von ihm verfassten Bibel.


Letztlich ist es eine Geringschätzung der vollkommenen Weisheit Gottes, wenn derÜbersetzer bestimmte inspirierte Urtextworte mit anderen Begriffen wiedergibt, obgleich doch die Ursprache auch solche Begriffe zur Verfügung gehabt hätte, um die Sache so auszudrücken, wenn Gott es gewollt hätte. Wenn etwa „die Erlösung durch sein Blut“ eigentlich den Gedanken ausdrücken sollte: „Erlösung durch seinen Tod am Kreuz“, dann hätte das Griechische ja die entsprechenden Worte zur Verfügung gehabt, es so auszudrücken. Gott hat sich doch etwas dabei gedacht, wenn Er Seine ewige Botschaft in gerade diesen Worten ausdrückte und nicht in anderen!

 

Die schreckliche Anmaßung der modernen Übersetzer besteht darin, daß sie das Werk zu tun beanspruchen, das allein Gott und Seinem Heiligen Geist zusteht: nämlich das Schriftwort dem Menschen aufzuschließen und klar zu machen. Dazu muss Gott ein Werk an dem verfinsterten, verstockten Herzen des Menschen tun. Das kann kein schlauer Übersetzer übernehmen, der sich damit an Gottes Statt setzt und meint, er müsse Gottes Offenbarungswort verbessern und umdeuten.

 

Wie bei der Bibelkritik macht sich der Mensch mit seinem armseligen Verstand zum Richter und Herren über Gottes Wort. So geht die dynamisch-äquivalente Übersetzung zwangsweise immer wieder über eine bloße Wiedergabe des Grundtextes hinaus und wird vermischt mit eigenwilligen, willkürlichen und oft sinnverfälschenden Auslassungen, Ausdeutungen und Zusätzen der Übersetzer. Wir werden erinnert an die Mahnung aus
Spr 30,5-6: „Alle Reden Gottes sind geläutert; er ist ein Schild denen, die ihm vertrauen.
Tue nichts zu seinen Worten hinzu, damit er dich nicht bestraft und du als Lügner dastehst!“

 

Schlimmer noch: In den eigenmächtigen Umformungen biblischer Begriffe fließen immer wieder letztlich bibelkritische Ansätze und falsche Lehren hinein. So hängt das Verschwinden des Blutes aus vielen dynamisch-äquivalenten Übersetzungen etwa in Eph 1,7 mit der liberaltheologischen Weltanschauung Nidas zusammen, der empfiehlt, „Blut“ durch „Tod“ wiederzugeben: „’Blut’ wird in diesem Abschnitt in derselben Weise gebraucht wie an einer Anzahl weiterer Stellen im Neuen Testament, nämlich um einen gewaltsamen Tod anzudeuten.“ (Cloud aaO S. 25).

 

Und die landläufige Behauptung, die biblischen Urschriften seien ja auch in der Umgangssprache der damaligen Zeit geschrieben, deshalb müsse man die heutigen Bibeln in der Umgangssprache der heutigen Zeitumschreiben, ist ebenfalls nicht stichhaltig. Weder die hebräischen Schriften des AT noch die griechischen Schriften des NT waren für die damaligen Leser einfach verständlich und in bloßer Umgangssprache abgefasst. In beiden Testamenten gibt es sehr anspruchsvolle Abschnitte, schwierige Wendungen und auf den ersten Blick schwer verständliche Passagen. Petrus erwähnt das ausdrücklich von den Briefen des Paulus (2Pt 3,16). All dies ist kein „Mangel“ der Schrift, dem eilfertige Übersetzer nun abhelfen müssten, sondern es ist Bestandteil des göttlichen Plans für Sein Offenbarungswort.

 

d)    Die dynamisch-äquivalente Übersetzung verbessert das Verständnis der Schrift nicht wirklich,
sondern verdunkelt und entstellt die Aussage der Schrift in vielen Aspekten.


Viele Aussagen derSchrift sind nur dann voll verständlich und erschließen ihren Sinn, wenn sie sehr wörtlich und genau wiedergegeben werden. Unzählige Feinheiten, die dem Gläubigen zur Unterweisung und Belehrung niedergeschrieben wurden, gehen bei der „kommunikativen“ Neuformulierung der Bibel verloren.

 

Die Bibel ist ein Wunder göttlicher Offenbarung. Die Worte der Heiligen Schrift sind erlesene, siebenmal geläuterte Worte (Ps 12,7). Niemand kann den Reichtum, die volle Bedeutung, die Nuancen und tiefen Facetten dieser ewigen, himmlischen Worte je voll ausschöpfen. Deshalb gebührt uns Menschen Demut und Ehrfurcht angesichts des Wortes Gottes. Wir tun gut daran, zu diesem Thema einmal den Psalm 119 in einer wortgetreuen Übersetzung zu betrachten und darüber nachzusinnen.

 

Der Psalmist betet: „Öffne mir die Augen, damit ich sehe / die Wunder in deinem Gesetz!“ (V. 18). „Gib mir Verständnis, so will ich dein Gesetz bewahren / und es befolgen von ganzem Herzen.“ (V. 34). „Wie habe ich dein Gesetz so lieb! / Ich sinne darüber nach den ganzen Tag.“ (V. 97). „Mein Fleisch schaudert aus Furcht vor dir, / und ich habe Ehrfurcht vor deinen Bestimmungen!“ (V. 120). „Wunderbar sind deine Zeugnisse; / darum bewahrt sie meine Seele. / Die Eröffnung deiner Worte erleuchtet / und gibt den Unverständigen Einsicht“ (V. 129-130).

 

Die modernen ausdeutenden Wiedergaben zerstören das wunderbare Flechtwerk von Bedeutungen und Bezügen, von Nuancen und geistlichen Einsichten in Gottes Wort. Sie ersetzen es durch die beschränkten, oft irregeleiteten Einsichten von sterblichen Menschen. Sie berauben den Bibelleser, anstatt ihn zu bereichern.

 

Viele geistlich wichtige Zusammenhänge und Wortbedeutungen werden in den modernen Übersetzungen wegplaniert und zubetoniert, damit der gedachte „ideale Leser“ auf einer modernen Betonpiste den Text bequem entlangfahren kann, anstatt zu Fuß auf einem uralten, aber herrlichen Pfad zu wandern, der mühsam ist, auf dem wir aber wunderbare Reichtümer und geistliche Nahrung finden, um schließlich sicher ans geistliche Ziel zu kommen!

 

Viele klug erdachte „Ersatzbegriffe“ der modernen Übersetzungen sind zwar vielleicht leichter eingängig als das biblische Original, aber sie tragen nicht dieselbe Bedeutung in sich! Manchmal sind sie nur in der Lage, einen Aspekt des Originalwortes aufzuzeigen, oft aber liegen sie völlig daneben und führen sogar direkt in die Irre, indem sie menschlich-theologische Ausdeutungen in den Text einfließen lassen.

 

So erkauft sich der Leser das vorgeblich leichtere Verständnis einiger Gedanken und Abschnitte der Bibel mit einer Erschwerung bzw. Verhinderung geistlichen Verständnisses in vielen anderen Aspekten. Das geistliche Leben eines Gläubigen, der sich von solchem „Weißmehl-Fastfood“ ernährt statt vom biblischen Schwarzbrot des WORTES, wird über das Unmündigenstadium kaum hinausgehen können (vgl. Hebr 5,11- 14) und von vielen Krankheiten gezeichnet sein.

 

e)    Die Bibel selbst zeigt uns, daß eine wortgetreue Übersetzung die von Gott gewollte Methode ist.

 

Wir sehen das zum einen im AT am Vorbild Esras und der Leviten, die vor dem Volk das Buch des Gesetzes vorlasen, und zwar vor allen Männern, Frauen und verständigen Kindern: „Und sie lasen aus dem Buch des Gesetzes Gottes deutlich vor und erklärten den Sinn, so daß man das Gelesene verstand.“ (Neh 8,8).
Also nicht „Paraphrase“, eingängige Umformulierung des Wortes Gottes, sondern das Wort Gottes getreu verkündigt und dann die Erklärung des Sinnes!

 

Dasselbe Muster sehen wir im NT bei Philippus und dem Kämmerer: Der Kämmerer las im Buch Jesaja, aber er verstand es nicht. Das war kein Hindernis für seine Evangelisierung, im Gegenteil! Gott sandte ihm den Philippus, der ihm die Schriftstelle erklärte und ihm das Evangelium verkündigte (Apg 8,26-35).

 

Auch die alttestamentlichen Zitate, die wir im NT finden, können uns einen Hinweis geben. Wir finden hier zwar einige Male eine Verquickung von Wiedergabe und Ausdeutung, wie sie nur ein inspirierter Prophet bzw. Apostel im Auftrag Gottes vornehmen durfte, ansonsten sehen wir aber eine z.T. sehr weitgehende wörtliche Wiedergabe hebräischer Konstruktionen und allgemein eine große Wortgetreue.

 

f)      Die dynamisch-äquivalente Übersetzung ist nicht mehr Gottes Wort in einer anderen Sprache,
sondern Menschenwort.


Das ist der vielleicht schwerwiegendste Einwand gegen die modernen Übertragungen: Das kraftvolle, von Gottes Geist eingegebene, ewig unveränderliche Wort Gottes wird eingetauscht gegen bloße Menschenworte, die keinesfalls dieselbe geistliche Wirkung haben können wie Gottes Wort. Wir sehen den grundlegenden Unterschied zwischen Gottes Wort und eigenmächtigen Menschenworten sehr eindrucksvoll aufgezeigt in der Zurechtweisung des HERRN gegenüber den falschen Propheten Israels in Jeremia 23,16-36, die wir hier auszugsweise anführen wollen:

 

 

„So spricht der HERR der Heerscharen: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie täuschen euch; die Offenbarung ihres eigenen Herzens verkünden sie und nicht [was] aus dem Mund des HERRN [kommt]. ... 18 Denn wer hat im Rat des HERRN gestanden und hat sein Wort gesehen und gehört? Wer hat auf mein Wort geachtet und gehört? ... 22 Hätten sie in meinem Rat gestanden, so würden sie meinem Volk meine Worte verkündigen und sie abbringen von ihrem bösen Weg ... 28 Der Prophet, der einen Traum hat, der erzähle den Traum; wer aber mein Wort hat, der verkündige mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Weizen gemeinsam? spricht der HERR. 29 Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert? 30 Darum siehe, ich komme über die Propheten, spricht der HERR, die meine Worte stehlen, einer von dem anderen; 31 siehe, ich komme über die Propheten, die ihre eigenen Zungen nehmen, um einen Gottesspruch zu sprechen !... 36 ... denn jedem einzelnen wird sein eigenes Wort zur Last werden, denn ihr verdreht die Worte des lebendigen Gottes, des HERRN der Heerscharen, unseres Gottes!“

 

 

Bei den „kommunikativen“ Übersetzungen geschieht eine qualitative Veränderung von höchster Bedeutung. Sobald eine Übersetzung davon abgeht, den ursprünglichen Wortlaut der Worte Gottes so getreu wie möglich wiederzugeben, ist das Ergebnis nicht mehr eine Bibel, die den unvergänglichen Samen, das lebendige Wort Gottes (1Pt 1,23) enthält, sondern vergängliches Stroh, relative, kraft- und leblose Menschenworte, die zwar gelehrt und gut gemeint sein mögen wie die Predigten mancher liberaler Pfarrer – aber sie können kein neues Leben zeugen!

 

 

3. Geistlich schädliche Auswirkungen der modernen Wiedergaben

 

a)    Die modernen Bibeln machen Gottes Wort menschenzentriert und relativ

 

Der Grundansatz der modernen Bibelwiedergaben besteht darin, daß der Mensch, und zwar der ungläubige Sünder, das Maß und die Richtschnur für die Wiedergabe des Bibeltextes ist. Alles richtet sich darauf aus, daß der moderne, kirchenferne Leser den Text bequem versteht und flüssig, ohne Probleme durchlesen kann. Diese Bibeln fügen sich damit nahtlos in die menschenzentrierte Strömung der „Willow-Creek- Bewegung“ ein, wo es ebenfalls darum geht, alle Verkündigung und Gemeindeaktivität auf den unbekehrten Sünder auszurichten, damit er sich wohl fühlt und sich überreden lässt, Christ zu werden.

 

Die Bibel ist aber ein durch und durch auf GOTT zentriertes Buch, in dem der Mensch auf Gott hin ausgerichtet werden soll. Sie demütigt den Menschen und fordert ihn heraus, indem sie ihn als verdorbenen Sünder ins Licht stellt. Sie zeigt ihm, daß Gott souverän, allmächtig und allein weise ist, und daß Seine Gedanken so viel höher sind als unsere Gedanken.

 

Mit den menschenzentrierten modernen Übertragungen geschieht eine folgenschwere Umwandlung, die dem heutigen humanistischen Zeitgeist entspricht, der ja immer mehr auch in die Gemeinden eindringt. Gottes ewiges, ein für allemal gegebenes Wort wird heimlich und geschickt aus dem Herzen der Christen und aus dem Leben der Gemeinden verdrängt durch klug formulierte menschliche Nacherzählungen und Umdeutungen.

 

Wo in der Schrift Gott der Handelnde ist, wird in den Übertragungen oft der Mensch der Erlebende oder Handelnde, das Subjekt. Gottes Offenbarung wird zur menschlichen Erfahrung, das objektive Wort wird zur „Botschaft“ – alles, was dem natürlichen Menschen als Torheit erscheint, wird umgedeutet und auf eine menschliche Ebene gebracht, so daß der Leser meint, er verstehe etwas – doch was er versteht, ist nicht mehr das souveräne WORT GOTTES, sondern eine von Menschen erdachte Aus- und Umdeutung.

 

Noch etwas anderes, Hochgefährliches und Verderbliches wird durch die modernen Übertragungen bewirkt:
Das feststehende, ein für allemal geoffenbarte Wort Gottes wird plötzlich relativ und beliebig.Wenn wir uns an die Gegenüberstellung von „Hoffnung für alle“, „Gute Nachricht“ und „Neues Leben“ erinnern, dann weichen die frei ausgedachten Ausdeutungen der Übersetzungen z.T. sehr weit voneinander ab.

 

So bekommt der Leser solcher Übertragungen den Eindruck, es gebe gar kein feststehendes, letztlich autoritatives Bibelwort mehr: „Wenn mir 1. Korinther 14 in meiner Übertragung nicht gefällt, dann schau ich mal in die andere hinein. Vielleicht komme ich mit der Deutung besser zurecht...“ Dagegen finden wir, daß alle wortgetreuen Bibelübersetzungen mit untergeordneten Formulierungsunterschieden doch erkennbar denselben Text und Wortlaut bezeugen.

 

 

Bei den modernen Übertragungen gerät der Text der Bibel außerdem auch in einen gefährlichen Fluß.
Diese Übertragungen werden ständig verändert und den „Bedürfnissen des Lesers“ weiter angepaßt; die Formulierungen aus der 1. Auflage von GN oder HFA sind z.T. meilenweit von denen aus der neuesten Auflage entfernt.

Nicht nur können sich die Worte dieser Übertragungen dem Leser nicht mehr einprägen wie das bei

den wortgetreuen Übersetzungen der Fall ist; wir müssen uns auch fragen: Wo führt diese fließende, beliebige

Bibelwiedergabe mit ständigen Textänderungen hin? Wann kommen die ersten Auflagen mit feministischer

Sprache, wo Gott als weiblich angeredet wird, wie wir es in den USA schon haben? Wann werden die

anstößigen Lehraussagen des Paulus zur Frauenfrage so umformuliert, daß die modernen, emanzipierten

Christinnen wieder gerne und guten Gewissens den 1. Korintherbrief lesen können, weil sie dort nichts Störendes

mehr finden?

 

b)    Die modernen Bibeln helfen mit, die gesunde Lehre in der Gemeinde aufzulösen
und bahnen den Weg für Irrlehren und die Ökumene

 

Eine äußerst schwerwiegende Folge der ausdeutenden Wiedergaben ist es, daß die Grundbegriffe der gesunden Lehre der Schrift aufgelöst werden in nichts sagende Allgemeinplätze, so daß präzise, unterscheidende, geistlich gesunde Lehre auf solche Übertragungen nicht mehr aufgebaut werden kann. Begriffe wie „Gnade“, „Rechtfertigung“, „Erlösung durch das Blut“, „Heiligung“ werden, wie wir gesehen haben, vielfach getilgt und verfälscht.

 

Damit wird auch das präzise lehrmäßige Verständnis der Bibelleser aufgelöst. Dem Leser moderner Bibeln müssen auch die seit der Reformation formulierten biblischen Lehrgrundlagen des evangelischen Glaubens fremd und unverständlich erscheinen, weil er die meisten darin vorkommenden biblischen Begriffe in seiner modernen Bibel nicht mehr findet.

 

Diese schwammigen, z.T. weit voneinander abweichenden und verfälschenden Textwiedergaben rüsten den Menschen Gottes nicht mehr zu, daß er sich gegen Irrlehren und falsche Tendenzen in der Gemeinde wehren kann. Es ist kein Zufall, daß sie gerade in einer Zeit massenhaft verbreitet werden, wo durch die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ abgefallene protestantische Führer versuchen, jeden Lehrunterschied zwischen dem reformatorischen Glauben und der römisch-katholischen Kirche zu verwischen.

 

Mit „Bibeln“, in denen der Begriff „Rechtfertigung“ gar nicht mehr vorkommt, sondern nur noch eine verschwommene „Annahme bei Gott“, sind die Lehrunterschiede wie von selbst weggeschafft, und kein Leser solcher Bibeln kann sich wirksam gegen die ökumenische Vermischung und Verführung wehren.

 

So bereiten diese unklaren, vom echten inspirierten Wort Gottes abgelösten falschen Bibeln die Christenheit auf die Einvernahme in die große Weltökumene vor. Mit solchen Bibeln kann man wirklich alle stehen lassen – ob ungläubige Liberaltheologen, Radikalcharismatiker, Adventisten oder Zeugen Jehovas. Sie passen damit in die endzeitliche Entwicklung der großen Verführung der Christenheit und tragen objektiv mit dazu bei, diese Verführung voranzutreiben, indem sie die Gläubigen ganz raffiniert und unmerklich ihres Fundaments berauben – des inspirierten Wortes Gottes.

 

Allein dieses Wort ist ja das untrügliche Licht, in dem wir unseren von Gott gewiesenen Weg erkennen und von Abwegen unterscheiden können. Allein dieses Wort ist das „Wort der Wahrheit“, das uns alle Lüge erkennen lässt, es sind die „gesunden Worte“, die zu einer „gesunden Lehre“ führen und die Irrlehren bloßstellen. Allein dieses Wort ist auch das „Schwert des Geistes“, mit dem wir die Angriffe des Feindes zurückschlagen können.

 

Nun will der Feind uns dieses Schwert aus der Hand nehmen, indem er uns stattdessen ein brillant aussehendes, attraktives ... Plastikschwert dafür anbietet, das uns im geistlichen Kampf nichts nützt! Mit diesem verfälschten, untauglichen Schwert könnten wir die geistlichen Kämpfe in der letzten Zeit niemals gewinnen, sondern wären zum Scheitern verurteilt!

 

Das ist auch der Grund, weshalb ich im Gegensatz zu manchen bibeltreuen Brüdern nicht dazu rate, eine solche Bibelübertragung als „Verständnishilfe“ nebenher zu lesen. Wir brauchen sicherlich Verständnishilfen – aber diese sollten in guten Kommentaren und Bibellexika bestehen. Dort ist Gottes eigentliches, geoffenbartes Wort sauber und klar getrennt von der menschlichen Ausdeutung und Zusatzinformation. So können wir das tun, was die Bibel uns in diesem Zusammenhang gebietet: „Prüft alles, das Gute behaltet!“ (1Th 5,21).

 

In den modernen Übertragungen ist die Ausdeutung aber schon in der Übersetzung versteckt, und der Leser wird durch sie vielfach verwirrt oder sogar in die Irre geführt! Wir sollten solche Übertragungen aus unserem Bibelregal aussortieren und gar nicht mehr gebrauchen.

 

c) Die modernen Bibeln behindern echte biblische Evangelisation und echte Bekehrungen

 

Es ist tragisch, daß viele biblisch denkende Christen, die selbst noch wortgetreue Bibeln bevorzugen, sich dazu verleiten ließen, die modernen Übertragungen ausgerechnet für Kinder und Jugendliche in der Gemeinde sowie im Einsatz unter Ungläubigen zu benutzen.

 

Es ist ungemein wichtig, daß schon die Kinder in ihrer ersten Begegnung mit der Bibel eine gute, wortgetreue Übersetzung bekommen und keine verfälschende Übertragung. Gerade der erste Eindruck prägt doch und legt Grundlagen für später! Genauso ist es ausgesprochen schädlich für Jugendliche und junge Christen, wenn sie zuerst eine moderne Übertragung in die Hand bekommen. Es ist zu fürchten, daß sie viele später kaum noch bereit sein werden, auf eine wortgetreue Bibel umzusteigen.

 

Auch wenn Gott in Seiner Souveränität sicherlich in Ausnahmefällen auch solche Übertragungen mit dazu gebrauchen mag, um Menschen zur Bekehrung zu führen, so muss doch festgehalten werden, daß den nacherzählenden, ausdeutenden Menschenworten dieser Übertragungen eben nicht diese wunderbare Gotteskraft eigen ist, die das inspirierte Gotteswort und die wortgetreuen Übersetzungen auszeichnet!

 

Deshalb ist es gerade in der Evangelisation sowie der Kinder- und Jugendarbeit einer Gemeinde lebenswichtig, eine gute wortgetreue Bibelübersetzung einzusetzen, damit Gottes Geist Sein Wort gebrauchen kann, um die Menschen zu überführen und zu einer klaren Wiedergeburt und einem geistlichen Glaubensleben zu führen. Nur so können wir auch unseren Auftrag erfüllen, Gottes Wort zu bewahren, indem wir es an die kommende Generation getreu und unverfälscht weitergeben.

 

***

Wir möchten hier deutlich machen, daß diese Bewertung ganz besonders auf die führenden modernen

Übersetzungen, die „Gute Nachricht“ und die „Hoffnung für alle“ zutrifft. In der offenen Verfälschung der biblischen Botschaft gehen diese Übersetzungen am weitesten. Aber auch in der „Neues Leben -“ Übersetzung sowie in der „NGÜ“, die sich mehr am Grundtext orientieren, finden sich noch zahllose menschliche Ausdeutungen und Verwässerungen der biblischen Botschaft, auch wenn diese nicht so krass sind wie dort und manche massive Verfälschung in ihnen vermieden wird.

 

 

Für alle diese Übertragungen gilt, daß sie die Gläubigen wegführen von dem von Gott inspirierten Wortlaut der Schrift und damit die biblische Lehre und Zurüstung der Gläubigen gerade in der Endzeit hindern und beeinträchtigen. Wir wollen hier kein Urteil über die subjektiven Absichten der Übersetzer fällen. Diese mögen, vor allem bei NL, NGÜ und NEÜ, durchaus ehrbar und wohlmeinend sein. Aber der geistliche Schaden bleibt bestehen.

 

Jede Übersetzung, die den von Gottes Geist vorgegebenen Wortlaut der Heiligen Schrift durch eigenmächtige Umschreibungen, Zusätze und Weglassungen verändert, trägt objektiv zur Untergrabung der Autorität und Wirkung des Bibelwortes bei, und wir sollten grundsätzlich solche verwässerten und verfälschten „Bibeln“ meiden.

 

 

4. Der Kampf um das Wort Gottes in der Endzeit

 

Zum Abschluss dieser kurzen Aufklärungsschrift wollen wir uns noch einmal vor Augen halten, in welcher Zeit wir leben, in welchem geistlichen Zusammenhang diese modernen Bibeln auftreten. Wir leben in der Endzeit, den Tagen kurz vor der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus. Wir leben genau in der Zeit, von der uns das Wort Gottes sagt:

 

„Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden“ (2Tim 4,3).

 

Und genau in diese Zeit hinein mahnt uns der Herr durch Seinen Apostel: „Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen …!“ (2Tim 4,2).

 

In der letzten Zeit tobt ein gewaltiger geistlicher Kampf um das Wort Gottes, und es kann ja nicht anders sein. Der Satan kann sein Programm, die Christenheit auf den Weg der Ökumene und Welteinheitskirche und zum großen Abfall zu verführen, nur erreichen, wenn er die Autorität des ewigen, herrlichen Wortes Gottes untergräbt und aufweicht.

 

Dabei macht er vor den echten Gläubigen nicht halt. Auch unter ihnen sucht er die Autorität des Wortes Gottes, der Heiligen Schrift auf vielerlei Weise zu untergraben und die wahren Gläubigen, die ja mutige Zeugen für die Wahrheit der Schrift sein sollten, zu schwächen und zu verunsichern. Die Bibelkritik, das „Sollte Gott wirklich gesagt haben?“ dringt heute in weite Kreise der „Evangelikalen“ ein. Eine traurige Verwässerung und Aufweichung der bibelgegründeten Lehre und des Lebens im Glaubengehorsam gegen das Wort macht sich in vielen früher klar bibeltreuen Gemeinden und Kreisen bemerkbar.

 

Von daher dürfen wir nicht überrascht sein, daß auch die Bibel selbst, das göttliche Wort der Wahrheit, die Richtschnur der wahren Gläubigen, Gegenstand der endzeitlichen Zersetzungs- und Aufweichungstendenzen ist. Wir sollten angesichts dieser Entwicklungen nicht verzagen, nicht in ohnmächtiges Jammern verfallen. Auch wenn diese Entwicklungen in manchem unheimlich und bedrückend sind, kann doch das ewige Wort Gottes und die herrliche Wahrheit des Herrn dadurch nicht zunichte gemacht werden. Gott kommt zu Seinem Ziel; Er lässt Seine Wahrheit und Sein Wort nicht untergehen!

 

„Wenn die Grundfesten eingerissen werden, was soll der Gerechte tun?“ (Ps 11,3) Das Wort Gottes ermuntert uns dazu, auch in dieser Zeit und gerade jetzt das ewige, unverfälschte Gotteswort zu verkündigen und für es einzutreten. Es genügt nicht, daß wir die modernen „Bibeln“ zurückweisen. Wir sollten in liebevoller und sachlicher Weise noch viele Geschwister im Glauben auf die mit ihnen verbundenen Gefahren und Verfälschungen hinweisen. Und wir sollten alles tun, damit gute, geistlich gesunde wortgetreue Übersetzungen verbreitet werden – sowohl unter den Gläubigen als auch unter den Ungläubigen. Das gilt vor allem auch für die jungen Christen und die Jugendarbeit in den Gemeinden. Dieses Anliegen sollten wir auch in ernstem Gebet vor den Herrn bringen, damit Er sich erbarmt und noch vielen Gläubigen die Augen öffnet für die endzeitlichen Verführungen.

 

Wir sollten in der heutigen Zeit ganz besonders darauf bedacht sein, das Wort Gottes zu erforschen und zu studieren, tiefer in seine kostbaren Wahrheiten und Zusammenhänge einzudringen und diese auch in Konferenzen, in der Wortverkündigung, Gemeindebibelstunden, Hauskreisen, durch gemeinsames Bibellesen usw. weiterzugeben. Wir sollten für die Verbreitung bibeltreuer Kommentare sorgen, die den Gläubigen ein ehrfürchtiges und gesundes Verständnis der Heiligen Schrift geben können, so daß sie gar nicht nach irgendwelchen fragwürdigen Übertragungen greifen müssen.

 

In dem allem darf uns das prophetische Wort unseres Herrn Jesus Christus an die Gemeinde in Philadelphia ermutigen. In ihr zeigt die Schrift prophetisch, daß es bis zur Wiederkunft des Herrn einen treuen Überrest von wahren Gläubigen geben wird, die am Herrn und Seinem Wort unbeirrt festhalten, auch wenn der Abfall vom Wort Gottes und vom biblischen Glauben immer schlimmer wird. Diesen Überrest ermuntert der Herr mit den Worten: „Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe dir eine geöffnete Tür gegeben, und niemand kann sie schließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet“ (Offb 3,8).

 

 

So lasst uns bestrebt sein, zu diesem treuen Überrest zu gehören und das Wort unseres geliebten Herrn zu bewahren, bis Er wiederkommt! Auch in dieser Sache gilt uns die Ermutigung aus 1Kor 15,58:

 

„Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich,

nehmt immer zu in dem Werk des Herrn,

weil ihr wisst, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn!“

 

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Welche Alternativen gibt es?

 

Wenn die modernen Bibelübersetzungen in dieser Schrift wegen ihrer Verwässerung und Verfälschung des inspirierten Wortes Gottes abgelehnt worden sind, dann stellt sich zwangsläufig die Frage nach Alternativen. Immer wieder wurde der Verfasser von Gläubigen gefragt, welche Bibeln man denn heute noch empfehlen könne. Auch wenn dies letztlich jeder Bibelleser selbst prüfen und entscheiden muss, möchte der Verfasser hier einige Empfehlungen aussprechen.

 

Schlachter 2000

Diese Bibel ist nach den in dieser Broschüre dargestellten Maßstäben (vgl. oben S. 7-12) sehr gut für die verschiedenartigen Bedürfnisse bibeltreuer Gläubiger geeignet. Sie steht in der Wortgenauigkeit zwischen Luther 1912 und Alter Elberfelder, hat diesen beiden aber voraus, daß sie auch für jüngere Leser und Ungläubige sehr gut verständlich ist. Sie kann dem Bibelstudium ebenso dienen wie der persönlichen Andacht und Wortverkündigung. Sie beruht auf dem bewährten reformatorischen Grundtext und ist frei von irgendwelchen text- oder bibelkritischen Einflüssen. Ihre Einleitungen und Anmerkungen sind erbaulich und gesund in der Lehre. Gerade auch für Evangelisation und Jugendarbeit kann diese Übersetzung eine wertvolle Alternative zu den modernen Übertragungen

sein.

Luther 1545/1912

Die Luther-Bibel ist die klassische Bibel der deutschen evangelischen Christen, und jeder Gläubige in unserem Land sollte sie kennen. Luthers Übersetzung ist nicht immer so wortgetreu, wie es wünschenswert wäre, und sie hat gewisse Schwachpunkte, auch was die Verständlichkeit für den heutigen Leser anbetrifft. Aber im Ganzen ist sie als der „Klassiker“ der reformatorischen, wortgetreuen Übersetzungen immer noch von großem Wert. Alle, die die Lutherbibel lieben und schätzen, sollten die Ausgaben von 1912 oder 1545 der Revision von 1956/1984 vorziehen – und zwar aufgrund der Beteiligung liberaler Theologen an der Revisionsarbeit und aufgrund der textkritischen Veränderungen im AT und NT.

 

Elberfelder Übersetzung (nichtrevidiert)

Diese Bibel ist diejenige bibeltreue Übersetzung, die dem Wortlaut der Originalsprachen am nächsten steht. Das schwächt gelegentlich ihre sprachliche Kraft und Verständlichkeit, aber für Bibelstudienzwecke ist sie dennoch wertvoll. Im NT hat sie leider einige textkritische Einflüsse und Veränderungen aufzuweisen. Besonders für das AT kann sie jedoch wertvollen Einblick in Feinheiten der wörtlichen Bedeutung geben, die in der Luther- oder Schlachterbibel nicht wiedergegeben werden.

 

Bibelübersetzungen im Überblick

 

 

Übersetzungs-                              Textgrundlage                             Bibelübersetzungen                   

Grundsatz                                                 

 

 

                                                      Überlieferter Text                            Schlachter 2000

                                                      der Reformation                              Luther 1545-1912                                                                                                        

Wortgetreu                                   (Masoretischer Text                        Zürcher 1536-

                                                      im AT                                              Jantzen-NT (Teilausg.) 1999

                                                      und Textus Receptus

                                                     im NT)

 

 

 

                                                     Großteils überlieferter Text                Alte Elberfelder 1905

Wortgetreu                                  der Reformation                                Schlachter 1951

                                                     im AT und NT                                     Bengel-NT 1752

 

 

                                                     Weitgehend                                        Luther 1956/1984 *

                                                     oder vollständig                                  Zürcher 1931

Wortgetreu                                  kritischer „Nestle-Aland“-                   Revidierte Elberfelder 1985 *

                                                     Text im NT;                                        Neue Elberfelder Revision

                                                     z.T. Abweichungen vom                     (CSV 2002)

                                                     MT im AT                                           

 

                                                     Weitgehend

                                                     oder vollständig                                  Menge-Bibel

                                                     kritischer „Nestle-Aland“-                    Albrecht-NT

Nicht mehr                                  Text im NT;                                         Luther 1975 *

wortgetreu;                                 z.T. Abweichungen vom                    Ökumen. Einheits-

zu frei übersetzt                         MT im AT                                            übersetzung

                                                                                                                   #**

 

 

Moderne                                      Weitgehend                                        Gute Nachricht #**

„kommunikative“                       oder vollständig                                   Hoffnung für alle (HFA)

Übertragung                               kritischer „Nestle-Aland“-                     Bruns *

(„dynamische                            Text im NT;                                           Neues Leben (NL)

Äquivalenz“                                z.T. Abweichungen vom                      Neue Genfer -

                                                    MT im AT                                              Übersetzung (NGÜ)

                                                                                                                  Neue Evangelist.

                                                                                                                  Übertragung(NEÜ) 2003

 

 

* / ** = bibelkritische bzw. starke bibelkritische Einflüsse in der Übersetzung

# = ökumenisch

 

 

Im Betanien Verlag ist 2006

ein wesentlich ausführlicheres Buch

des Verfassers erschienen,

das auf der vorliegenden Broschüre beruht

und viele zusätzliche Informationen

zum Thema „Bibelübersetzungen“ enthält.

Dieses Buch ist nicht beim ESRA-Schriftendienst,

sondern nur beim Verlag und im christlichen Buchhandel erhältlich.

 

Rudolf Ebertshäuser

Gottes Wort oder Menschenwort?

Moderne Bibelübersetzungen unter der Lupe.

 

Betanien Verlag, 1. Auflage 2006, 192 S. ISBN 3-935558-72-4

Bestelladresse: Betanien Verlag, Imkerweg 38, 32832 Augustdorf

Tel.: 05237 / 89 90 90; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

ESRA-Schriftendienst

Postfach 19

 


 

Anhang

Textbeispiele für irreführende Übersetzungen (Massstab „Schlachter 2000“)

 

TEXTE DES ALTEN TESTAMENTS

 

1. Mose 2,9

 

Schlachter 2000

9 Und Gott der HERR ließ allerlei Bäume aus der Erde hervorsprießen, lieblich anzusehen und gut zur Nahrung, und auch den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. (…)

 

Hoffnung für alle

9 Viele verschiedene Bäume ließ er im Garten wachsen. Sie sahen prachtvoll aus und trugen köstliche Früchte. In der Mitte des Gartens standen zwei Bäume: der Baum, dessen Frucht Leben schenkt, und der Baum, der Gut und Böse erkennen lässt. (…)

 

Gute Nachricht

9 Er ließ aus der Erde alle Arten von Bäumen wachsen. Es waren prächtige Bäume, und ihre Früchte schmeckten gut. [Dorthin brachte Gott den Menschen, den er gemacht hatte.] In der Mitte des Gartens wuchsen zwei besondere Bäume: ein Baum, dessen Früchte unvergängliches Leben schenken, und ein Baum, dessen Früchte Wissen geben. (…)

 

 

Hier finden wir eine Verkehrung des Inhalts durch zu freie ausdeutende Wiedergabe. Mit den Namen des heiligen Gottes gehen manche freien Übertragungen recht achtlos und willkürlich um; z.T. lassen sie sie nach Belieben weg, vertauschen oder verkürzen sie, obwohl doch jeder seine besondere Bedeutung hat. So wird hier „Gott der HERR“ (hebr. Jahweh Elohim) zu „er“. „Gut zur Nahrung“ meint etwas anderes und mehr als „ihre Früchte schmeckten gut“ („Früchte“ wurde einfach eingefügt). Der Satz in eckigen Klammern wurde bei GN einfach von V. 8 in V. 9 herübergezogen. Massiver noch sind die Verdrehungen des Sinns bei der Kennzeichnung der zwei Bäume: „Der Baum des Lebens“ – so hat Gott in Seiner Weisheit diesen Baum genannt. Aber die Übersetzer meinen hier „verbessern“ zu müssen. Was sie daraus machen, kann man von der Auslegung her durchaus ableiten; aber der Bibelübersetzer darf nicht die Auslegung in den Text selbst hineinbringen und ihn damit verflachen. „Der Baum des Lebens“ kann durchaus noch mehr bedeuten als die Umschreibung von HFA und GN. Vollends schlimm ist, was GN mit dem „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“ macht. Es ist durch nichts zu rechtfertigen, dass hier nur übersetzt wird: „Der Baum, dessen Früchte Wissen geben“.

 

 

1. Mose 2,23-24

 

Schlachter 2000

23 Da sprach der Mensch: Das ist endlich Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch! Die soll „Männin“ heißen, denn vom Mann ist sie genommen!

24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.

 

 Hoffnung für all

23 Da rief dieser: „Endlich gibt es jemanden wie mich! Sie wurde aus einem Teil von mir gemacht – wir gehören zusammen!“ 24 Darum verlässt ein Mann seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.

 

Gute Nachricht

23 Der freute sich und rief: „Endlich! Sie ist’s! Eine wie ich! Sie gehört zu mir, denn von mir ist sie genommen. 

24 Deshalb verlässt ein Mann Vater und Mutter, um mit seiner Frau zu leben. Die zwei sind dann eins, mit Leib und Seele.

 

 

Ein Kennzeichen moderner Übertragungen ist die humanistische Verflachung und Einebnung aller besonderen, z.T. bildhaften Wendungen und Ausdrücke, mit denen der Heilige Geist Gottes Wahrheit offenbarte. Es wird Wesentliches verkürzt, wenn „Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch“ mit dem salopp-modernen Spruch wiedergegeben wird: „Endlich! Sie ist’s! Eine wie ich!“ „Der freute sich“ (GN) ist eine eigenmächtige Ausdeutung ohne Anhalt im Original. Dass auch die würdige Bibelsprache hier in schlechtes Alltagsdeutsch herabgezogen wird, wird an Wendungen wie „Sie wurde aus einem Teil von mir gemacht“ deutlich. Von ernsterer geistlicher Bedeutung ist, dass der Name „Männin“ und die Aussage „denn vom Mann ist sie genommen“ von GN und HFA unterschlagen wird. Hier geht es ja um eine wichtige Offenbarung von Gottes Schöpfungsabsicht, die Auswirkungen hat auf die geistliche Sicht der Stellung der Frau im NT, wie 1Kor 11,8-9 und 1Tim 2,13 zeigen. „Wir gehören zusammen“ ist die Restsubstanz, die der Weltgeist (und der evangelikale Zeitgeist) von der Hauptesstellung des Mannes und der Gehilfenschaft der Frau noch übrig lässt. In V. 24 stutzt die „Übersetzung“ von GN Gottes Wahrheit auf eine dem modernen Sündenleben angepasste Allerweltsaussage zurecht. In der Tat, heute lebt der Mann nur noch „mit seiner Frau zusammen“,  anstatt ihr ein Leben lang in Treue anzuhängen!

 

 

1. Mose 3,4-5

 

Schlachter 2000

4 Da sprach die Schlange zu

Keineswegs werdet ihr sterben! 5 Sondern Gott weiß: An dem Tag, da ihr davon eßt, werden euch die Augen geöffnet, und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was gut und böse ist!

 

Hoffnung für alle

4 „Unsinn! Ihr werdet nicht sterben“, widersprach die Schlange, 5 aber Gott weiß: Wenn ihr davon esst, werden euch die Augen geöffnet – ihr werdet sein wie Gott und wissen, was Gut und Böse ist.

 

Gute Nachricht

4 „Nein, nein“, sagte die Schlange, „ihr werdet bestimmt nicht sterben! 5 Aber Gott weiß, Sobald ihr davon eßt, werden euch die Augen aufgehen, und ihr werdet alles wissen, genau wie Gott. Dann werdet ihr euer Leben selbst in die Hand nehmen können.

 

 

Bei HFA finden wir hier primitiv-moderne Verflachung des Gotteswortes durch ein frei erfundenes „Unsinn!“ und eine sinnentstellende Ausdeutung des Redens der Schlange, das kein einfaches „Widersprechen“ war, sondern eine raffinierte, verführerische Gegenverheißung zu Gottes Gerichtsankündigung. „Zu der Frau“ wird einfach weggelassen. Schlimmer ist aber, was die Übersetzer der GN aus dem Gotteswort gemacht haben. Dass jemand die Dreistigkeit haben kann, das klare und so eindringliche „Ihr werdet sein wie Gott“ mit dem oberlehrerhaft-ausdeutenden „Ihr werdet alles wissen, genau wie Gott“ zu ersetzen, lässt sich nur mit der Missachtung des inspirierten Gotteswortes erklären. Auch hier wieder wie in 1Mo 2,9 lässt GN „Gut und Böse“ weg – passen diese „moralischen“ Begriffe nicht mehr zum heutigen Zeitgeist? – und ersetzt es völlig willkürlich durch „alles“. Dann wird eine moderntheologische Ausdeutung nachgeschoben, von der keine Andeutung in der Schrift selbst steht – elf Wörter, die zu Gottes Wort hinzugefügt wurden: „Dann werdet ihr euer Leben selbst in die Hand nehmen können“.

 

 

1. Mose 15,1

 

Schlachter 2000

1 Nach diesen Begebenheiten erging das Wort des HERRN an Abram in einer Offenbarung: Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn! (…)

 

Hoffnung für alle

1 Danach redete der Herr zu Abram in einer Vision: „Hab keine Angst, Abram, ich selbst beschütze dich, ich werde dich auch reich belohnen!“

 

Gute Nachricht

1 Einige Zeit danach erging das Wort des HERRN an Abram, und er empfing eine Offenbarung. Der HERR sagte zu ihm: „Hab keine Angst, Abram, ich bin dein Schutz! Du sollst reich belohnt werden. (…)

 

 

Am Anfang von V. 1 begeht HFA eine der unzähligen Verkürzungen, die für die „dynamisch-äquivalenten“ Übertragungen so kennzeichnend sind. Gottes Wort sagt: das Wort des HERRN erging an Abram. Bei HFA „redet“ der Herr nur noch. Wenn der Heilige Geist betont von dem „Wort des HERRN“ spricht, so ist damit mehr ausgedrückt als nur „reden“; dieser feststehende Begriff findet sich immer wieder im AT, auch in den Propheten. Letztlich klingt darin auch an, dass hier der Sohn Gottes beteiligt ist, dessen Name ja „Das Wort“ ist. Kein Übersetzer hat das Recht, diesen Unterschied zu verwischen! Deutlicher noch wird der große geistliche Verlust durch die Umdeutung des göttlichen Wortes am Ende von V. 1. Dort heißt es wörtlich übersetzt: „Ich bin dein sehr großer Lohn“. Daraus machen die modernen Hineindeuter: „Ich werde dich auch reich belohnen“. Merken wir, was hier verloren geht? Es ist ein großer Unterschied, ob Gott Abram reichen Lohn gibt, oder ob Er selbst in Seiner ganzen Fülle Abrams Lohn ist! Wir werden daran erinnert, dass Gott den zwölf Stämmen ein Erbteil im Land Israel gab, aber von den Leviten sagte Er, dass Er selbst ihr Erbteil sein wollte. Das war unendlich viel mehr!

 

 

1. Mose 15,6

 

Schlachter 2000

6 Und [Abram] glaubte dem HERRN, und das rechnete Er ihm als Gerechtigkeit an.

 

Hoffnung für alle

6 Abram nahm dieses Versprechen ernst. Er setzte sein ganzes Vertrauen auf den Herrn, und so fand er Gottes Anerkennung.

 

Gute Nachricht

6 Abram glaubte der Zusage des HERRN, und der HERR rechnete ihm das als Beweis der Treue an.

 

 

Hier stoßen wir auf eine ganz wesentliche gefährliche Tendenz der modernen Bibelübertragungen: sie verwischen und verfälschen gerade jene Grundaussagen, die das biblische Evangelium von der Errettung und Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnade durch den Glauben betreffen. Das zeigt sich in dieser Kernstelle, die ja in Röm 4,3 und Gal 3,6 wieder aufgegriffen wird. Bei HFA wird der so entscheidende Fakt, dass Abram dem HERRN glaubte, durch zwei weitschweifige Umschreibungen ersetzt. Dabei wird das Schlüsselwort „glauben“ aber gelöscht, das die Brücke zu den Lehren der Briefe über die Errettung aus Glauben bildet. Dadurch wird nicht das Verständnis von Gottes Wahrheit gefördert, sondern deren Verdunkelung! Das gilt auch für GN, die den Glauben nicht mehr an die Person des HERRN bindet, sondern mit einer unberechtigten Hinzufügung an seine Zusage. Schlimmer noch wirkt sich die direkt verfälschende Wiedergabe der zentralen Aussage aus, dass der HERR Abrams Glauben ihm als Gerechtigkeit anrechnete. „Gerechtigkeit“ ist ein Begriff aus der Gerichtssprache, und das ist nicht zufällig so, sondern weil die Schrift lehrt und bezeugt, dass der Sünder unter Verdammnis, unter Gottes Gerichtsurteil steht und Gerechtigkeit (bzw. Rechtfertigung) braucht, um gerettet zu werden. Dagegen ist die „Übersetzung“ von HFA auf der psychologischen Ebene angesiedelt. Das Bedürfnis nach „Anerkennung“ wird von den Verfechtern moderner Psychologie als ein „Grundbedürfnis“ des Menschen ausgemacht. Wer will nicht „Anerkennung“ oder „Annahme bei Gott“? Aber hier findet eine schwerwiegende Verfälschung zentraler Aussagen der Heiligen Schrift im Sinne eines zeitgeistigen Humanismus statt. Nicht besser ist die „Übersetzung“ von GN, die ebenfalls völlig am Sinn des biblischen Zentralbegriffs „Gerechtigkeit“ vorbeigeht. Die Gerechtigkeit ist nach dem Wortlaut der Schrift eine Gabe Gottes; nach GN beruht sie auf Abrams Werken, weil er „Treue erwiesen“ habe. Diese Verfälschung kann nicht als „Übersetzung“ des hebräischen Wortlauts bezeichnet werden. Das Hebräische hat ein eigenes Wort für Treue (wie auch für „Anerkennung“), und wenn Gott das hätte sagen wollen, was in  GN und HFA steht, hätte Er ganz andere hebräische Worte gewählt.

 

 

1. Mose 22,18

 

Schlachter 2000

18 und in deinem Samen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorsam warst!

 

Hoffnung für alle

18 Alle Völker der Erde werden mich bitten, sie so zu segnen, wie ich dich segnen werde. Das alles werde ich dir geben, weil du bereit warst, meinen Willen zu tun.

 

Gute Nachricht

18 Bei allen Völkern der Erde werden die Leute zueinander sagen: ‚Gott segne dich wie die Nachkommen Abrahams!’ Das ist die Belohnung dafür, dass du meinem Befehl gehorcht hast.

 

 

Hier haben wir eine wichtige heilsgeschichtliche Aussage, eine Verheißung, die im NT wieder aufgegriffen wird, besonders in Röm 4,16 und in Gal 3,14.16.29, und die nach Gal 3,16 eindeutig auf Christus, den Messias, verweist. Diese bis in die Einzelheiten bedeutungsvolle Aussage (vgl. „in deinem Samen“ = neutestamentlich „in Christus“ – Eph 1,3!) wird nun durch die Umformulierung in „heutiges Deutsch“ völlig verfälscht. Eine menschliche Ausdeutung ersetzt die getreue Übersetzung, und so verschwindet hier wie an vielen anderen Stellen jeder Bezug auf Christus und die messianischen Weissagungen! Bei HFA wird der biblische Schlüsselbegriff des „Samens“ ganz unterschlagen und wird nicht einmal mit „Nachkommen“ übersetzt. Die menschliche Ausdeutung fügt den inspirierten Worten Gottes 17 eigenmächtige Worte hinzu, das ist die doppelte Anzahl der deutschen Worte! Bei GN ist es nicht der souveräne Gott, der segnet, sondern Menschen sprechen einen selbst formulierten Segen, der mit dem Urtext kaum noch etwas zu tun hat. Auch hier werden 16 selbst gewählte, willkürlich ausdeutende Worte zu der wortgetreuen Wiedergabe hinzugefügt.

 

 

2. Mose 3,14

 

Schlachter 2000

14 Gott sprach zu Mose: „Ich bin, der ich bin!“ Und er sprach: So sollst du zu den Kindern Israels sagen: „Ich bin“, der hat mich zu euch gesandt.


 

 

Hoffnung für alle

14 Gott antwortete: „Ich bin euer Gott, der für euch da ist. Darum sag den Israeliten: ‚Ich bin für euch da’ hat mich zu euch gesandt.

 

Gute Nachricht

14 Gott antwortete: „Ich bin da“, und er fügte hinzu: „Sag zum Volk Israel: ‚Der Ich-bin-da hat mich zu euch geschickt:

 

Hier gibt uns die Schrift eine erhabene Selbstoffenbarung Gottes, der Mose auf die Frage nach Seinem Namen den bedeutungsvollen Namen mitteilt: „Ich bin, der ich bin“. Hiermit offenbart sich Gott als der ewig Seiende, als der Gott, der schon immer war, der aus sich selbst existiert und niemanden nötig hat. Diese göttliche Selbstoffenbarung wird von den selbsternannten „Verständlichmachern“ bei HFA in einer erschreckenden Weise verfälscht und auf die moderne menschenzentrierte Verständnisebene heruntergezogen: „Gott ist für mich da“. Das hat mit „Übersetzen“ nichts zu tun, denn Gott hätte das, was HFA schreibt, auf Hebräisch durchaus ausdrücken können – wenn Er das gemeint hätte. Die Aussage des inspirierten Urtextes ist genau das Gegenteil von dem, was HFA hineindeutet! Hier haben wir eine moderntheologisch gefärbte Verdrehung der Worte des lebendigen Gottes (vgl. Jer 23,36). Diese Verkehrung zeigt den weltlichen Geist des Humanismus in den modernen Übertragungen. Gott wird an den Menschen angepasst. Die Formulierung der GN grenzt in ihrer Flapsigkeit und fehlenden Ehrfurcht an Gotteslästerung.

 

 

Richter 19,2

 

Schlachter 2000

2 Diese Nebenfrau aber beging Hurerei gegen ihn und lief von ihm fort in das Haus ihres Vaters, nach Bethlehem-Juda(…)

 

Hoffnung für alle

2 Doch eines Tages war die Frau wütend über ihren Mann und lief ihm weg, sie kehrte zurück zu ihrem Vater nach Bethlehem. (…)

 

Gute Nachricht

2 Weil sie sich über ihren Mann ärgerte, lief sie ihm weg und kehrte zu ihrem Vater nach Bethlehem zurück. (…)

 

 

Hier steht im inspirierten hebräischen Text ein Wort, das eindeutig „Hurerei begehen“ bedeutet. Die modernen Übertragungen sagen aber etwas ganz anderes aus. Stillschweigend und ohne irgendeinen berechtigten Grund haben sie den hebräischen Text hier nach der griechischen Übersetzung (der „Septuaginta“) geändert. Damit wird natürlich auch der geistliche Sinn der ganzen Geschichte verfälscht. Es ist doch von einiger Bedeutung für diese schreckliche Begebenheit, dass die Frau eine Sünde gegen Gott und ihren Mann begangen hatte, die nach dem Gesetz ihren Tod zur Folge gehabt hätte. Hier wird die Bibel nach den Gedanken des Zeitgeistes „frisiert“ und die Frau zum mehr oder weniger unschuldigen Opfer gemacht (dieselbe Verfälschung finden wir auch bei der revidierten Elberfelder). Auch an zahlreichen anderen Stellen weichen die modernen Übertragungen vom Masoretischen Text der heiligen Schriften ab und übersetzen nach alten Übersetzungen – aus bibeltreuer Sicht ein unzulässiger Eingriff in Gottes überliefertes Wort.

 

 

Sacharja 13,6

 

Schlachter 2000

6 Und er wird zu ihm sagen: „Was sind das für Wunden in deinen Händen?“ – Und er wird antworten: „Die hat man mir geschlagen im Haus meiner Lieben!“

 

Hoffnung für alle

6 Wenn jemand ihn fragt: ‚Woher kommen dann die Striemen auf deiner Brust?’, dann wird er antworten: ‚Ich habe mich mit meinen Freunden geprügelt.’“

 

Gute Nachricht

6 Und wenn man ihn auf die Striemen an seinem Leib hinweist, wird er sagen: ‚Das ist von einer Schlägerei mit meinen Zechbrüdern!’“

 

 

Sach 13,6 ist ein gewichtiges prophetisches Wort, das unterschiedliche Auslegungen zulässt und auch von bibeltreuen Kommentatoren unterschiedlich ausgelegt wurde. Es steht zwischen den Aussagen in V. 3-5 über die falschen Propheten in Israel in den Tagen vor der Wiederkunft des Messias einerseits und den unzweifelhaft auf den Messias selbst bezogenen Aussagen in V. 7 (vgl. Mt 26,31; Mk 14,27). Nach den wortgetreuen Übersetzungen ist es zumindest möglich, den Bezug auf den durchbohrten Messias zu erkennen (vgl. Sach 12,10), der zumindest in der Wortwahl dieses Verses mit angelegt ist. Dagegen ist die „Übersetzung“ von HFA und GN so willkürlich und verfälschend, dass kein messianischer Bezug mehr möglich ist; man kann hier durchaus von einer unterschwelligen Lästerung sprechen. Diese Stelle zeigt in besonders abschreckender Weise, wie zerstörerisch die modernen Übersetzer in das heilige Gefüge der inspirierten Worte Gottes eingreifen.

 

 

Maleachi 3,20

 

Schlachter 2000

20 Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung [wird] unter ihren Flügeln [sein]; (…)

 

Hoffnung für alle

20 Für euch aber, die ihr mir die Treue gehalten habt, wird an jenem Tag die Rettung kommen, wie am Morgen die Sonne aufgeht.

 

Gute Nachricht

20 Für euch aber, die ihr mir treu gewesen seid, wird an diesem Tag die Sonne aufgehen. Sie wird euer Recht an den Tag bringen und alle Wunden heilen.

 

 

In der letzten alttestamentlichen Stelle, die wir untersuchen wollen, sehen wir zum einen, wie der biblische Begriff der Furcht des Herrn in den modernen Übertragungen systematisch ausgelöscht wurde und durch wechselnde, z.T. völlig willkürliche Wörter mit anderer Bedeutung ersetzt wurde. Dazu gehören „die ihr Gott gehorcht“; „die ihr Gott ernst nehmt“; „die ihr Gott ehrt“, „die ihr Gott treu seid“ sowie gelegentlich das noch einigermaßen verwandte „die ihr Gott Ehrfurcht entgegenbringt“. Gottesfurcht – nach der Schrift selbst „der Anfang der Erkenntnis“ (Spr 1,7) –, ist für die moderne, verflachte und verfälschte Lehre der heutigen Christenheit nicht mehr akzeptabel. Hier geschieht eine humanistische Verfälschung der biblischen Botschaft! Mit der „verständlichen Wiedergabe“ des eigentlich doch völlig klaren Begriffs „Sonne der Gerechtigkeit“ wird ein weiterer alttestamentlicher Bezug zu Christus, dem Messias, zerstört. Auch hier wird der Leser durch die modernen Übersetzungen geistlich beraubt und sein Verständnis des Textes verdunkelt.

 

 

TEXTE DES NEUEN TESTAMENTS

 

Matthäus 3,2

 

Schlachter 2000

2 und spricht: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen!

 

Hoffnung für alle

2 Er rief: „Kehrt um zu Gott! Denn jetzt beginnt seine neue Welt.“

 

Gute Nachricht

2 „Ändert euer Leben! Gott wird jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden!

 

 

„Tut Buße“ ist klassisches Bibeldeutsch und sollte erklärt werden, anstatt es anders zu übersetzen. „Ändert euer Leben“ (GN) ist keine angemessene Übersetzung; es ist flach und beliebig, ganz gemäß dem modernen falschen Evangelium. Noch schwerwiegender ist die Umdeutung des Begriffes „Reich der Himmel“ bei HFA: „Gottes neue Welt“ ist ebenso unbiblisch wie die Verfälschung des „ist nahe herbeigekommen“  beginnt“. „Neue Welt“ enthält nicht mehr den Gedanken der Königsherrschaft Gottes, der sich alles zu unterwerfen hat; es ist ein weltlicher Begriff (Huxley, „Schöne neue Welt“). GN verfälscht das heilsgeschichtlich so präzise „ist nahe herbeigekommen“ zu dem biblisch nicht haltbaren „Gott wird jetzt seine Herrschaft aufrichten“ und bringt einen ebenfalls biblisch falschen ausdeutenden Zusatz „und sein Werk vollenden“. Damit bekommt der Leser mehr Unklarheit und falsche Theologie vermittelt statt mehr Klarheit gegenüber den wortgetreuen Übersetzungen!

 

 

Matthäus 5,20

 

Schlachter 2000

20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen!

 


 

Hoffnung für alle

20 Ich warne euch: Wenn ihr das Gesetz Gottes nicht besser erfüllt als die Pharisäer und Schriftgelehrten, kommt ihr nicht in Gottes neue Welt.

 

Gute Nachricht

20 Ich sage euch: Ihr werdet niemals in Gottes neue Welt kommen, wenn ihr seinen Willen nicht besser erfüllt als die Gesetzeslehrer und Pharisäer.

 

 

In dem Bemühen, den Begriff „eure Gerechtigkeit“ mundgerecht zu übertragen, verfallen GN und HFA in

Formulierungen, die eine Errettung aus Werken hineindeuten. Dasselbe findet sich auch bei NL: „Aber ich warne euch: nur wenn ihr Gott gehorsamer seid als es die Schriftgelehrten und Pharisäer sind, dürft ihr in das Himmelreich hinein.“ Die NGÜ bietet: „Wenn euer Leben der Gerechtigkeit Gottes nicht besser entspricht als das der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr mit Sicherheit nicht ins Himmelreich kommen.“ Auch bei der NEÜ findet sich diese falsche Deutung: „Ich sage euch: Wenn ihr Gottes Willen nicht besser erfüllt als die Gesetzeslehrer und Pharisäer, werdet ihr mit Sicherheit nicht ins Himmelreich kommen.“ Dagegen ist das weise gewählte Wort des Herrn dazu angetan, die Jünger darauf hinzuleiten, dass sie statt irgendeiner eigenen Gesetzeserfüllung eine vollkommene Gerechtigkeit von Gott brauchen, wie sie im Römerbriefgelehrt wird: die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben. Mit der Auflösung von Begriffen wie „Gerechtigkeit“ wird ein falsches Verständnis des biblischen Evangeliums gefördert und das echte Verständnis verhindert. Solche „Bibeln“ sind gerade als Mittel zur Evangelisation von Ungläubigen völlig untauglich!

 

 

Matthäus 16,24-26

 

Schlachter 2000

24 (…) Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!  25 Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. 26 Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben?

 

Hoffnung für alle

24 (…) „Wer mir nachfolgen will, darf nicht mehr sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern muß sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen. 25 Wer sich an sein Leben klammert, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben für mich einsetzt, der wird es für immer gewinnen. 26 Denn was gewinnt ein Mensch, wenn ihm die ganze Welt zufällt, er selbst aber dabei Schaden nimmt? Er kann sein Leben ja nicht wieder zurückkaufen!

 

Gute Nachricht

24 (…) „Wer mir folgen will, muss sich und seine Wünsche aufgeben, sein Kreuz auf sich nehmen und auf meinem Weg hinter mir hergehen. 25 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Aber wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. 26 Was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber zuletzt sein Leben verliert? Womit will er es dann zurückkaufen?

 

 

Hier erkennen wir, wie die klaren, einprägsamen und herausfordernden Worte unseres Herrn umgedeutet

und modern verwässert werden. „Sich selbst verleugnen“ ist etwas anderes als „sich selbst nicht mehr in den

Mittelpunkt stellen“! Andererseits geht das „muss sich aufgeben“ von GN in eine heidnisch-mystische Richtung, die der Schrift auch fremd ist. „Sein Leben verlieren“ um des Christus willen ist etwas völlig anderes als „sein Leben für Christus einsetzen“! Diese Verfälschung entspricht genau der modernen „Frömmigkeit“ des Ichlebens, das dem Herrn dienen will, statt mit Christus gekreuzigt zu sein. Und die tiefschürfende Frage unseres Herrn in V. 26b, was der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben kann, wird in ihrem Bezug zu dem Lösegeld, das Er selbst gestellt hat, völlig verwischt und verfälscht. Ähnlich auch NGÜ: „Was kann ein Mensch als Gegenwert für sein Leben geben?“ NEÜ lehnt sich daran an: „Was könnte er schon als Gegenwert für sein Leben geben?“ NL dichtet frei: „Gibt es etwas Kostbareres als die Seele?“ Die scheinbare Verständlichkeit wird hier wie an ungezählten anderen Stellen erkauft mit geistlicher Verflachung, Vermenschlichung und Verfälschung der ursprünglichen Aussage.

 

 

Johannes 1,16-17

 

Schlachter 2000

16 Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen Gnade um Gnade. 17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.

 

Hoffnung für alle

16 Aus seinem göttlichen Reichtum hat er uns immer und immer wieder mit seiner grenzenlosen Liebe beschenkt. 

17 Durch Mose gab uns Gott das Gesetz mit seinen Forderungen. Aber durch Jesus Christus schenkte er uns seine vergebende Liebe und Treue.

 

Gute Nachricht

16 Aus seinem Reichtum hat er uns beschenkt, uns alle mit grenzenloser Güte überschüttet. 17 Durch Mose gab Gott uns das Gesetz, in Jesus Christus aber ist uns seine Güte und Treue begegnet.

 

 

Auch hier wieder finden wir eine schwerwiegende Verkehrung wichtiger Schlüsselbegriffe: Die Gnade wird in den meisten modernen Übertragungen an verschiedenen Stellen durch blumige andere Begriffe ersetzt: „grenzenlose Liebe“ (HFA) oder „Güte“ (NL: „den Reichtum seines Segens“). Damit wird aber ein Fundament des biblischen Evangeliums heimlich, still und leise untergraben. Wenn die Schrift sagt: Wir haben alle empfangen Gnade um Gnade, dann zielt die Formulierung auf unsere Haltung, auch auf die Aktivität des Glaubens, der die Gnade annimmt. Dieser Aspekt geht bei GN und HFA verloren, aber auch bei NEÜ, wo es heißt: „Aus seinem unendlichen Reichtum hat er uns mit aller erdenklichen Gnade überschüttet“. Hier geht auch das geistliche Verständnis der Formulierung „Gnade um Gnade“ verloren, die zumindest andeutet, dass das Empfangen der Gnade immer wieder neu geschehen muss und geschieht und etwas Wachstümliches ist. Wenn bei GN und HFA „Wahrheit“ durch „Treue“ ersetzt wird, entsteht ebenfalls eine Verfälschung und Verdunkelung. Im biblischen Wortlaut klingt dieser Satz an viele andere an (z.B. „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben…“) Diese Bezüge werden verwischt; offensichtlich ist die Wahrheit in der modernen Frömmigkeit nicht mehr so wichtig …

 

 

Johannes 17,17

 

Schlachter 2000

Heilige sie in deiner Wahrheit! dein Wort ist Wahrheit.

 

Hoffnung für alle

Lass ihnen deine Wahrheit leuchten, damit sie in immer engerer Gemeinschaft mit dir leben. Dein Wort ist die Wahrheit!

 

Gute Nachricht

Lass sie in deiner göttlichen Wirklichkeit leben und weihe sie dadurch zum Dienst. Dein Wort erschließt diese Wirklichkeit.

 

 

HFA zeigt, wie die modernen Übersetzer mit Zentralbegriffen der biblischen Offenbarung umgehen, zu denen auch „heiligen“ gehört: sie werden umschrieben mit menschlich-flachen Ausdeutungen, die wichtige Bedeutungsbereiche des biblischen Begriffes auslassen oder sogar verdunkeln. Die Formulierung bei GN geht noch weiter und bringt eine üble moderntheologisch gefärbte Umdeutung, die den Namen „Übersetzung“ in keiner Weise verdient. „Wahrheit“ ist etwas anderes als „Wirklichkeit“! Aber die Auflösung aller absoluten Wahrheit gehört genauso zum Programm der liberalen Theologie wie auch die Trennung der Wahrheit vom Wort Gottes. „Dein Wort ist Wahrheit“ – darauf kann der Glaube ruhen; so klar und einfach hat der Sohn Gottes es gesagt und gemeint. „Dein Wort erschließt diese Wirklichkeit“ – das ist die verdrehte Sprache der Philosophie, das Geschwätz der Schlange, das den Glauben zerstört. Auch bei NL wird die klare Aussage des Originals verwässert: „Reinige sie und heilige sie, indem du sie deine Worte der Wahrheit lehrst.“ Die klare Aussage „Dein Wort ist Wahrheit“ verschwindet einfach hinter der Umformulierung von GN, HFA und NL! In der NEÜ wird der biblische Begriff „heiligen“ ebenfalls verflachend umschrieben: „Führe sie durch die Wahrheit ganz auf deine Seite!“ In V. 19 wird das wichtige „geheiligt seien in Wahrheit“ von HFA einfach ausgelassen, von GN moderntheologisch umgedeutet. In der NEÜ wird der objektive Zustand des Geheiligt seins vertauscht mit einer persönlichen Haltung: „damit auch sie durch die Wahrheit dir hingegeben sind“

 

 

Römer 1,16-17

 

Schlachter 2000

16 Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen; 17 denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: „Der Gerechte wird aus Glauben leben“.

 

Hoffnung für alle

16 Ich schäme mich nicht für die rettende Botschaft. Sie ist eine Kraft Gottes, die alle befreit, die darauf vertrauen; zuerst die Juden, dann aber auch alle anderen Menschen. 17 Durch sie zeigt Gott, wie er ist: Er sorgt dafür, dass unsere Schuld gesühnt wird und wir mit ihm Gemeinschaft haben können. Dies geschieht, wenn wir uns allein auf das verlassen, was Gott für uns getan hat. So heißt es schon in der Heiligen Schrift: „Nur der wird Gottes Anerkennung finden und leben, der ihm vertraut.“

 

Gute Nachricht

16 Zur Guten Nachricht bekenne ich mich offen und ohne Scheu. In ihr ist die Kraft Gottes am Werk und rettet alle, die der Botschaft glauben und sie im Vertrauen annehmen (…). 17 In der Guten Nachricht macht Gott seine Gerechtigkeit offenbar: seine rettende Treue, die selbst für das aufkommt, was er vom Menschen fordert. Nur auf den vertrauenden Glauben kommt es an, und alle sind zu solchem Glauben aufgerufen. So steht es ja in den Heiligen Schriften: „Wer durch vertrauenden Glauben vor Gott als gerecht gilt, wird leben.“

 

 

Die Lehraussagen der Briefe sind besonders stark von den Umdeutungen, eigenmächtigen Zusätzen und theologischen Verwässerungen der modernen Übertragungen betroffen. Es sei dem Leser empfohlen, hierselbst einmal den ganzen Römerbrief, den Galater-, Epheser- und Kolosserbrief daraufhin durchzusehen. Hier können nur einige wenige Beispiele angeführt werden. An dieser Stelle fallen die menschlich theologisch gefärbten Umschreibungen auf, die statt der präzisen Schlüsselworte des Originals gesetzt werden und die für Nebel in der Lehre sorgen. Nur kurz angedeutet: „befreit“ (HFA) ist nicht gleich „zur Errettung“; bei GN ist nicht das Evangelium Gottes Kraft, sondern in ihm ist nur Gottes Kraft am Werk – ein bedeutsamer Unterschied! Menschenworte ersetzen Gottes ewiges Wort; „Gerecht sein“ ist etwas anderes als„Gottes Anerkennung finden“!

 

Epheser 2,14

 

Schlachter 2000

Denn Er ist unser Friede, …

 

Hoffnung für alle

Durch Christus haben wir Frieden.

 

Gute Nachricht

Christus ist es, der uns allen den Frieden gebracht … hat.

 

 

Hier sehen wir ein Beispiel dafür, wie tiefe geistliche Wahrheiten und Offenbarungen durch die vermenschlichende Umdeutung verfälscht werden. Das inspirierte WORT sagt: „Er, Christus ist unser Friede“; d.h. unser Friede ist in Ihm begründet, an Seine Person gebunden, von Ihm jederzeit abhängig. Bei HFA wird der Mensch das Subjekt; wir haben Frieden; er gehört sozusagen uns, und Christus wird zum Instrument gemacht. Im Grunde findet dieselbe Verdrehung bei GN statt, nur dass die Formulierung vorsichtiger ist. Ähnlich NL: „Denn Christus selbst brachte Frieden …“

 

 

1Tim 2,10-12

 

Schlachter 2000

10 sondern durch gute Werke, wie es sich für Frauen geziemt, die sich zur Gottesfurcht bekennen. 11 Eine Frau soll in der Stille lernen, in aller Unterordnung. 12 Aber ich gestatte einer Frau nicht zu lehren, auch nicht, dass sie über den Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten.

 

Hoffnung für alle

10 Der wahre Schmuck der Frauen ist es, Gutes zu tun. Damit zeigen sie, dass sie Gott lieben und ehren. 11 Die Frau soll lernen, sich in der Gemeinde unterzuordnen und still zuzuhören. 12 Einer Frau erlaube ich nicht, öffentlich zu lehren oder sich über den Mann zu erheben. Sie soll vielmehr still und zurückhaltend sein.

 

Neue Genfer Übersetzung

10 sondern sich dadurch auszeichnen, dass sie Gutes tun; das ist der wahre Schmuck von Frauen, die sich zu Gott bekennen und ihn ehren. 11 Eine Frau soll still und mit ganzer Bereitschaft zur Unterordnung auf das hören, was im Gottesdienst gelehrt wird. 12 Ich gestatte es einer Frau nicht, vor versammelter Gemeinde zu lehren und sich damit über den Mann zu stellen; sie soll sich vielmehr still verhalten.

 

 

Hier fällt auf, wie der biblische Grundbegriff der „Gottesfurcht“ elegant und dem Zeitgeist entsprechend umgangen und ausgelöscht wird. „Gott ehren“ (so auch „Neues Leben“) ist nicht dasselbe wie „Gott fürchten“! Die „erklärenden Zusätze“ „in der Gemeinde“, „öffentlich“ usw. sind genau betrachtet unzulässige Einschränkungen der Aussagen des Paulus, die das inspirierte Wort nicht macht und die nicht in eine zuverlässige Übersetzung gehören. Nach HFA und NGÜ könnten Frauen in Hauskreisen und bei anderen Gelegenheiten durchaus lehren; das Verbot bei Paulus dagegen ist in keiner Weise auf die Gemeindeversammlung beschränkt. Das Verbot, über den Mann zu herrschen bzw. Autorität auszuüben, bedeutet z.B., dass einer Frau die Teilnahme an der Gemeindeleitung oder auch die Leitung eines Hauskreises von Männern und Frauen nicht gestattet ist. Die bewusst „frisierte“ Übersetzung bei HFA lässt das offen, weil es danach angeblich nur um eine innere Haltung geht („sich über den Mann erheben“). Noch weiter geht die NGÜ: Sie deutet das eigenständig neben das Lehrverbot gestellte Verbot, Autorität auszuüben, als einen erklärenden Zusatz um und raubt so der Aussage ihren Grundsatzcharakter. Das ist Verfälschung der Schrift im Sinne modernevangelikaler Abweichungen von Gottes Ordnungen. Ähnliches findet man übrigens auch bei 1. Korinther 14, wo GN z.B. „übersetzt“: „Wie es bei allen christlichen Gemeinden üblich ist [also angeblich nur Sitte], sollen die Frauen in euren Gemeinden schweigen. Sie dürfen nicht lehren [Original: reden], sondern sollen sich unterordnen (…)“. Es steht zu erwarten, dass solche Umdeutungen und Verfälschungen im Sinne des Welt- und Zeitgeistes in künftigen Ausgaben der freien Übertragungen noch zunehmen werden. Dort wo die Bindung an die inspirierten Worte Gottes aufgegeben wurde, wird sich der unheilige Menschengeist mehr und mehr hineindrängen und die Bibel nach seinem Gutdünken umdeuten.

 

1Tim 4,1

 

Schlachter 2000

Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden

 

Hoffnung für alle

Gottes Geist sagt uns ausdrücklich, dass sich in Zukunft manche von Gott abwenden werden, weil sie falschen Propheten hinterherlaufen und teuflischen Lehren glauben.

 

Gute Nachricht

Der Geist Gottes sagt durch den Mund von Propheten klar und deutlich voraus, dass in den letzten Tagen dieser Welt manche den Glauben preisgeben werden. Sie werden sich Leuten anschließen, die sie mit ihren Eingebungen betrügen, und werden den Lehren dunkler Mächte folgen.

 

 

Hier bringt die „kommunikative“ Wiedergabe einen wesentlichen Verlust, ja, eine Verfälschung der Aussage mit sich, die die Leser dieser „Bibeln“ im Unklaren lässt über die wahren Quellen der endzeitlichen Verführung. Dort wo Gottes Wort zweimal betont, dass diese verführerischen Impulse zum Abfall vom Glauben von irreführenden Geistern bzw. Dämonen ausgehen, vernebeln viele modernen Übertragungen das Bild und reden von Menschen statt von Geistern. Auch „teuflische Lehren“ bzw. Lehren dunkler Mächte“ (so auch NEÜ) ist nicht eindeutig identifizierbar wie Lehren von Dämonen. Es fällt auch auf, dass das ernste Wort vom „Abfallen“ abgeschwächt wird zu „abwenden“ (wobei die HFA noch nicht einmal den Glauben erwähnt!) bzw. „preisgeben“. Auch NL ist hier nicht klar: „Nun sagt uns der Heilige Geist ausdrücklich, dass manche sich am Ende der Zeit von dem abwenden werden, was wir glauben; sie werden auf Lügen hören und Lehren folgen, die von Dämonen stammen.“

 

 

Hebr 10,38

 

Schlachter 2000

»Der Gerechte aber wird aus Glauben leben«; doch: »Wenn er feige zurückweicht, so wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben«.

 

Gute Nachricht

Wer mir im Glauben vertraut und das Rechte tut, wird durch sein Vertrauen am Leben bleiben. Wer aber mutlos aufgibt, mit dem will ich nichts zu tun haben.

 

NGÜ

Und weiter sagt Gott: Der, der sich auf mich verlässt und im Glauben festbleibt, wird leben. Wenn er sich aber von mir abwendet, werde auch ich nicht zu ihm halten.

 

 

Das Wort aus Habakuk 2,4 wird im NT dreimal in verschiedenen Zusammenhängen angeführt: Röm 1,17; Gal 3,11 und Hebr 10,38. Im Grundtext und den wortgetreuen Übersetzungen wird es auch dreimal identisch wiedergegeben. Doch bei „kommunikativen“ Übersetzungen erlauben sich die Übersetzer die „Freiheit“, es jeweils ihrem Empfinden für den „Sinn“ gemäß umzuformulieren. So lautet das Zitat in Röm 1,17 bei GN: „Wer durch vertrauenden Glauben vor Gott als gerecht gilt, wird leben“. Fast gleich lautet es in Gal 3,11 – aber in Hebr wird es noch weiter entstellt und verkehrt, so daß die liberaltheologisch-ökumenische Werksgerechtigkeit voll durchschlägt: „Wer vertraut und das Rechte tut, wird am Leben bleiben“. Wird hier der „Gerechte“ völlig ins Gegenteil verkehrt, wird er bei NGÜ völlig unterschlagen. Dort lautet das Zitat im Römerbrief: „Der Gerechte wird leben, weil er glaubt“ (Galater fehlt). Bei der NEÜ lautet das Zitat in Röm wie NGÜ, in Gal 3,11 „denn der Gerechte wird aus Glauben leben“ und in Hebr 10,38: „Durch seinen Glauben wird der Gerechte leben“. Das alles mag zwar „dynamisch“ sein, aber „äquivalent“ ist es nicht. Bei NGÜ bringt die künstliche Umformulierung auch noch eine theologische Ausdeutung und Verengung durch das „im Glauben festbleibt“. Auch der angefochtene, manchmal schwankende Glaube erbt das Leben, wenn er echt ist!

 


 

1Pt 5,5-6

 

Schlachter 2000

5 Ebenso ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter; ihr alle sollt euch gegenseitig unterordnen und mit Demut bekleiden! Denn „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade“. 6 So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit!

 

Hoffnung für alle

5 Den jungen Leuten unter euch sage ich: Ordnet euch den Leitern eurer Gemeinden unter! Und für euch alle gilt: Hütet euch vor Hochmut! Denn „die Hochmütigen weist Gott von sich; aber er hilft denen, die wissen, dass sie ihn brauchen“. 6 Deshalb beugt euch unter Gottes mächtige Hand. Gott wird euch aufrichten, wenn seine Zeit da ist.

 

Gute Nachricht

5 Euch Jüngeren aber sage ich: Ordnet euch den Ältesten unter! Überhaupt müsst ihr – das sage ich allen – im Umgang miteinander jede Überheblichkeit ablegen. Ihr wisst doch: „Gott widersetzt sich den Überheblichen, aber denen, die gering von sich denken, wendet er seine Liebe zu.“ 6 Beugt euch also unter Gottes starke Hand, damit er euch erhöhen kann, wenn die Zeit gekommen ist.

 

 

Hier sehen wir wieder die Zerstörung wichtiger biblischer Begriffe. Eine so wichtige christliche Tugend wie die Demut passt nicht mehr in das „heutige Deutsch“ (oder den heutigen Zeitgeist?). Also wird sie völlig willkürlich durch das Gegenteil umschrieben. Damit wird die Aussage des Wortes Gottes abgeändert. Genauso fällt die „Gnade“ wieder den Umformulierern zum Opfer; HFA lässt sie zu einem Tätigkeitswort verkümmern („hilft“), GN ersetzt sie durch „Liebe“. NEÜ ersetzt in V. 5 „Demut“ durch „Bescheidenheit“ und zerstört damit den Bezug zu dem Zitat aus Spr. 3,34, wo bei NEÜ der „Demütige“ noch vorkommt.

 

 

Offenbarung 2,4-5

 

Schlachter 2000

4 Aber ich habe gegen dich, daß du deine erste Liebe verlassen hast. 5 Bedenke nun, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! (…)

 

Hoffnung für alle

4 Aber das eine habe ich gegen dich: Deine Liebe ist nicht mehr so stark wie früher. 5 Erinnere dich daran, mit welcher Hingabe du einmal begonnen hast. Was ist davon geblieben? Kehre um, und handle wieder so wie zu Beginn. (…)

 

Neues Leben

4 Aber ich habe gegen dich einzuwenden, dass ihr mich und euch einander nicht mehr so liebt wie am Anfang!

5 Erkenne doch, wie weit du dich von deiner ersten Liebe entfernt hast! Kehre wieder zu mir zurück und bemühe dich (!) so, wie du es am Anfang getan hast.(…)

 

 

Wie einprägsam und durchbohrend für das Gewissen sind doch die berühmten Worte unseres Herrn in Offb 2,4! Was machen die „Bibeln in heutigem Deutsch“ daraus? Elegant abgefederte Vorhaltungen, verwässert durch überflüssige Hinzufügungen. Die ernsten und auch harten Worte „verlassen“ und „gefallen“ werden so aufgeweicht, dass die Gewissen nicht mehr ernstlich getroffen werden können. Dasselbe sehen wir bei GN („Eure Liebe ist nicht mehr so wie am Anfang“) und bei NGÜ („du liebst mich nicht mehr so wie am Anfang“). NEÜ bietet: „Du hast deine Anfangsliebe verlassen. Denk einmal darüber nach, wie weit du davon abgekommen bist! Ändere deine Einstellung …“ Der „modern sprachliche“ Ersatz für die „erste Liebe“ ist gewiss nicht besseres Deutsch oder besser verständlich, und „abgekommen“ ist wie die Übersetzung der NGÜ eine Abschwächung zu „gefallen“.

 

 

WEITERE ZITATE

 

  1. Die Verfälschung der biblischen Lehre von der Taufe

 

Schlachter 2000

 

1Kor 12,13

Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hinein getauft worden, …

Gal 3,27

Denn ihr alle, die ihr in Christus hinein getauft seid, ihr habt Christus angezogen.

Eph 5,26

… damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort,

Kol 2,12

… da ihr mit ihm begraben seid in der Taufe. In ihm seid ihr auch mit auferweckt

Worden durch den Glauben an die Kraftwirkung Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat.

1Pt 3,20-21

20 … in der wenige, nämlich acht Seelen, hindurchgerettet wurden durch das Wasser,

21 welches jetzt auch uns in einem bildlichen Sinn rettet durch die Taufe, die nicht ein Abtun der Unreinheit des Fleisches ist, sondern das Zeugnis eines guten Gewissens vor Gott durch die Auferstehung Jesu Christi.

 

 

Hoffnung für alle

 

1Kor 12,13

Wir haben alle denselben Geist empfangen und gehören durch die Taufe zu dem einen Leib Christi,…

Gal 3,27

Ihr gehört zu Christus, weil ihr auf seinen Namen getauft seid.

Eph 5,26

… damit sie ihm ganz gehört. Durch sein Wort und durch das Wasser der Taufe hat er sie von aller Schuld gereinigt.

Kol 2,12

Denn durch die Taufe ist euer altes Leben beendet; ihr wurdet mit Christus begraben. Aber ihr seid auch mit ihm zu einem neuen Leben auferweckt worden…

1Pt 3,20-21

20 Aber nur acht Menschen wurden in der Arche vor der Wasserflut gerettet.

21 So wie diese acht Menschen damals erfahrt ihr heute eure Rettung in der Taufe….

 

 

Gute Nachricht

 

1Kor 12,13

Denn wir alle, Juden wie Griechen, Menschen im Sklavenstand wie Freie, sind in der Taufe durch denselben Geist in den einen Leib, in Christus, eingegliedert …

Gal 3,27

Denn als ihr in der Taufe Christus übereignet wurdet, habt ihr Christus angezogen wie ein Gewand

Eph 5,26

… um sie rein und heilig zu machen im Wasser der Taufe und durch das dabei gesprochene Wort.

Kol 2,12

Dies geschah in der Christus-Beschneidung, 12 der Taufe. Als ihr getauft wurdet, seid ihr mit Christus begraben worden, und durch die Taufe seid ihr auch mit ihm zusammen auferweckt worden.

1Pt 3,20-21

20 … Nur wenige Menschen, nämlich acht, wurden damals in die Arche aufgenommen und durch das Wasser gerettet, das die Arche trug.

21 Das ist ein Hinweis auf das Wasser der Taufe, die euch jetzt rettet.

 

 

Neues Leben

 

1Kor 12,13

Aber wir haben alle denselben Geist empfangen und gehören durch die Taufe zum Leib Christi.

Gal 3,27

Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft worden seid, gehört nun zu Christus

Eph 5,26

… damit sie befreit von Schuld ganz ihm gehört, rein gewaschen durch die Taufe und Gottes Wort..

Kol 2,12

Denn als ihr getauft wurdet, wurdet ihr mit Christus begraben. Und ihr wurdet mit ihm zu neuem Leben auferweckt

1Pt 3,20-21

20 … Nur acht Menschen wurden vor dem Ertrinken in jener Flut gerettet.

21 Das ist ein Bild für die Taufe, die euch jetzt rettet.

 

 

Die biblische Lehre von der Taufe steht in klarem, unversöhnlichen Gegensatz zu der katholischen Irrlehre der Taufwiedergeburt und des Sakramentalismus, d.h. der Behauptung, ordinierte Diener der Kirche könnten mit gewissen Handlungen (besonders der Wassertaufe) Heil vermitteln, und Gott gebe den Empfängern dieser Handlungen Heil unabhängig vom persönlichen Glauben an Christus. Diese Irrlehre wird ja bekanntlich auch in den protestantischen „Volkskirchen“ festgehalten und ist die Grundlage für diese unbiblischen Gebilde – und die Ursache für die Verdammnis ungezählter Seelen, die ihr Heil von der angeblich rettenden Wirkung ihrer Säuglingstaufe erwartet haben. Die Wassertaufe ist in der Schrift nichts anderes als ein äußeres Zeichen und Bekenntnis zu Christus nach erfolgter Umkehr und Wiedergeburt. Es ist eine sehr ernste Sache, dass die Mehrzahl der neuen Übertragungen (außer der NEÜ; von der NGÜ liegt erst eine der Stellen vor) systematisch alle Stellen, die in den Briefen des NT von der Taufe reden, im Sinne einer rettenden Wirkung der Wassertaufe und damit des Sakramentalismus verfälschen. Das kann eigentlich kein „Zufall“ sein. Können wir solche „Bibeln“ zur Evangelisation von „Fernstehenden“ verwenden? Können wir sie guten Gewissens Jugendlichen in unseren Gemeinden in die Hand geben?

 

 

2. Die Verwässerung des Begriffs „Buße“

 

Mt 3,1-2.8

 

Schlachter 2000

1 In jenen Tagen aber erscheint Johannes der Täufer und verkündigt in der Wüste von Judäa 2 und spricht: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen! (…) 8 So bringt nun Früchte, die der Buße würdig sind!

 

Gute Nachricht

1 Damals trat der Täufer Johannes in der Wüste von Judäa auf und verkündete: 2 „Ändert euer Leben! Gott wird jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden! (…) 8 Zeigt durch euer Leben, daß ihr euch wirklich ändern wollt!

 

Hoffnung für alle

1 In dieser Zeit fing Johannes der Täufer an, in der judäischen Wüste zu predigen. 2 Er rief: „Kehrt um zu Gott! denn jetzt beginnt seine neue Welt.“ (…) 8 Zeigt erst einmal durch Taten, dass ihr wirklich zu Gott umkehren wollt!

 

NEÜ

1 Damals trat Johannes der Täufer in der Wüste von Judäa auf und predigte 2 „Ändert eure Einstellung, denn die Herrschaft des Himmels ist nahe!“ (…) 8 Bringt die Früchte hervor, die beweisen, dass ihr eure Einstellung geändert habt!

 

 

„Tut Buße“ ist klassisches Bibeldeutsch und sollte erklärt werden, anstatt es anders zu übersetzen. „Ändert euer Leben“ (GN) ist keine angemessene Übersetzung des biblischen Begriffes metanoia, der auf die Herzenshaltung und Gesinnung zielt; es ist flach und beliebig, betrifft das äußere Verhalten – ganz gemäß dem modernen falschen Evangelium. Noch schwerwiegender ist die Umdeutung des Begriffes „Reich der Himmel“ bei HFA: „Gottes neue Welt“ ist ebenso unbiblisch wie die Verfälschung des „ist nahe herbeigekommen“ zu „jetzt beginnt“. „Neue Welt“ enthält nicht mehr den Gedanken der Königsherrschaft Gottes, der sich alles zu unterwerfen hat; es ist ein weltlicher Begriff (Huxley, „Schöne neue Welt“; vgl. die „Zeugen Jehovas“). GN verfälscht das heilsgeschichtlich so präzise „ist nahe herbeigekommen“ zu dem biblisch nicht haltbaren „Gott wird jetzt seine Herrschaft aufrichten“ und bringt einen ebenfalls biblisch falschen ausdeutenden Zusatz „und sein Werk vollenden“. Damit bekommt der Leser Unklarheit und falsche Theologie vermittelt statt mehr Klarheit gegenüber den wortgetreuen Übersetzungen! Auch das „Ändert eure Einstellung“ der NEÜ ist verwässert und bringt den Gedanken der Herzensumkehr zu Gott und den Ernst des Aufrufs nicht wirklich zum Ausdruck. Im Vers 8 zeigen die freien Übersetzungen von GN und HFA die moderntheologisch werksgerechte Missdeutung des Evangeliums: erst muss der Mensch durch Taten beweisen, dass er umkehren

will. Die wortgetreue Formulierung bringt dagegen zum Ausdruck, dass die Menschen die Echtheit ihrer schon vollzogenen Buße durch entsprechende Früchte unter Beweis stellen sollten.

 

 

3. Die Verwässerung des Begriffs „Wort Gottes“

 

2. Korinther 2,17

 

Schlachter 2000

Denn wir sind nicht wie so viele, die das Wort Gottes verfälschen, sondern aus Lauterkeit, von Gott aus reden wir vor dem Angesicht Gottes in Christus.

 

Gute Nachricht

Viele verbreiten die Botschaft Gottes, wie man ein Geschäft betreibt. Ich dagegen verkünde sie völlig uneigennützig. Ich rede als einer, der Christus dient. Was ich sage, kommt von Gott, dem ich mich verantwortlich weiß.

 

Hoffnung für alle

Nun, wir machen jedenfalls mit Gottes Botschaft keine Geschäfte wie so manche andere. Wir reden in aller Aufrichtigkeit und in Gottes Auftrag, weil wir mit Christus eng verbunden sind und uns Gott verantwortlich wissen.

 

NEÜ

Denn viele verbreiten die Botschaft von Gott wie solche, die Handel treiben. Wir jedoch predigen völlig aufrichtig.

Wir reden – als ob unsere Worte von Gott selbst kämen – in der Verantwortung vor Gott und in der Kraft von Christus.

 

 

An zahlreichen Stellen wird der fest geprägte Begriff „das Wort Gottes“ / „das Wort des Herrn“ von den modernen Übersetzungen aufgelöst und mit anderen Begriffen oder Formulierungen ersetzt. So ersetzt HFA z.B. in 1Th 2,13 „das von uns verkündigte Wort Gottes“ durch „unsere Predigt“. In 1Th 4,15 heißt es: „Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn“; HFA macht daraus: „Denn das hat uns der Herr ganz gewiss zugesagt“. In Röm 10,17 lesen wir: „Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.“ Daraus macht HFA: „Doch es bleibt dabei: Der Glaube kommt aus dem Hören der Botschaft; und diese gründet sich auf das, was Christus gesagt hat.“ Der klare Begriff „Wort Gottes“ wird aufgelöst und durch eine Handlungsbeschreibung ersetzt (Die Ersetzung von „Gott“ durch „Christus“ in 2Kor 2,17 folgt dem Nestle-Aland-Text). – Am Ende von 2Kor 2,17 verschwindet das wichtige „in Christus“ hinter verschwommenen und unzulänglichen Umschreibungen. „Vor dem Angesicht Gottes“ sagt mehr aus (z.B.: in Seiner Gegenwart, vor Seinen prüfenden Augen) als der menschengemachte Ersatz. Auch in der wichtigen Stelle 1Kor 1,17-24 ersetzen fast alle modernen Übersetzungen „das WORT vom Kreuz“ durch die verschwommene „Botschaft“. Dem folgt auch NEÜ („Die Botschaft vom Kreuz ist nämlich für die, die verloren gehen, eine Dummheit“) und NL („Ich weiß, wie unsinnig die Botschaft vom Kreuz in den Ohren derer klingt, die verloren gehen“). Bei GN und HFA zeigt sich darüber hinaus die bibelkritische Relativierung von Gottes Wort und seiner Kraft durch die Verfälschung der Aussage von einem objektiven Tatbestand zu einem subjektiven Erlebnis. Nicht mehr „Das Wort vom Kreuz ist uns eine Gotteskraft“, sondern: „wir erfahren darin Gottes Kraft“ – ganz im Sinn der modernen Theologie. Dasselbe gilt für V. 24: Nicht mehr „Christus ist Gottes Kraft und Gottes Weisheit“, sondern „wir erfahren in … Christus Gottes Kraft“. Abgeschwächt findet sich das auch bei der NGÜ, die die schlichten biblischen Aussagen auch nicht so stehen läßt, wie sie von Gott gegeben wurden, sondern noch „der Inbegriff von“ dazusetzen muß, bzw. das subjektive „erweist sich“.

 

 

4.     Weitere Zitate aus den modernen Übertragungen

 

Aus dem NT von „Neues Leben“ (NL):

 

Mt 24,4: Jesus antwortete ihnen: „Lasst euch von niemandem etwas weismachen.

[Schl.: Habt acht, dass euch niemand verführt!]

 

Mt 24,8: Doch all das wird erst der Anfang der Schrecken sein, die auf euch zukommen.

[Schl.: Dies alles ist der Anfang der Wehen.]

 

Mt 26,74: Wieder sagte Petrus: „Ich schwöre bei Gott, ich kenne diesen Mann nicht.“

[Schl.: Da fing er an, [sich] zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht!]

 

Mk 1,31: Da verschwand das Fieber, und sie stand auf und machte ihnen etwas zu essen.

[Schl.: und das Fieber verließ sie sogleich, und sie diente ihnen]

 

Mk 9,8: „Als sie sich umschauten, waren Mose und Elia verschwunden, und nur Jesus war noch bei ihnen.“

[Schl.: Und plötzlich, als sie umherblickten, sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein.]

 

Röm 1,11: „Denn ich sehne mich danach, euch zu besuchen und den Segen des Heiligen Geistes mit euch zu teilen, (…)“

 

1Kor 13,10: „Doch wenn am Ende das Vollkommene erscheint, wird das wenige aufhören“

 

2Kor 4,18: So sind wir nicht auf das Schwere fixiert, das wir jetzt sehen, sondern blicken nach vorn auf das, was wir noch nicht gesehen haben.

[Schl.: da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare]

 

Phil 2,5: Geht so miteinander um, wie Christus es euch vorgelebt hat.

[Schl.: Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war]

 

Phil 3,15: Ich hoffe, ihr, die ihr glaubt, stimmt darin mit mir überein.

[Schl.: Laßt uns alle, die wir gereift sind, so gesinnt sein]

 

Kol 3,2: Denkt nicht an weltliche Angelegenheiten, sondern konzentriert eure Gedanken auf ihn!

[Schl.: Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist]

 

Kol 3,5: Deshalb sollt ihr die Schwächen der Welt in euch abtöten:

[Schl.: Tötet daher eure Glieder, die auf Erden sind]

 

 


 

Aus dem NT-Auswahlband der „Neuen Genfer Übersetzung“ (NGÜ) 2000

 

Mt 19,8: „’Nur’ wegen eurer Uneinsichtigkeit  hat Mose euch erlaubt, euch von euren Frauen zu scheiden.

[Schl.: wegen der Härtigkeit eures Herzens]

 

Mt 26,40: Der Geist ist willig, aber die menschliche Natur

[Schl.: das Fleisch] ist schwach.

 

Mt 26,74: Petrus begann, Verwünschungen auszustoßen

[Schl.: Da fing er an [sich] zu verfluchen], und schwor: „Ich kenne den Menschen nicht.“

 

Joh 2,4: Jesus erwiderte, „Ist es deine Sache, liebe Frau, mir zu sagen, was ich zu tun habe?“

[Schl.: Frau, was habe ich mit dir zu tun?]

 

Joh 4,23: Aber die Zeit kommt, ja sie ist schon da, wo Menschen Gott als den Vater anbeten werden, Menschen, die vom Geist erfüllt sind und die Wahrheit erkannt haben. Das sind die wahren Anbeter; so möchte der Vater die haben, die ihn anbeten.

[Schl.: …wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter]

 

Apg 2,29: Liebe Geschwister, ihr erlaubt mir sicher, es offen auszusprechen:

[Schl.: Ihr Männer und Brüder]

 

Apg 9,35: Da wandten sie sich dem Herrn zu und glaubten an ihn.

[Schl.: und sie bekehrten sich zu dem Herrn – „Bekehrung“ kommt nicht mehr vor!]

 

Röm 3,27: Folgt das etwa aus dem Gesetz? Sofern das Gesetz zu bestimmten Leistungen auffordert: nein; sofern das Gesetz jedoch zum Glauben auffordert: ja.

[Schl.: Durch welches Gesetz? Das der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens!]

 

1Th 5,14: Ermutigt die, denen es an Selbstvertrauen fehlt!

[Schl.: Tröstet die Kleinmütigen]

 

Hebr 2,4: und wurde von Gott bestätigt durch Wunder und außergewöhnliche Geschehnisse und viele andere Zeichen seiner Macht sowie dadurch, dass er uns nach seinem freien Ermessen Anteil am heiligen Geist und seinen Gaben gegeben hat.

[Schl.: wobei Gott sein Zeugnis dazu gab mit Zeichen und Wundern und mancherlei Kraftwirkungen und Austeilungen des Heiligen Geistes nach seinem Willen.]

 

Offb 1,10: Hier auf Patmos wurde ich an einem Sonntag, dem Tag des Herrn, vom Geist Gottes ergriffen.

[Schl.: Ich war im Geist am Tag des Herrn…]

 

Offb 3,10: Weil du dich an meine Aufforderung gehalten hast, standhaft zu bleiben, werde ich auch zu dir halten und dich bewahren, wenn die große Versuchung über die Welt hereinbricht, jene Zeit, in der die ganze Menschheit den Mächten der Verführung ausgesetzt sein wird.

[Schl.: Weil du das Wort vom standhaften Harren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, damit die versucht werden, die auf der Erde wohnen.]

 

 

Aus dem NT der „Guten Nachricht Bibel“ (GN):

 

Mt 5,2: Dann begann er zu reden und lehrte sie, was Gott jetzt von seinem Volk verlangt.

[irreführender Zusatz;  menschliche Ausdeutung]

 

Mt 5,3-5: „Freuen dürfen sich alle, die nur noch von Gott etwas erwarten – mit Gott werden sie leben in seiner neuen Welt. Freuen dürfen sich alle, die unter dieser heillosen Welt leiden – Gott wird ihrem Leid für immer ein Ende machen. Freuen dürfen sich alle, die auf Gewalt verzichten – Gott wird ihnen die Erde zum Besitz geben.

 

Mt 6,9: Unser Vater in dem Himmel! Mach deinen Namen groß in der Welt.

[Schl.: Dein Name werde geheiligt!]

 

Mt 9,22: „Nur Mut, meine Tochter! Dein Vertrauen hat dir geholfen.“

[Schl.: Sei getrost, meine Tochter! Dein Glaube hat dich gerettet!]

 

Mt 18,15: Wenn dein Bruder – und das gilt entsprechend für die Schwester – ein Unrecht begangen hat, … [eigenmächtiger Zusatz]

 

Mt 26,37-38: Angst und tiefe Traurigkeit befielen ihn, und er sagte zu ihnen: „Ich bin so bedrückt, ich bin mit meiner Kraft am Ende.

[Schl.: und er fing an, betrübt zu werden, und ihm graute sehr. Da spricht er zu ihnen: Meine Seele ist tief betrübt bis zum Tod.]

 

Joh 2,17: „Die Liebe zu deinem Haus wird mich noch umbringen.“

[Schl.: „Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt.“]

 

Joh 3,16: Gott hat die Menschen so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hergab. Nun werden alle, die sich auf den Sohn Gottes verlassen, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben.

 

Joh 3,30: Sein Einfluss muss wachsen, meiner muss abnehmen.

 

Joh 6,47: Amen, ich versichere euch: Wer sich an mich hält, hat das ewige Leben.

 

Joh 9,38: „Herr, ich will dir allein gehören!“ sagte der Mann und warf sich vor Jesus nieder.

[Schl.: Er aber sprach: Ich glaube, Herr, und fiel anbetend vor ihm nieder.]

 

Joh 14,6: Ich bin der Weg, denn ich bin die Wahrheit und das Leben. Einen anderen Weg zum Vater gibt es nicht. [Schl.: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!]

 

1Kor 1,18: Die Botschaft, dass für alle Menschen am Kreuz die Rettung vollbracht ist, muss denen, die verloren gehen, als barer Unsinn erscheinen. Wir aber, die gerettet werden, erfahren darin Gottes Kraft.

[Schl.: Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren gehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft.]

 

Eph 1,3: Denn durch Christus hat er uns Anteil gegeben an der Fülle der Gaben seines Geistes in der himmlischen Welt.

[Schl.: der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen [Regionen] in Christus.]

 

2Tim 3,8: So wie die ägyptischen Zauberer Jannes und Jambres sich Mose widersetzten …

[eigenmächtige Hinzufügung aus der jüdischen Tradition]

 

Hebr 11,1: Glauben heißt Vertrauen, und im Vertrauen bezeugt sich die Wirklichkeit dessen, worauf wir hoffen. Das was wir jetzt noch nicht sehen: im Vertrauen beweist es sich selbst.

[Keine Übersetzung, sondern eine vom Geist der Moderntheologie verseuchte Verdrehung!

Schl.: Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.]

 

 

Aus dem NT der „Hoffnung für alle“ (HFA):

 

Mt 4,3-4: Da kam der Teufel und stellte ihn auf die Probe. Er forderte ihn heraus: Wenn du Gottes Sohn bist, dann mach aus diesen Steinen Brot!“ Aber Jesus wehrte ab: „Nein, denn es steht in der Heiligen Schrift: ‚Der Mensch lebt nicht allein vom Brot, sondern von allem, was Gott ihm zusagt!’“

[Schl.: Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine Brot werden! Er aber antwortete  Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht!“]

 

Mt 10,14: … so geht fort und schüttelt den Staub von euren Füßen als Zeichen dafür, dass ihr die Stadt dem Urteil Gottes überlasst.

[eigenmächtiger ausdeutender Zusatz.]

 

Mt 16,16: Da antwortete Petrus: Du bist Christus, der von Gott gesandte Retter, der Sohn des lebendigen Gottes! [eigenmächtiger ausdeutender Zusatz, nicht gekennzeichnet.]

 

Mt 24,4: Jesus antwortete: „Lasst euch von keinem Menschen täuschen und verführen! [ausgelassen: Habt acht! ] Denn viele werden [ausgelassen: unter meinem Namen] auftreten und von sich behaupten: ‚Ich bin Christus!’

 

Mt 28,20: Lehrt sie, so zu leben, wie ich es euch aufgetragen habe.

[Schl.: und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe.]

 

Mk 4,9: Hört genau auf das, was ich euch sage!

[Schl.: Wer Ohren hat, zu hören, der höre!]

 

Mk 4,23: Denkt genau darüber nach, was ich euch gesagt habe, und richtet euch danach!

[Schl.: Wer Ohren hat, zu hören, der höre!]

 

Mk 9,8: Als sich die Jünger umsahen, waren sie plötzlich mit Jesus allein.

[Schl.: Und plötzlich, als sie umherblickten, sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein.]

 

Lk 1,30: „Hab keine Angst, Maria“, redete der Engel weiter. „Gott hat dich zu etwas Besonderem auserwählt.

[Schl.: Fürchte dich nicht, Maria! denn du hast Gnade bei Gott gefunden.]

 

Joh 1,1: Das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott selbst.

 

Joh 3,15-16: Jeder, der ihm vertraut, wird das ewige Leben haben. Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.

[Schl.: … damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.]

 

Apg 26,18: Du sollst ihnen die Augen öffnen, damit sie sich von der Finsternis dem Licht zuwenden und aus der Herrschaft des Satans zu Gott kommen.

[Schl.: damit sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Herrschaft des Satans zu Gott]

 

1Kor 1,16: Dass Jesus Christus am Kreuz für uns starb, muss freilich all denen, die verloren gehen, unsinnig erscheinen. Wir aber, die gerettet werden, erfahren gerade durch diese Botschaft vom Kreuz die ganze Macht Gottes. [Schl.: Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren gehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft.]

 

1Kor 2,14: Der Mensch kann mit seinen natürlichen Fähigkeiten nicht erfassen, was Gottes Geist sagt. Für ihn ist das alles Unsinn, denn Gottes Geheimnisse erschließen sich nur durch Gottes Geist.

[Schl.: Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss.]

 

2Kor 11,2-4: Ich werbe geradezu eifersüchtig um euch, so wie Gott um euch wirbt. Wie ein Vater seine Tochter einem einzigen Mann anvertraut, so möchte ich euch mit Christus verloben, damit ihr ihm allein gehört. Zur Zeit aber fürchte ich, dass mir dies nicht gelingt. Denn wie schon am Anfang die Schlange Eva mit ihrer List verführte, so könntet auch ihr davon abgebracht werden, einzig und allein Christus zu lieben und an ihn zu glauben. Ihr lasst euch leicht verführen. Wenn jemand daherkommt und etwas anderes über Jesus sagt, als wir euch gelehrt haben, dann schenkt ihr ihm bereitwillig Glauben.

[Schl.: Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau Christus zuzuführen. Ich fürchte aber, es könnte womöglich, so wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, auch eure Gesinnung verdorben [und abgewandt] werden von der Einfalt gegenüber Christus. Denn wenn der, welcher [zu euch] kommt, einen anderen Jesus verkündigt, den wir nicht verkündigt haben …]

 

Gal 3,11: Dass aber niemand durch das Gesetz Anerkennung bei Gott finden kann, ist ebenfalls klar. Denn schon der Prophet Habakuk sagt: „Nur wer Gott vertraut, wird leben.“

[Schl.: Dass aber durch das Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar; denn „der Gerechte wird aus Glauben leben“.]

 

Eph 1,3: Lob und Dank sei Gott, dem Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns mit seinem Geist reich beschenkt, und durch Christus haben wir Zugang zu Gottes himmlischer Welt erhalten.

[Schl.: … der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen [Regionen] in Christus.]

 

Phil 2,5: Seht auf Jesus Christus:

[Schl.: Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war]

 

Phil 3,15: Wir alle, die wir auf dem Weg zum Ziel sind, wollen uns so verhalten.

[Schl.: Laßt uns alle, die wir gereift sind, so gesinnt sein]

 

Hebr 4,15: Jesus Christus musste mit denselben Versuchungen kämpfen wie wir, doch im Gegensatz zu uns hat er nie gesündigt.

[Schl.: … der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise [wie wir], doch ohne Sünde. –

Hier wird bei HFA die falsche Lehre begünstigt, Christus habe selbst sündige Begierden gehabt und ihnen nur nicht nachgegeben.]

 


 

Aus dem NT der „Neuen evangelistischen Übertragung“ (NEÜ):

 

Mt 26,41: Der Geist ist willig, aber der Körper ist schwach.

[Schl.: das Fleisch ist schwach – einseitige Ausdeutung]

 

Mt 28,20: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Zeit.

[Schl.: der Weltzeit – Aussage verändert]

 

Lk 10,9: Jetzt beginnt Gottes Herrschaft bei euch!

[Schl.: Das Reich Gottes ist nahe zu euch herbeigekommen!]

 

Lk 14,26: Wenn jemand zu mir kommen will, muss ich ihm wichtiger sein als sein eigener Vater …

[Schl.: Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter, …]

 

Joh 1,10: Er war schon immer in der Welt, doch die Welt …

[Schl.: Verfälschender Zusatz; christologisch irreführend]

 

Joh 3,6: Menschliches Leben wird von Menschen geboren, doch geistliches Leben von Gottes Geist.

[Schl.: Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.]

 

Joh 3,14-18: Und wie Mose damals in der Wüste die Schlange für alle sichtbar aufgerichtet hat, so muss auch der Menschensohn sichtbar aufgerichtet werden, damit jeder, der ihm vertraut, ewiges Leben hat. Denn so hat Gott der Welt seine Liebe gezeigt: Er gab seinen einzigen Sohn dafür, dass jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern ewiges Leben hat. (…) Wer ihm vertraut, wird nicht verurteilt, wer aber nicht glaubt, ist schon verurteilt.

[Schl.: die Schlange erhöhte … jeder, der an ihn glaubt … nicht verloren geht … wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet … ]

 

Joh 5,24: Amen, ich versichere euch: Wer auf meine Botschaft hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben. Auf ihn kommt keine Verurteilung mehr zu; er hat den Schritt vom Tod ins Leben schon hinter sich. [Schl.: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurch gedrungen.]

 

Joh 6,26: Jesus erwiderte: „Ich kann euch mit Sicherheit sagen, warum ihr mich sucht. Ihr sucht mich nur, weil ihr von den Broten gegessen [!] und satt geworden seid. Was Gott euch mit diesem Wunder sagen wollte, interessiert euch nicht.

[Schl.: Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht deshalb, weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.]

 

Joh 6,29: Gottes Wille wird dadurch erfüllt, dass ihr den anerkennt, den er gesandt hat.

[Schl.: Das ist das Werk Gottes, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat.]

 

Joh 6,47: Amen, ich versichere euch: Wer mir vertraut, hat das ewige Leben.

[Schl.: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat ewiges Leben.]

 

Joh 6,63: Der Geist macht lebendig; ihr selber könnt das nicht. Aber die Worte, die ich euch gesagt habe,sind von diesem Geist erfüllt und bringen das Leben.

[Schl.: Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch rede, sind Geist und sind Leben.]

 

Joh 8,31: Wenn ihr bei dem bleibt, was ich euch gesagt habe, seid ihr wirklich meine Jünger.

[Schl.: Wenn  ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger]

 

Joh 8,58: Ich war schon da, bevor Abraham überhaupt geboren wurde.

[Schl.: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich! Christologische Abschwächung]

 

Joh 19,28: Weil Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er: „Ich habe Durst!“ Denn er wollte auch in diesem Punkt die Voraussagen der Schrift erfüllen.

[Schl.: Nach diesem, da Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet! – Fragwürdige Umdeutung]

 

Apg 4,33: und ein grosser Segen lag auf ihnen allen.

[Schl.: und große Gnade war auf ihnen allen.]

 

Apg 20,31: … dass ich mich drei Jahre lang Tag und Nacht um jeden Einzelnen in der Gemeinde bemüht habe, manchmal sogar unter Tränen.

[Schl.: Darum wacht und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, jeden einzelnen unter Tränen zu ermahnen.]

 

Röm 5,11: Aber es ist nicht nur diese Hoffnung, die uns mit Stolz und Freude erfüllt, sondern auch die Beziehung zu Gott, die uns durch Jesus Christus geschenkt ist.

[Schl.: Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus …]

 

Röm 13,13: Lasst uns ein Leben führen, wie es zum hellen Tag passt, ein Leben ohne Fress- und Saufgelage, ohne Bettgeschichten und Sexorgien …

[Schl.: Lasst uns anständig wandeln wie am Tag, nicht in Schlemmereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Streit und Neid]

 

Gal 5,16: Ich will damit nur sagen: Der Geist Gottes soll euer Leben bestimmen, dann werdet ihr den eigensüchtigen Begierden widerstehen können.

[Schl.: Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen.]

 

Eph 1,3: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet hat – durch unsere Beziehung zu Christus im Himmel.

[Schl.: Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen [Regionen] in Christus]

 

Kol 2,9: Denn in Christus allein wohnt die ganze Fülle des göttlichen Lebens …

[Schl.: Denn in ihm wohnt

die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; - das ist weit mehr als „die Fülle des göttlichen Lebens“; christologische Abschwächung; „leibhaftig“ wird unterschlagen]

 

2Tim 2,15: … und das Wort der Wahrheit klar und unverkürzt vertritt.

[Schl.: Strebe eifrig danach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt.]

 

2Tim 2,20-21: … Die einen sind für besondere Anlässe bestimmt, die anderen dienen als Behälter für den Abfall. Wer sich nun von Menschen fernhält, die Abfallbehältern gleichen …

[Schl.: In einem großen Haus gibt es aber nicht nur goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene, und zwar die einen  zur Ehre, die anderen aber zur Unehre. Wenn nun jemand sich von solchen reinigt, wird er ein Gefäß zur Ehre sein …]

 

2Tim 3,8: So wie die ägyptischen Zauberer Jannes und Jambres sich einst …

[nicht gekennzeichneter Zusatz aus nicht inspirierten Quellen der jüd. Tradition]

 

1Joh 1,5: Folgende Botschaft haben wir von ihm gehört und geben sie hiermit an euch weiter

[Schl.: verkündigen]

 

1Joh 4,1-2: Ihr Lieben, glaubt nicht jedem, der behauptet, er sei mit Gottes Geist erfüllt, sondern prüft, was er sagt, ob es wirklich von Gott kommt. … Wer bekennt, dass Jesus Christus als wirklicher Mensch zu uns kam, hat den Geist Gottes.

[Schl.: Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen. Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist aus Gott …]

 

Offb 19,10: Bete Gott an! Denn die prophetische Botschaft ist die Botschaft von Jesus.

[Schl.: Denn das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung]

 

 

Aus dem NT der „Volxbibel“

 

Wenn wir hier schweren Herzens einige weitere Zitate aus der perversen „Volxbibel“ veröffentlichen, dann nur, um die bösartigen Lästerungen in diesem Machwerk bloßzustellen. Dazu zitieren wir aus der „Erklärung zur ‚Volxbibel’“ vom 6. 4. 2006: „An ungezählten Stellen wird der heilige Gott entheiligt und jede Gottesfurcht zerstört und mit Füßen getreten. Die Worte, die dem Herrn in den Mund gelegt werden, sind flapsig, unrein, verdreht. Es ist ein anderer Jesus, der in der ‚Volxbibel’ unheimliche und perverse Aussprüche tut, die mit der heiligen, reinen Sprache der Bibel und des echten Herrn Jesus Christus nichts mehr zu tun haben.“

 

Mt 6,5-15: Wenn ihr mit Gott redet, könnt ihr schön locker bleiben. (…) Wenn du aber mit Gott reden willst, dann hock dich in deine Bude, mach die Tür hinter dir zu und quatsch dich mit ihm aus. Gott ist wie ein richtig guter Papa, der weiß genau, was in dir abgeht, er wird dir helfen können.

 

Mt 11,25: Und Jesus fing an vor allen mit Gott zu reden: „Hey Papa, du regierst über das ganze Universum. (…) Yes, Daddy, du hast Bock, dass es so passiert und nicht anders. Mein Papa hat mir den Joystick für diese Welt in die Hand gegeben. (…) Lasst mich der Boss in eurem Leben sein und lasst euch von mir zeigen, wie man richtig lebt!

 

Mt 16,23: Jesus war plötzlich super genervt und schrie in Richtung Petrus: „Satan hau ab! Du willst mich nur austricksen!“

 

Mt 18,14: Genauso ist mein Papa drauf, er will nicht, dass ihm irgend jemand durch die Lappen geht, er liebt sie alle!

 

Röm 5,2: Durch ihn haben wir den PIN-Code für das Türschloss zum Himmel, auf diesen abgefahrenen Augenblick können wir uns jetzt schon tierisch freuen!

 

Röm 8,1: Wer nun zu Jesus Christus gehört, wird von Gott nie fertig gemacht werden.

 

Röm 8,14: Alle, die nach dem neuen Programm laufen, haben das Ticket in der Tasche, um in Gottes Familie dabei zu sein.

 

Röm 8,30: Und wen Gott dazu ausgecheckt hat, den hat er auch dazu gerufen, mit ihm ewig abzuhängen. (…) Und wen er von seinem Dreck befreit hat, der weiß schon jetzt sicher, daß er mal ganz groß rauskommen wird.

 

Eph 1,7: Seine Liebe zu uns ist so riesengroß, dass er bereit war, unsere Freiheit mit dem Tod seines Sohnes zu bezahlen, damit wir unseren Dreck los sind.

 

Eph 5,5: Hey, eins muss euch doch echt klar sein: In Gottes Land hat keiner Platz, der nur auf Partyleben aus ist, der ständig feiern geht, ohne eine Grenze einzuhalten. Auch für Pornofans oder Geizkragen ist da nichts zu holen …

 

Eph 6,12: Wir kämpfen ja nicht gegen Menschen (…) sondern gegen übernatürliche Mächte, gegen böse Geister, linke Bazillen aus einer parallelen Dimension, gegen die dunkle Seite der Macht, die diese Welt beherrscht.

 

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Handreichungen

 

Band 1  Jahrgang 1913