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UNTERREDUNGEN.CH

MALEACHI 3.16

Bekleidung                                        
Röcke von Fell 1. Mose 3.21   Bekleidung auf Grund eines Opfers das sterben musste.

Es ist das prinzipiell wichtigste Kleid!

Das darbringen der Opfertiere sollte zeigen dass der Mensch die Unterweisungen Gottes bezüglich des Heils verstanden haben.

Gott hat das erste Opfer gebracht und das letzte grösste auch.

  2. Korinther 5.1-4

Kleidung durch pflanzliche Mittel: 2. Mose 28.42;  3. Mose 16.4 = Linnen

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Wortbetrachtungen über die Maskil-Psalmen

 

(Charles Andrew Coates)

Psalm 45

 

Psalm 45

1 Dem Vorsänger, nach Schoschannim. Von den Söhnen Korahs; ein Maskil, ein Lied der Lieblichkeiten. Es wallt mein Herz von gutem Worte. Ich sage: Meine Gedichte dem Könige! Meine Zunge sei der Griffel eines fertigen Schreibers!

2 Du bist schöner als die Menschensöhne, Holdseligkeit ist ausgegossen über deine Lippen;   darum hat Gott dich gesegnet ewiglich.

3 Gürte dein Schwert um die Hüfte, du Held, deine Pracht und deine Majestät!

4 Und in deiner Majestät ziehe glücklich hin um der Wahrheit willen und der Sanftmut und der Gerechtigkeit; und Furchtbares wird dich lehren deine Rechte.

5 Deine Pfeile sind scharf - Völker fallen unter dir - im Herzen der Feinde des Königs.

6 Dein Thron, o Gott, ist immer und ewiglich, ein Zepter der Aufrichtigkeit ist das Zepter deines Reiches.

7 Gerechtigkeit hast du geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst: darum hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit Freudenöl, mehr als deine Genossen.

8 Myrrhen und Aloe, Kassia sind alle deine Kleider; aus Palästen von Elfenbein erfreut dich Saitenspiel.

9 Königstöchter sind unter deinen Herrlichen; die Königin steht zu deiner Rechten in Gold von Ophir.

10 Höre, Tochter, und sieh, und neige dein Ohr; und vergiss deines Volkes und deines Vaters Hauses!

11 Und der König wird deine Schönheit begehren, denn er ist dein Herr: so huldige ihm!

12 Und die Tochter Tyrus, die Reichen des Volkes, werden deine Gunst suchen mit Geschenken.

13 Ganz herrlich ist des Königs Tochter drinnen, von Goldwirkerei ihr Gewand;

14 in buntgewirkten Kleidern wird sie zum König geführt werden; Jungfrauen hinter ihr her, ihre Gefährtinnen, werden zu dir gebracht werden.

15 Sie werden geführt werden unter Freude und Jubel, sie werden einziehen in den Palast des Königs.

16 An deiner Väter Statt werden deine Söhne sein; zu Fürsten wirst du sie einsetzen im ganzen Lande.

17 Ich will deines Namens gedenken lassen alle Geschlechter hindurch; darum werden die Völker dich preisen immer und ewiglich.

 

Wir betrachteten die Maskilpsalmen, die Psalmen der Unterweisung, deren erster Psalm 32 ist; er spricht von der Glückseligkeit der Vergebung, vom gerechtfertigten Menschen und stellt die Erkenntnis Gottes dar, wie sie unter den Verhältnissen des neuen Bundes gekannt werden wird. Da wird Gott erkannt in Vergebung und Rechtfertigung, und ferner als Befreier, Leiter und die Freude Seines Volkes. Dies alles ist es gerade, was uns in dem Evangelium gebracht wird, nämlich die dem neuen Bunde gemäße Erkenntnis Gottes, die der Seele auf Grund der Buße zugute kommt.

Der nächste Psalm ist der 42. Psalm; dieser und der 43. gehören zusammen. Psalm 43 hat keine Überschrift, doch wenn wir beide Psalmen lesen, erkennen wir, dass sie einen Gedankengang haben. Sie sind in Wahrheit Teile eines Psalms. In ihnen vertieft Gott durch persönliche Übung Sein Werk in den Seelen Seines Volkes, so dass sie, anstatt lediglich mit dem zu gehen, was öffentlich gang und gäbe ist, dahin kommen, persönlich ein wirkliches Seelenband mit Gott zu haben.

Man kann mit dem, was unter dem Volke Gottes allgemein Brauch ist, gehen, sich mit ihnen an dem freuen, was sie genießen, das heißt nach Psalm 42 mit ihrer Schar einherziehen, doch Gott möchte uns etwas mehr geben. Es ist ganz schön, mit der Menge zu wandeln, zumal zum Hause Gottes, doch dessen können wir beraubt werden, und deshalb wünscht Gott in unseren Seelen etwas zu gestalten, was uns nicht genommen werden kann, und dies durch eine gewisse persönliche Prüfung, so dass wir auch nach der Beraubung unseres äußerlichen Vorrechts Freude in Ihm haben.

Der Mann In Psalm 42 wird dahin geführt; ein tiefinneres Verlangen nach Gott zu haben. Er ist dessen beraubt worden, was er in der Volksmenge genoss, und nun hat er ein inniges Verlangen, etwas Derartiges zu besitzen, was seine Seele bewahren kann. In Psalm 43 wird angedeutet, wie das erreicht wird: „Sende dein Licht und deine Wahrheit; sie sollen mich leiten, mich bringen zu deinem heiligen Berge und zu deinen Wohnungen. So werde ich kommen zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Jubelfreude ist“ (V. 3 u. 4).

Dieser Mann hat die Wahrheit des 32. Psalms in vertiefter Weise. Gott ist weit mehr und persönlicher seine Freude geworden als da, wo er zuerst das Evangelium hörte. Nur eine tiefe Übung kann den 43. Psalm bei uns hervorbringen, eine tiefe Übung sowie das Werk des Geistes. Getrennt vom Geiste gibt es kein tiefes Dürsten nach Gott.

Wir haben alle kennengelernt, was es heißt, mit dem Volke Gottes zu sein, unseren Platz in den Versammlungen einzunehmen und deren Freude zu teilen. Wir haben uns mit der feiernden Menge gefreut, doch in den Wegen Gottes können wir das verlieren, und dann haben wir zu lernen, was der Jordan ist, was der Berg Hermon und der Berg Mizhar sind.

Es kann Elend und Drangsal über uns kommen, all das, was uns klein macht und uns empfinden lässt, wie wenig wir Gott in unseren Seelen gekannt haben. Es ist das, was jemand empfinden mag, wenn er sich im Gefängnis befindet.

Viele von uns haben Seelenunruhe kennen gelernt, als sie in Umstände kamen, die uns demütigen. Es gibt keinen noch so jungen Gläubigen hienieden, der nicht in Berührung damit gekommen wäre. Doch Gottes Gegenstand ist, uns all die Gnade der frohen Botschaft in einer tieferen Weise zuteil werden zu lassen. Der Psalmist sagt: „Sende dein Licht und deine Wahrheit; sie sollen mich leiten“ (V. 3). Es ist eine Sache, von den Brüdern geleitet zu werden, aber eine ganz andere, durch Gottes Licht und Wahrheit geleitet zu werden.

Welch ein vertieftes Werk ist es, wenn Gott Sein Licht und Seine Wahrheit aussendet und sie uns leiten! Dann haben wir etwas, was nicht versagt, und kommen zur Wohnung Gottes und zu Seinem Altar. Wir werden dann nicht mehr von der Menge geleitet, sondern gelangen durch unsere eigene persönliche Erfahrung zu Gott, unserer Jubelfreude. Es geht uns wie einem Schulknaben, der die Ferien über nach: Hause geht. Es muss ein Augenblick in unseren Seelen kommen, wo wir fühlen, dass das Wandeln mit der Menge nicht genügt.

Die Seele hat dann ein inniges Verlangen nach Gott! Sie fühlt dass sie Ihn zu ihrer eigenen Befriedigung haben muss. Man fühlt, dass das bloße Wandeln in Gemeinschaft und Liebe, so lieblich dies ist, einen nicht befriedigt. Die Güte Gottes bringt uns dahin. Welch eine Quelle der Kraft unter den Brüdern ist ein Bruder oder eine Schwester, die dahin gekommen ist!

Gottes Licht und Wahrheit sind in jene Seele gekommen, und sie hat sich aus eigener Übung zur Wohnstätte Gottes begeben und hat Gott als die Quelle ihrer Jubelfreude gefunden. Das ist eine beständige Kraft, die du nicht verlieren kannst. Sie bleibt dir im Gefängnis, wenn du von den Brüdern getrennt oder krank bist und darniederliegst. Was du so gelernt hast, kann dir nicht genommen werden.

In Psalm 44 haben wir eine andere Unterweisung. Die Seele kann sagen: Wir haben das Wunderbare gehört, das Gott vor alters für Sein Volk getan hat, und jetzt tut Er nichts dergleichen. Welch eine Übung! Unter Josua war einst alles Sieg, nun aber heißt es in Vers 9 -13: „Doch du hast uns verworfen...Du machtest uns zum Hohn unseren Nachbarn, zum Spott und Schimpf denen, die uns umgeben.“

Damit hat der Psalmist das ganze Volk Gottes vor sich. Unter derartigen Übungen lernt die Seele, dem Bunde treu zu sein (V. 17). Obwohl wir in anderen Verhältnissen leben, ist es in den Tagen der Versammlung fast genau so. Dieser Psalm enthält eine Versammlungsübung.

Wir leben nicht in Tagen, wo nichts vor dem Volke Gottes standhalten kann. Jetzt ist ein Tag der Schmach und Verachtung, wie zur Zeit Nehemias, wo sie sagten: „Wenn ein Fuchs hinaufstiege, so würde er ihre steinerne Mauer auseinanderreißen“ (Neh. 4, 3).

Die Israeliten waren Gegenstände des Gelächters, und das ist unser Teil heutzutage - wir haben das zu lernen, und ich bezweifle, dass einer, der das nicht gelernt hat, für Gott eintreten kann. Was tun wir in Zeiten der Schmach? Vers 17 und 18 sagt uns: „Dieses alles ist über uns gekommen, doch wir haben deiner nicht vergessen, noch betrüglich gehandelt wider deinen Bund: Unser Herz ist nicht zurückgewichen, noch sind unsere Schritte abgebogen von deinem Pfade.“ Das liegt uns selbst in Tagen der Schmach ob. Gott zeichnet uns nicht öffentlich aus; doch wir fahren fort, Seiner zu, gedenken im Abendmahl und in Treue, wir geben nichts auf, was mit dem Zeugnis des Herrn zu tun hat.

Wir haben die besondere Übung von 2. Timotheus, nicht nur die alltägliche. In Römer 8 haben wir die gewöhnlichen Leiden eines Christen, jetzt haben wir nach dem 2. Timotheusbriefe die außergewöhnlichen Leiden der letzten Tage: Wir haben unter der öffentlichen Schmach des christlichen Bekenntnisses zu leiden und dazu noch die besondere der Treuen auf uns zu nehmen. Sind wir bereit, unbeirrt durch Schmach und Verachtung, unseren Pfad weiterhin zu wandeln? Was gewinnen wir dadurch? Das Bewusstsein, dass uns nichts von der Liebe Christi, scheidet, und wenn wir das haben, sind wir für den 45. Psalm zubereitet.

Wir müssen für einen Pfad öffentlicher Schmach zubereitet werden. Manche wenden da ein: Es geschieht heute Wunderbares, wir hatten an unserem Orte tausend Bekehrte, weshalb gehst du nicht mit uns? Andere sagen: Wir können Kranke heilen, mit Zungen reden, wir haben alles wie am Anfang. Mit alledem verbindet man aber Menschenverherrlichung. Wenn du so etwas begehrt, fällst du in die Hände Satans.

Wir haben Schmach zu tragen; Paulus im Gefängnis ist ein Vorbild von dem Platze des Zeugnisses heutzutage. Ein Evangelist sagte mir einmal: „Wir sollten in den herrlichsten Gebäuden des Landes predigen.“ Ich antwortete: „Nach der Schrift sollte ich eher erwarten, den Evangelisten im Kreisgefängnis eingeschlossen zu sehen.“

Das Zeugnis hat immer Schmach zu leiden gehabt; doch heute betrachtet man die Sachlage anders. In den Tagen der Apostel war die ganze Kraft der zukünftigen Welt vorhanden. Wir haben keine Apostel, die umhergehen und Wunder wirken, so dass die Welt dadurch gleichsam umgekehrt wurde. Heute haben wir nichts dem ähnliches.

Wenn die Brüder ohne eine Trennung untereinander weiterbestanden hätten, so würde es keine Schmach gegeben haben. Aber die Geschichte der göttlichen Bewegungen in der Versammlung und wie diese sich auswirkten, hat uns Schmach eingetragen. Die Leute sagen: „Ihr habt euch alle gegeneinander abgeschlossen, keiner weiß, wieviele Parteien nun bestehen.“ Wir sind Gegenstände des Gelächters. Sind wir jedoch bereit, mit dem Bunde und dem Gedenken des Herrn weiter zu wandeln und uns nicht zurückzuwenden?

Auf diesem Wege würden dann unsere Herzen voll von Christo sein. Derartiges ist heute treuen Männern anvertraut. Auch Schwestern sind darin, wie ich glaube, mit eingeschlossen. Das Herz keines anderen könnte voll von Christo sein. Wir sangen vorhin das Lied: „Unser Herz ist voll von Christo“ - ist das so oder begehren wir das wirklich?

Ich kann das im Sinne eines Gebets singen, wie auch viele andere Lieder, mit dem innigen Verlangen, in dieser Wahrheit zu stehen. Lieder geben die Richtung an, die unser Verlangen einschlagen kann, sie gleichen den beständigen Geleisen, auf denen sich ein Zug bewegt. Das Begehren und die Zuneigungen der Heiligen können sich ihnen gemäß vorwärtsbewegen.

Psalm 45 ist wohl in gewissem Sinne der Mittelpunkt und die Krone der Maskilpsalmen, weil er uns zeigt, dass Gott bei Seinem Volke ein derart glückseliges Ziel erreichen kann, dass ihre Herzen zu Seinem Wohlgefallen voll von Christo und dem sind, was in Beziehung zu Ihm steht; nichts könnte gesegneter sein. Dieser Psalm redet von Christo, wie Er öffentlich in der zukünftigen Welt gekannt werden wird, und das erfüllt die Herzen der Heiligen, noch ehe diese Zeit gekommen ist. Bevor wir in der zukünftigen Welt sind, ist diese in uns. In Hebr. 2, 5 heißt es: „Den zukünftigen Erdkreis, von dem wir reden“, darin bezieht sich das „wir“ auf alle Christen.

Wovon könnten wir sonst reden, als von der zukünftigen Welt? Was haben wir denn über diese Welt zu sagen? Nur, dass kein Raum für Christum in ihr ist. Wir reden von der zukünftigen Welt, weil Gott und Christus in ihr überaus erhaben sein werden, und Gott und Sein Gesalbter uns dies schon geworden sind. Anstatt zu dürsten, wie in Psalm 42, 2, wallen unsere Herzen auf und fließen über.

Wer spricht in Psalm 45? Das führt zu etwas sehr Lehrreichem. Der Redende ist offenbar nicht Gott. Es handelt sich hier nicht darum, dass Gott über Christum redet. In dem Evangelium redet Gott über Christum, hier aber ist es das Herz und die Zunge eines Menschen. Hier redet ein Mensch über Christum, und dieser Mensch kann jeder von uns sein, der unter der Macht der Liebe Christi steht.

Die Entschädigung für die Erfahrung von Psalm 44 ist, dass wir unsere Untrennbarkeit von der Liebe Christi kennenlernen, und wenn wir derart entschädigt worden sind, können wir ein Lied machen, es heißt: „Ich sage meine Gedichte dem Könige!“ Ist es dir noch nicht aufgefallen, dass du ein Lied über Christum machen kannst, das seit den Tagen der Pfingsten nie gemacht worden ist?

Es ist etwas Großes, die Stellung von Lilien zu haben. Schoschannim in der Überschrift des Psalms heißt Lilien. Die Lilie ist in der Schrift ein Bild des besonderen Platzes, den die Heiligen der gegenwärtigen Zeit haben. Der Herr sagt im Hohenlied 2, 2: „Wie eine Lilie inmitten der Dornen, so ist meine Freundin inmitten der Töchter.“ Das ist unsere Stellung heutzutage. Du sagst vielleicht: Ich weiß genug über Dornen, die mich stechen und zerfleischen; hier aber sollen die Dornen die Eigenart der Lilien in ein besonderes Licht stellen. Wie sehr fällt eine Lilie unter Dornen auf! In einem Lilienbeete sind alle einander gleich, doch der Gegensatz macht auffallend.

Etwas ähnliches tritt uns in Phil. 2, 15 entgegen: „Auf dass ihr tadellos und lauter seid, unbescholtene Kinder Gottes, inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts.“ Das zeigt den Unterschied, die Wertschätzung Christi bringt ihn zustande, sie hat mich zu einer Lilie gemacht, wenn ich eine bin. Eine Lilie stellt Reinheit dar, eine Reinheit, die Christum vor sich hat und sagt: „Mein Herz, von Christo ganz erfüllt, verlangt, Ihn völlig kundzutun.“ Das tut in diesem Psalm die Seele des Psalmisten.

Wie wunderbar, so frei zu sein, sagen zu können: „Meine Zunge sei der Griffel eines fertigen Schreibers!“ Das Herz erfasst vieles und kann, da es Christum schätzt, derart von Ihm reden, wie Er in der zukünftigen Welt gekannt werden wird. Der Hebräerbrief hat es mit der zukünftigen Welt zu tun. Die Schönheit und Zierden Christi, die in der zukünftigen Welt gekannt werden, kennen die Herzen der Heiligen schon jetzt.

Hier sehen wir, wie Gott uns in dem unterweist, was Ihm Selbst höchst kostbar ist. Uns einen Begriff von Christo zu geben, bereitet Ihm mehr Freude als irgendeine andere Gabe. Er erfüllt die Seele mit Gedanken über Christum und lehrt uns, Vergleiche anstellen; Er lehrt uns die unermessliche Überlegenheit Christi über die Söhne der Menschen erkennen, und das haben wir zu lernen.

Es handelt sich nicht darum, dass Er den Söhnen Belials überlegen ist, sondern Männern wie Henoch, Abraham, Joseph, Mose, David. Das bezieht sich auf solche, die Schönheit Gott gegenüber besitzen. Von Mose heißt es in Apg. 7. 20, dass er schön für Gott war, und das waren Gott alle anderen Heiligen. Doch dieser Eine hier ist schöner als die Söhne der Menschen (V. 2). Das besagt, das, was wir in einem Heiligen sehen, gehört zwar derselben Ordnung an, wird aber von Christo unendlich übertroffen

In den Söhnen der Menschen kommt ein geistlicher Zug vor uns, doch im besten Falle nur trübe; ihn umgibt gleichsam ein Nebel. In Christo jedoch sind alle diese Züge in ungetrübter Vollkommenheit vorhanden, so dass Er schöner ist als Menschensöhne. Diesen Platz hat Er nun in dem Herzen, da übertrifft Er einen jeden. In diesen Psalmen sehen wir, wie Er sogar Seine Genossen übertrifft und deshalb mehr mit Freudenöl gesalbt wird als sie.

Je mehr wir Seine Züge in den Heiligen sehen, desto mehr können wir das Übermaß in Christo schätzen. Alles Schöne kam von Christo. Wenn ich einen schönen Zug in einem Heiligen sehe, so führt mich das, wenn es mein Herz in der rechten Weise berührt, zur Quelle, zu dem Einen, in dem dieser und jeder andere Zug ohne einen Makel gesehen wird. Es handelt sich hier um keinen Vergleich mit den verderbten Söhnen der Menschen, sondern mit denen; die Schönheit vor Gott besitzen, und, göttlich unterwiesen, geben wir Ihm jenen Platz, jenen überragenden Platz.

Die Braut im Hohenliede sagt in Kap. 5, 10, dass ihr Geliebter „ausgezeichnet vor Zehntausenden“ ist. Demgegenüber verschwinden selbst die Heiligen. Keiner der Söhne der Menschen könnte ganz und gar lieblich sein, doch Er ist das (V. 16). Er hat in allem den Vorrang, das sehen wir auf dem heiligen Berge (2. Petr. 1, 18). Da hatten keine zwei bösen Menschen zu erscheinen, sondern Mose und Elia. Petrus lernte das, und so konnte er, als der Herr die Frage stellte „Ihr aber, wer saget ihr, dass ich sei?“, sie beantworten. Andere hatten gesagt: Johannes der Täufer, Elia, Jeremia oder einer der Propheten; das waren alles Männer, die schön vor Gott waren, doch Er war schöner, und so sagt Petrus: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“ (Matth. 16, 14-16). Er übertraf sie alle bei weitem.

Die Braut im Hohenliede sagt: „Das ist mein Geliebter“ (Kap. 5, 16). Welch eine Freude für Gott, wenn Gedanken, wie diese über Seinen Geliebten, einen wahrhaftigen Ausdruck durch eines von unseren Herzen finden! Dieser Psalm ist „ein Lied über den Geliebten“ (Überschrift). Es werden darin nicht nur Seine sittlichen Vollkommenheiten anerkannt, sondern Er ist der Geliebte unserer Herzen geworden, Er ist unseren Herzen das geworden, was Er Gott ist: Er ist Gottes Geliebter sowie der unsere. In welch inniger Zuneigung sind wir mit Gott und dem Geliebten verbunden!

Bis dahin haben wir in unserem Psalm das Gefäß. Alles in dieser Welt, was göttliche Schönheit und Tadellosigkeit in den Augen Gottes besitzt, übertrifft und übersteigt es und setzt es beiseite. Ich war gewohnt, in diesem Vers einen Hinweis auf den natürlichen Menschen zu sehen, doch es hat mir geholfen, als ich sah, dass alles, was „schön vor Gott“ war, in diesem Einen übertroffen und verklärt ist. Nun sagt Gott gleichsam, dies ist das Gefäß, das ich mit meiner Gnade erfüllen werde, damit Er sie euch gegenüber zum Ausdruck bringe.

„Holdseligkeit ist ausgegossen über deine Lippen“ (V. 2). Zuerst sehen wir das Gefäß, also das, was Er persönlich ist, und dann die über Seine Lippen ausgegossene Holdseligkeit. In jenem Vollkommenen finden alle die kostbaren Gedanken Gottes den Menschen gegenüber. ihren Ausdruck. Alles war in diesem Gefäß enthalten, damit es zu dir und mir ausfließe.

Das haben wir im Evangelium des Lukas. Dort wird Er als das Gefäß, nicht als die Quelle, angesehen. Da sehen wir das Gefäß und sodann, was hineingetan ward, und damit steht das Wohlgefallen Gottes an Ihm in Verbindung. In Sprüche 8 sagt die Weisheit, der Pflegling der Liebe Gottes: „Ich... war Tag für Tag seine Wonne“, doch inwiefern? Als „vor ihm mich ergötzend ...auf dem bewohnten Teile seiner Erde, und meine Wonne war bei den Menschenkindern“ (V. 30 u. 31).

Gottes Wonne an Ihm steht in Verbindung mit der Tatsache, dass Gott in Ihm alle Seine Gedanken der Gnade gegen die Menschen zum Ausdruck gebracht hat. So geschah es bei Seiner Taufe, als der Herr Seinen Platz unter dem bußfertigen Überrest einnahm. Zu dieser Zeit öffnete Gott die Himmel, um zu sagen: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe“ (Matth. 3, 17). Sowie Er Seinen Platz unter den Menschen einnahm, findet Gott Sein Wohlgefallen an dem Gefäß Seiner unendlichen Gedanken der Gnade.

Gott möchte unsere Herzen mit Gedanken über Christum füllen. Denken wir an die Gnade im Evangelium Lukas in den Kapiteln 4, 5, 7, 14, 15, 16 und 23; da haben wir eine wahre Hochflut des Herzens Gottes, den Ausdruck der Gnade des Himmels in Christo. Öffentlich wird dies in der zukünftigen Welt gekannt werden, und Wunder der Wunder, wir kennen es jetzt!

„Darum hat Gott dich gesegnet ewiglich“, heißt es dann in Vers 2. Er hat Ihn auf immerdar gesegnet. Das führt uns zu der neuen Stellung, in der Er jetzt gefunden wird. All die Gnade, deren Gefäß Er hienieden war, besteht in Ihm, dem erhöhten und verherrlichten Menschen, fort. Er ist auf immerdar zur Rechten Gottes gesegnet. Das ist der große Gegenstand des Zeugnisses zu Anfang der Apostelgeschichte. Was auch in Ihm als einem demütigen Menschen an Gnade zum Ausdruck kam, sehen wir in Ihm, dem verherrlichten Menschen.

Alles in Psalm 45 hat Christum zum Mittelpunkt, ist von Ihm erfüllt, und das ist die wahre Frucht geistlicher Freiheit. Wenn ich die Lehre von Psalm 42, 43 und 44 in mich aufgenommen habe, so werde ich in diesem Seelenzustande sein. Wenn aber nicht, so sollte ich darum bitten. Wir können dies mit keiner Ungewissheit im Herzen tun; denn Gottes Absicht ist es, dass wir das haben. Er hat uns im Blick hierauf göttlich belehrt.

In der zukünftigen Welt führt Gott öffentlich, gemäß Vers 4, Wahrheit, Sanftmut und Gerechtigkeit ein, und wo das nicht durch göttliche Unterweisung zustande kommt, wird Er dies in göttlicher Kraft tun. Das Schwert und die Pfeile von Vers 3 - 5 greifen da ein, damit die Segnungen der Wahrheit, Sanftmut und Gerechtigkeit die Erde erfüllen.

Diese Eigenschaften jedoch sind schon jetzt in den Herzen der Heiligen gekommen. Wenn Wahrheit, Sanftmut und Gerechtigkeit einen Platz in mir haben, so ist die zukünftige Welt in mir, obwohl ich noch nicht in ihr bin. Psalm 45 entspricht in gewissem Sinne dem Hebräerbrief. Was die zukünftige Welt erleuchtet, ist die Herrlichkeit Christi.

Obwohl das nun noch nicht öffentlich geschehen ist, brauchen wir nicht zu warten. Wir können jetzt schon Jesum mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt sehen (Hebr. 2, 9). Wir können Ihn in Seiner Herrlichkeit und Seinem Reiche sehen und in der innigsten persönlichen Verbindung mit Ihm stehen.

Es ist etwas Wunderbares, die Vortrefflichkeit der Erkenntnis Christi, Jesu unseres Herrn, zu haben. Sie macht uns vor allem, was nicht Christus ist, frei. Die Frage ist, wovon wird mein Herz in Anspruch genommen? Der Psalmist war mit gutem Worte und dem, was den König betraf, erfüllt. Wie unermesslich ist es, wenn unser Herz etwas über Christum zum Ausdruck bringt und von dieser guten Sache erfüllt ist!

Gott hat alles, was Christus ist, und all Seine Gnade in einem Gefäße unvergleichlicher Schönheit, Kostbarkeit und Anziehungskraft zum Ausdruck gebracht. Es gibt Einen, der schöner ist als die Kinder der Menschen, Einen, der sie alle übertrifft, und das nicht nur die Kinder der gefallenen Menschen, sondern solche, die göttliche Schönheit besaßen, wie ein Abraham, Mose und David.

„Holdseligkeit ist ausgegossen über deine Lippen“. Gott hat alle Seine Gunstbezeugungen den Menschen gegenüber den Lippen jenes gelobten Menschen anvertraut, es ist inmitten all unserer Entfernung und unseres Unglaubens zu uns gekommen. Gott hat uns alles Ihm Entsprechende und dem Herzen Anziehende in Christo gebracht. Es gibt keinen, der es mit Ihm aufnehmen könnte, keinen Ihm Ebenbürtigen, Er steht allein da! Ein Derartiger ist es, in dem Gott uns Seine Gnade nahe gebracht hat, und Gott hat Ihn auf immerdar gesegnet. Er hat Ihn verherrlicht, weil Er so überaus vortrefflich ist.

Gott führt Wahrheit, Sanftmut und Gerechtigkeit ein. Gott steht im Begriff herbeizuführen, dass alles Christo weichen muss, und wenn es der Anziehungskraft Seiner Person und Seiner Lippen nicht weichen will, so erreicht Er das durch das Schwert, die Pfeile und die Stärke Seiner rechten Hand.

Gott hat einen Jeden von uns aufgenommen, damit, Seinem ewigen Vorsatze gemäß, alles in uns Christo weiche und in unseren Seelen die Gott entsprechenden Züge, also die Christi, entfaltet werden. Diese sind Wahrheit, Sanftmut und Gerechtigkeit. Wir können sie daher erlangen. Auf diesen Eigenschaften beruht die Macht des Reiches, wie es in Vers 6 und 7 mit den Worten zum Ausdruck kommt: „Dein Thron, o Gott, ist immer und ewiglich, ein Zepter der Aufrichtigkeit ist das Zepter deines Reiches. Gerechtigkeit hast du geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst; darum hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit Freudenöl, mehr als deine Genossen.“

Es ist wunderbar, zu sehen, was das Reich im Besitze des Sohnes der Liebe des Vaters zustande bringt. Es bringt uns dahin, das zu lieben, was Christus liebt, und das zu hassen, was Er hasst. Das Reich umfasst Seine Person. Deshalb können wir nicht unter den Einfluss Christi kommen, ohne das zu lieben, was Er liebt, und das zu hassen, was Er hasst, und insoweit das bei uns wahr geworden, befinden wir uns im Reiche des Sohnes der Liebe des Vaters (Kol. 1, 13).

In diesem Reiche gibt es keine willkürliche Herrschaft. Welch ein wunderbares Reich, wo die Untertanen lieben, was der König liebt, und hassen, was Er hasst! Solche sind passende Genossen für Ihn. Eben das kommt hier vor uns; das Reich besteht, damit der König Genossen habe. Er braucht Genossen, die in sittlicher Hinsicht ganz mit Ihm übereinstimmen. Ohne ein solches Geschlecht könnten wir nicht an die Versammlung denken. Der Gedanke des Reiches geht dem der Königin voraus. Auf den Einfluss des Reiches kommt es an; Obergewalt kann willkürlich sein, nicht so der Einfluss, er ist sittlicher oder geistlicher Art. Die Obergewalt des Reiches ist in keiner Hinsicht willkürlich, sie kommt in sittlicher Hinsicht dadurch zur Geltung, dass Gott angemessene Einflüsse auf uns wirken lässt. Es ist eine Ordnung der Freiheit und Liebe und nicht der Knechtschaft.

Es ist etwas Wunderbares, das Bewusstsein zu bekommen, passende Genossen Christi zu sein. Wer sagt in Vers 7„Darum hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit Freudenöl“?

Ich denke, der Heilige, der es geistlich sah. Das Weib, das Ihn am Ende der Evangelien salbte, hatte das Bewusstsein, dass Er der Gesalbte war, und wenn Er Gottes Gesalbter war, so war Er auch, der ihrige, und so verwandte sie alles auf Ihn. Das Salben hat es mit Wohlgeruch zu tun, und so ist es auch hier.

Wir sind geneigt, dabei mehr an das Amtliche zu denken. Es ist amtlich bei der Salbung des Priesters oder des Königs; doch in diesem Psalm haben wir nicht die amtliche Salbung vor uns, da hier von Freudenöl die Rede ist. Das kann nichts mit Amtlichem zu tun haben. Er hat in Seiner Freude Genossen, solche, denen etwas von dem Wohlgeruch eigen ist, der von Ihm ausgeht. Ich glaube nicht, dass wir Ihn salben können, ohne etwas von Seiner Wohlgeruch an uns zu haben.

Das Weib in den Evangelien goss solchen über Ihn aus, doch sie trug etwas davon mit sich fort. Dieser Psalm zeigt uns das, was persönlich von Christo erkannt wird, noch ehe alles, was Er ist, öffentlich erkannt wird. Wir sind hier innerhalb der königlichen Gemächer, denn es heißt in Vers 13: „Ganz herrlich ist des Königs Tochter drinnen.“ Es wird nicht gesagt, dass sie draußen herrlich ist. Sie ist dies in der Abgeschlossenheit der Stätte, wo Christus gekannt und genossen wird und göttliche Gedanken erkannt werden.

„Myrrhen und Aloe, Kassia sind alle deine Kleider“ (V. 8) redet vom Wohlgeruch Seiner Person. Es ist eine besondere Wonne, den Wohlgeruch Christi zu erfassen. Das ist etwas anderes als Seine sittliche Vollkommenheit. Es geben alle zu, dass Er schöner als die Söhne der Menschen ist. In Ihm, der Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst hat, ist jede sittliche Vollkommenheit zu finden. Er ist somit fähig, in Seiner Person der Ausdruck des Reiches Gottes zu sein.

Doch der Wohlgeruch hat etwas Eigenartiges an sich: alle Seine Kleider sind von der Salbung durchdrungen, die über Ihn ausgegossen ist. Wenn der Priester gesalbt wird und das Öl herabfließt auf den Saum seiner Kleider (Ps. 133, 2), so werden auch diese wohlriechend. Hier werden dieselben Gewürze erwähnt wie im heiligen Salböl (2. Mose 30,23.24).

In ganz besonderer Weise stieg der Wohlgeruch Christi in Seinem Tode zu Gott empor. Das sollte unseren Geist anregen und wir sollten ernstlich danach verlangen, mehr und mehr davon ergriffen zu werden. Wir werden bekehrt, geben das offenbar Schlechte auf und kommen unter das Volk Gottes, daselbst eignen wir uns ein gewisses Betragen und Benehmen an, in dem vielleicht etwas zum Wohlgefallen Gottes sein kann, doch inwieweit ist unser Geist davon erfasst? Wieviel vom Wohlgeruch Christi umgibt uns?

Gott ist der Vater der Geister, Ihm ist nicht soviel an unserem Betragen wie an unserem Geiste gelegen, denn wenn unser Geist recht steht, so wird es auch unser Betragen sein. Mein Geist ist, was ich bin, er ist das wahre Ich. Es ist gesegnet, an den Wohlgeruch Christi zu denken, der in Seinem Tode offenbar wurde. Im Neuen Testament werden Myrrhe und Aloe mit Ihm in Seinem Tode verbunden, Nikodemus brachte sie. Matthäus, Markus und Lukas erwähnen das nicht, das war Johannes vorbehalten.

In Matth. 27, 59, Mark. 15, 46 und Luk. 23, 53 wird die feine Leinwand erwähnt, deren Reinheit Matthäus besonders betont, doch diese Gewürze nicht. Daraus sehe ich, dass sie mit Seiner Person in Verbindung stehen, so dass wir sie in Johannes zu finden erwarten durften. Hundert Pfund dieser Gewürze führt er an; sie werden mit Christo im Tode einsgemacht. Da haben wir ein Wohlgeruch einer derartigen Person, wie sie Johannes darstellt, als diese im Tode liegt. Matthäus stellt Ihn als das Schuldopfer, Markus als das Sündopfer dar, in Lukas geht Er der Gnade Gottes gemäß in den Tod; doch in Johannes handelt es sich um Seine Person.

Welch ein Wohlgeruch leidender Liebe steht mit Seiner Person in Verbindung! Da haben wir einen seltenen und eigenartigen Wohlgeruch, und wir können nur fühlen, wie wenig wir davon kennen. Wir verstehen und kennen wohl ein wenig von dem Werte Seines Werkes, Gott aber möchte uns durch den Wohlgeruch, der im Tode Seines geliebten Sohnes offenbar ward, ungemein anregen. Der Herr möchte uns gern dahin leiten, den ganzen Wohlgeruch Seiner Person zu schätzen, der unter dem Auge Gottes in Seinem Tode zum Ausdruck kam.

Frage: Ist das derselbe Gedanke wie in Eph. 5, 2, wonach der Christus sich selbst für uns hingegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch?

C. A. C.: Ja, da kommt der Wohlgeruch vor uns Die Versammlung, die Königin, wird durch dessen Wertschätzung gestaltet.

Frage: Würde uns da das Buch Esther helfen?

C.A.C.: Ja, Esther wurde durch köstliche Salben gereinigt (Esther 2,12). Der Herr braucht eine Braut, deren innerste Empfindungen, Gemütsbewegungen und Gefühle mit den Seinen übereinstimmen, und dies nicht nur in sittlicher Hinsicht; sondern diesem unbeschreiblichen Wohlgeruche gemäß.

Der große Gedanke in diesem Psalm ist, dass wir zu Seinem Wohlgefallen sind, also nicht das, was wir tun. Es handelt jeden Schar zum König; seien es die Genossen, die Königin oder die Jungfrauen, sie alle stehen in unmittelbarer Beziehung zu Ihm. Wir sollten ein starkes persönliches Bewusstsein unserer Verwandtschaftsbeziehung zu Christo pflegen, so dass wir Ihn lieben und Er uns liebt; das ist etwas innig Persönliches. Wir sind ein gut Teil damit beschäftigt, von Seiner Liebe und Gesellschaft angeregt zu werden, und können das sein, doch wir sollten etwas anderes erwägen, nämlich, wie Er von unserer Liebe berührt wird. Unsere Liebe berührt Ihn. Er hat uns gesagt, dass Ihn unsere Liebe tief bewegt, und zwar derart, dass Er zu uns kommen will. Seine Worte lauten: "Wenn ihr mich liebet, so haltet meine Gebote; und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben" (Joh.14, 15.16), und dann sagt Er in Vers 18: "Ich komme zu euch." Damit sagt Er gleichsam: Wenn ihr mich liebt, komme ich zu euch.

Denken wir, dass der Herr Seinem in Liebe zu Ihm versammelten Volke fernbleiben könnte? Das kann Er nicht, das bewegt Ihn so sehr, dass Er zu ihnen kommt. Ich möchte gern etwas von der Freude kennen, die Er an der Liebe der Seinen hat. Im Hohenliede wird der Geliebte durch die Liebe der Braut gefesselt. Bieten wir dem Herrn die Gelegenheit, uns wirklich zu lieben?

Was diesen Wohlgeruch anlangt, so verbindet die Schrift Myrrhe und Aloe mit Christo in Seinem Tode, sie bietet uns aber sehr wenig Anhalt, die Bedeutung von Kassia festzustellen. Ich vermute, es weist auf den Wohlgeruch Christi als Mensch hin, der mit Ihm in die Auferstehung hinüberging. In dem Herrn war etwas vorhanden, das unverändert in den Kreis der Auferstehung eingehen konnte.

Als der Herr Sein Leben ließ und den Fleisches und Blutzustand aufgab, war in Ihm als Menschen hienieden .eine unermessliche Segensfülle entfaltet worden, die in der Auferstehung unverändert blieb. Denken wir an Seine Freude und Wonne in Gott, Seine Liebe zu Seinem Volke, all Seine Herzenszuneigungen, alles, was die Seele des Herrn beherrschte - die Schrift sagt von Seiner Seele: "Du wirst meine Seele nicht im Hades lassen" (Apg. 2, 27; Ps. 16, 10) - all Sein Inneres ward ohne einen Wandel in die Auferstehung übergeführt. Das ist für uns von großer Wichtigkeit, weil alles, was bei uns einer geistlichen Ordnung angehört, ohne Wandel in die Auferstehung übergeht. Uns kann jetzt ein Wohlgeruch eigen sein, der nicht den geringsten Wandel erleiden würde, wenn wir in die Auferstehung übergingen, er ist etwas Unwandelbares.

Der Herr möchte uns üben, derart am Wohlgeruch Christi teilzuhaben, dass wir Eigenschaften und Wesenszüge erlangen, die geraden Wegs in die Auferstehung eingehen. Was wir nicht dahin mitnehmen können, ist nicht von Bedeutung. Im christlichen Kreis haben wir es mit dem zu tun, was unverändert in den der Auferstehung übergehen kann. So kann ich zum Beispiel Gott preisen - wird das nicht in die Auferstehung hinübergehen? Wenn ich Gott, Christum und die Brüder liebe, werden nicht alle diese in geistliche Zuneigung und Gefühle in die Auferstehung übergehen?

Deshalb ist dem Herrn so daran gelegen, dass wir ewiges Leben genießen, weil nichts davon hier zurückgelassen wird. Wir können etwas erlangen, was ganz und gar verschieden von dem ist, was uns anhaftete, als wir in die Welt kamen. Die Königin steht in Gold von Ophir da, sie trägt ein neues Kleid, das sie nie zuvor anhatte.

Haben wir die Tatsache in Betracht gezogen, dass wir auf eine gänzlich neue Weise dastehen werden, um für Christum passend zu sein, und dass uns Gott das Allergrößte völlig frei zuteil werden lässt?

Der verlorene Sohn ist hierfür die beste Erläuterung; alles ihm von Natur Eigene waren: Eigenwille, den Lüsten frönen, Armut und Lumpen. Doch damit war es vorbei, es kam zu einem ganz neuen Anfang, wo alles zum Wohlgefallen des Vaters war, zu dem besten Kleid, dem Ring und den Sandalen. Alles das war vollkommen und von Gott, und so ging er in das Haus als eine Zierde desselben, als ein Gegenstand der Freude des Vaterhauses. Die Königin steht in Gold von Ophir da, nichts ist vorhanden, was dem Natürlichen angehört, alles ist geistlich.

Es ist anziehend, in diesem Psalm die innige Verwandtschaftsbeziehung, die aufgerichtet worden ist, zu sehen. Im Hohenliede finden wir die Königin nicht, dort kommt es nicht zur Hochzeit, da haben wir das Auf und Nieder, das Ein und Aus, das unseren Erfahrungen entspricht. In Psalm 45 dagegen kommen wir zur Beständigkeit der Zuneigung.

 

Psalm 45 (Fortsetzung)

Wir betrachteten letzte Woche den 45. Psalm. Er stellt uns Christum vor, wie Er in der zukünftigen Welt gekannt wird. Inzwischen ist es unser Vorrecht, die gesegnete Erkenntnis Seiner Selbst zu haben, sowohl dessen, was Er persönlich ist, und der kostbaren über Seine Lippen ausgegossenen Gnade, die in Ihm als einem Menschen auf Erden ihren Ausdruck fand sowie die Seines Platzes in der Herrlichkeit. Gott lehrt uns, dass alles Christo Raum geben muss. Wird ihm dieser nicht kraft der Gnade und Liebe zuteil, so wird das durch Schwerter und Pfeile geschehen. Seine Feinde werden zum Schemel Seiner Füße gemacht (Ps. 110, 1).

Inmitten des allgemeinen Verfalls dürfen wir keine nach außen hin angesehene Stellung erwarten, unsere Vergünstigung liegt vielmehr in einer zunehmenden Erkenntnis Christi. Äußerlich ist die denkbar schwächste Stellung unser, doch innerlich können wir eine derart gesegnete Erkenntnis Christi erlangen, wie sie Weise kennzeichnet.

Wie erwähnten letzte Woche, dass Myrrhe und Aloe in Verbindung mit den Leiden Christi stehen. Alles, was mit Seiner Person zusammenhängt, ist seinem größten Wohlgeruche nach in Seinem Tode zum Ausdruck gekommen. Jedes Amt, das Er ausfüllt, jeder Dienst, den Er tat, jede Ihm als Menschen anhaftende Herrlichkeit ward dadurch in Mitleidenschaft gezogen, dass Er im Tode lag. Dieser Wohlgeruch ist Ihm infolge dessen eigen, dass Er im Tode war.

In den Wegen Gottes hat alles Christo Eigene durch Seinen Tod einen Wohlgeruch erlangt. Der König musste der Leidende sein, und der Wohlgeruch Seiner Person ward in Seinem Tode offenbar. Alle Seine Vollkommenheiten sind als ein lieblicher Wohlgeruch vor Gott zum Ausdruck gekommen, alle, die Ihn lieben, erfassen das.

"Myrrhen und Aloe, Kassia sind alle deine Kleider" (V. 8), sie tragen den Wohlgeruch der Liebe, die Ihn durch solch ein erstaunliches Leiden samt dessen Kummer führte - der König ward zum Leidenden. Der König hat auch Genossen, Er hat nicht nur Untertanen, sondern Genossen, die lieben und hassen, was Er liebt und hasst, und auf die der Weg, den Er gegangen, einen mächtigen Einfluss hat.

Wir haben gelernt, wie sehr Er Gerechtigkeit liebte. Er starb, um sie aufrechtzuerhalten, und Er hasste Gesetzlosigkeit und starb, sie hinwegzutun. Alles, was mit Bezug auf uns zum Troste und Wohlgefallen Christi erreicht worden ist, ward auf Kosten Seines Todes gesichert. Alles hat Er durch den Tod erreicht, auch das, was in uns zum Wohlgefallen Gottes ist, und dadurch kommen wir zu Elfenbeinpalästen.

"Aus Palästen von Elfenbein erfreut dich Saitenspiel" (V. 8). Solche Paläste wurden Christo gesichert, alle Teile derselben wurden durch den Tod gewonnen. Der Elefant ist ein ansehnliches Tier, sein Elfenbein aber wird nur durch den Tod erlangt. Mein Eindruck ist, dass jeder Palast für Christen nur durch den Tod zustande kommt.

Nach welchen Grundsätzen können wir Christo Elfenbeinpaläste sichern? Nur dadurch, dass wir den Tod auf unsere Glieder, die auf der Erde sind, anwenden (Kol. 3, 5). Wir müssen den Tod als eine Waffe gebrauchen. Es handelt sich in Kolosser 3 um unsere sterblichen Glieder.

Jeder von uns könnte nach denselben Grundsätzen wie die Leute der Welt leben, wir könnten alles zu unserer Selbstbefriedigung gebrauchen, unseren Neigungen leben, die uns von angeboren sind, doch darin ist nichts für Christum.

Wer Christum liebt, hat gelernt, den Tod auf alles das anzuwenden, damit etwas für Christum gesichert werde, nämlich ein Elfenbeinpalast IHM. Jedes bisschen Elfenbein redet vom Tode. Was ziehen wir vor, uns selbst zu leben oder Christo einen Elfenbeinpalast zu sichern?

Als ein in dieser Welt Lebender könnte ich etwas tun, was mir Freude macht. Stattdessen aber wende ich den Tod darauf an, damit Christus einen Palast habe. Gerade dadurch, dass unser Herz in Tätigkeit tritt, wird Ihm etwas gesichert, und Seinem Maße gemäß kann das ein Palast sein, aus dem Ihn Saitenspiel erfreut.

Sollten wir nicht danach verlangen, etwas zur Freude Christi beizutragen? Das wendet sich in hohem Maße an den Jüngsten. Von Natur könnten wir an keinen Elfenbeinpalast denken, wohl aber geistlich als eine Stätte der Aufnahme für Christum, deren jeder Teil kraft unserer Liebe zu Ihm durch den Tod des uns von Natur Eigenen gesichert worden ist. Viele versuchen oft, das nicht aus Liebe zu tun, doch dieser Psalm ist die Sprache eines Liebenden, der genug in Christo gefunden hat, sein Herz zu beherrschen. Diese Person ist uns eine Verpflichtung, und in jener Zuneigung können wir einen Elfenbeinpalast bereiten. Das steht dem Jüngsten offen.

In dem Elfenbeinpalaste sind Saiteninstrumente. Kraft unserer Liebe empfängt Christus aus ihnen eine Antwort.. Bedenken wir, dass es möglich ist, etwas auf unseren Herzen zu haben, was den verherrlichten Christus erfreut, und dadurch zu Seiner Freude beitragen zu können!

Das erfordert große Achtsamkeit, denn ein Saiteninstrument ist sehr empfindlich und kommt leicht aus der Stimmung. Es muss sorgfältig abgestimmt werden. Kein großer Musiker wird eine Geige so gebrauchen, wie er sie nach seinem letzten Spiele beiseite stellte. Sie muss wieder sorgfältig gestimmt werden.

Wenn wir einen Elfenbeinpalast und Saiteninstrumente haben, so ist sorgfältig darauf zu achten, dass unsere Zuneigungen nicht außer Stimmung sind, so dass der Wohlklang dadurch gestört wird, denn wir sind dazu berufen, der Freude Christi zu dienen.

Wir betrachteten, was Christus in unseren Augen ist. Doch nun handelt es sich darum, was wir für Ihn sind. Wir haben Seine persönliche, amtliche und königliche Herrlichkeit gesehen, doch woran hat Er Wohlgefallen? Da kommt unsere Seite in Frage. Wir haben das große Vorrecht, für Saiteninstrumente zu sorgen; doch wir müssen wieder und wieder unter die Hand des Hauptmusikers kommen, um der Höhe des rechten Eignungsmaßstabes entsprechend gestimmt zu werden.

Unser Psalm ist einer der Psalmen für den Vorsänger oder Hauptmusiker. Es handelt sich darum, wie die Musik Seinem Ohr erklingt. Bedenken wir, dass die Musik Christi Ohren wohl zu erklingen hat! Nichts könnte unseren Geist so in die rechte Stimmung versetzen wie des Herrn Abendmahl, worin Er Sich uns immer wieder in einer frischen Weise darbietet.

Der große Vorteil eines Liebenden ist, Offenbarungen von Ihm zu bekommen. Durch sie werden die Instrumente gestimmt. Ich glaube, wir sollten nicht meinen, dass es Offenbarungen nur einmal in hundert Jahren gibt.

Viele denken, dass nur J.N.D. und J. B. S. sie gehabt hätten, doch Christus verfährt mit jedem Ihm gehorsamen Liebenden in derselben Weise. So ist der ordnungsgemäße Lauf überragender und glückseliger Liebe. Er kann Sich keinem Liebenden vorenthalten. Wenn ich keine Offenbarungen bekomme, ist an mir nicht viel von einem Liebenden.

Ich weiß nicht, wie es zustande kommt, doch der Herr vermag Sich Selbst in einer ganz unverkennbaren und geistlichen Weise vor uns zu bringen, so dass unsere Herzen einen frischen Anlauf, eine frische Anregung bekommen, und dann ist das Instrument gestimmt.

Haben wir jedoch keinen Elfenbeinpalast, so haben wir auch keine Saiteninstrumente. Du musst den Tod auf das anwenden lernen, was dir als einem Kind Adams eigen ist, und tust das in Kraft der Liebe, weil du einen Platz für Christum begehrst. Jedes bisschen Elfenbein wird auf Kosten des Lebens gewonnen. Wieviel haben wir auf diese Kosten für Christum gesichert?

Wir können nun sehen, wie alles dieses die sittliche Grundlage für die Wahrheit der Königin bildet. Christus hat in sittlicher Hinsicht Genossen, die Gerechtigkeit lieben und Gesetzlosigkeit hassen. Sie werden durch eine solche Zuneigung gekennzeichnet, dass sie Elfenbeinpaläste bauen und Saiteninstrumente darin haben.

Diese Gedanken insgesamt geben uns einen Begriff von der Unterwürfigkeitsseite. Im letzten Teile des Psalms haben wir die Königstöchter, die Königin, die Tochter Tyrus und danach hauptsächlich des Königs Tochter (V. 9 - 13). Es handelt sich da um das Weibliche, die Unterwürfigkeitsseite, um das, was in den Heiligen für das Herz Christi ist. Begehren wir in diesen letzten Tagen, kurz vor der öffentlichen Aufrichtung des Reiches, für Christum zu sein, so ist das eine wunderbare Unterweisung.

Man kann sagen, dieser Psalm redet von Christo und der Versammlung. Die Versammlung tritt an den Platz der Königin und der Königstochter. Streng genommen bezieht sich das zweifellos auf Jerusalem, das die Königin sein wird. Ihr Name wird "Vermählte" sein, und Gott wird Sich über Jerusalem freuen wie der Bräutigam über die Braut (Jes.62, 4.5).

Gegenwärtig ist die Braut eine Stadt, und die Königin ist eine Stadt. Der König muss eine Stadt haben. Gegenwärtig hat die Versammlung diesen Platz. Als Johannes gerufen wurde, die Braut zu sehen (Offb. 21, 9), wurde ihm eine Stadt gezeigt, woraus wir sehen, dass der Geist Gottes die Braut und die Stadt als eines hinstellt.

Frage: Haben wir in der Stadt einen Hinweis auf Regierung?

C. A. C.: Zweifellos steht die Stadt in Beziehung zur Verwaltung, doch hier haben wir den Gedanken, das die Königin zur Freude des Königs ist. Die Versammlung wird das Herz Christi dadurch befriedigen, dass sie alle die Züge dieser Stadt trägt. Sie werden im Bilde in ihr dargestellt, und das macht sie Christo anziehend.

Zuerst haben wir die Königstöchter, sie stellen die Heiligen ihrer königlichen Herkunft nach dar. Wir sind aufgrund unserer erhabenen Abstammung für Christum passend. Haben wir gelernt, uns als Königstöchter zu erachten? Bedenken wir, wie erhaben die Heiligen als aus Gott geboren sind! Wir gehören einem geistlichen Stammbaum an, der uns passend macht, in dieser wunderbaren Beziehung zu Christo zu stehen. Johannes sagt: "Ihr seid aus Gott" - das ist unser Ursprung - "Ihr seid aus Gott, Kinder, und habt sie überwunden" (1. Joh. 4, 4). Die Heiligen gehören einem derartigen Geschlecht an, dass sie Kraft haben, Antichristen zu überwinden.

Es ist lehrreich, diese verschiedenen Gedanken vor uns zu haben. Die Königin steht in Gold von Ophir da, weiter unten besteht ihr Gewand aus Goldwirkerei und Buntstickereikleidern. Das sind drei verschiedene Gedanken, doch sie kommen alle in den Heiligen zustande.

Frage: Was ist Gold von Ophir?

C.A. C.: Ich dachte, es stellt die durch göttliche Gnade verliehene Herrlichkeit dar. Am Tage der Zukunft, wenn Israel als die Wonne Jehovas erkannt werden wird, wird die Königin in den Genuss der Gunst Gottes in Christo gebracht sein. Die Folge davon ist öffentliche Herrlichkeit, die dem Gold entspricht und von den Nationen rings umher anerkannt werden wird.

Im Christentum begreift der Dienst der Gerechtigkeit und des Geistes in sich, dass die Heiligen mit einer Herrlichkeit angetan sind, die im Zeugnis ausstrahlt. Von diesem Dienste heißt es in 2. Kor. 3, 11, dass er in Herrlichkeit besteht. Als solche, die den Geist als Darreichung von Gott empfangen haben, umgibt die Heiligen eine Herrlichkeit. Das gewirkte Gold ist mehr das in den Heiligen Gewirkte.

Gerechtigkeit und den Geist empfangen wir an und für sich als die zwei großen Segnungen, die Gott allen erteilt, die an den Herrn Jesum Christum, den Herrn der Herrlichkeit, glauben. Goldwirkerei aber weist auf Gestaltung hin, auf das Werk Gottes, das beginnt, wenn wir Gerechtigkeit und den Geist empfangen haben. Als eine Schriftstelle hierfür würde ich auf das Gebet Pauli in Epheser 3 hinweisen, eine bessere weiß ich nicht. Dieses Gebet findet seine Antwort darin, dass wir mit Kraft gestärkt werden durch den Geist des Vaters an dem inneren Menschen, auf dass der Christus durch den Glauben in unseren Herzen wohne, und damit wir mit allen Heiligen zu erfassen vermögen, "welches die Breite und Länge und Tiefe und Höhe sei, und zu erkennen die die Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus, auf dass ihr erfüllt sein möget zu der ganzen Fülle Gottes. Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr, als was wir erbitten oder erdenken, nach der Kraft, die in uns wirkt, ihm sei die Herrlichkeit in der Versammlung in Christo Jesu, auf alle Geschlechter des Zeitalters der Zeitalter hin!" (V. 18 - 21).

Da haben wir das gewirkte Gold, es gewinnt durch Gebet Gestalt. Ich glaube, das vom Geiste Gewirkte kommt unter tiefer Übung zustande, und jede Übung läuft auf Gebet hinaus. Unsere Gebete offenbaren das Maß unserer geistlichen Übung. Das von Gott Gewirkte kommt in einem Gebetskreise zustande - da wirkt Gott. Durch bloßes Anhören von Dienst wird nichts Göttliches in uns gewirkt, es heißt: "Der uns aber eben hierzu bereitet hat, ist Gott" (2. Kor 5, 5)

Die Frage ist: Wie groß bin im Blick auf meine Versetzung in die himmlische Stadt? Das bildet das Maß des in mir von Gott Gewirkten. Viele haben Gerechtigkeit und den Geist, doch sie haben sehr wenig Übung und Gebet, sehr wenig, was sie von Gott erwarten, und so ist wenig geistliche Gestaltung vorhanden. Nur ein ganz klein wenig von reinem Golde, um in die Stadt einzugehen, nur reines Gold ist in der Stadt.

Wie groß bin ich im Blick auf diese Stadt? Gerade so groß wie das, was göttlich in mir gewirkt ist, denn nichts anderes geht daselbst ein. Gott wirkt in den Heiligen, damit sie geeignet sind, in die Stadt einzugehen.

Diese beiden Gedanken sind hilfreich. Sie zeigen uns, wie wir in die göttliche Herrlichkeit eingekleidet sind und auch, wie wir Gegenstände der göttlichen Wirksamkeit werden.

Das dritte bilden die Buntstickereikleider, damit kommen wir zu unserer Seite. Sie werden Stich für Stich gearbeitet. Offenbarung 19 sagt uns, dass es der Braut gegeben ward, in feiner Leinwand gekleidet zu sein, die die Gerechtigkeiten der Heiligen darstellt.

Buntstickereikleider entstehen dadurch, dass sich das Leben Christi in seinen Einzelheiten in den Heiligen auswirkt. Nur das, was vom Leben Christi in den Heiligen ausgeht, trägt die Wesensart der Gerechtigkeit. Das ist eine Sache täglicher Übung, und diese Kleidung wird Tag für Tag ausgearbeitet. Alles, was aus dem Leben Christi hervorgeht, was Gerechtigkeit vor Gott ist, wird dazu verwandt.

Es steht in Verbindung mit den Worten in Römer 8: "Der Geist aber Leben der Gerechtigkeit, wegen" (V. 10). Der Geist ist gekommen, die Kraft des Lebens zu sein, damit das Gerechte einen Platz bei uns habe, und das ist, sittlich genommen, das Leben Christi.

Wir haben eine göttliche Wirksamkeit in den Heiligen, und das gleicht der Goldwirkerei; doch des weiteren haben wir noch eine Auswirkung im Leben, und das ist unsere Seite davon.

Das wackere Weib von Sprüche 31 verwendet Fleiß auf die Einzelheiten des Lebens, und das Stich für Stich.

Gott stellt uns alles das zur Unterweisung in den letzten Tagen vor, und wir sollten es in uns aufnehmen, wenn wir in ihnen das Teil von Weisen haben wollen. Psalm 45 ist in gewissem Sinne der wichtigste der Maskilpsalmen, weil er die Person Christi sowie das, was zu Seinem Wohlgefallen ist, vor uns bringt.