Suche

UNTERREDUNGEN.CH

MALEACHI 3.16

Lukas     

 

Home

 

Evangelium

Audioteachingabschriften    Unterredungen

C.A.C.  - Wortbetrachtungen über das Lukasevangelium

 

Kapitel 12

 

Wir haben uns mit der göttlichen Absicht beschäftigt, dass eine Lampe hienieden angezündet und, um für Gott zu leuchten, auf ein Lampengestell gestellt werden und so moralisch und geistlich das Scheinen der Heiligen Stadt im Voraus darstellen soll. Wir haben bemerkt, dass der Herr die Aufm

...

Wortbetrachtungen über die Maskil-Psalmen

(Charles Andrew Coates)

Psalm 42 und 44

Psalm 42

1 Dem Vorsänger. Ein Maskil von den Söhnen Korahs. Wie ein Hirsch lechzt nach Wasserbächen, also lechzt meine Seele nach dir, o Gott!

2 Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott: Wann werde ich kommen und erscheinen vor Gottes Angesicht?

3 Meine Tränen sind mir zur Speise geworden Tag und Nacht, da man den ganzen Tag zu mir sagt: Wo ist dein Gott?

4 Daran will ich gedenken und in mir ausschütten meine Seele, wie ich einherzog in der Schar, mit ihnen wallte zum Hause Gottes, mit der Stimme des Jubels und des Lobes - eine feiernde Menge.

5 Was beugst du dich nieder, meine Seele, und bist unruhig in mir? Harre auf Gott! Denn ich werde ihn noch preisen für das Heil seines Angesichts.

6 Mein Gott, es beugt sich nieder in mir meine Seele; darum gedenke ich deiner aus dem Lande des Jordan und des Hermon, vom Berge Mizhar.

7 Tiefe ruft der Tiefe beim Brausen deiner Wassergüsse; alle deine Wogen und deine Wellen sind über mich hingegangen.

8 Des Tages wird Jehova seine Güte entbieten, und des Nachts wird sein Lied bei mir sein, ein Gebet zu dem Gott meines Lebens.

9 Sagen will ich zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum gehe ich trauernd einher wegen der Bedrückung des Feindes?

10 Wie eine Zermalmung in meinen Gebeinen höhnen mich meine Bedränger, indem sie den ganzen Tag zu mir sagen: Wo ist dein Gott?

11 Was beugst du dich nieder, meine Seele, und was bist du unruhig in mir? Harre auf Gott! Denn ich werde ihn noch preisen, der das Heil meines Angesichts und mein Gott ist.

Psalm 44

1 Dem Vorsänger. Von den Söhnen Korahs, ein Maskil. Gott, mit unseren Ohren haben wir gehört, unsere Väter haben uns erzählt die Großtat, die du gewirkt hast in ihren Tagen, in den Tagen vor alters.

2 Du, mit deiner Hand hast du Nationen ausgetrieben, und sie hast du gepflanzt, Völkerschaften hast du verderbt, und sie hast du ausgebreitet.

3 Denn nicht durch ihr Schwert haben sie das Land in Besitz genommen, und nicht ihr Arm hat sie gerettet; sondern deine Rechte und dein Arm und das Licht deines Angesichts, weil du Wohlgefallen an ihnen hattest.

4 Du selbst bist mein König, o Gott; gebiete die Rettungen Jakobs!

5 Durch dich werden wir niederstoßen unsere Bedränger; durch deinen Namen werden wir zertreten, die wider uns aufstehen.

6 Denn nicht auf meinen Bogen vertraue ich, und nicht wird mein Schwert mich retten.

7 Denn du rettest uns von unseren Bedrängern, und unsere Hasser machst du beschämt.

8 In Gott rühmen wir uns den ganzen Tag, und deinen Namen werden wir preisen ewiglich. (Sela.)

9 Doch du hast uns verworfen und zu Schanden gemacht, und zogest nicht aus mit unseren Heeren.

10 Du ließest uns zurückweichen vor dem Bedränger, und unsere Hasser haben für sich geraubt.

11 Du gabst uns hin wie Schlachtschafe, und unter die Nationen hast du uns zerstreut.

12 Du verkauftest dein Volk um ein Geringes und hast nicht hochgestellt ihren Preis.

13 Du machtest uns zum Hohne unseren Nachbarn, zum Spott und Schimpf denen, die uns umgeben.

14 Du machtest uns zum Sprichwort unter den Nationen, zum Kopfschütteln unter den Völkerschaften.

15 Den ganzen Tag ist vor mir meine Schande, und die Scham meines Angesichts hat mich bedeckt,

16 wegen der Stimme des Schmähers und Lästerers, wegen des Feindes und des Rachgierigen.

17 Dieses alles ist über uns gekommen, und wir haben deiner nicht vergessen, noch betrüglich gehandelt wider deinen Bund.

18 Nicht ist unser Herz zurückgewichen, noch sind unsere Schritte abgebogen von deinem Pfade;

19 obgleich du uns zermalmt hast am Orte der Schakale, und uns bedeckt mit dem Schatten des Todes.

20 Wenn wir vergessen hätten den Namen unseres Gottes und unsere Hände ausgestreckt zu einem fremden Gott,

21 würde Gott das nicht erforschen? Denn er kennt die Geheimnisse des Herzens.

22 Doch um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag, wie Schlachtschafe sind wir geachtet.

23 Erwache! Warum schläfst du, Herr? Wache auf! Verwirf uns nicht auf ewig!

24 Warum verbirgst du dein Angesicht, vergissest unser Elend und unsere Bedrückung?

25 Denn unsere Seele ist in den Staub gebeugt, unser Bauch klebt an der Erde.

26 Stehe auf, uns zur Hilfe, und erlöse uns um deiner Güte willen!

Wir betrachteten letzte Woche Psalm 32, welcher der erste der Psalmen ist, die der Geist Gottes. als zur Unterweisung dienend bezeichnet; Maskil heißt Unterweisung.

Wir sahen, dass Psalm 32 die Grundlage aller göttlichen Unterweisung bildet, nämlich der Erkenntnis Gottes. Die Sünden sind vergeben, werden nicht zugerechnet, und die Seele ist infolge der Gegenwart des Geistes in Glückseligkeit. Eine solche Seele kennzeichnet Frömmigkeit und Abhängigkeit, sie gleicht dem Wesen nach Christo.

Göttliche Befreiung ist für solche eine Antwort auf Gebet, und geistliche Leitung zeigt ihnen, wie sie mit Gott zu wandeln haben. Dieser Psalm umfasst augenscheinlich die großen Grundgedanken der Seelenbeziehungen zu Gott. Gott wird als Rechtfertigender, Vergebender, Versöhner, Zuflucht und Leiter Seines Volkes gekannt. Das macht die große, grundlegende Erkenntnis derer aus, die Gott in Gnade berufen hat. Das ist der erste Bestandteil der göttlichen Belehrung. Wenn unsere Seelen nicht derart in der Erkenntnis Gottes befestigt sind, können wir keine Unterwiesenen sein.

Gottes Vorsatz ist, solche zu haben, und deshalb müssen wir von Ihm unterwiesen werden. Den neuen Bund kennzeichnet unter anderem: „Sie werden alle von Gott gelehrt sein“ (Joh. 6, 45). Wir nun sind unter die Unterweisung Christi gekommen, wenn wir „anders ihn gehört...und in ihm gelehrt worden“ sind (Eph. 4, 21).

Nicht auf das, was wir in Büchern gelesen haben oder auf ein gewisses Maß Schriftkenntnis kommt es an, sondern darauf, dass Gottes Volk göttlich unterwiesen ist. Man kann immer wieder sehen, welch einen Unterschied es macht, mit der Erkenntnis Gottes dem 32. Psalm gemäß zu beginnen. Wenn wir durch tiefe und verwickelte Übungen gehen, so haben wir dann einen Halt, einen Ankergrund in unseren Seelen.

Psalm 42 weist auf tiefe Übungen hin; doch die Seele hat eine derartige Erkenntnis Gottes, dass sie Ihm vertraut und nach Ihm dürstet; sie findet ihre Zuflucht in der Erkenntnis Gottes. Gegenwärtig werden wir auf die Probe gestellt. Wenn Gott uns Erkenntnis über Sich Selbst gibt, stellt Er uns auf die Probe; die Erprobung des Glaubens ist für Gott sehr kostbar. Gott liebt es, das auf die Probe zu stellen, was wir in Ihm gefunden haben, zu prüfen, ob wir eine solche Erkenntnis über Ihn haben, dass wir sogar dann unseren Pfad gehen, wenn uns genossene Vorrechte genommen sind.

Ich denke, das zweite Buch der Psalmen zeigt, dass sogar Enterbte und Ausgetriebene finden, dass Gott genug ist. Gott Selbst wird das Teil eines enterbten Volkes. Hier kommt vor uns: Inwieweit kennen wir Gott, wenn wir geprüft werden? Damit auch die geringste Unruhe der Seele schwinde, muss sie durch eine Übung gehen. Auch da, wo man den Frieden des Gewissens hat, kann es manchen Anlass zur Unruhe geben.

Der 32. Psalm sucht uns im Frieden des Gewissens zu befestigen; jede sittliche Frage ist erledigt, und Gott wird als eine allezeit zugängliche Zuflucht gekannt. Die eine Sache ist, Gott als eine Zuflucht zu kennen (wir alle sollten zugeben, dass Er das ist), sind wir aber wirklich zu dem lebendigen Gott gelangt?

Das ist lediglich eine Erfahrungsangelegenheit; wir haben da der Übung ins Angesicht zu schauen, ob wir eine solche Befriedigung in Gott gefunden haben, dass alle Unruhe der Seele geschwunden ist.

In Psalm 42 lesen wir von einem, der dessen gedachte, wie er mit der feiernden Menge zum Hause Gottes zog, und dies mit der Stimme des Jubels und des Lobes (V. 4). Wir mögen das Vorrecht haben, an Versammlungen und dem teilzunehmen, was der festlichen Art des Hauses Gottes entspricht, und geistliche Freude daran empfinden; doch sowohl Johannes als auch Paulus verloren dieses Vorrecht. Hast du genug, selbst dann den Pfad zu wandeln, wenn du es verloren hast? Ich denke nicht, dass jemand unter uns sagen könnte, dass er bei einer derartigen Prüfung keine Seelenunruhe empfunden habe.

Der Dienst des Johannes hat den Herzenszustand im Auge, der seine Befriedigung in der Erkenntnis Gottes finden möchte, deshalb ist vom Durst die Rede. Ich denke, das lebendige Wasser in Joh. 4 ist der der Seele die Erkenntnis Gottes bringende Geist, durch den sie vollständig befriedigt wird. Die Erkenntnis Gottes in der Kraft des Geistes genügt, selbst dann den Pfad zu wandeln, wenn äußere Vorrechte versagen.

In Psalm 42 haben wir nicht nur die feiernde Menge (das Haus Gottes ist eigentlich mit einer solchen erfüllt, denn wir sollten nicht traurig zusammenkommen), sondern auch die mit dem Jordan, dem Hermon und dem Berge Mizhar verbundene, uns klein machende Übung.

Ich habe, was die Übung dieses Psalmes verlangt, an die Übung Paulus denken müssen, die er nach dem 2. Korintherbriefe durchzumachen hatte. Daselbst haben wir in Kap. 3 und 4 die Segnung des Evangeliums; doch dann sehen wir, wie jede Art von Druck auf das Gefäß eindringt, um auf die Probe zu stellen, ob das gesegnete Gute, was es im Dienste brachte, genug war, es hindurchzuführen. Nun, Paulus fand, dass Gott genug war.

Führt diese Übung zu geistlicher Zunahme? Jawohl, sie ist sehr lehrreich. Das erste ist der Dienst des Evangeliums, und danach kommt die Zeit der Zucht für den Diener, und dann haben wir den Dienst der Versöhnung, und dann wieder eine Zeit der Zucht, damit das Gefäß ein Zeugnis in Kraft von dem sei, worin es gedient hat. Es handelt sich hier um das lebendige Zeugnis eines Menschen, der imstande ist, durch jede Drangsal zu gehen. Es kamen allerhand außergewöhnliche Umstände; der Diener aber überstand sie in der Kraft seines eigenen Dienstes, darin besteht die göttliche Unterweisung.

Was ist das Land des Jordan? Paulus redet davon, dass der Tod in uns wirkt; nichts macht so wenig aus uns wie der Tod. Er ist der große Entwürdiger, er macht alles das zunichte, was uns von Natur eigen ist. Paulus redet davon, allezeit dem Tode überliefert zu werden. Das ist das Land des Jordan, er sagt: „Wir...werden allezeit dem Tode überliefert um Jesu willen, auf dass auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleische offenbar werde“ (2. Kor. 4, 11).

Es ist eine durchaus in unserem Wandel offenbar werdende Zunichtemachung. Wenn Gott Sich in Gnade und Güte kundmacht, wird ein Zunichtemachen erforderlich, und das ist der Jordan. Der Hermon ist eine rauhe Stätte, in Verbindung mit ihm haben wir widrigen Umständen ins Angesicht zu sehen; Paulus hatte deren viele, die mancherlei einschneidenden Schwierigkeiten. Der Berg Mizhar ist ein kleiner Hügel, da werden auch wir klein; Paulus kam durch den Dorn im Fleische dahin. Alles das macht uns zunichte.

Dieser Psalm stellt an uns die Frage, ob wir den innigen Wunsch haben, kennenzulernen, was uns der gepriesene Gott in Umständen sein kann, die das, was wir von Natur sind, gänzlich zunichte machen.

Von anderer Seite ist darauf hingewiesen worden, dass Gott uns zur Zunichtemachung des Fleisches in örtlichen Versammlungen zusammengefügt hat. Mir kam manchmal der Gedanke, dass ich im Bewusstsein der Gegenwart Gottes und Seiner Liebe wohl unstreitig allem gewachsen sei.

In Vers 5 haben wir das Vertrauen, dass im Angesicht Gottes in allen Umständen Errettung ist, es heißt da: „Ich werde ihn noch preisen für das Wohl seines Angesichts“ oder „die Rettungen seines Angesichts“, - das besagt, dass im Angesicht Gottes jede Errettung zu finden ist. Gott leuchtet mir, sei es im Lande des Jordan, des Hermon oder des Berges Mizhar - Gott ist genug.

Paulus sagte: „Mein Gott aber wird alle eure Notdurft erfüllen“ (Phil. 4, 19). Das waren keine lediglich irdischen Bedürfnisse; denn zu Philippi stand eine Schar für das Zeugnis Gottes, und zwar Schulter an Schulter mit Paulus in der Verteidigung der frohen Botschaft. Sein Gedanke ist, Gott würde ihnen Derselbe sein wie ihm, was auch die Umstände sein mochten.

Paulus hatte Gott als genügend erfunden, und er sagt damit den Philippern, dass sie das auch erfahren würden; es handelte sich nicht bloß um irdische Bedürfnisse. Die Worte Pauli in Phil. 1, 19: „Ich weiß, dass dies mir zur Errettung ausschlagen wird“, entsprechen der Übung unseres Psalmes, in dem wir einen auf dem Wege zu dem sehen, was Paulus besaß.

Ein großer Nutzen der Psalmen ist, dass sie einem den Weg zu etwas zeigen. Wenn wir jedoch den Wunsch haben, es zu erlangen, so müssen wir uns zum Neuen Testament wenden. Paulus hatte das Urteil des Todes in sich selbst, damit er nicht auf sich selbst vertraute. Jawohl, sein Teil war in Gott, obwohl alles Äußere versagt hatte. Im Gefängnis hatte Paulus nicht das Vorrecht von Zusammenkünften, er entbehrte die Gemeinschaft der Brüder, zog nicht mit der feiernden Menge einher.

Psalm 44 ist sehr wichtig, dann er hat es nicht so sehr mit dem Einzelnen zu tun, sondern mit dem Zustand des Volkes Gottes. Er belehrt uns, dass wir nicht in Tagen leben, wo Gott Sein Volk öffentlich unterstützt. Wenn wir Zeichen öffentlicher Unterstützung erwarten, werden wir keine bekommen; deshalb wendet sich der Psalmist dem zu, was Gott an den Vätern tat. Das entspricht bei uns dem in den Tagen der Apostel, der siegreichen Kraft Gottes in ihnen.

Hier sagt der Psalmist: „Doch du hast uns verworfen“ (V. 9). Dem Feinde sind wir in jeder Hinsicht zu Gegenständen der Verachtung geworden. Sind wir geneigt, diese Übung anzutreten? - es ist eine Kirchenübung - oder begehren wir, öffentlich unterstützt und anerkannt zu sein? Das ist ganz und gar nicht Gottes Gedanke uns gegenüber. Er hat uns wie Schafe zur Schlachtung hingegeben. Das ist unsere äußere Stellung.

Manche geben vor, Wunderbares zu haben, mit Zungenreden, Kranke heilen zu können und öffentlich von Gott anerkannt zu sein; wir jedoch müssen bekennen, nichts derart zu haben.

In Psalm 44 finden wir ein Volk, das keine äußere Unterstützung von Gott bekam. Sie sind Gegenstände des Spottes, ihre Gegner betrachten sie mit Verachtung, und doch sagen sie: „Dieses alles ist über uns gekommen; doch wir haben deiner nicht vergessen, noch haben betrüglich gehandelt wider deinen Bund. Nicht ist unser Herz zurückgewichen noch sind unsere Schritte abgebogen von" deinem Pfade“ (V. 17 u. 18).

Das ist auch unsere öffentliche Stellung. Halten wir uns selbst denn an das, was von Gott Selbst ist, wenn kein äußeres Zeichen dafür spricht, dass Gott mit uns ist? Die Menschen sagen: „Wo ist euer Gott? Ihr seht sehr wenig Frucht, richtet nichts aus, man sieht nicht, dass Gott mit euch ist.“

Man ist so bereit zu sagen: „Wo ist euer Gott?“ Wenn wir jedoch begehren; Unterwiesene zu sein, so haben wir unseren Pfad zu gehen, ohne öffentlich anerkannt zu werden. Wir brauchen das nicht, wir haben kein offenbares Eingreifen zu erwarten, sondern vielmehr als Schafe zur Schlachtung geführt zu werden. Gott greift nicht öffentlich ein und wir lassen das mit uns geschehen, was die Menschen wollen.

Manche ernste Seele möchte öffentlich anerkannt sein, jeden Tag Bekehrte haben; doch es ist zu spät für irgend eine Schar Gläubiger, in einer öffentlichen Weise ausgezeichnet oder hervorragend dazustehen.

Römer 8 zeigt uns, dass uns alles das nicht von der Liebe Christi zu scheiden vermag. Ist die Liebe Christi etwa nicht genug? Sind wir, was die öffentliche Stellung anlangt, damit zufrieden, Spott, Verachtung und Schmach zu leiden, doch durch die Liebe Christi entschädigt, dies lieber auf uns zu nehmen, als in Ansehen zu stehen? Die Auszeichnung Philadelphias besteht darin, dass solche aus der Synagoge Satans „erkennen, dass ich dich geliebt habe“ (Offb.3, 9). Unsere große Auszeichnung ist, von Christo geliebt zu sein.

Wir können mit dem Gedanken fortfahren, es heißt in Vers 17: „Doch wir haben deiner nicht vergessen“ - das steht in Beziehung zum Abendmahl. Der Herr vertraut Sich uns jeden ersten Wochentag an und verbürgt uns die Treue Seiner Liebe. Ist das nicht genug? Sind wir damit zufrieden, öffentlich Schmach zu leiden, aber durch die Liebe Christi entschädigt zu werden? Wenn es sich also verhält, so werden wir nach Psalm 45 völlig entschädigt werden.

Wir haben zu beachten, dass Psalm 44 einen außergewöhnlichen Zustand vor uns bringt, nicht den Tag des Sieges, sondern der Niederlage; wir erleiden genau so wie der Herr eine Niederlage:

„In Schwachheit unterlegen,

Errang die Krone Er“

Der Herr sagte zu Philadelphia: „Du hast eine kleine Kraft“ (Offb. 3, 8). Nichts könnte gesegneter sein, als derart durch all diese göttliche Unterweisung beherrscht zu werden, dass der Geist Gottes Christum für uns zum Mittelpunkt machen kann.

In Psalm 45 sehen wir eine Seele, die ihren Mittelpunkt in Christo gefunden hat; nicht ein Wort in dem Psalm hat das Ich zum Mittelpunkt. Es handelt sich darin nur darum, was Christus ist, was Er sein wird und was Ihm die Versammlung ist. Welch ein Reichtum!

Das ist ein Reichtum, der, wie ich glaube, nur gekannt wird, wenn wir der Unterweisung von Psalm 44 entsprochen haben. Was im nächsten Psalm dargestellt wird, ist so groß, dass es das Herz erfüllt, und anstatt, dass der Psalmist dürstet, wallt sein Herz über von gutem Worte.

Wir haben alle das Vorrecht, Tondichter zu sein. Wir sollten etwas über den König gesanglich ausdrücken. Es ist etwas Großes, einen Psalm zu machen, doch es ist auch gut, das zu singen was andere gemacht haben.